Blogger

31.8.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Weblog

Mein Blog hat sich wieder einmal merklich verändert, nicht nur, dass es erneut schlanker wurde, sondern auch im Layout einfacher. Zwei meiner Leser ließen mich inzwischen wissen, dass ihnen das alte Layout besser gefallen hat, ohne mich aber zu bitten, wieder zum Bewährten zurückzukehren. Da sich ein Blog beständig verändert, ist es nur folgerichtig, dass man dies wenigstens ab und zu auch am Layout feststellen kann.

Fast lustig ist die aktuelle Diskussion der KI-Blogger, die nun zum Gegenangriff übergehen und schlichtweg behaupten, dass alle Blogger KI nutzen würden — maximal es einfach selber nicht wüssten.

Noch schlimmer sind die üblichen Blogwarte und Regulierungswütigen, die nun für Blogs diesbezügliche Kennzeichnungen oder gar entsprechende Plug-ins möchten. Wehe, wenn sich dann ein Blogger nicht an diese Regelungen halten möchte oder diese gar ganz ignoriert!

Dabei ginge da sicherlich noch weit mehr, wie z. B. ein Plug-in, welches das richtige Gendern überprüft. Eines, wo man seine eigene Gesinnung dokumentiert oder eines, wo man den Ermittlungsbehörden und anderen juristischen Personen seine gesamten persönlichen Daten schön aufbereitet zur Verfügung stellt. Das Ganze wird dann durch Datenbanken ergänzt, die sämtliche Blogger ideologisch sauber reihen.

Und wer sich dem allen entziehen möchte, der existiert einfach nicht! Was mich nun darin bestärkt, dass ich verstärkt nach Blogs suche, die aus Gründen auch immer nicht zu existieren scheinen.

Google

Diese ehemalige sehr innovative Firma hat erneut zugeschlagen und aus dem Ontariosee glatt auch noch einen Amerikasee gemacht. Der Golf von Mexico ist schon etwas länger ein Gulf of America. Ich möchte eigentlich nicht wissen, wie viele andere Dinge auf Google Maps bereits nach dem Gusto von ein paar systemrelevanten Menschen verändert wurden.

Auf alle Fälle zeigt dies uns ganz deutlich, dass es keine verlässlichen Informationen gibt, sondern einzig und alleine nur verschiedene Meinungen, welche allesamt immer auf Verlässlichkeit und „Wahrheit“ überprüft werden müssen.

Es würde mich nun auch nicht mehr wundern, dass wenn ein Migrant in den USA Google Maps nutzt, dieser statt zum gewünschten Ziel, zum nächsten Abschiebegefängnis oder Internierungslager des U.S. Immigration and Customs Enforcement geleitet wird.

Seit unserem letzten Florenzaufenthalt habe ich Google Maps für mich reaktiviert, alleine weil ich in einem kleinen Wettstreit mit Semin Bristina liege. Nun überlege ich mir, ob es nicht doch besser wäre, Google erneut links liegen zu lassen. Auf alle Fälle aber nutze ich keine Google Navigation, denn wer weiß wohin die mich führt?

Besonders weil es auf Google Maps schon immer leichter ist, falsche Informationen angezeigt als diese gelöscht zu bekommen. Wen aber wundert dies, denn diese Firma kann auch nicht alleine von Luft und Liebe leben.

Wenn wir Menschen einen verlässlichen Dienst im Internet möchten, dann muss dieser alleine von Freiwilligen erstellt und betreut oder alternativ als eine Art Infrastrukturmaßnahme staatlicherseits zur Verfügung gestellt werden — wobei aber auch hierbei gilt, dass diese Informationen beständig manipuliert werden können.

Vermischtes

Die letzten Tage gab es gleich zwei Grillveranstaltungen hintereinander. Bei der ersten war ich Gast und konnte nicht nur die Grillkünste von jemand anderen bewundern, sondern zugleich auch einen der schönsten Naturgärten seit langem. Beim zweiten Grillen durfte ich zumindest teilweise wieder an den Grill. Dafür konnten wir uns ganz prächtig über die unterschiedlichen Traditionen europäischer Trinkkultur unterhalten; Trinken und Kultur müssen kein Antonym sein.

