Theaterschiff Heilbronn

11.6.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Theaterschiff Heilbronn

Leichtigkeit

Es gab schon immer Studiengänge, die man in erster Linie fürs Renommee studierte. Passend, wenn man mit einem solchen Abschluss auch noch sehr gut und noch bequemer Geld verdienen konnte. Wobei eine Selbstrekrutierung von Leichtmatrosen einer Gesellschaft nie gut getan hat.

Inzwischen hat die neue Leichtigkeit des Seins Höhen erreicht, die selbst jene verwundern dürfte, die sich ihre Abschlüsse zumindest noch erkauft oder anderweitig ergaunert haben.

Die Premium FAZ macht nun folgerichtig mit einem Artikel auf, der ihren Lesern verspricht, selbst um das halbwegs noch notwendige Auswendiglernen von ganz banalen Inhalten herumzukommen: „An welcher Uni ist Jura am leichtesten?“ Was mich an den SPD-Slogan erinnert: „Bildung darf nicht anstrengen!“

Die FAZ verspricht nun einen „datenbasierter Überblick für alle, die den passenden Studienort suchen.“

Bevor ich mich nun in ein paar Warteschlaufen begebe, spaziere ich lieber in Richtung Garten und kille ein paar unschuldige Pflanzen. Danach spaziere ich am Neckar entlang und schaue, ob unsere „versprochenen“ Flugzeugträger bereits in Richtung Bodensee unterwegs sind.

Wenn das mit Curaçao schief geht, dann können wir doch wenigstens Lichtenstein bombardieren.

Glasfaser

Bin ich froh, dass ich meine Mobilfunkverträge bei der Telekom habe, denn mein Telekom-Glasfaseranschluss überfordert diese Firma ganz offensichtlich — reines Teufelszeug. Was bei der Telekom aber immer funktioniert, das sind die Werbeanrufe, die ich weiterhin und meist wöchentlich erhalte.

Jüngst wollte mir sogar ein Telekom-Mitarbeiter ein iPad schenken, nur weil ich seit 20 Jahren ein sehr treuer (und mehr als sehr gut zahlender) Telekom-Kunde sei. Ich weiß nicht wie die Telekom rechnet, aber meinen ersten eigenen Vertrag habe ich 1984 noch bei der Deutschen Bundespost abgeschlossen und selbst als ich im Ausland lebte, wollte mich die Telekom nicht wirklich vom Haken lassen. Wobei ich beim Funknetz von Anfang an auf diese Firma baue und bisher nur bei den Kosten zu meckern hatte, einmal von den gigantischen Funklöchern in Deutschland abgesehen, die mich aber als Auslandsdeutscher nicht so wirklich interessierten. Und als ich wieder in Deutschland zurück war, habe ich einfach noch einen Fremdvertrag mit abgeschlossen, um die Funklöcher in Ulm überbrücken zu können.

Als ich dann wieder zurück in Heilbronn war, hatte ich mich so daran gewöhnt, dass ich in den Vororten wie z. B. in Kirchhausen einfach eine Straße weiterfuhr, um telefonieren zu können. Inzwischen muss ich nicht mehr ständig erreichbar sein und finde Funklöcher wie auch nicht funktionierende Hausanschlüsse sogar passend — das Gesamtkonzept ist stimmig. Anders als im tiefen Afrika, wo zwar fast nichts funktioniert, aber dafür jeder Busch oder Baum über ein sehr schnelles Internet verfügt.

Nun weiß ich zumindest, warum mich Telekom-Mitarbeiter nie übers Festnetz anrufen, denn die wissen ganz genau, dass das Festnetz für die Telekom noch Neuland ist. Das machen die erst seit 1995 und deren ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bundespost, die noch Festnetz konnten, dürften inzwischen alle in Rente sein.

Meine Hoffnung, dass sich mit der Einführung von Glasfaser auch bei uns in Deutschland nun alles zum Besseren wendet, ist leider vergeblich gewesen. Nun bin ich einmal gespannt darauf, wann ich wieder übers Festnetz erreichbar bin und wie oft ich dafür meine Glasfaserleitungen nachmessen, Steckverbindungen lösen und sämtliche Geräte vom Strom nehmen muss. Von den unzähligen Stunden, die ich dafür in Warteschleifen verbringen muss, einmal ganz abgesehen.

