Fliegende Umschläge

E-Mail 4.8 (9)

Beitragsfoto: Fliegende Umschläge | © Gerd Altmann auf Pixabay

Die gute alte E-Mail ist nach weit über 30 Jahren allgemeinem Gebrauch erwachsen geworden. Woran mache ich dies fest? Ganz einfach, inzwischen wird sie staatlich reguliert wie keine einzige Briefpost jemals zuvor. Und alle möglichen Menschen und Unternehmen möchten sich mit unserem E-Mail-Gebrauch dumm und dämlich verdienen. Kein Anbieter mehr, der nicht KI in seiner E-Mail-Software anbietet.

Und selbst das Apple-Tool „Mail“, welches sich stets wegen seiner Einfachheit von anderen Anbietern abgehoben hat, ist inzwischen kaum noch zu bedienen. Microsofts Outlook wurde gar zu einem Monster-Tool für alle Beamten und solche Menschen, die es unbedingt werden möchten. Einzig SAP ist in der Lage noch unbrauchbarere Produkte liefern zu können.

Aber wir Menschen wollen es auch nicht anders! Im Gegensatz zu unserem Briefkasten vor der Haus- oder Wohnungstür soll der E-Mail-Briefkasten unser gesamtes Leben regeln, dabei von ganz alleine funktionieren und last but not least auch noch als Archiv unseres eigenen Lebens dienen.

Sie erkennen das Problem?

Ich leere meinen Briefkasten täglich, wenn nötig auch mehrmals am Tag. Dies mache ich auch so mit meinen E-Mail-Briefkästen — da digital, leiste ich mir bis heute den Luxus gleich mehrere davon zu besitzen; bin inzwischen allerdings dabei, diese Briefkästen bis auf das unbedingt Nötige wieder zu reduzieren. Ohne meinen PAL-Filter komme ich aber weiterhin nicht aus.

Und nein, ich archiviere weder mein Privatleben noch mein Berufsleben in E-Mail-Postfächern! Deshalb kaufe ich auch keine extra Speicherplätze oder E-Mail-Archivierungssoftwareergänzungen.

Im Worst-Case sind meine E-Mail-Postfacher von Spam und anderer Mail so zugemüllt, dass ich mehr als einen Tag benötige, diese zu leeren. Die Post landet wie auch die analoge dabei im Müll.

Nur faschistoide Regierungen können auf die Idee kommen, dass ich diesen Müll auch noch und dies am besten bei der Stasi zu archivieren habe!

Einen Vorteil hat die digitale Post allerdings gegenüber der althergebrachten. Man kann sie besser adressieren. Und so nehme ich E-Mail zur Kenntnis, die mit einem mir bekannten Absender versehen und auch an mich adressiert sind (To: / An:).

Wenn die E-Mail an mich mit via „Cc: / Kopie:“ oder „Bcc: / Blindkopie:“ geht, rechnet der Absender damit, dass meine Neugierde in diesem Falle so groß ist, dass ich diese auch zur Kenntnis nehme, oder er weiß, dass wir in einem entsprechenden Briefverkehr stehen und ich via dieser Möglichkeiten informiert werden möchte.

Da dies im Berufsleben gängige Praxis ist, öffne ich auch diese E-Mail, wenn sie an meine diesbezüglichen Postfächer gelangt.

Für den Fall, dass eine E-Mail für mich wichtig ist, gibt es drei Möglichkeiten und eine weitere, die allerdings nur der Macht der Fakten geschuldet ist. Bei letzterer retourniere ich die E-Mail mit meiner Antwort — wenig professionell aber im Umgang mit manchen Menschen heutzutage notwendig. Für diese Art der Kommunikation gibt es allerdings auch wieder bereits seit mehreren Jahrzehnten die Chat-Tools und Räume! Hierzu nutze ich inzwischen standardmäßig Threema, DeltaChat oder die SMS.

Manchmal, heutzutage aber nur noch sehr selten wird eine E-Mail von mir noch ausgedruckt und weiterverarbeitet (Möglichkeit 1), meist aber in ein PDF umgewandelt und weiterverarbeitet (Möglichkeit 2) oder aber als reiner Text mit in meinen Zettelkasten übernommen (Möglichkeit 3).

