Aufenthalt im Open Campus |

20.10.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Aufenthalt im Open Campus

Post-Rock

Eine Musikrichtung, die wohl bereits in den 1980er bis 1990er-Jahren entstanden ist und wohl völlig an mir vorbeiging, zumindest habe ich deren Bands nicht als eigene Stilrichtung wahrgenommen.

Und wahrscheinlich wäre ich wohl auch nie näher damit in Berührung gekommen, wenn ich nicht an doch so einigen Videokonferenzen teilgenommen hätte. Schon von Anfang an habe ich mich darüber gewundert, warum so viele Teilnehmer und dann auch immer mehr Kopfhörer bei den Konferenzen trugen; da ich heutzutage in den meisten Konferenzen eher als Zuhörer mit dabei bin und diese passive Rolle so richtig genieße, gucke ich meist auf die Teilnehmer und die dargebotenen Hintergründe — vor allem dann, wenn sie noch real sind. Man kann übrigens sehr viel dabei lernen.

Die Erklärung für die Kopfhörer ist eine bessere Kommunikation untereinander, ähnlich wie bei den Hubschrauberpiloten. Eine weitere Möglichkeit ist dabei aber auch das Einspielen von Hörbüchern oder … Musik, wobei wir wieder beim Thema wären. Ich selber nutze dazu meine Hörgeräte, die seit ein paar Jahren ebenfalls solch eine Möglichkeit bieten — kam aber dann zur Überzeugung, dass mir aufgrund meiner Hörschwäche bei Videokonferenzen dann doch zu viel entgeht.

Im Nachgang — nicht in Chat — einer solchen Besprechung, das möchte ich hier betonen, kamen wir auf eine Musikgruppe zu sprechen, die ich überhaupt noch nicht kannte und dem Post-Rock zugesprochen wird. Und so höre ich, dank des Internets, diese Gruppe gerade hoch und runter: Do Make Say Think.

Ich habe noch keine abschließende Meinung zu dieser Gruppe und schon gar nicht zur Musikrichtung selbst, mir zum Leidwesen meiner besseren Hälfte aber schon einmal die aktuelle Platte gekauft.

https://youtu.be/1UtqoUvg0lk

Nachtrag

Einer meiner Leser teilte mir mit, dass er selber diesbezüglich noch „The Sea and Cake“, „Tortoise“ und auch „Mogwai“ gerne höre.

Bundestagswahl 2.0

Dass die Berliner nicht einmal mehr korrekte Wahlen veranstalten können, wissen wir schon etwas länger. Am 26. September 2021 versuchte man in Berlin neben dem Bundestag auch das Abgeordnetenhaus und die zwölf Bezirksparlamente neu zu wählen. Es kam bei sämtlichen Wahlen zu so gravierenden Mängeln, dass eigentlich Wahlbetrug und -fälschung nicht mehr ausgeschlossen werden können.

Nach längerem Hin und Her entscheidet nun der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin am 16. November 2022 zur Gültigkeit der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus sowie zu den Bezirksverordnetenversammlungen. Aber wie allseits bekannt, „vor Gericht und auf hoher See …“

Und auch der Bundeswahlleiter kam nach sehr langem Hin und Her zu der Überzeugung, dass die Bundestagswahl in sechs der zwölf Berliner Wahlkreise komplett zu wiederholen sei. Wobei die zwölf Berliner Wahlkreise in insgesamt 2 256 Wahlbezirke unterteilt sind.

Nach weiterem Geschacher kamen die Parteien — über die Bundestagswahl entscheidet der Bundestag selbst — nun darin überein, dass man die Wahl in Berlin nunmehr in 431 Wahlbezirken wiederholt — damit tut man keinem weh und es bleibt alles so, wie es bereits ist.

Das wirklich Schlimme daran ist, dass völlige Inkompetenz oder noch gefährlicher, eine „gespielte Inkompetenz” von offensichtlichen Antidemokraten, inzwischen demokratische Wahlen massiv manipuliert.

Webex

Gestern konnte ich dieses Videokonferenz-Tool gleich zweimal ausgiebig testen. Bisher hatte ich es nur aus dem Browser heraus gestartet, nun habe ich es auch auf einem meiner Rechner installiert. Jetzt bin ich einmal darauf gespannt, ob ich dann bei der nächsten Sitzung auch hinter dem nun dafür geeigneten Rechner sitze.