Kurz darauf waren wir wieder beim Essen: Käse mit Marmelade, Bouillabaisse oder Surströmming und weitere Köstlichkeiten unserer europäischen Küche. Auch wenn die Geschmäcker sehr unterschiedlich sind und man selbst über die notwendige Menge des Wassers beim abschließenden Pastis 51 stritt, waren sich alle Teilnehmer darin einig, dass die Isländer beim jüngsten Referendum mehrheitlich die falsche Entscheidung getroffen haben. Wobei ich weiterhin der festen Überzeugung bin, dass wer Ziegenkäse ohne Marmelade ist, etwas falsch macht. Ok, Honig geht auch ganz gut.

Es gibt wenige Computerspiele an die ich mich erinnere. „Age of Empires“ spielte ich mit meinen beiden Jungs, was dieses Spiel somit für mich zum Klassiker macht. Das jüngst in der Bloggerwelt thematisierte Siedler-Spiel war bis zur Version III mein persönlicher Favorit. Ich stieg 1994 mit der ersten Version für MS-DOS ein, was meine Truppenübungsplatzaufenthaltsnächte in der französischen Pampa durchaus versüßte. „Die Siedler II“ waren eine ganz gute Ablenkung bei etwas ruhigeren Einsatznächten. Und so habe ich mir ganz folgerichtig „Die Siedler III“ zuschicken lassen, aber diese Version nach kurzem Anspielen an einen Kameraden verschenkt.

Nach meiner Rückkehr war dann „Age of Empires“ das Spiel, welches wir so lange zu dritt spielten, wie es Rechner gab, die noch „Age of Empires II“ unterstützten.

Davor spielte ich für mich alleine „Myst“ (1993) und davor Computerspiele aus den 1980er-Jahren, an deren Namen ich mich bis auf „The Hobbit“ (1982) nicht mehr so richtig erinnere. Und davor waren es Computerspiele aus den 1970er-Jahren, die wie „Pong“ (1971), „Tank“ (1974), „Space Invaders“ (1978) und „Asteroids“ (1979) inzwischen Kultstatus haben dürften.

Mein allererstes Computerspiel an einem richtigen Computer — einem Wang 2200 — war „Lander“ (1977); davor waren es Konsolen (Telespiele), die man an einen Fernseher anschließen musste (–> „Pong“), oder die Spielkonsolen in Spielhallen, die alles abdeckten, was das Spielerherz so begehrte. Für „Pac-Man“ (1980) war ich damals gefühlt dann aber schon zu alt; auch „Donkey Kong“ (1981) hab ich nur noch belächelt.

„Nicht gleich, wenn man eine häßliche Tat begannen hat, quält sie uns, sondern erst lange nachher, wenn man sich ihrer erinnert; denn die Erinnerung an sie erlischt nicht.“

Jean-Jacques Rousseau, Die Bekenntnisse (S. 125)

Auszeit

27.8.02026 5 (8)

Beitragsfoto: Auszeit | © Shutterstock

Vermischtes

Heute musste ich den Kopf frei bekommen und zog so noch ein paar Runden in der Neckarhalde; der Aufenthalt dort heute ohne Tadel — könnte ich nach gut 12 Jahren wieder zurück in Heilbronn noch schwimmen, wäre es sogar ein Genuss geworden.

Die Rückfahrt fand mit dem Auto statt, da es mehr Termine als Tag gibt. Meine bessere Hälfte hielt an einer Ampel, um einem Fußgänger regelgerecht das Überqueren des Zebrastreifens zu ermöglichen. Was den Taxi Nr. 98 dazu bewog, seiner Hupe freien Lauf zu lassen. Ich gehe einmal nicht davon aus, dass er mit meiner besseren Hälfte flirten wollte. Und da er mich dann doch noch erblickte, hat er ihr auf alle Fälle keine Schläge angedroht.

Die Busfahrer der Linie 10, insbesondere in der Wollhausstraße, achten schon länger nicht mehr so richtig auf uns Fußgänger. Ich bin gewarnt, sonst wäre ich heute Morgen dort auf dem Zebrastreifen überrollt worden. Wenn so ein Stadtbus einmal in Fahrt ist, dann muss er wohl Strecke machen und da stören die Zebrastreifen in der Wollhausstraße einfach.

Unsere Gesellschaft verroht immer weiter, was nicht ursächlich an den Neubürgern festzumachen ist, sondern an der Tatsache, dass dumme Menschen in einer Demokratie sehr schwer zu erziehen sind. Da hilft es auch nicht, dass man ihnen Führerscheine und Schulabschlüsse schenkt.

