Bußgeldverfahren

Bußgeldverfahren 4.6 (5)

Beitragsfoto: Anhörung

Gestern bewunderte ich noch CDU-Plakate auf der Allee, die dort seit dem 12. Juni 2024, 10.00 Uhr völlig illegal hängen. Dies ist mir eigentlich völlig egal und seitdem auch immer wieder neue Freie Wähler Plakate in der Stadt auftauchen, die ich teilweise sogar während des Wahlkampfes vermisst hatte, habe ich sogar größtes Verständnis für alle ehrenamtlichen Plakatierer, die sich erst mit dem Plakatieren, dann mit der Kontrolle und Reparatur und nun mit dem Abhängen der Plakate große Mühen gaben und ganz offensichtlich auch immer noch geben.

Und wie bereits schon im Blog geschrieben, störte es mich auch nicht, dass Plakate aller unserer Konkurrenten völlig illegal u. a. an Verkehrszeichen, vor Schulen und öffentlichen Einrichtungen hingen. Und schon gar nicht, dass wir Freien Wähler nicht die ersten waren, die in Heilbronn ihre Plakate im öffentlichen Raum aufhängten.

Nun aber fand ich eine erste Anhörung im Bußgeldverfahren Stadt Heilbronn gegen Heinrich Robert Kümmerle wegen illegal aufgehängter Freie Wähler Plakate in meinem Briefkasten vor. Spannend dabei, dass mir weitere Geldbußen angedroht werden.

Noch spannender aber wäre es zu wissen, ob ich der einzige Heilbronner Bürger bin gegen den die Stadt Heilbronn in dieser Sache ermittelt, den sie inzwischen seit mehreren Wochen beständig drangsaliert und schikaniert?

Ich hoffe doch nicht, denn sonst kann man ohne Wenn und Aber attestieren, dass unsere Demokratie und unser Rechtsstaat in Heilbronn tot sind.

Ich hoffe jetzt mal nicht, dass ich auch noch demnächst wegen „Nazi-Lästerung“ von der Polizei morgens um vier aus dem Bett geholt und abgeschoben werde.

Nachtrag

Wenn ich mir das Ganze nochmals durch den Kopf gehen lasse, muss ich — ob ich will oder nicht — einfach an eine 1981 von Max Goldt und Gerd Pasemann gegründete Band namens „Foyer des Arts“ denken, die schon damals für unsere Stadtverwaltung die Lösung aller Probleme parat hatte.


Konzert

Musikvideo zur Wahl 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Manche Dinge muss man erst so richtig verarbeiten, bevor man wieder zum ganz normalen Alltag zurückkehren kann, was auch immer ein ganz normaler Alltag sein mag.

Und so habe ich heute einmal eine LP aus meiner Sammlung gezogen, die ich bestimmt seit vierzig Jahren nicht mehr gehört habe. Die Platte stammt von der Gruppe Deutsch Amerikanische Freundschaft aus 1981 und trägt den Titel „Alles ist gut“. Vor vierzig Jahren hat man Totalitaristen zwar noch getanzt, aber auf alle Fälle nicht gewählt!

Meine Stimmungslage bewegt sich aktuell zwischen Auswandern und Tanz auf dem Vulkan. Aber auch die städtische CDU scheint nicht so ganz zufrieden zu sein, sonst würden deren Plakate wie z. B. auf der Allee nicht noch heute so zahlreich zu finden sein; und deshalb haben wohl auch die städtischen Mitarbeiter ihr Nachsehen, was sie bei anderen nicht hatten — aber Schwamm drüber, Gerechtigkeit und Heilbronn sind zwei unterschiedliche Welten. Und man hatte es den CDU-Verantwortlichen schon sehr lange gesagt, dass es nicht viel helfen wird, einfach so mir nichts dir nichts nach rechts abzumarschieren — wir Heilbronner wählen schon immer lieber gleich das Original.

Einzig Die Linke, SPD, FDP und Grüne sind für ihre Nazi-Toleranz ein wenig abgestraft worden, über sechs Monate einen Nazi im Rathaus mittragen oder gar zwischen guten und schlechten Nazis zu unterscheiden, konnten sie ihrer Wählerschaft bis dato einfach nicht so gut erklären.

Mir machen manche nun zum Vorwurf, dass mein Insistieren so kurz vor der Wahl, nämlich den Nazi-OB aus dem Rathaus zu entfernen, den Freien Wählern den vierten Ratssitz gekostet hätte. Ich habe noch nie faule Kompromisse gemacht und übernehme deshalb gerne dafür die Verantwortung.

Ohne Wenn und Aber, der neue Gemeinderat ist ein gutes Abbild unserer Stadt geworden. Deshalb passt der obige Song „der mussolini“ auch ganz gut, so wie der Plattentitel ebenfalls.

Bereits am 27. Februar 2012 schrieb Martin Rehfeld in „Deutsche Lieder. Bamberger Anthologie“ einen lesenswerten Beitrag: Die perfekte Provokation. „Der Mussolini“ von DAF

Ich höre heute auf alle Fälle diese Platte noch hoch und runter. DAF gründete sich bereits 1978 in Düsseldorf und war, als ich diese Gruppe zum ersten Mal so richtig zur Kenntnis nahm schon auf zwei Mitglieder eingedampft worden: Robert Görl und Gabi Delgado-López. 1982 gab es die Gruppe dann schon nicht mehr, obwohl sie bis heute wohl noch öfters reanimiert wurde.

Heute Abend gehe ich dann tanzen und morgen sieht die Welt vielleicht schon wieder etwas rosiger aus.


Blitz

SPD-Logik 5 (9)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Wenn man der aktuellen SPD-Logik folgt und den Worten des OB „Die Pflege unseres historischen Erbes und die Auseinandersetzung mit ihm sind mir wichtige Anliegen” etwas mehr Aufmerksamkeit widmet, dann können wir, eine Heilbronner Einheitspartei-Mehrheit vorausgesetzt, bald nach dem 9. Juni 2024 damit rechnen, dass alle Heilbronner Straßen und Plätze in den namentlichen Zustand von vor 1945 zurückversetzt werden. Und sollten die Nazis damals doch ein paar Demokraten übrig gelassen haben, könnten wir diese dann ebenfalls durch Erich Honecker und Co. ersetzen und damit gleich auch noch die DDR-Diktatur mit aufarbeiten.

Damit das Ganze einen krönenden Abschluss erhält, schlage ich vor, den Marktplatz gleich noch in Wladimir-Putin-Platz umzubenennen, damit auch die jüngste Heilbronner (Kriegs-)Partnerstadt endlich eine entsprechende Aufarbeitung erfährt.

Selbstverständlich möchte ich meinen Lesern die diesbezügliche Meinung von Kilian Krauth nicht vorenthalten.

Übrigens, es dürfte selbst für die Heilbronner Stimme etwas ungewöhnlich sein, dass ein Autor erst einen Artikel schreibt und dann gleich noch dazu den entsprechenden Meinungsbeitrag mitliefert.