Unabhängig davon lohnten sich beide Sitzungen, wobei mir erstere allerdings mehr zusagte, denn das dortige Thema fand ich insgesamt und aus ganz aktuellem Anlass spannender. Der Ausblick auf die kommenden Sitzungen der letzteren Runde lässt aber durchaus darauf hoffen, dass es für mich ganz neue Einblicke zum Thema Zettelkasten geben wird.

Nach nunmehr fast drei Jahren mit COVID-19 haben sich bei mir gleich drei entsprechende Tools etabliert, zum einen das alte Skype und zum anderen neben GoTo nun auch Webex. Dank COVID-19 gibt es noch viel mehr solcher Tools, die sich bestimmt ebenfalls sehr großer Beliebtheit erfreuen, sich aber bei mir nicht durchsetzen konnten. Ein Tool, auf das ich gleich zu Beginn von COVID-19 gebaut hatte, weil ziemlich innovativ, blieb dabei aber „auf der Strecke liegen“. Dieses Tool ist Virbela, welches sich sowohl mit seinem Open Campus als auch mit seinen Private Spaces für Konferenzen aller Art bestens eignet.

Und so wird es wohl noch einer weiteren Pandemie bedürfen, bis sich auch diese Technologie bei der Mehrheit der Nutzer durchsetzen wird.


Leser

6.4.02021 4.8 (5)

Europastammtisch

Immer dienstags ist Europastammtisch, damit sind nicht dessen Foren gemeint, sondern ein virtuelles Treffen unter Zuhilfenahme einer möglichst einfachen Chat-Software. Von Virbela über Skype waren wir erst bei GoToMeeting und sind inzwischen bei wonder.me angelangt. Bei Virbela waren die Meinungen von Anfang an zweigeteilt: mir hat es gefallen, allen anderen nicht. Skype war den meisten dann zu altmodisch und GoToMeeting zu spaßfrei. Wonder.me bringt jetzt ein wenig an Unterhaltung mit, was aber letztendlich auf Kosten der Qualität und Zuverlässigkeit geht. Da die Stammtischler aber in der Lage sind, die Zeit ein wenig zurückzudrehen, treffen wir uns bei Ausfall des aktuellen Systems einfach bei dessen Vorgänger — und wenn dann alle Stränge reißen sollten, wie anfangs am Virbela-Strand.

Protokoll

Endlich den ersten Entwurf des Protokolls der 4. Hertensteiner Gespräche fertiggestellt. Jetzt warte ich auf weiteren Input, dann wird das Ganze nochmals etwas ergänzt und überarbeitet, um letztendlich zu einem E-Book zu werden, das dann keiner liest. 

RSS

Noch habe ich mich nicht entschieden, ob ich hier auch noch ein RSS Feed einbinden soll. Das wäre zwar ganz schön praktisch für alle, die sich über RSS auf dem Laufenden halten, bringt mir aber auch zusätzliche Arbeit und noch mehr davon, wenn ich mich dabei nicht auf ein paar kleine Helferlein einlassen möchte. Aber vielleicht gibt es auch einen sehr einfachen „Workaround“, was wohl das Ganze eher noch weiter verkomplizieren dürfte.

[Diese Fragestellung war der ursprünglichen Auslagerung des Microblogs — inzwischen Kategorie „Rückblick“ — geschuldet.]


Konferenzraum

Videokonferenzen 5 (2)

Beitragsfoto: Konferenzraum | © Pixabay

Eine der Folgen, der bei mir durch die von COVID-19 verursachten erlassenen Ausgangsbeschränkungen früher einmal gerne auch als Hausarrest bezeichnet, ist eine erfreuliche, nämlich, dass ich mich wieder und dies nach gut dreißig Jahren mit meiner alten Plattensammlung beschäftige, einen Plattenspieler an die Stereoanlage anschloss und zum Leidwesen meiner besseren Hälfte auch wieder Schallplatten kaufe.

Eine weitere, eher weniger erfreuliche Folge ist, dass ich in den letzten Wochen wieder mehr Videokonferenzen sowohl als Teilnehmer als auch nur Zuschauer bzw. Zuhörer er- und überlebe. Dies ist wiederum der glücklichen Lage geschuldet, dass ich mein Leben nicht als Single fristen muss.

Leider aber ist es den hiesigen Telekommunikationsunternehmen ganz offensichtlich bis heute völlig fremd, dass in einem Haushalt mehr als eine Person leben kann oder aber mehrere Haushalte in ein und derselben Stadt auch zur selben Zeit fernsehen möchten, und so müssen meine bessere Hälfte und ich trotz „des besten Internets“ ein eigenes Bandbreiten-Management unterhalten; dabei hatten wir bereits vorab die Hälfte der Familie ausgelagert.

