Blumenbeet

9.7.02025 5 (8)

Beitragsfoto: Blumenbeet

Klimawandel

Wer jetzt immer noch nicht an den menschengemachten Klimawandel glaubt, dem ist nicht nur nicht mehr zu helfen, sondern er ist eine echte Gefahr für alle. Vor allem dann, wenn diese Menschen auch noch als Wissenschaftler unterwegs sind. Besonders als Wissenschaftler sollte man, wenn man die überwältigende Mehrheitsmeinung der eigenen Fachkollegen ablehnt, etwas mehr als eine Anstellung bei der Öl- und Gasindustrie vorzuweisen haben.

Wir etwas älteren Normalbürger sollten uns selbst einmal ganz ehrlich fragen, ob die aktuellen Wetterkapriolen in unserer eigenen Jugend bereits so erlebbar waren — von glorreichen Ausnahmen einmal ganz abgesehen.

Wenn wir es dann immer noch nicht selber erkennen, hilft tatsächlich einmal eine etwas nähere Beschäftigung mit den vorhandenen Fakten und deren Auswertungen von Menschen, die ihr gesamtes Leben nichts anderes machen.

Unser Problem ist es wohl, dass wir lieber jenen Menschen glauben, von denen wir ganz genau wissen, dass sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben — warum auch immer. Und so geht es den Wissenschaftlern auch nicht mehr anders als uns Berufssoldaten.

Wer sich nun etwas weiter informieren möchte, dem empfehle ich eine sehr verständliche Website der Vereinten Nationen.

Ceterum censeo, uns ist wirklich alles völlig wurscht, so lange die Welt erst nach uns unter geht! Und die übelsten unserer Sorte setzen alles daran, dass diese Welt der gesamten Menschheit keine fünf Sekunden nach deren eigenen Tod um die Ohren fliegt.

Vermischtes

Der europäische Brief dürfte inzwischen hier im Blog ein alter Bekannter sein. Der aktuelle Brief möchte den deutsch-französischen Motor neu starten. Unzählig die Fehlzündungen alleine in den letzten Jahren, vielleicht wäre es einmal an der Zeit, um auf einen Elektromotor umzusteigen.

Atomwaffen bringen mehr Nachteile mit sich als es landläufig bekannt sein dürfte. Jene Staaten, die über solche verfügen, wissen dies ganz genau. Immer wieder wird darüber spekuliert, welcher Staat überhaupt noch über funktionsfähige Nuklearstreitkräfte verfügt. Vernünftig wäre es dabei, trotz aktueller Probleme mit der US-Regierung, den USA beim Erhalt ihres Abschreckungspotentials unter die Arme zu greifen und dabei eine eigene nukleare Teilhabe weiter sicherzustellen. Eine Win-win-Situation für alle Parteien und ein Angebot, das selbst ein Donald Trump nicht ablehnen wird — er hätte einen tatsächlichen Deal mit dem er zudem innenpolitisch so richtig punkten könnte.

Falsch ist es, entgegen jeglichen besseren Wissens auf eine eigenständige europäische Lösung zu bauen! Denn auch Russland und China wissen um die riesigen Probleme, welche eine eigene nukleare Komponente mit sich bringt — ergo ist damit das Thema Abschreckung bereits schon wieder vom Tisch.

Bleibt der blanke Populismus und Billionen-Ausgaben, die nur ein paar systemrelevante Personen so richtig reich machen werden, ansonsten aber besser anderweitig ausgegeben werden könnten — unsere Politiker werden sich sicherlich aber wieder für ihre Geldgeber entscheiden und nicht für uns ganz normale Menschen.

Der gestrige Abend mit Franz und Katharina wie immer sehr unterhaltsam, erstaunlich, dass man sich selbst nach all den Jahren immer noch etwas zu sagen hat. Und sollte uns einmal nicht mehr Neues einfallen, dann gibt es bestimmt ausreichend Stoff, um einfach nur über andere zu lästern — das geht immer.

Morgen muss ich mich ums Korrigieren nicht drücken, denn da sind wir ganztägig mit einem Gymnasium in Straßburg unterwegs. Neu dabei die Partei, von der wir uns einmal einen Abgeordneten angucken werden — bisher nutzten wird immer die bekannten Parteien, welche auch mehr oder weniger vorgeben, auf dem Boden des europäischen Föderalismus zu stehen. Und so werden wir uns morgen einfach einmal überraschen lassen.

