Schnappschuss

27.4.02026 4.8 (12)

Beitragsfoto: Schnappschuss

80 Jahre

Dieses Jahr ist für die EUROPA-UNION eigentlich ein besonderes Jahr. Am 21. September können wir auf 80 Jahre Hertensteiner Programm zurückblicken, und unser Bundesverband feiert am Ende des Jahres sein 80-jähriges Bestehen. Da die EUROPA-UNION Heilbronn bei seiner Gründung bereits als lokale Gruppierung existierte, können auch wir dieses Jahr mit Fug und Recht 80 Jahre feiern.

Dazu haben wir dieses Jahr gleich mehrere Highlights im Programm. Angefangen haben wir mit einer Fahrt nach Florenz. Eine weitere Fahrt nach Sarajewo wird noch folgen. Mit unseren inzwischen 10. Hertensteiner Gesprächen thematisieren wir sowohl das Hertensteiner Programm als auch die Europäischen Föderalisten in Gänze.

Und am Europatag gibt es wieder den Europa-Ball. Leider zeichnet es sich hierbei ab, dass dieser nicht so gut besucht sein wird, wie wir es uns erhofft hatten. Dass Europa bei uns Europäern nicht mehr so ganz im Fokus steht, das ist seit Längerem bekannt. Dass unsere Demokratie bei uns Europäern kaum noch auf Interesse stößt, dürfte inzwischen immer offensichtlicher werden. Dass Bildung — lassen wir mal Abschlüsse und Zertifikate außen vor — ebenfalls bei uns kaum noch nachgefragt wird, lässt sich bereits allerorten feststellen. Aber dass nun auch die Kultur an sich — lassen wir mal Essen und Trinken außen vor — bei uns kaum einen mehr hinter dem Ofen hervorlockt, sollte uns Bürgern zu denken geben.

Man könnte nun meinen, dass sich die Gesellschaft langsam aber sicher darauf einigt, 80 Jahre gutes Leben sei für uns alle mehr als genug. Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, dass sich das nur noch bis zum eigenen ganz persönlichen Untergang Denken bei uns als Staatsraison etabliert hat und wir nunmehr die Folgen davon miterleben dürfen bzw. müssen. Was für uns über 60-Jährige aber kaum noch von großer Relevanz sein dürfte — was jene, die nicht an kommende Generationen denken, nun sicherlich erfreut.

Ich hatte bis zuletzt darauf gebaut, dass wir Europäische Föderalisten etwas anders mit unserer Welt und unseren Mitbürgern umzugehen pflegen — aber auch bei uns scheint sich eine Unlust breit zu machen.

Vermischtes

Meine heutige Fahrt mit dem meseno-Bus brachte einige neue Senklöcher auf der Autobahn, was bestätigen dürfte, dass wir Autobahn auch nicht mehr können. Erheiternd ein „Ersatzortsschild“, das an der Stelle eines ehemaligen Ortsschildes stand, aber den Namen dieses Ortes nicht preisgab. Ich vermute einmal, das hat eher etwas mit unseren Verkehrsregeln zu tun, wobei die allermeisten von uns nun nicht wissen dürften, mit welchen genau.

Morgen habe ich wieder Vorlesung, zuerst aber das inzwischen obligatorische Nichtkäffchen mit Detlef Stern. Was mich nun daran erinnert, dass ich im Laufe des Tages noch eine Vorlesung vorzubereiten habe. Es gibt durchaus unangenehmere Dinge, wie z. B. mein Hochschul-E-Mail-Konto: von den letzten drei E-Mail, die ich dort bekam, war eine ein Phishing-Angriff, die andere ein Verstoß gegen die DSGVO und die dritte ein Hinweis auf beides.

Was mich dann doch ein wenig traurig stimmt, denn es erinnert mich daran, dass ich inzwischen bereits mehr vergessen habe als viel zu viele überhaupt erst lernen werden. Man könnte versucht sein zu glauben, dass Intelligenz ein stark begrenztes Gut ist und je intelligenter die Gesellschaft als Ganzes wird, umso dümmer müssen deren einzelne Mitglieder werden — wohl deshalb vergesse ich in letzter Zeit so viel.

Gestern schwangen meine bessere Hälfte und ich noch kurz das Tanzbein, aber auch hier zeichnet es sich ab, dass selbst das Tanzen immer mehr aus der Mode kommt, wobei Tanzen sicherlich eine der wesentlichen Grundlagen aller menschlichen Gesellschaften ist.