Auch vermute ich, dass der Mobilfunk nur deswegen funktioniert, weil dies längst von den Chinesen, Indern oder US-Amerikanern sichergestellt wird und die Telekom nur noch für Werbung und Abrechnung zuständig ist.

Vermischtes

Uralt aber dennoch gut. In Hamburg heißt es „Schiff ahoi!“ und in Heilbronn „Hoi a Schiff!“ Weniger gut ist, dass die Heilbronner Lohnschreiber der lokalen Tageszeitung meinen, man müsse deren Leserschaft erklären, warum ein Seeschiff nicht nach Heilbronn kommen könne.

Was aber erklären könnte, warum es in Heilbronn tatsächlich noch Grundschüler gibt, die, wenn man ihnen die Heilbronner Stimme vorlegt, ihre Lehrer fragen, wann sie denn eine richtige Zeitung lesen dürfen. Deren Eltern sind wohl von Großstädten nach Heilbronn immigriert.

Aber Landluft soll ja genau so gut wie Seeluft sein. Wenn nicht gerade in der Nachbarschaft ein Chemiewerk seine Sollwerte weiterhin überschreiten darf oder die Bauern meinen, dass beim Düngen und Jäten viel hilft viel bedeutet.

Was vielleicht einmal einen gut recherchierten Artikel in einer Tageszeitung wert wäre; dies nennt man inzwischen sehr gerne investigativen Journalismus. Was aber nicht in das Konzept reiner Werbeblätter oder von Hofberichterstattern passt. Und von lokalen Blättern leider kaum noch finanziert werden kann, denn gute Journalisten wie auch Recherchen sind teuer und deren Eigentümer möchten in erste Linie gut leben.

Ein Circulus vitiosus, nicht nur die Schiffe, sondern auch der ganze Rest wird bei uns immer kleiner werden.

„Wer den Ort verlassen will, an dem er lebt, der ist nicht glücklich.“

Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (1984, Kapitel 12)

Fahrräder

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Beitragsfoto: Fahrräder | © Couleur auf Pixabay 

Vermischtes

Unsere Gesellschaft geht an den vielen Schaumschlägern zugrunde! Gerd M. Hofmann hat heute ein ganz besonderes Suchbild veröffentlicht. 700 Meter Radweg, fünf Promis, ein Fotograf und ein Fahrrad. Wer findet den Fehler?

Seit ich mich vollständig aus den Social Media verabschiedet habe, verläuft mein Leben sehr viel entspannter.

Cem Özdemir ist heute im Landtag zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. 93 Abgeordnete stimmen mit Ja und 26 mit Nein. Es gab vier Enthaltungen. Einmal so ganz nebenbei, die grün-schwarze Koalition hat dieses Mal eine Mehrheit von 112 Stimmen im Parlament [112 sind 19 Abgeordnete mehr als 93] und regiert bereits seit 2016 zusammen — zehn Jahre in denen man genau das hätte machen können, was man nun angeblich machen möchte.

Erstaunlich, dass man nun offen damit umgeht. Seit den 1970er-Jahren wusste man es aber, nämlich, dass die Sozialpartnerschaft am Ende ist, zumindest war dies schon Thema in meiner damaligen politischen Jugendorganisation und führte mit zum Ende der sozialliberalen Koalition. Manche Erkenntnisse benötigen tatsächlich Zeit, um in den Köpfen zu reifen. Die Erkenntnis wo man die billigste Pizza findet, reift bei uns sehr viel schneller.

Erfreulich, dass die EU-Kommission ein schon etwas älteres Thema hier im Blog aufgreift und internationale Zugreisen erleichtern möchte.

„Mit der Bahn aus Deutschland bis nach Spanien, und der Zug ist zu spät für den Anschluss? Das kann für Reisende teuer werden. Die EU will ihre Rechte stärken – und Zugfahren attraktiver machen.“

Rhein-Neckar-zeitung (13.5.2026)

Scheppach

Mein heutiger Tag begann mit einer sehr erfreulichen E-Mail vom Scheppach-Service Team. Sie schicken mir auf Kulanz ein neues Kompressor-Zubehörset.