Ich freue mich als Großstädter dabei, wieder einmal in einer solchen sein zu dürfen — das frischt die eigenen Batterien auf!

Die UEF hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass heute der Krokodil-Club ein Jubiläum zu feiern hat. Übrigens, das Restaurant „Au Crocodile“ gibt es noch heute. Sozialisten und auch Sozialdemokraten wussten schon immer, wo man besonders gut und teuer speist. Der Vorteil eines jeden Berufspolitikers, er muss dafür selbst nicht zahlen.

Gestern kam ich bei meinem Spaziergang für den Rosengarten etwas zu spät, konnte dann aber nicht nur Enten, sondern auch noch Bisamratten oder Nutrias beim Betteln zugucken. Dass diese Viecher so zahm sind, hätte ich nun nicht erwartet. In meiner Jugend waren es eher die ganz normalen Hausratten, die uns Kindern so zutraulich um die Füße schlichen; wobei die Bisamratte (bei uns ein Neozoon) zu den Mäusen, die Nutria (ebenfalls ein Neozoon) zu den Ratten gehört.

Etwas Gutes haben diese Tiere aber dennoch, denn nun setzen die Wertwiesenparkbesucher ihre Haufen nicht mehr so oft in die Büsche um den See herum.

Korrekturen

So langsam aber sicher muss ich mich an die Korrekturen wagen. Einst eine gute Gelegenheit für Studenten zu gucken, wie sie sich so in ihrem Studium schlagen, heute für mich nur noch ein Hinweis, was bei den Studenten an Wissen und Können hängengeblieben ist.

Und auch hierbei gilt, neue Ideen der Wissensvermittlung sind auch bei mir sehr gefragt! Detlef Stern propagiert schon etwas länger das „agile Studieren und Lehren“, wobei ich befürchte, dass dies ebenfalls nur den guten Studenten zum Vorteil gereicht, jenen, die auch mit den alten Didaktiken und Methodiken keine Probleme haben.

Eine Aufgabe habe ich dabei doch wieder mit aufgenommen. Denn deren Lösung ist so einfach, dass selbst die anwesenden Studenten als wir genau über diese Aufgabe sprachen den Kopf darüber schüttelten, wie man diese nur falsch beantworten könne. Ich befürchte, wenn ich demnächst an die Antworten zu genau dieser Aufgabe komme, meine bessere Hälfte vorab die Fenster fest verschließen muss, damit ich mich nicht aus einem stürze. Vorsichtshalber korrigiere ich sämtliche Klausuren aber im Erdgeschoss.

Jetzt ist es nur noch eine Frage der Begleitmusik, denn mit Musik geht bekanntlich alles besser von der Hand — ich denke gerade an Madness.

„Du darfst Dich nicht darüber wundern, dass ein jeder aus demselben Stoff das herausgreift, was seinen Neigungen entspricht. Auf derselben Weide sucht das Rind Gras, der Hund den Hasen und der Storch die Eidechse.“

Seneca, 17. u. 18. Buch, 108. Brief (2023: 1109)

Logo UN

80 Jahre UN Charter 5 (6)

Beitragsfoto: Logo der Vereinten Nationen | © Joowwww, Public domain, via Wikimedia Commons

Bekanntlich ist der 24. Oktober der Tag der Vereinten Nationen und damit zeitgleich einer der wesentlichen „Europatage“. Über diese habe ich bereits des öfteren, auch hier im Blog, geschrieben. Wer nun mehr darüber lesen möchte, dem empfehle ich meine Bücher.

Heute können wir allerdings ein weiteres Highlight unserer Menschengeschichte feiern, nämlich achtzig Jahre Charta der Vereinten Nationen! Die Charta wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco zum Abschluss der United Nations Conference on International Organization verabschiedet und trat, wenn wundert es, am 24. Oktober 1945 in Kraft.

Bereits 2015 zum Siebzigsten Jubiläum habe ich die Charta als kleine Broschüre auf der Website der Vereinten Nationen gekauft. Die Broschüre lag dann auch überraschend schnell in meinem Briefkasten. Die Charta wurde damals von 51 Nationen, welche alle Kontinente repräsentierten, unterschrieben. Heute gibt es bereits 193 Mitgliedsstaaten und zwei beobachtende „Staaten“, den Vatikan (seit 1964) und Palästina (seit 1974). Und seit 2011 hat die Europäischen Union einen eigenen Status bei der UN, welcher fast dem der Mitgliedsstaaten entspricht — was sich übrigens mit der Absicht der UN Charter deckt.

