Filmausschnitt von Don't Look Up

7.1.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Filmausschnitt von Don’t Look Up

Nachrichten

Aktuell strömen so viele Nachrichten auf uns ein, dass ein einzelner Mensch diese gar nicht mehr verarbeiten kann. Noch schlimmer, die meisten davon sind existenziell bedeutend, wenn nicht gar bedrohend. Thomas Michl hat dies nun dazu veranlasst, sich in „Führungsschwäche und Eigennutzoptimierung“ über Verantwortung zu äußern.

Vielleicht ist dieser Information-Overflow auch ein Grund dafür, warum sich aktuell sehr viele Blogger regelrecht in TV-Serien zu stürzen scheinen.

Derweil spekulieren unsere Reichen wie wild an den Börsen und unsere Politiker über Militäreinsätze. Als systemrelevante Personengruppen haben sie dabei selbst überhaupt nichts zu verlieren!

Und wie es Thomas Michl bereits vermutet, Verantwortung wird kein heutiger Entscheidungsträger mehr übernehmen, denn auch wenn man damit laut Thomas nur gewinnen könnte, ist dies mit echter Arbeit und Aufopferung verbunden. Damit wird man in Deutschland aber weder reich, noch berühmt und schon gar nicht prominent!

Betäubung

Auch wenn ich weiterhin der Überzeugung bin, dass wer Serien guckt, die Kontrolle über sein Leben verloren hat, so ertappe ich mich in den letzten Jahren immer wieder einmal dabei, dass ich mich doch verführen lasse. Bisher habe ich Serien nur in sehr angenehmer Gesellschaft geguckt, wobei ich mir sicher bin, dass dies in erster Linie wegen der Gesellschaft der Fall ist.

Als Jugendlicher habe ich solche Serien geschaut, weil man danach im Freundeskreis darüber sprechen konnte — was in Zeiten der Social Media wohl nicht mehr der Fall sein dürfte.

Mein Jüngster hat mit seiner besseren Hälfte zusammen jüngst bis in die Morgenstunden hinein „Stranger Things“ (2016 – 2026) zu Ende gebingt. Auch Johannes Mirus hat diese Serie genossen, möchte sie aber kein zweites Mal bingen.

Und so dürften Serien tatsächlich neben der schlichten Betäubung auch noch einen gesellschaftlichen Zweck erfüllen, sozusagen als moderne Lagerfeuer ohne den Aufwand, eigene Geschichten erzählen zu müssen. Eine weitere Lebenserleichterung für all jene, die momentan etwas lebensmüde geworden sind. Ein Protagonist von „Deep Space Nine“ (1993 – 1999) bemängelte, dass uns Menschen gut acht Stunden Schlaf am Tag wohl nicht ausreichen und wir deswegen weitere Dinge benötigen, um uns aus dem echten Leben zu verabschieden.

Wenn es nur nach mir — tut es aber nicht! — ginge, dann wäre ganz „Per Anhalter durch die Galaxis“ (1978 – 1992) gemäß die Badewanne, besser noch ein Jacuzzi, mein permanenter Aufenthaltsort.

Als Kompromiss sozusagen habe ich mir nun die gesamte Staffel von „Deep Space Nine“ gegönnt; dafür waren ein paar Blogger (u. a. Detlef Stern und Benjamin Birkenhage) und deren Beiträge ausschlaggebend. In den 1990er-Jahren scheiterte mein erstes Unterfangen noch an meiner besseren Hälfte, wobei ich zugeben muss, dass „Death in Paradise“ (ab 2011) auch keine schlechte Serie ist.

Und nun bin ich einmal gespannt darauf, ob es mir tatsächlich gelingen wird, nach all den Jahren die gesamte Staffel „Deep Space Nine“ zu gucken. Ich könnte mich auch in Schopenhauer vertiefen, aber das dürfte nur dazu führen, dass meine Blog-Beiträge noch düsterer werden, als sie es jetzt schon sind.

Der geneigte Leser wird mir sicherlich darin beipflichten, dass es besser ist, sich die Welt schön zu gucken als schön zu trinken. Was aber auch erklären könnte, warum es immer weniger Kinder in unseren Gesellschaften gibt.