Ok, sehen wir einmal davon ab, dass Menschen sich immer öfters den Umstehenden völlig unkoordiniert und losgelöst von jeglichen Tonsignalen in einer Art von Zuckungen auf einer Fläche präsentieren — manche dürften sich dabei noch an Friedrich Merz erinnern.

Tradition hin oder her, aber schon in der Steinzeit und wahrscheinlich bereits weit davor, hatte sich die Menschheit darauf geeinigt, was man gerade so noch als Tanzen verstehen kann. Wir lassen dafür demnächst unsere Roboter auf Festen für uns tanzen, so wie wir heute schon kleine Maschinen in Ringen aufeinander einprügeln lassen. Und da wir bald außer grunzen auch nicht viel mehr Konversation machen können, übernimmt das künftig für uns eine KI.

Unlust

Eine allgemeine Unlust scheint sich allerorten bemerkbar zu machen. Schon etwas länger vermute ich dies bei den Studenten meiner Vorlesungen, aber auch bei den Schülern, die ich im Zuge meiner Arbeit bei meseno erlebe.

Aber auch bei uns Bloggern macht sich Unlust breit. Zu meinem Erstaunen gab es von Detlef Stern gestern keine lange Woche, denn ich hatte nach den jüngsten Gespräche mit überhaupt keiner langen Woche mehr gerechnet.

Fast schon etwas verstörend der jüngste Blog-Beitrag von Live aus dem Rantgebiet, denn dort hat man offensichtlich auch nicht mehr so richtig Lust darauf, andere Blogger durch den Kakao zu ziehen.

Alternativ kann man einfach auch nur alles schön und gut finden, was meines Erachtens auf dasselbe hinausläuft. Passend dazu findet mein aktueller Lieblingsbock nur noch alles wunderbar, zumindest sämtliche Kanzler der Bundesrepublik.

Deswegen fragte ich mich gestern Abend sogleich das Folgende: Was will der Lama mit dem Gewehr?

Pawo Choyning Dorji machte bereits 2023 daraus einen ganzen Spielfilm namens „The Monk and the Gun“. Harry Einhorn als Waffensammler Ron Coleman kommt im gesamten Film nicht mehr aus dem Staunen heraus und hält zum Schluss auch noch einen leicht überdimensionierten Phallus in Händen. Tandin Sonam zeigt als Benji, dass man auch ehrlich miteinander umgehen kann und Tandin Wangchuk rundet als Mönch Tashi das ganze Geschehen ab.

Eigentlich geht es im Film aber um die erste demokratische Wahl in Bhutan 2008. Trotz Bemühens aller Verantwortlichen haben die Bhutaner im Film wohl keine so rechte Lust dazu. Auf alle Fälle aber ist Bhutan seither und dies bis heute eine konstitutionelle Monarchie.

Nachtrag 28.4.2026

Erfreulich, ein Leser hat mir bei meinem um die Ecke Denken folgen können; Donald Trump nennt dies ganz staatsmännisch „weaven“. Wobei er wohl so gut darin ist, dass selbst ich ihm dabei nicht mehr so richtig folgen kann. Man könnte aber auch meinen, dass seine Hirnwindungen nicht mehr so ganz richtig funktionieren — was mich wieder an eine uralte Aussage seiner eigenen Mutter denken lässt.

Für das Gewehr bekam ich eine Rückmeldung. Und so lege ich mit einem Artikel der New York Times nach. Wobei es mich schon etwas wundert, dass die „Attentate“ auf den US-Präsidenten immer zu richtigen Zeit für ihn kommen.


Fediverse Reactions
Fliegende Umschläge

Mailingliste 5 (1)

Beitragsfoto: Fliegende Umschläge | © Gerd Altmann auf Pixabay

Solch eine Liste war hier im Blog bereits Thema. Ich selbst nutze dieses antiquierte Kommunikationsmittel eigentlich nur noch bei manchen UEF-Untergruppen und auch nur dann, wenn man mich dort auf den entsprechenden Verteiler setzt.

Heute greife ich das Ganze nochmals auf, da ich jüngst damit in einer anderen Angelegenheit aber im gleichen Kontext herumhantiere. Und so kann ich meine alte Mailingliste von diesem Weblog einmal als Vergleich heranziehen.

Für den Fall, dass sich ein Weblog-Leser auf diese Mailingliste setzen lassen möchte, kann er dies nun gleich unten stehend tun.

