Blogger

Bloggerwelt 5 (5)

Beitragsfoto: Blogger | © cottonbro studio auf Pexels

Meine kleine Bloggerwelt ist mir tatsächlich ans Herz gewachsen. Vielleicht half es dabei, dass ich die meisten Autoren, der von mir gefolgten Blogs gar nicht persönlich kenne. Vielleicht aber würde ich es gar bedauern, wenn ich sie persönlich kennen lernte, dass ich sie bisher nur gelesen habe.

Ich werde es nie wissen. Was ich aber weiß ist, dass ich manchen Bloggern bereits schon sehr lange folge und immer wieder erstaunt darüber bin, wenn diese ihr zwanzigstes, fünfundzwanzigstes oder gar dreißigstes Blog-Jubiläum feiern — die Zeit fliegt, aber das wissen wir alle; man verdrängt es selbst nur immer wieder sehr gerne.

Solche Blog-Jubiläen rufen mir dann immer wieder auch Blogs in Erinnerung, die ich jahrelang gelesen habe und die dann einfach so verschwunden sind, oftmals gleich zusammen mit ihrem jeweiligen Autoren.

Selbst in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gab und gibt es viele, die sich mindestens einmal in ihrem Leben mit dem Bloggen beschäftigt haben. Erstaunlich dabei, dass es die meisten davon wieder gelassen oder ihre Blogs einfach nur so im Internet liegen lassen haben.

Dann muss ich auch an Blogger denken, denen ich jahrelang sehr gerne folgte und mit denen ich aus Gründen auch immer in den Social Media völlig verkorkste Debatten führte.

Und selbst beim Basteln an meinem eigenen Blog ist mir der eine oder andere Blogger verloren gegangen. Wahrscheinlich aber entfolgte ich weit mehr Blogs, weil mein Interesse sich geändert oder der entsprechende Blogger seine Interessen veränderte.

Manche Blogger wurden für mich erst so richtig spannend, sobald diese in den wohlverdienten Ruhestand gingen und aus ihrem „Blogger-Beruf“ ein Hobby machten.

Jüngst hatte ich die Diskussion mit einem Blogger, ob man neben der „ernsten“ Literatur auch Romane lesen sollte. Ich selbst lese wenig Romane und wenn, dann längst gut abgehangene und bedeutungsschwere. Tatsächlich ist mir das Lesen der unterschiedlichsten Blogs viel wichtiger, wahrscheinlich weil sie (meist) nicht konstruiert sind und bei mir dabei den Eindruck von Authentizität hinterlassen. Bei vielen, vor allem den tagebuchartigen, Blogs ist es meine natürliche Neugierde, das Gefühl etwas in fremde Leben und Welten einzutauchen.

Wenn man sich darauf einlässt, kann es geschehen, dass man diesen Blogs folgt wie andere Menschen den Serien im Fernsehen — man möchte einfach wissen, wie es weitergeht. Vielleicht ist dies gerade das Erfolgsrezept von doch so einigen Bloggern; man wird ein Teil der Familie.

Manche Blogger versuchen dieses Gefühl zu rekonstruieren, indem sie über die unterschiedlichsten Blogs hinweg eine Community aufbauen, wobei sich dabei meist nur die jeweiligen Blogger beteiligen. Im Falle, dass man dabei eine „eigene kleine Familie“ aufbauen möchte, schön und gut. Im Falle, dass man dies nur macht, um vermeintlich seine eigene Reichweite zu erhöhen, überdenkenswert.

Auf alle Fälle habe ich mich aber gefreut, dass ich heute im Blog von Stefan Pfeiffer Erwähnung fand. Sehr freue ich mich darüber, dass ich mich mit Detlef Stern inzwischen nicht mehr über die Social Media, sondern über unsere Blogs hinweg austausche — noch mehr darüber, dass das Meiste gleich im direkten Richten bei einem Käffchen erfolgt.