Wenn die E-Mail von mir letztendlich bearbeitet wurde, schreibe ich eine eigene E-Mail, manchmal aber auch nur eine SMS oder ich greife gleich zum Telefon. Die schwierigeren Angelegenheiten werden weiterhin im Vier- oder Mehraugengespräch erledigt.

Nachtrag

Wer nun etwas tiefer in die (digitale) Materie einsteigen möchte, dem empfehle ich RFC 5322 der Network Working Group von 2008. Man erhält dieses und andere RFC wie auch den Passierschein A38 mit dem blauen Formular.

„Weisheit ist das vollkommene Gut des menschlichen Verstandes; Philosophie ist die Liebe zur Weisheit und das Streben danach.“

Seneca, 14. Buch, 89. Brief (2023: 789)

Wandkalender

Termine 5 (6)

Beitragsfoto: Wandkalender | © Pixabay

Terminkalender, ob auf Papier oder digital, gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Auch welche, die man nicht nur im Internet teilen, sondern auch gemeinsam verwalten kann.

In den letzten Jahren habe ich sehr viele davon selbst geführt und auch so einige auf den unterschiedlichsten Websites Interessierten zur Verfügung gestellt. Alle haben dabei eines gemeinsam, einer muss die notwenige Mindestarbeit leisten. Und zumindest in meinem ehrenamtlichen Bereich haben sich diese Kalender nicht bewährt, selbst die einfachsten Terminhinweise, die noch auf den Websites zu finden sind, werden so gut wie gar nicht von den Betroffenen wahrgenommen.

Auf der EUROPA-UNION Heilbronn Website ist es eigentlich nur ein Mitglied, das sich darüber informiert und von dem wir auch ein entsprechendes Feedback erhalten — letztendlich ist es einfacher und weniger zeitaufwändig, wenn ich das betreffende Mitglied einfach nur bei Terminen anrufe oder eine SMS sende.

Deshalb starte ich jetzt einmal einen ganz minimalistischen Ansatz, der zudem keine eigenen Ressourcen benötigt, indem ich einfach diesen Blog-Beitrag als Terminhinweis verwende.

Ich stelle hier zukünftig einfach jene Termine ein, die ich selbst für so wichtig erachte, dass es mir das Einstellen auch wert ist. Und wer möchte, der kann ab und zu nachschauen, ob sich auch etwas geändert hat — wer einen RSS-Reader sein eigen nennt, ist jetzt sogar etwas im Vorteil.

Und wer meinen jetzt gewählten Ansatz für völlig daneben hält oder gar diesem etwas abgewinnen kann, der kann dies gerne in der Kommentarfunktion kundtun. Bitte sehen Sie aber davon ab, mir jetzt Tipps für Kalender aller Art geben zu wollen, denn darum geht es doch gar nicht.

Nachtrag

Und kaum hatte ich alle über meine Entscheidung informiert, wurde ich auf einer Präsenzveranstaltung sehr nett gebeten, nochmals einen Versuch zu wagen. Deshalb findet man jetzt einen neuen Kalender hier auf diesem Weblog. Und jetzt bin ich sehr gespannt darauf, ob dieser dann auch von den Lesern genutzt werden wird.

Nachtrag 18.12.2023

Heute war es dann soweit und ich habe auch diesen Terminkalender endgültig gelöscht.

Nachtrag 25.6.2024

Heute habe ich einen Idee von Matt Webb aufgegriffen und meinen Lesern die Möglichkeit eröffnet, während meinen „Unoffice Hours“ jeweils 30 Minuten Gesprächszeit mit mir zu buchen.
[Am 13.12.2024 habe ich meine Unoffice Hours wieder stillgelegt.]

„Warum soll ich mich zum Sklaven von Terminen machen, wenn ich meine Selbständigkeit voll genießen und meine Rede überall hinlenken kann, wie es mir gefällt, nicht dem Urteil geringschätziger Zuhörer unterworfen, sondern als mein eigener Maßstab?“

Synesios von Kyrene, Dion Chrysostomos (403), übersetzt von Kurt Treu, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt (1959: 41)