[durch mein vielleicht neu genutztes Rundschreiben ersetzt]


Meine von mir erstellten Mailinglisten werden auf einem Server von IONOS gehostet. Dazu muss dieser Ihre von Ihnen oben eingetragene E-Mail abspeichern. Dies macht er so lange bis Sie selbst oder ich diese E-Mail-Adresse wieder aus der Mailingliste entfernen.

„Mit einer Mailingliste können Sie unter einer E-Mail-Adresse ein Diskussionsforum einrichten, bei dem die Diskussion per E-Mail stattfindet.

Beiträge, die ein Listenmitglied an die Mailingliste sendet, werden an alle Listenmitglieder weitergeleitet. So können zum Beispiel in einem Verein wichtige Punkte von Mitgliedern diskutiert werden. Dabei können Sie festlegen, wer an die Mailingliste schreiben darf. Hierbei wird zwischen Moderatoren, Mitgliedern und Gästen unterschieden.“

IONOS Hilfe-Center (30.11.2025)

Nun bin ich einmal selber gespannt darauf, wer meiner Vergleichsgruppe beitritt und noch mehr, ob sich dabei überhaupt eine Diskussion entwickelt.

Das Thema ist dabei vom Blog grob vorgegeben, nämlich meine jeweiligen Blog-Beiträge.


Blumenbeet

9.7.02025 5 (8)

Beitragsfoto: Blumenbeet

Klimawandel

Wer jetzt immer noch nicht an den menschengemachten Klimawandel glaubt, dem ist nicht nur nicht mehr zu helfen, sondern er ist eine echte Gefahr für alle. Vor allem dann, wenn diese Menschen auch noch als Wissenschaftler unterwegs sind. Besonders als Wissenschaftler sollte man, wenn man die überwältigende Mehrheitsmeinung der eigenen Fachkollegen ablehnt, etwas mehr als eine Anstellung bei der Öl- und Gasindustrie vorzuweisen haben.

Wir etwas älteren Normalbürger sollten uns selbst einmal ganz ehrlich fragen, ob die aktuellen Wetterkapriolen in unserer eigenen Jugend bereits so erlebbar waren — von glorreichen Ausnahmen einmal ganz abgesehen.

Wenn wir es dann immer noch nicht selber erkennen, hilft tatsächlich einmal eine etwas nähere Beschäftigung mit den vorhandenen Fakten und deren Auswertungen von Menschen, die ihr gesamtes Leben nichts anderes machen.

Unser Problem ist es wohl, dass wir lieber jenen Menschen glauben, von denen wir ganz genau wissen, dass sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben — warum auch immer. Und so geht es den Wissenschaftlern auch nicht mehr anders als uns Berufssoldaten.

Wer sich nun etwas weiter informieren möchte, dem empfehle ich eine sehr verständliche Website der Vereinten Nationen.

Ceterum censeo, uns ist wirklich alles völlig wurscht, so lange die Welt erst nach uns unter geht! Und die übelsten unserer Sorte setzen alles daran, dass diese Welt der gesamten Menschheit keine fünf Sekunden nach deren eigenen Tod um die Ohren fliegt.

Vermischtes

Der europäische Brief dürfte inzwischen hier im Blog ein alter Bekannter sein. Der aktuelle Brief möchte den deutsch-französischen Motor neu starten. Unzählig die Fehlzündungen alleine in den letzten Jahren, vielleicht wäre es einmal an der Zeit, um auf einen Elektromotor umzusteigen.

Atomwaffen bringen mehr Nachteile mit sich als es landläufig bekannt sein dürfte. Jene Staaten, die über solche verfügen, wissen dies ganz genau. Immer wieder wird darüber spekuliert, welcher Staat überhaupt noch über funktionsfähige Nuklearstreitkräfte verfügt. Vernünftig wäre es dabei, trotz aktueller Probleme mit der US-Regierung, den USA beim Erhalt ihres Abschreckungspotentials unter die Arme zu greifen und dabei eine eigene nukleare Teilhabe weiter sicherzustellen. Eine Win-win-Situation für alle Parteien und ein Angebot, das selbst ein Donald Trump nicht ablehnen wird — er hätte einen tatsächlichen Deal mit dem er zudem innenpolitisch so richtig punkten könnte.