Zu befürchten ist, dass der unsinnige Gebrauch künstlicher Intelligenz, meist dabei von LLM, nicht nur künftige Bücher obsolet macht, sondern in zunehmenden Maße auch immer mehr Blogs. Bei beidem stellt sich nämlich die Frage, warum man etwas lesen soll, das von einer Statistik wild zusammengeschustert wurde.

Vielleicht liegt deshalb die Zukunft in der Bildtelefonie, wobei das Gesagte transkribiert und aufgezeichnet wird. Bis dahin lese ich auf alle Fälle weiterhin sämtliche Blogs in meiner eigenen Blogroll und kann diese auch meinen Lesern sehr empfehlen.


Ständchen

8.12.02025 4 (4)

Beitragsfoto: Ständchen

Abgedreht

Sobald man glaubt, dass es nicht mehr schlimmer als mit Donald Trump oder seinem aktuellen Schoßhund JD Vance ginge, kommt wieder einmal Elon Musk um die Ecke und zeigt uns allen sehr deutlich, dass wir noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt sind. Wenn es nach diesem Irren geht „sollte [die EU] abgeschafft und die Souveränität an die einzelnen Länder zurückgegeben werden, damit die Regierungen ihre Bevölkerung besser vertreten können.

Das tatsächlich Schlimme an der Sache ist es aber, dass sowohl die Offiziellen der EU als auch unsere eigenen Institutionen und Volksvertreter weiterhin aktiv auf Musks Plattform X vertreten sind. Und selbst viel zu viele sehr vernünftige Mitbürger weigern sich weiterhin, dort ihre Accounts zu löschen.

Dass unsere antidemokratischen Mitbürger weiterhin an X festhalten ist dagegen durchaus verständlich, aber der Rest sollte sich so langsam vom Acker machen und damit aufhören, Elon Musk die Euro nur so in den Hintern zu schieben! Halbwegs intelligente Menschen kaufen auch keine Tesla mehr!

Die zuvor von der EU wegen Verstößen gegen Transparenzvorschriften verhängte Strafe von 120 Millionen Euro gegen X wird Elon Musk wenig schrecken, höchstens zu neuen Ausfällen motivieren.

Was ihm aber so richtig weh täte, wenn wir Europäer auf seine Dienste freiwillig verzichten! Zudem würden wir damit auch anderen feindlichen Konzernen und Institutionen zeigen, dass es keine gute Idee ist, gut 400 Millionen Kunden zu verprellen.

Gespräche

Beginnend Freitag gab es eine ganze Menge sehr guter Gespräche. Bereits traditionell sind die Kaffeegespräche mit Detlef Stern mit dabei. Am Samstagmorgen kam ein Neumitglied zum Europäischen Frühstück und es gab wieder ein paar erfrischende Grundsatzdiskussionen über den Zustand unserer Welt.

Leider sind es immer mehr die Blender und Schaumschläger, die heutzutage den Diskurs bestimmen, ob in der großen Politik, an den Universitäten oder auch in unseren Vereinen. Und es wird immer seltener, dass Menschen erst einmal beweisen, dass sie selbst etwas können und zudem einmal der Gemeinschaft dienen, bevor sie in Ehrenämter streben.

Vorerst nur digital, dafür 2026 auch wieder in echt, ein weiteres gutes und zudem zielführendes Gespräch. Als Resultat davon steht nun unsere Fahrt nach Florenz.

Ach, dann durfte ich mich noch mit einem völlig verirrten Menschen auseinandersetzen, der so mir nichts dir nichts in mein Gästebuch schrieb. Ich spekuliere gerne darüber, warum Menschen sich so exaltiert profilieren müssen — dafür gibt es eigentlich die Social Media und für die etwas erfolgreicheren Schlümpfe die Talk Shows im Fernsehen.

Erstaunlich, wer so alles noch diese Talk Shows guckt! Doch so einige meiner Gesprächspartner dieses Wochenende.

Ich gucke da lieber Lady Macbeth von Mzensk, eine Oper von Dmitri Schostakowitsch. Josef Stalin hat diese Oper auf alle Fälle nicht gefallen und in Nazi-Deutschland war sie verboten.