Ich erkläre kurz wie ich überhaupt zu einem eigenen Kompressor komme. Als meine Familie und ich Ende 2014 nach Heilbronn zurückkamen, mussten wir feststellen, dass die Tankstellen der Region ein Problem mit ihren Reifenfüllgeräten haben. Eine Weile machte ich dies ohne Klagen mit und lernte dabei freundliche Tankstellenmitarbeiter kennen, die ihre Geräte für mich einschalteten, selbst wenn ich gerade keinen Tank gefüllt hatte.

Über die Jahre hinweg verschlechterte sich die Situation in Heilbronn zusehends und so musste eine Lösung her. Diese fand ich in einem chinesischen Produkt, das zumindest auch ein paar kleinere Reifen aufpusten konnte, aber in der Bedienung etwas schwierig zu handhaben war.

2023 war es dann soweit und ich entschied mich für eine für meine Verhältnisse leicht überdimensionierte Lösung, nämlich einen Kompressor von Scheppach. Meine bessere Hälfte zugegeben etwas erstaunt und meine beiden Söhne mehr als beeindruckt — ich interpretiere deren Kopfschütteln mal so. Nun war auch der meseno-Bus kein Problem mehr und selbst der Bundeswehr hätte ich aushelfen können.

Jüngst kam der Jüngste mit einem Auto auf der Durchfahrt vorbei und wollte, weil keine Tankstelle in der Gegend aushelfen konnte, seine Reifendrücke kontrollieren. Der Kompressor, der ganz offensichtlich völlig gelangweilt in der Garage stand, versagte seinen Dienst. Was mir wieder einmal vor Augen führte, dass man Geräte, die man sich anschafft auch regelmäßig verwenden muss, wobei uns diese Erkenntnis nun aber nicht weiterhelfen konnte. Der Jüngste fuhr in der Hoffnung von dannen, außerhalb Heilbronns auf eine Tankstelle zu stoßen, die aushelfen konnte.

Ich nahm mit Scheppach Verbindung auf, um in Erfahrung zu bringen, was die Ursache für das Fehlverhalten des Kompressors sein könnte. Das erfreuliche Ergebnis ist nun neues Zubehör. Sobald mein Kompressor wieder funktioniert, werde ich wohl jeden Besucher fragen, ob seine Reifendrücke auch in Ordnung sind.

Telekom

Wenn es etwas zu loben gibt, dann mache ich das auch. Mir gefällt loben eindeutig besser als zu meckern. Seit ein paar Tagen habe ich dank des Glasfaseranschlusses stabiles Internet. Und auch die Up- und Downloadraten sind für mich völlig ausreichend.

Inzwischen habe ich auch meine Kommunikationsinfrastruktur entsprechend umbauen können. Auch hierbei gilt, weniger ist mehr. Ende gut alles gut. Meine Leser wissen es, dass mir noch eine kleine Herausforderung übrig blieb, nämlich meine Leihgeräte, die zum einen nun überflüssig sind und zum anderen nicht in meine Infrastruktur passten.

Heute Morgen war ich nun zum zweiten Mal im Telekom-Shop meiner Wahl und gab dort die letzten Leihgeräte ab. Erfreulich dabei, der erste Telekom-Mitarbeiter reihte die Kunden, um Ordnung in den Laden zu bekommen. Kurz darauf kümmerte sich eine weitere Mitarbeiterin um mein Anliegen und löste dies schneller als ich es vermutet hatte.

Da ich vor Kurzem die Ausbuchungsbestätigung meiner ersten Lieferung erhielt, gehe ich nunmehr davon aus, dass ich in Kürze auch eine zweite Ausbuchungsbestätigung erhalte. Ich habe nun dem Shop eine eigene Rezension geschrieben und dabei festgestellt, dass dessen bisherige Bewertungen mit Masse meinen eigenen Eindruck bestätigen.

Gelegentlich erhalte ich noch per E-Mail freundliche Hinweise der Telekom, dass ich doch ein paar PayTV-Sender freischalten könnte, da dies im Paket mit dabei wäre — solche Werbung lasse ich mir gefallen, da die wesentlichen Dinge nun ganz gut funktionieren.