Übrigens, dieses Jahr feiert das Star Trek-Universum seinen sechzigsten Geburtstag, was Thomas Gigold und Jason Kottke zu eigenen Blog-Beiträgen veranlasste.

Todesfälle

Auch wenn ich den Tod schon immer als normal angesehen habe und mir auch den einen oder anderen entsprechenden Spaß erlaubte, muss ich heute feststellen, dass ich mit zunehmendem Alter doch etwas sensibler werde.

Heute werden nur noch die wenigsten einfach so aus dem Leben gerissen, wobei der Schock dafür sorgt, dass sie dies selber kaum mitbekommen. In Gesprächen mit Menschen, die dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sind, mehrt sich gerade bei den älteren Mitmenschen die Feststellung, dass dies bedauerlich sei, weil man das Sterben doch eigentlich schon hinter sich hatte.

Was mich vermuten lässt, dass es eher der Sterbeprozess als der eigene Tod ist, der die Menschen schreckt. Bei jüngeren Menschen, vor allem jenen, die nicht auf der Überholspur des Lebens unterwegs sind, dürfte noch ein Bedauern mit hinzukommen, dass sie viel zu wenig selbst erleben durften.

Bei älteren Menschen ist dies nur dann der Fall, wenn sie am Ende plötzlich feststellen, dass sie nie gelebt haben. Deswegen bevölkern diese wohl auch sämtliche Arztpraxen, um doch noch ein paar Jährchen herauszuholen, die sie wohl aber auch nur verplempern werden.

Am schlimmsten dürften jene dran sein, die bis zum Schluss nicht mitbekommen, dass sie selbst nie gelebt haben; wobei auch hierbei gelten dürfte: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“

Gerade in Zeiten, wo das Sterben eine verdrängte Routine nach meist sehr langen Leben ist, sollte das „Memento mori“ bereits im Kindergarten gelehrt werden. Wir müssen den Todeskult neu erfinden, um unseren Leben selbst wieder mehr Inhalt und Bedeutung geben zu können: wer den Tod verdrängt, der verdrängt auch sein eigenes Leben.

Erstaunlicher Weise ging ich nie gerne auf Beerdigungen, wobei ich dabei schon sehr lustige Erfahrungen machen durfte. Und so drücke ich mich noch heute wo ich nur kann. Menschen, die mir wichtig sind, befinden sich in meinem Kopf und dies ganz egal wie lange sie schon tot sind.

Interessant dabei, dass man von manchen Menschen erst so richtig erfährt, dass sie einmal da waren, wenn diese bereits gestorben sind; dafür sorgen die Todesanzeigen und Nachrufe. Noch interessanter, dass ich diese schon immer gerne laß. Am interessantesten aber, dass dort meist nur gute Dinge zu lesen sind: der Mensch wird mit seinem Tod gut; wohl eine Folge des Christentums.

Morgen gibt es wieder einmal eine Beerdigung, um die ich mich drücken werde. Dafür laß ich heute den Nachruf auf Rosa von Praunheim in der New York Times, dessen Film „Survival in New York“ (1989) mich kurz darüber nachdenken ließ, warum ich kurz zuvor mein Leben gleich für mehrere Jahrzehnte festgezurrt hatte. Was mich wiederum heute fragen lässt, wie ich diesen Film nochmals angucken kann, ohne dabei ein Abonnement abschließen zu müssen?

Gleich danach werde ich mich fragen, ob ich eine bereits geplante OP doch lieber sein lasse. Diese soll zwar nicht lebensverlängernd aber wieder einmal etwas lebenserleichternd sein. Dieses Mal bin ich wirklich hin und hergerissen.


Universum

Star Wars 4.8 (10)

Beitragsfoto: Universum | © Gerd Altmann from Pixabay 

Es gibt immer zwei Arten von Menschen, z. B. jene, die Star Wars mögen und jene, die lieber bei Star Trek verweilen.