Ob tatsächlich gilt „Nicht das Individuum ist schuld an seinem Schicksal, sondern die gesellschaftlichen Umstände“ darf durchaus weiterhin bezweifelt werden.

Auf alle Fälle aber ist diese aktuelle Aufführung der Mailänder Scala hörens- und sehenswert. Und bringt mich wieder auf etwas bessere Gedanken — Mailand wäre bestimmt auch ein gutes Reiseziel.

Mir persönlich gefällt sein 1. Klavierkonzert aber weiterhin am besten.

Vermischtes

Am Wochenende bekam ich meinen Zettelkasten auf die Version 1.0 gesetzt. Damit ist der Zettelstore nun ganz offiziell erwachsen. Mein Dank geht an Detlef Stern, der mir schon seit ein paar Jahren eine sehr zuverlässige und ganz praktische Software zur Verfügung stellt.

Erfreulich, dass nun auch die Heute-show darauf hinweist, dass wir zu wenig in Bildung investieren, dafür aber viel zu viel für Sozialausgaben verwenden. Das mit den unzähligen Geldgeschenken an systemrelevante Personen haben sie dabei leider geflissentlich vergessen.

Zuvor und dann auch noch gestern Abend gab es ein paar Tänzchen in der Tanzschule Brenner. Wenn man dabei noch das eine oder andere besprechen kann, noch besser. Klaus Brenner ließ es sich dabei nicht nehmen, uns auch noch ein paar weihnachtliche Schrittfolgen beizubringen.

Heute Morgen ist wieder eine Fahrt mit dem meseno-Bus angesagt.

Fast konnte ich dabei wieder die Originalroute fahren, meine Lieblingsfünfhundertmeterbaustelle nähert sich nun auch so langsam aber sicher ihrem Ende entgegen.


Geldschein

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Beitragsfoto: Geldschein | Nahaufnahme einer Euro-Note | © Pixabay

Sichtbarkeit

Ein Thema welches gerade die Blogger unter uns verstärkt zu beschäftigen scheint — wieder einmal. Auch ich schreibe immer wieder einmal über Leser- und Blogzugriffszahlen. Sobald ein Blog ins Internet gestellt wird, ist dieses auch für alle sichtbar. Ob es dann allerdings auch wahrgenommen wird, steht an einer ganz anderen Stelle.

Was machen Blogger dabei nicht alles, um an höhere Klickzahlen zu kommen. Auch ich habe mich diesem Wettbewerb schon einmal gestellt. SEO, für mich reines Teufelszeug, Bloggernetzwerke und Webringe schön und gut, wobei diese meist nur für Traffic unter Gleichgesinnten gut sind: „Klickst Du mich, dann klick’ ich Dich!“ und höchstens für ein stabiles Grundrauschen sorgen. Die gute alte Blogroll, völlig aus der Zeit gefallen. Das jüngste Allheilmittel, die Social Media, noch schlimmer als SEO. Rundschreiben, gerade mal wieder „der neuste Scheiß“. So wird es dieses Mal wohl die KI richten müssen [Achtung: Humor!].

Nicht zu vergessen, die bezahlten oder getauschten Links. Oder gar Werbeschaltungen für das eigene Weblog. Wir Blogger werden wohl nichts unversucht gelassen haben, um unser eigenes Ego ein wenig aufzupuschen, den wenigsten unter uns wird es geholfen haben.

Und selbst die meistgelesenen Blogs im Internet, manche davon einmal weltberühmt, kennen viele der jüngeren Blogger bereits schon gar nicht mehr. Bis sich eine Marke bei uns etabliert, dauert das einfach meist etwas länger, für die allermeisten von uns viel zu lange.

Meines Erachtens ist es dabei der größte Charme der Weblogs, nämlich deren eigene Vergänglichkeit! Man nutzt etwas oder man hat etwas genutzt, was einfach nicht alle nutzen können (wollten). Gute Blogs leben von ihre Einzigartigkeit, viele von ihrer eigenen Beschränktheit (technisch wie inhaltlich) und manche spielen auch mit dieser Vergänglichkeit.