Anlässlich des heutigen Tages bietet es sich regelrecht an, dass man wieder einmal in die oben verlinkte Charta reinschaut. Besser noch das kleine Büchlein zur Hand nimmt und darin ein wenig schmökert.

Übrigens, die Weltföderalisten begleiten die Vereinten Nationen noch heute und auch wir Europäische Föderalisten sind weiterhin von der Notwendigkeit und der großen Bedeutung der Vereinten Nationen für unsere eine Welt überzeugt.

„Denn wer sich seiner Herkunft erinnert, weiß, wohin er gehen wird.“

Seneca, 20. Buch, 120. Brief (2023: 1249)

Europäischer Brief

Europäischer Brief 5 (6)

Beitragsfoto: Beispielbild

Zu den diesjährigen Wahlen zum Europäischen Parlament hat die Union Europäischer Föderalisten (UEF) zusammen mit der Vereinigung Jean Monnet, der Spinelli-Gruppe, den Jungen Europäischen Föderalisten (JEF-Europe) und Guy Verhofstadt MdEP, ehemaliger belgischer Premierminister, ein Manifest veröffentlicht, um die Wiederbelebung des Aktionskomitees von Jean Monnet für die Vereinigten Staaten von Europa zu initiieren. Über die Ursprünge und Hintergründe dieses Aktionskomitees habe ich in meinem Buch „Europa ist für alle da!“ etwas geschrieben. Und auch der Europäische Brief war bereits Thema hier im Blog.

Der aktuelle Europäische Brief N° 79 | Mai 2024 ist der Verbreitung des obigen Manifests gewidmet. ​Dieses Manifest kann jeder Bürger unterschreiben. Auch meine bessere Hälfte und ich gehören bereits zu den Unterzeichnern.

Europäischer Brief N° 79 | Mai 2024

Die Einsätze bei den europäischen Wahlen vom 6. bis 9. Juni

Die Europawahlen im Juni 2024 werden von außerordentlicher Bedeutung für die Europäische Union und ihre Bürger sein. Unsere Zukunft steht auf dem Spiel. In der Welt erleben wir das Comeback imperialer Mächte, wir sind mit einem Krieg auf unserem Kontinent und der Gefahr seiner Ausweitung konfrontiert, während die Demokratie angegriffen wird; und gleichzeitig müssen wir uns der Herausforderung der künstlichen Intelligenz, des Klimawandels, großer Migrationsströme und zunehmender Ungleichheiten stellen. In diesem Zusammenhang sind die Souveränität der europäischen Staaten und ihre Fähigkeit zur unabhängigen politischen Handlung so bedeutungslos wie nie zuvor.Angesichts eines derart tiefgreifenden Wandels in der politischen Geschichte unseres Kontinents und solch dramatischer Risiken, die unsere Gesellschaft bedrohen, fühlen wir, die Unterzeichnenden, die Pflicht, die Menschen, die glauben, dass die Lösung in einem Europäischen Bundesstaat liegt, wie im Ventotene-Manifest, den Resolutionen des Haager Kongresses, wo die Internationale Europäische Bewegung entstand, und der Schuman-Erklärung festgelegt, in einem erkennbaren Netzwerk zu vereinen. Fast 70 Jahre nach der Gründung des Aktionskomitees für die Vereinigten Staaten von Europa durch Jean Monnet möchten wir aus seiner Erfahrung und seinen Lehren schöpfen, um es wiederzubeleben, und aus diesem Grund richten wir diesen Appell an die Bürger und Parteien vor den Wahlen zur Erneuerung des Europäischen Parlaments.

Teilnahme. Zunächst möchten wir die Bürger an die Bedeutung ihrer Stimme bei den europäischen Wahlen im Juni erinnern. Demokratie funktioniert und gedeiht dank der Beteiligung der Bürger und basiert auf der Legitimität und dem Vertrauen, das die Bürger den Institutionen entgegenbringen. Die Teilnahme an der Abstimmung ist der erste und grundlegende Akt in dieser Hinsicht. Wenn wir uns auf die Europäische Union verlassen wollen, um unsere militärische, wirtschaftliche und soziale Sicherheit zu wahren – denn dies sind Bereiche, in denen wir gemeinsam handeln müssen und in denen einzelne Staaten mittlerweile machtlos sind -, ist es entscheidend, dass der Konsens und der Wille der Bürger bei den Wahlen zum Ausdruck kommen.