Ronald Reagan war sicherlich ein Star Wars-Fan, zumindest wollte er mit der „Strategic Defense Initiative“ Hollywood nach Washington holen. Wie wir wissen hat es nicht geklappt, aber mit dem kleinen Side effect, damit die Sowjetunion totzurüsten, konnten wir wohl alle leben — bis auf Wladimir Putin und seine europäischen Pimpfe.

Ich hingegen habe noch bis in die 1990er-Jahre hinein Star Trek geguckt und bin noch heute davon überzeugt, dass der einzig richtige Captain der Enterprise — des Raumschiffes wohl gemerkt — William Shatner ist. Fun Fact am Rande, er ist Kanadier!

Alle späteren Kapitäne, männlich, weiblich oder auch divers, taugen eher für eine Kreuzfahrt mit der Aida oder gar als Traumschiff-Kapitän. Ok, für heutige Geschmäcker, auch meinem, kommt William Shatner manchmal etwas holprig rustikal männlich um die Ecke, was noch vor ein paar Jahren niemanden so richtig störte, einen guten James Bond ausmachte, und später noch dafür sorgte, dass William Shatner als Rechtsanwalt bei „Boston Legal“ (2004 – 2008) einen zweiten Frühling erleben durfte.

Nach Ronald Reagan versuchten sich noch Bill Clinton und George W. Bush zumindest an einem „Star Kriegchen“ namens National Missile Defense. Und auch Europa träumt schon etwas länger von einem solchen, dann allerdings noch etwas kleineren Schutzschirmchen — das muss auch nur die allerwichtigsten Menschen auf „unserem Kontinent“ retten.

Derweil wurde die letzte aktive Enterprise 2023 beerdigt und die neue Enterprise dümpelt in einem Hafenbecken der Newport News Shipbuilding in Norfolk und soll vielleicht ab 2029 in Dienst gestellt werden, wobei sie dann noch rechtzeitig für den neuen Schießkrieg mit der Russischen Föderation fertig würde. Wahrscheinlich aber muss sich der nächste echte Captain auf Mitte der 2030er-Jahre einstellen; Zeit genug, um sämtliche Folgen von Star Trek zu studieren.

Und auch bei den Sternenkriegen tut sich wieder etwas, Xi Jinping scheut keine Kosten, um für China zumindest den Mond zu erobern, und Narendra Modi aus Indien erinnert sich ebenfalls noch ganz gut an die Worte von Lyndon B. Johnson.

Derweil ist ein Elon Musk schon wieder etwas weiter und will gleich bis zum Mars, vorerst zumindest. Seine Kumpels wie etwa Mark Zuckerberg bauen sich lieber sehr komfortable Atomschutzbunker, auch ein paar europäischen Oligarchen lassen bereits ganz wild in Neuseeland und Australien buddeln.

Sicherlich habe ich es bereits hier im Blog erwähnt, nämlich, dass ich dank meiner Tante vor Jahren einmal Commander Spock kennenlernen durfte. Leonard Nimoy kennenzulernen war mir eine große Freude, wobei ich von seiner Bodenständigkeit sehr positiv überrascht war.

Und gerade heute bräuchten wir die Rationalität eines Commander Spocks sehr dringend, ob bei Star Wars oder auch nur bei Star Trek, auf alle Fälle aber im echten Leben!

Bis dahin gilt für mich weiter die Aufforderung: „Beam me up, Scotty!

Nachtrag 6.4.2025

Zufall oder nicht? Auf alle Fälle legt nun Jason Kottke mit einen Trailer für das neue Star Trek nach: Season Tree – Strange New Worlds

„I am still stinge watching my way through the second season of Strange New Worlds, but the third season of the show premieres sometime this summer, so I’d better finish it up before then. Anyway, I love this show and crew and the trailer looks appropriately kooky and wacky so let’s goooo!“

Auf alle Fälle weiß ich nun, dass sich immer wieder ganz neue Welten auftun. Leider aber wohl nur alleine deshalb, weil die Kasse stimmt.