Falsch ist es, entgegen jeglichen besseren Wissens auf eine eigenständige europäische Lösung zu bauen! Denn auch Russland und China wissen um die riesigen Probleme, welche eine eigene nukleare Komponente mit sich bringt — ergo ist damit das Thema Abschreckung bereits schon wieder vom Tisch.

Bleibt der blanke Populismus und Billionen-Ausgaben, die nur ein paar systemrelevante Personen so richtig reich machen werden, ansonsten aber besser anderweitig ausgegeben werden könnten — unsere Politiker werden sich sicherlich aber wieder für ihre Geldgeber entscheiden und nicht für uns ganz normale Menschen.

Der gestrige Abend mit Franz und Katharina wie immer sehr unterhaltsam, erstaunlich, dass man sich selbst nach all den Jahren immer noch etwas zu sagen hat. Und sollte uns einmal nicht mehr Neues einfallen, dann gibt es bestimmt ausreichend Stoff, um einfach nur über andere zu lästern — das geht immer.

Morgen muss ich mich ums Korrigieren nicht drücken, denn da sind wir ganztägig mit einem Gymnasium in Straßburg unterwegs. Neu dabei die Partei, von der wir uns einmal einen Abgeordneten angucken werden — bisher nutzten wird immer die bekannten Parteien, welche auch mehr oder weniger vorgeben, auf dem Boden des europäischen Föderalismus zu stehen. Und so werden wir uns morgen einfach einmal überraschen lassen.

Ich freue mich als Großstädter dabei, wieder einmal in einer solchen sein zu dürfen — das frischt die eigenen Batterien auf!

Die UEF hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass heute der Krokodil-Club ein Jubiläum zu feiern hat. Übrigens, das Restaurant „Au Crocodile“ gibt es noch heute. Sozialisten und auch Sozialdemokraten wussten schon immer, wo man besonders gut und teuer speist. Der Vorteil eines jeden Berufspolitikers, er muss dafür selbst nicht zahlen.

Gestern kam ich bei meinem Spaziergang für den Rosengarten etwas zu spät, konnte dann aber nicht nur Enten, sondern auch noch Bisamratten oder Nutrias beim Betteln zugucken. Dass diese Viecher so zahm sind, hätte ich nun nicht erwartet. In meiner Jugend waren es eher die ganz normalen Hausratten, die uns Kindern so zutraulich um die Füße schlichen; wobei die Bisamratte (bei uns ein Neozoon) zu den Mäusen, die Nutria (ebenfalls ein Neozoon) zu den Ratten gehört.

Etwas Gutes haben diese Tiere aber dennoch, denn nun setzen die Wertwiesenparkbesucher ihre Haufen nicht mehr so oft in die Büsche um den See herum.

Korrekturen

So langsam aber sicher muss ich mich an die Korrekturen wagen. Einst eine gute Gelegenheit für Studenten zu gucken, wie sie sich so in ihrem Studium schlagen, heute für mich nur noch ein Hinweis, was bei den Studenten an Wissen und Können hängengeblieben ist.

Und auch hierbei gilt, neue Ideen der Wissensvermittlung sind auch bei mir sehr gefragt! Detlef Stern propagiert schon etwas länger das „agile Studieren und Lehren“, wobei ich befürchte, dass dies ebenfalls nur den guten Studenten zum Vorteil gereicht, jenen, die auch mit den alten Didaktiken und Methodiken keine Probleme haben.

Eine Aufgabe habe ich dabei doch wieder mit aufgenommen. Denn deren Lösung ist so einfach, dass selbst die anwesenden Studenten als wir genau über diese Aufgabe sprachen den Kopf darüber schüttelten, wie man diese nur falsch beantworten könne. Ich befürchte, wenn ich demnächst an die Antworten zu genau dieser Aufgabe komme, meine bessere Hälfte vorab die Fenster fest verschließen muss, damit ich mich nicht aus einem stürze. Vorsichtshalber korrigiere ich sämtliche Klausuren aber im Erdgeschoss.

Jetzt ist es nur noch eine Frage der Begleitmusik, denn mit Musik geht bekanntlich alles besser von der Hand — ich denke gerade an Madness.

„Du darfst Dich nicht darüber wundern, dass ein jeder aus demselben Stoff das herausgreift, was seinen Neigungen entspricht. Auf derselben Weide sucht das Rind Gras, der Hund den Hasen und der Storch die Eidechse.“

Seneca, 17. u. 18. Buch, 108. Brief (2023: 1109)