Und da Detlef Stern jüngst ein paar nette Wortspiele ins Netz stellte, hab ich auch eines — wahrscheinlich viel zu schräg für meine Leser, aber dennoch: heute haben wir statt Blockwarten Blogwarte und unsere deutsche Welt ist wieder völlig in Ordnung.

Amtsgericht

Hätte ich in den letzten Monaten nicht viel zu viele Gerichts- und Rechtsanwaltschreiben in meinem Briefkasten, wäre mir wohl das heutige Schreiben des Amtsgerichts Hünfeld nicht zugestellt worden. Einfach nur, weil meine Adresse auf der förmlichen Zustellung nicht stimmt. Die Postboten in meinem Umfeld sind lernfähig und so hat sich die Anzahl der Briefe, die ich wieder in Briefkästen werfen muss, da falsch adressiert, merklich verringert. Aber Postboten denken auch mit und so dachte sich der heutige, dass ein weiteres Gerichtsschreiben schon passen würde.

Und meine Neugierde war geweckt, da ich aktuell mit einem Landgericht mehr zu tun habe als es mir lieb ist. Für die Laien unter uns, die Mitarbeiter eines Landgerichts sind in der Lage, um die richtige Adresse eines Beklagten festzustellen und auf das Anschreiben zu setzen. Was man von einem Amtsgericht nicht behaupten kann, zumindest nicht vom Amtsgericht Hünfeld.

Wer oder was ist überhaupt Hünfeld? Ich hab es für meine Leser gegoogelt: „Hünfeld ist eine Kleinstadt im osthessischen Landkreis Fulda. Sie trägt seit dem 11. Juli 2006 die amtliche Zusatzbezeichnung Konrad-Zuse-Stadt, nach dem Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers, dessen Wahlheimat Hünfeld war.“ (Wikipedia). Ok, dort möchte ich auf alle Fälle nicht tot über den Zaun hängen, und schon gar nicht im dortigen Amtsgericht.

Das alles half mir nun auch nicht weiter, also öffnete ich den Brief und fand darin einen Mahnbescheid vom 24. August 2026 aufgrund eines Antrags mit einer Geschäftsnummer. Anscheinend macht ein Antragsteller folgenden Anspruch geltend: Unerlaubte Nutzung geschützter Werke aus dem Repertoire des Antragstellers gem. Schreiben PIX-CPA-xxxxx vom 11. März 2026. Die Hauptforderung beläuft sich auf 140 Euro (!) und ich solle 419,66 Euro mit zusätzlichen Zinsen zahlen.

Ok, den Antragsteller habe ich dann sogar gefunden: dpa Picture-Alliance Gesellschaft mbH. Und ich dachte, ich kenne die Fotoanbieter bereits, da ich als Blogger bei vielen zahlender Kunde bin — schon alleine, um nicht durch Abmahnschreiben belästigt zu werden. Also, wer oder was ist die Picture-Alliance Gesellschaft? Ich habe diese Firma tatsächlich gefunden. Was mir nun auch nicht weiterhilft, denn das im Mahnschreiben aufgeführte Schreiben PIX-CPA-xxxxx ist nirgends zu finden. Aber dann der beruhigende Hinweis, dass künftig das Amtsgericht Stuttgart für mich zuständig sei, warum auch immer — Mystik deutscher Justiz. Und die können mir dann vielleicht sogar weiterhelfen, denn bisher kann ich mit den mir bereitgestellten Informationen nur spekulieren und in Erinnerungen schwelgen. Auf alle Fälle aber lenkt es mich heute vom Ernst des Lebens etwas ab.

In meinem Leben war ich in Deutschland meines Wissens bisher nur zweimal vor Gericht, was sich seit diesem Jahr nun völlig verändert — auch Rechtsanwälte müssen leben, sonst werden diese Politiker oder kommen gleich ganz auf die falsche Bahn, z. B. als Abmahnanwälte. Das erste Mal war es ein Mordprozess, wobei ich diesen ganz gut überstand. Das zweite Mal und dies ist hier im Blog auch dokumentiert, machte man mir ein Namensrecht streitig. Aktuell geht es wieder einmal um etwas Existentielles und das kann echt nerven, zumal man vor Gericht wie auch auf hoher See alleine seinem Schicksal überlassen bleibt.