Fediverse Reactions
Blogger

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Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Nur mal so

Immer öfters stellen selbst Abgeordnete des Europäischen Parlaments die Tatsache in Frage, dass sich Europa seit 1945 nicht mehr alleine verteidigen kann. Der lange Atem der Nationalisten und Superstaateuropäer wirkt sich nun auch bei politisch denkenden Menschen aus.

Passend zum 8. Mai bildete sich nun eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe, die Europa wieder einmal zu einem Superstaat machen möchte. Noch vor Kurzem hat der NATO-Generalsekretär Mark Rutte die Abgeordneten darauf hingewiesen: „If anyone here thinks that the European Union, or Europe as a whole, can defend itself without the US, keep on dreaming.“

Die Faktenlage gibt und wird auch zukünftig Mark Rutte recht geben. Schon alleine die fehlenden Ressourcen, besonders an qualifizierten Soldaten und ausreichend wehrfähigen Männern, machen alles, was über Grenzscharmützel oder „Strafaktionen“ in Afrika hinausgeht, von Anfang an nicht siegreich ausführbar. Selbst eine von mir seit Jahrzehnten geforderte Roboterisierung greift dabei zu kurz. Europa wird nie und nimmer in der Lage sein, um alleine den Weltraum oder gar den Mond zu beherrschen, was seit spätestens der 1950er-Jahre eine zwingende Voraussetzung in einem globalen Konflikt ist.

Und so attestiere ich jenen, die nun eine europäische oder gar deutsche Souveränität (jüngst sogar Weltraumtruppen) fordern und anstreben, entweder Totalitaristen zu sein oder einfach auch nur sich und die eigenen Geldgeber hemmungslos bereichern zu wollen — die in der Schwebe stehende Billionen Euro an künftigen Verteidigungsausgaben machen besonders schwache und meist ungediente Menschen völlig hemmungslos.

Vermischtes

Da möchten unsere Abgeordneten einmal ein klein wenig bei sich selber sparen und schon läuft Jens Spahn zur Höchstform auf. Mancher wurde einfach nur deshalb Volksvertreter, weil man sich dabei am einfachsten selber bereichern sowie ganz ohne eigenes Zutun dumm und dämlich verdienen kann. Die Bezüge im Bundestag erhöhen sich regulär zum 1. Juli 2026 von 11.833 Euro auf 12.330 Euro.

Neckarsulm stoppt den Glasfaserausbau durch GigaNetz, da diese Firma ein unsicherer Vertragspartner sei. Nicht erst als der Heilbronner OB jedem Heilbronner schriftlich empfohlen hat, dass man doch einen Vertrag mit dieser Firma abschließen solle, weiß eigentlich jeder, dass man der nicht trauen darf und kann. Mich haben deren Werber an der Haustüre den letzten Nerv geraubt. Das Ganze toppte mit der Aussage, dass die Stadt Heilbronn sicherstellen würde, dass ich nie Glasfaser bekäme, wenn ich nicht bei GigaNetz unterschriebe.

Seit gestern habe ich ein funktionierendes Glasfaser der Telekom; wenn deren „Bürokratie“ nicht wäre, könnte ich ohne Wenn und Aber voll zufrieden sein. Was ich sicherlich bin, sobald ich das ganze Tohuwabohu mit den Verträgen und den Leihgeräten hinter mir habe. Auf alle Fälle habe ich gelernt, dass es nervensparender ist, wenn man sich keine Leihgeräte anschafft; selbst dann, wenn mir die Telekom weiterhin mitteilt, dass sie es nur mit eigenen Geräten so richtig gut könne.

Aktuell schlagen die Populisten bei uns wieder einmal so richtig zu: die Kampfhundesteuer. Unabhängig davon, dass dies ein sehr rassistischer Blick auf Hunde ist, der viel mehr über jene aussagt, die solche Einteilungen überhaupt vornehmen, sind Hunde seit Jahrtausenden nur so gut oder böse wie deren Besitzer.