Echte Blogs versuchen erst gar nicht, eine vermeintliche Ewigkeit vorzutäuschen und die guten alten Blogger — ich kenne noch ein paar davon persönlich — scheren sich kaum darum, ob sie gelesen werden oder nicht, zumindest aber haben sie es gelernt, daraus kein großes Brimborium mehr zu machen; sie genießen im Falle des Erfolgs diesen still und heimlich.

Was nun zu der Frage führen könnte, wann ist denn ein Blog erfolgreich? Dazu müsste es vorab festgelegte Prüfkriterien geben, die jeder Blogger für sich selbst festlegen sollte.

Ich habe dies (leider) bei Beginn nicht gemacht und muss mich deswegen, wenn ich den Erfolg meines Blogs messen möchte, an den Kriterien anderer entlang hangeln, deren Signifikanz ich meist nicht so ganz nachvollziehen und schon gar nicht von einem Blog x auf das eigene Blog übertragen kann.

Marktwirtschaftlich betrachtet, könnte man nun an alle Blogs ein sehr grausames Prüfkriterium anlegen, nämlich macht das Blog Gewinn oder kostet es nur?

Nachtrag

Gerne verlinke ich den Blog-Beitrag von Martin Thielecke, den ich aber erst nach meinem eigenen entsprechenden Blog-Beitrag gefunden habe — er passt auf alle Fälle zum Thema.

Vermischtes

Gestern Abend schmeckte der Glühwein dann doch etwas, was wohl an der sehr netten Gesellschaft lag. Franz Schirm hatte uns wieder das nette Plätzchen in der Ecke gesichert. Die Gespräche sehr angenehm und dann die Info, dass nun auch ein Neumitglied mit am Tisch sitzt. Dies führte zu zwei weiteren sehr interessanten Gesprächen. Schöner kann ein Abend kaum ausklingen.

Nun bin ich einmal gespannt, ob sich das avisierte Böllerverbot gem. einer städtischen Allgemeinverfügung auf der Grundlage der Sprengstoffverordnung bei uns auswirken wird.

„Für ein leiseren Jahreswechsel erlässt die Stadt Heilbronn in diesem Jahr erstmals per Allgemeinverfügung ein Verbot von pyrotechnischen Gegenständen mit ausschließlicher Knallwirkung. Böller, Kanonenschläge, Knallketten und -frösche und Schweizer Frösche sind damit am 31. Dezember und 1. Januar im gesamten Stadtgebiet tabu. Ausgenommen ist lediglich ein wenig besiedelter Bereich im nördlichen Industriegebiet zwischen Neckarkanal und Osthafen. 

Raketen, Feuerwerksbatterien und Fontänen, die für einen farbenfrohen Nachthimmel sorgen, dürfen hingegen weiter gezündet werden. Doch auch hier gelten gesetzliche Ausnahmen: So bleibt das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der unmittelbaren Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Fachwerkhäusern untersagt. Und auch in Rebanlagen und im Wald ist es verboten.“

Wer es ganz genau wissen möchte, der findet die Allgemeinverfügung vom 28.11.2025 gleich hier.

Korruption

Seit gestern kann man wieder verstärkt über Korruptionsfälle im Zusammenhang mit Organen und Institutionen der EU in Brüssel lesen, wobei diese Ermittlungen und Festnahmen eindeutig ein Zeichen dafür sind, dass die Untersuchungsmechanismen in der EU funktionieren und Straftaten aufgeklärt werden — von einer späteren Verurteilung einmal abgesehen.

Wir alle kennen auch sehr viele Straftaten in der Bundes- und in der Landespolitik und sehen es dabei als normal an, dass nichts geschieht. Staatsanwälte müssen eher ihren Job räumen als dass sie in dieser Richtung tätig werden können — CumEx und Masken-Deals lassen grüßen.

In Kürze werden sich gerade jene bundesdeutschen Politiker wieder über Brüssel echauffieren, die selbst den größten Dreck am Stecken haben. Spätestens wenn man die Qualität eines Victor Orbans, Jens Spahns oder Donald Trumps erreicht hat, darf man bei uns eh alles machen.