Apropos 140 Euro, das ist wie bei der Stadtverwaltung, wenn ich mal angeblich zu schnell gefahren bin oder falsch geparkt habe. Sie schreiben mir und ich zahle, weil es mir weiteren Ärger erspart und ich auch nicht vor dem Heilbronner Amtsgericht landen möchte.

Und so spekuliere ich einmal, dass die dpa Picture-Alliance auf meinen immer noch viel zu vielen Websites Fotos gefunden haben will, für die ich aus Gründen auch immer kein Geld abgedrückt habe; wobei Werke alles Mögliche sein können, z. B. Gedichte — was ich schon eher erwarten würde. Hier konnte ich mich aber in den letzten zwei Jahrzehnten immer mit den Rechteinhabern gütlich einigen — was dann auch dazu führte, dass ich eine meiner hübschesten Websites schon länger ins digitale Nirwana geschickt habe, weil es mir den „Ärger“ einfach nicht wert war.

Vor etlichen Jahren hatte ich einmal für eine Vereinswebseite einen Beitrag vom Europäischen Parlament übernommen und dies im Glauben, dass das völlig in Ordnung sei. Ein paar Jahre später nahm ein vermeintlicher Rechteinhaber mit mir Verbindung auf, ich löschte das Bild samt Beitrag und zahlte für dessen Unannehmlichkeiten. Der Witz wäre es nun, wenn dieses Bild nun erneut auf einer meiner Websites aufgetaucht ist. Das Amtsgericht Stuttgart wird mich nun wohl bald erleuchten können. Was mich dann auf alle Fälle beruhigt, denn ich möchte keine unrechtmäßigen Werke auf meinen Websites haben und schon gar nicht von einem Bilderverkäufer, von dem ich in über 30 Jahren Internet noch nie zuvor gehört oder gelesen habe.

Aber das ist die heutige Zeit! Andere Menschen möglichst gekonnt ausplündern und dies ohne selbst jemals etwas gearbeitet haben zu müssen. Und ich weiß, was mir der eine oder andere Leser (kleiner Insider) nun mitteilen wird: einfach sämtliche Bilder entsorgen und die Texte alleine sprechen zu lassen. Was sicherlich eine gute und sehr bequeme Lösung wäre. Das Problem dabei ist, dass ich in mein Blog für mich selber schreibe und zudem dabei auch gerne Bilder und Filme gucke. Wer die Fotos oder die Videos nicht mag, der kann das Blog über RSS lesen.

So, nun muss ich mich aber wieder ums echte Leben kümmern. Und das geht unaufhörlich weiter, selbst dann wenn man darüber im Blog sinniert. 140 Euro! Ich zahle für die Fotos normaler Weise zwischen 7 und maximal 60 Euro! Was wollen die da gefunden haben? Angela Mergel nackt auf dem Küchentisch?

Internet

Das Internet war dazu gedacht, um gegen alle Widerstände Informationen teilen zu können. Das hat auch ganz gut geklappt. Nun aber haben auch Geschäftemacher, Behörden und sonstige ansonsten wenig internetaffine Personen das Internet endgültig für sich entdeckt.

Und sobald Regelwut und Gier überhand nehmen, bekommen beide zusammen alles tot. Und so macht es einem Erstnutzer kaum noch Spaß, sich in den Welten des Internets zu bewegen. Ich versuche derweil meine Auftritte so weit wie möglich auszudünnen ohne aber daraus nun auch wieder eine eigene Lebensbeschäftigung machen zu wollen.

Ätzend bis hin zu völlig abtörnend sind die unzähligen Versuche anderer Menschen und Firmen aus meinen digitalen Ergüssen Kapital schlagen zu wollen. Abmahnanwälte, selbsternannte SEO-Päpste, Softwareentwickler und grundsätzliche Bedenkenträger geben sich bei mir schon etwas länger die Klicke in die Hand, meistens ohne jemals auch nur einen einzigen Blog-Beitrag von mir selbst gelesen zu haben.

Dazu kommen dann auch noch die ganzen Selbsthilfegruppen und Communities, denen man online ebenfalls immer weniger ausweichen kann. Diese erwecken bei mir immer mehr den Eindruck, dass es sich dabei schon längst um digitale Religionen handelt. Und gerade die deutschsprachigen Bloggerwelten mit deren selbsternannten Blogwarten lassen mich verstärkt an die Zeugen Jehovas denken.