Pro-europäische Wahl. Ebenso wichtig ist die im Votum zum Ausdruck gebrachte Wahl. Einige politische Kräfte sehen die Ursache unserer Probleme in Europa und fordern seine Zerschlagung, um den Staaten mehr Freiheit zu geben. Aber frei wofür? Einfach um sich zu bekämpfen, sich auf der Grundlage des Versuchs, ihre nationalen Interessen durchzusetzen, gegenseitig zu bekämpfen. Wären wir auf diese Weise stärker und in der Lage, den bevorstehenden Herausforderungen zu begegnen? Parteien, die die Europäische Union schwächen wollen, verwechseln Egoismus mit Freiheit, die jedoch dort ausgeübt wird, wo Institutionen sie garantieren, indem sie die Interessen aller respektieren und das Gemeinwohl und die Solidarität fördern. Aus diesem Grund ist es wichtig zu verstehen, dass extremistische Parteien nicht nur die Europäische Union, sondern auch die europäischen Völker und jeden von uns individuell gefährden; und stattdessen diejenigen politische Parteien zu unterstützen, die sich für den Aufbau einer stärker vereinten Europäischen Union einsetzen, die fähiger ist zu handeln und ihre Bürger zu schützen.

Eine paneuropäische Debatte. Pro-europäische politische Kräfte müssen in der Lage sein, mit den Bürgern über europäische Herausforderungen und Lösungen zu sprechen. Daher fordern wir sie auf, eine europäische Debatte zu führen, damit die Wähler die transnationale Dimension der Herausforderungen verstehen, ein Bewusstsein für ein gemeinsames Schicksal entwickeln und auch das Potenzial einer stärkeren Europa erkennen, in dem Kultur und Kreativität eine wichtigere Rolle spielen.

Richtung Vereinigte Staaten von Europa. Pro-europäische politische Familien haben das Projekt des Europäischen Parlaments zur Änderung der Verträge im November 2023 unterstützt, das unter der Leitung und dem Programm der Spinelli-Gruppe verfasst wurde, im Einklang mit den Forderungen der Bürger, die während der Konferenz zur Zukunft Europas zum Ausdruck gebracht wurden. Folglich haben auch diese politischen Kräfte die Reform der Verträge in ihre Wahlmanifeste aufgenommen, die für den Fortschritt in Richtung eines föderalen Europas unerlässlich ist.

Daher fordern wir die neugebildeten pro-europäischen parlamentarischen Gruppen nach den Europawahlen auf, die Wahl des Präsidenten der Kommission und seiner Kollegen von der Unterstützung für die Einleitung einer Konvention zur föderalen Reform der Verträge abhängig zu machen.

Wir fordern auch den Europäischen Rat am 27. und 28. Juni 2024 auf, schnell auf den Vorschlag des Europäischen Parlaments zu reagieren, im Einklang mit Artikel 48 des Vertrags über die Europäische Union, und die Organisation einer verfassunggebenden Versammlung zuzustimmen. Dies ist absolut notwendig, um die Europäische Union mit den Kompetenzen, einschließlich im Bereich Verteidigung, Ressourcen und institutionelle und entscheidungsbezogene Mechanismen auszustatten, die erforderlich sind, um intern und extern autoritativ und effektiv zu handeln und die Werte und Interessen Europas und seiner Bürger zu schützen.

Die meisten Lösungen für unsere Anliegen und viele unserer Hoffnungen werden am 6. bis 9. Juni 2024 mit der europäischen Abstimmung entschieden. Jeder sollte diese Verantwortung klar spüren und die Bedeutung der Einsätze verstehen. Jetzt, wie im Jahr 1941 und 1950, müssen unsere kreativen Anstrengungen den Herausforderungen und Gefahren gerecht werden, denen sich Europa und die Welt gegenübersehen.

Brüssel, 7. Mai 2024

FÖRDERER

Domenec Ruiz Devesa MdEP
Präsident der Union Europäischer Föderalisten

Philippe Laurette
Präsident der Vereinigung Jean Monnet

Miguel Ángel Martin Ramos
Vizepräsident der Vereinigung Jean Monnet

Sandro Gozi MdEP
Vorsitzender der Spinelli-Grouppe

Christelle Savall
Präsidentin der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF-Europe)

Guy Verhofstadt MdEP
Ehemaliger Premierminister von Belgien

Sie können den Aufruf unter folgendem Link unterzeichnen.