„Do you like what you see?
Absolute power corrupting absolutely.“

Captain Kirk, Where No Man Has Gone Before, Season 1
Episode 3 (22.11.1966)

Fediverse Reactions

Drei Bücher

7.6.02023 4 (1)

Beitragsfoto: Drei Bücher

Realitäten

Mit Interesse verfolge ich die Diskussionen und Vorschläge um die schon sehr lange bekannten Mängel bei geeignetem Personal, gerade ganz aktuell bei Kellnern und Bedienungen im Gaststättengewerbe. Manchmal muss man sich doch den Realitäten stellen, ob man möchte oder auch nicht.

Drollig dabei, dass man als Erstes den Vorschlag einbringt, Kellner zukünftig mit einem Diplom oder gar einem Doktortitel, in wohl dann Kneipologie, zu locken. Manche denken bereits sogar über angenehmere Arbeitszeiten oder gar eine bessere Bezahlung nach.

Dabei stellt sich mir aber gleich die Frage, ob man tatsächlich Mitarbeiter in der Gastronomie haben möchte, die nur kommen, wenn maximal eine Viertagewoche und dann noch zu selbst gewählten Arbeitszeiten verlangt wird. Oder gar Mitarbeiter, die davon überzeugt sind, dass der Stundenlohn zumindest mit dem eines Herzchirurgen vergleichbar sein muss.

Und so bleibt es spannend, wie die örtlichen Unternehmer auf diese zunehmenden Herausforderungen reagieren. Ich vermute einmal, dass die Besseren weiterhin erfolgreich sein werden.

Da aber in Heilbronn Kneipen und Gaststätten „systemrelevant“ sind, wird es sicherlich bald noch weitere und noch lustigere Vorschläge und vielleicht sogar Zwangsmaßnahmen geben.

Stammtisch

Sehr gefreut hat es mich, als ich von Franz Schirm Bilder vom Europastammtisch zugeschickt bekommen habe. Man erkennt darauf, dass auch dieser Stammtisch eine feine Sache war. Und es freut mich ganz besonders, dass dort auch wieder unsere Vereinsjugend vertreten war.

Und den nächsten Stammtisch gibt es gleich heute, nämlich den der Freien Wähler.

Jeffrey Johnson

Jeff Johnson kenne ich nun auch schon mehr als 30 Jahre. Wenn er sich nicht im Einsatz befunden hat oder im Ausland stationiert war, dann trafen wir uns, sobald ich die Gelegenheit zu einem Kalifornienaufenthalt hatte. Anfangs ging es bei unseren Unterhaltungen meist um Star Trek, später dann um militärische Angelegenheiten und heute sind die Kinder und Bücher das Hauptthema.

Ansonsten aber leben wir beide tatsächlich in zwei sehr verschiedenen Welten. Erstaunlich dabei ist es aber, dass wir immer wieder etwas zum Reden haben — außer über Politik, was wir beide aber erst lernen mussten.

Und so habe ich bereits 2013 sein Erstlingswerk Hunted / Hunter gelesen, was ich persönlich aber für viel zu blutig fand. Heute gibt Jeff gerne zu, dass er damit seinen Irak-Einsatz verarbeitet hat.

Sein zweites Werk, welches den Titel Ethan’s Tree trägt, erschien bereits 2015 und ist bei Weitem nicht mehr so blutig.

2018 legte Jeff dann sein drittes Werk vor, das sich um die fiktive Person Brian Richards dreht und den Titel Fate has Nine Lives trägt – eine fast romantische Liebesgeschichte. Und ich vermute einmal, dass er damit Teile seiner eigenen Jugend verarbeitet hat.

Gestern erfuhr ich dann, dass er nun an einer Art Science-Fiction Roman arbeitet, was ich sehr passend finde, da ich keinen kenne, der zumindest früher einmal mehr über Star Trek wusste als Jeff.

Wer nun etwas neugieriger geworden ist und selbst einmal ein Buch von Jeffrey P. Johnson liest, sein letztes Werk ist ganz aktuell noch auf Amazon zu finden, dem verrate ich auch, für was das P. in seinem Namen steht, nämlich für den Namen Per — Peter auf Schwedisch.

„Essen gut, alles gut.“

Knorr Werbespruch (2002)