Heute habe ich einmal das Archive.org-Plug-in gelöscht. Eigentlich eine ganz gute Sache, aber wenn ich einen Hyperlink im Internet teile, dann überprüfe ich diesen zwar vorab, aber mache mich mit solch einer Verknüpfung noch lange nicht zum Sklaven regelwütiger Mitmenschen. Die Seite, auf die dieser Link — wenn es nicht eine meiner eigenen Pages ist — hinweist, gehört mir nicht. Und damit habe ich weder Recht, Anspruch noch Verantwortung dafür, dass diese Seite ewig vorhanden ist oder auch noch zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

So ein Service wie von Archive.org ist zwar ganz nett, aber wird der ursprünglichen Idee des Internets nicht gerecht und weckt vor allem nur Bedürfnisse, die kein Mensch vorab je hatte und meines Erachtens auch nicht benötigt. Wer alles hat, der hat überhaupt nichts, und wer alles weiß, der weiß gar nichts!

Was zur Folge hat, wenn ich ins Internet schreibe und Hyperlinks setze, dass es auch Links geben wird, die ins digitale Nirwana führen. Und wer bin ich denn, dass ich einem ins Internetschreiber vorschreiben möchte, dass seine Ergüsse bis in alle Ewigkeit dort zu stehen haben!

Was nun wieder zur Folge hat, dass es auf meinem Blog in Kürze unzählige Links geben wird, die nicht mehr auf archivierte Seiten ins Netz führen, sondern einfach nur eine Fehlermeldung auf dem Endgerät der Leser erzeugen, die man auch als HTTP-Statuscodes kennen dürfte. Leider bin ich selbst noch nie auf eine Website gelangt, die die Fehlermeldung 418 hervorruft. Das wäre für mich wie ein Sechser im Lotto!


Blaupunkt

11.7.02026 4.5 (8)

Beitragsfoto: Radio

Kanzler

Spätestens seit Olaf Scholz und Friedrich Merz sind die meisten Deutschen davon überzeugt, dass Kanzler jeder kann; ganz anders als beim Trainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft, denn da fragt man sich schon noch, ob die jeweiligen Kandidaten qualifiziert sind.

Und weil Kanzler wirklich jeder kann, zumindest kann jeder die gleiche Qualität der letzten beiden Kanzler abliefern, reißen die Diskussionen nicht mehr ab, wer nun als nächstes ran darf. Manche Kandidaten bringen sich still und heimlich ins Gespräch und andere sind da weniger zögerlich. Und so werden viele der Kandidaten auch immer wieder von Journalisten durchleuchtet.

Eine solche Beleuchtung erlaubte sich jüngst Annika Joeres von correctiv.org (26.6.2026) und dies wäre mir nicht näher aufgefallen, wenn der Beleuchtete nicht sogleich mit seinen Rechtsanwälten dagegen vorgegangen wäre und correctiv.org eine Gegendarstellung veröffentlichen musste.

Lustig dabei ist, dass der bereits verurteilte Politiker auch Aussagen dementieren lässt, die ich selber von ihm noch genau so in Erinnerung hatte.

Noch lustiger ist, wie kaputt müssen deren Parteien eigentlich sein, dass sich Hinz und Kunz als eigene Kanzlerkandidaten ins Spiel bringen lassen.

Tragisch dabei, dass eine rechtskräftige Verurteilung immer mehr zum guten Ton heutiger wie auch künftiger Ministerpräsidenten und Kanzler gehört. Vielleicht sollte man besser auf jene Politiker setzen, die es verstehen, trotz Straftaten völlig ungeschoren davon zu kommen. Denn wenn schon starkes Alpha-Männchen oder -Frauchen, dann aber bitte richtig!

Vermischtes

Wenn man denkt, dass es heute nicht mehr schlimmer geht, dann kommen wieder einmal unsere französischen Nachbarn um die Ecke und feiern die Wählbarkeit von Marine Le Pen.

Gestern noch den Trustpilot-Hinweis von meinem Blog entfernt; zusätzlich auch das entsprechende Plug-in. Mein Weblog wird noch so richtig schlank werden.