Was wir dringend benötigen ist eine Einteilung von uns Menschen, nämlich in jene, die Hunde und andere Tiere halten dürfen oder nicht. Und in jene, die Autofahren dürfen oder auch nicht. Auch in jene, die Waffen führen dürfen oder auch nicht. Einzig beim Wählen darf es solch eine Differenzierung nicht geben — sehr oft greift hierbei aber eine Art von Selbstregulierung.

Wir Deutschen scheinen doch etwas zu neurotisch zu sein oder aber bei uns gibt es immer wieder Menschen, die das schnelle Geld machen wollen. Z. B. die „Löschindustrie“, welche unliebsame Beiträge aus dem Internet entfernt. Laut Tagesschau werden 99,97 Prozent aller Löschungen in der Europäischen Union gemäß einer EU-Transparenzdatenbank im Jahr 2025 alleine in Deutschland vorgenommen. Nur 398 von 1 378 518 Löschanträgen wegen Diffamierung kamen nicht aus Deutschland!

Seit Kurzem stehe ich mit Semin Bristina im Wettbewerb, darüber wer von uns mehr Google-Rezensionen schreibt. Ich habe zwar keine Chance, sehe das Ganze aber sportlich. Für mich habe ich entschieden, nur dann zu rezensieren, wenn es mir auch halbwegs gefallen hat. Nun weiß ich, dass negative Bewertungen bei uns in Deutschland völlig sinnlos sind — wir schreiben und singen uns die Welt einfach schön!

Wenn ich zu meckern habe, dann schreibe ich das hier im Blog. Bisher kamen allerdings nur selten Änderungs- und Löschwünsche, wobei ich so gut wie keine erfüllte.

To Rome with Love

Als dieser Film von Woody Allen 2012 in die Kinos kam, turnte ich gerade beruflich durch Brüssel. Gestern habe ich mir diesen Film erneut gegönnt. Seit „Annie Hall“ (1977) mag ich seine verschrobenen Filme. Bereits 1967 brillierte er mit „Casino Royale“ — bis heute für mich der beste Bond-Film.

Wahrscheinlich ist Woody Allen vielen noch eher wegen seines Privatlebens bekannt. Auch wenn ich die tatsächlichen Hintergründe nicht kenne, zeigen seine belegten Verbindungen zu Jeffrey Epstein, dass er menschlich wie moralisch zumindest sehr schwierig sein dürfte.

Was mir wieder einmal beweist, dass auch ein schlimmer Mensch beruflich gute Dinge bewerkstelligen kann. Was wiederum dafür spricht, dass man Berufliches und Privates am besten trennt und zudem dafür sorgt, dass sich die inhaltliche Ebene nicht mit der Beziehungsebene vermischt. Dieses erfolgreiche Trennenkönnen ist das Rezept für jede funktionierende Gemeinschaft.

Gemeinschaften, denen dies bis heute nicht gelingt, werden gerne als „Shithole-Countries“ (2018) bezeichnet, wobei Gemeinschaften, die diese Trennung wieder aufzuheben beginnen, sich eindeutig auf dem absteigenden Ast befinden.

Alle Menschen bedienen immer und dies auch zeitgleich mehrere Rollen. Die große Kunst dabei ist es, sich zum einen selbst rollengemäß zu verhalten und zum anderen die jeweilige Rolle des Gegenübers zu erkennen und dann mit dieser „zu verhandeln“.

Mit meine erfolgreichsten Zusammenarbeiten fanden mit Menschen statt, denen ich privat fast feindschaftlich verbunden war. Mit manch anderen habe ich mich tagsüber politisch so richtig heftig gefetzt, dann aber abends zusammen gefeiert, weil wir uns zwar politisch überhaupt nicht verstanden, uns menschlich aber näher waren als es mit den meisten „Parteifreunden“ der Fall ist.

Früher habe ich Menschen bedauert, die keine Rollen auseinanderhalten können, heute sehe ich diese Menschen als Hauptursache dafür an, dass es bei uns allerorten knirscht und knackt.

Wir ersetzen Inhalte und Bildung zunehmend durch Gefühle und Beziehungen, was zwar einfacher ist, aber weder uns Menschen noch ganze Gesellschaften weiterbringt.