Während sich Donald Trump mit Elon Musk den reichsten Mann der Welt als Berater erlaubt, macht das Ländle auf eine gewaltige Nummer kleiner. Cem Özdemir holt sich nun den Krawallmacher Boris Palmer ins Boot und folgt damit dem US-amerikanischen Erfolgsrezept — halt nur viel billiger. Wobei, billig kann auch sehr teuer werden, zumindest für uns Steuerzahler.

Was ich dabei aber nicht so richtig verstehe ist, wir haben in der großen Koalition anders als in den USA doch bereits schon zwei Alpha-Männchen. Warum nun noch ein drittes? Vielleicht spielt Manuel Hagel nur nicht gut genug Tennis.

Gestern veröffentlichten die Rolling Stones ihr inzwischen 25. und nun offiziell auch allerletztes Album. Ich warte noch auf mein Exemplar, da ich keine Sonderedition haben wollte. Interessant dabei, die Sondereditionen sind inzwischen billiger als die ganz gewöhnlichen Pressungen.

Ich bin erst 1980 mit „Emotional Rescue“ eingestiegen und habe mir auch noch „Tattoo You“ (1982) gekauft, welche bis heute meine Lieblingsplatte dieser Band ist. Danach legte ich mir noch „Sticky Fingers“ (1971) und „Some Girls“ (1978) zu. Damit decke ich meinen Bedarf an den Rolling Stones ganz gut ab, wobei auf meinem kleinen Server sicherlich auch noch die eine oder andere Platte der Stones zu finden ist. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob die letzte Platte bei mir Erinnerungen wecken wird — von 1962 bis heute ist für eine Musikband eine lange Zeit, besonders wenn man diese mit warten verbringt.

Verwahrlosung

Berlin ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was mit Gemeinschaften geschieht, die ausschließlich von Transferzahlungen leben. Hinzu kommt noch, dass sich Berlin über die Jahrzehnte hinweg trotz Zuzugs von Menschen noch weiter abgeschottet hat. Detlef Stern würde dazu wohl anmerken, dass „je selbstreferenzieller (und abgeschotteter) ein System ist, desto anfälliger ist es für Korruption.

Lug und Betrug bestimmen schon etwas länger den politischen Alltag in Berlin, manche vermuten dies bereits seit den Tagen Richard von Weizsäckers. Andere sprechen ganz unverhohlen vom „Bundesdrecksloch“. Jochen Buchsteiner kommentiert die jüngste diesbezügliche Entwicklung in der FAZ (11.7.2026).

Seit Jahrzehnten weiß jeder, dass die Berliner Stadtgesellschaft keine ausreichend qualifizierten Bewohner mehr hat, um sich selbst regieren zu können — alleine diesbezüglich dürfte die Stadt noch Vorreiter für unser gesamtes Land sein: Transferzahlungen in zu hohen Dosen machen blöd.

Wer den Berlinern helfen möchte, der muss dringend das Bundesland Berlin auflösen und die Stadt so lange unter Bundesaufsicht stellen, bis diese sich halbwegs wieder gefangen hat. Einschließlich der Einrichtung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft Korruption und Bandenkriminalität, die dann aber auch nicht vor der großen Politik halt machen darf.

Aus föderaler Sicht wäre es vielleicht sogar hilfreich, wenn man die Bundeshauptstadt ein wenig entflechtet und zum Beispiel den Bundesrat schon einmal nach Frankfurt verlegt.

Manche verstehen nun wohl auch, warum doch so viele Bundestagsabgeordnete an Bonn festgehalten haben, denn diese kannten ihre Kollegen und deren Anfälligkeiten recht gut und wussten, dass die in einem über Jahrzehnte hinweg alleine mit Transferzahlungen zu schaffenden großstädtischen Umfeld unter die Räder kommen werden — die Versuchung ist einfach viel zu groß, wenn Milliarden an Steuergeldern für die Schaffung einer Hauptstadt des Größenwahns nur so sprudeln.

Manche verstehen nun wohl auch, warum doch so einige von uns Frankfurt als ideale Bundeshauptstadt ansehen. Und dies nicht nur weil Frankfurt schon alleine infrastrukturell besser an unser Land und Europa angebunden ist. Auch hat man die Frankfurter nicht seit 1945 als Transferzahlungsjunkies hochgepäppelt.