Und dieses völlig unverschuldete Verwalten von Mängeln, die es im 21. Jahrhundert gar nicht geben dürfte, holen bei mir Erinnerungen hervor, die ich schon lange verdrängt hatte.

Ende der 1980er-Jahre durfte ich erstmals an einer Übung im Mittelwesten der USA teilnehmen, die zwar vor Ort virtuell stattfand, aber zeitgleich real in Deutschland, Südkorea und irgendwo auf See. Für mich war der Höhepunkt der Übung, als die ersten Videos auf die Bildschirme kamen, die die Geschehen an den anderen Enden der Welt dokumentierten und uns bei der Entscheidungsfindung unterstützten.

In den 1990er-Jahren waren dann Videokonferenzen State of the Art, wobei wir damals der Technologie geschuldet, noch auf Bandbreiten von Satelliten- oder Richtfunkverbindungen achten mussten.

Da diese Videokonferenzen der Entscheidungsfindung dienten und regelmäßig als Resultat auch schwerwiegende Folgen mit sich brachten, war es zumindest damals noch üblich, dass der Schwerpunkt der Konferenzen auf der Inhaltsvermittlung und -übertragung lag.

Und schon damals mussten auch diese Konferenzen vorbereitet werden. Erschwerend kam aber hinzu, dass die „Briefer“ bis zum Beginn der Videokonferenz sicherstellen mussten, dass die jeweiligen Präsentationen auch an allen teilnehmenden Konferenzorten, egal wo auf der Welt vorlagen. Diese Datenübertragung konnte mehrere Stunden dauern und bis zum Schluss war man sich dabei nie sicher, ob auch jeder dann eine und auch die letzte Version vorliegen hatte. Da es sich meist um mehrere „Briefer“ handelte, die zudem von den unterschiedlichsten Orten zugeschaltet wurden, kann man sich jetzt gut vorstellen, was es jedes Mal für ein Gerangel um die letztmöglichen Übertragungszeiten gab. Und da sich die Welt dabei immer und unermüdlich weiterdrehte, die Nachrichtenticker nie stillstanden und auch die unterschiedlichen Nachrichtensender gerne parallel mitliefen, musste man jedes Mal hoffen, dass zumindest beim Beginn des eigenen Briefings die übertragenen Präsentationsinhalte noch mit dem Briefing-Inhalt übereinstimmten. Bei bis zu drei Briefings am Tag, jeden Tag und dies über Monate hinweg, lehrt es einen Betroffenen eins, es kann nie genug Bandbreite geben.

In den 2010er-Jahren hatte man letztendlich diese Technologie voll und ganz im Griff und selbst Low-Budget-Unternehmungen am „Arsch der Welt“ – im von mir erlebten Fall höflicher ausgedrückt, am Entstehungsort der Menschheit – konnten videounterstützt stattfinden. Wobei ich anmerken möchte, dass die damals dort erreichten und ständig verfügbaren Bandbreiten heute bei uns in Deutschland im Bestfall zwischen 3 Uhr und 5 Uhr morgens zu erreichen sind.

Allerdings durfte ich eine zumindest für mich fundamentale Änderung des Einsatzzweckes von Videokonferenzen feststellen. Lag der ursprünglich intendierte Zweck bei der Inhaltsvermittlung und -übertragung, kam jetzt etwas für mich Neues mit hinzu, die Selbstdarstellung. Konferenzhintergründe und -ausstattungen sowie die Ausleuchtung einzelner Personen waren nunmehr Schwerpunkt zumindest aller Vorbereitungen.

Diese Änderung prägte dann auch die letzten Videokonferenzen, an denen ich bis zu meiner Pensionierung beiwohnen durfte, und weckte mein Interesse an gangbaren Alternativen.

Diese kamen meines Wissens dann aus der Spieleindustrie, welche die virtuelle Kommunikation anhand von Avataren ermöglichte; Avatare sind Figuren, die den einzelnen Nutzern zugeordnet werden. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen war dies für mich die ideale Lösung des Problems, da sie zum einen der Bandbreitenproblematik und zum anderen dem Selbstdarstellungsbedürfnis oder im Gegensatz dazu der Angst, sich selber präsentieren zu müssen, ausgezeichnet begegnet und damit dem Transport von Inhalten wieder mehr Raum gibt.

Ich habe leider in den letzten beiden Jahren vergeblich versucht, diese Kommunikationsform in einem ehrenamtlichen Verband hoffähig zu machen. Dabei hatte ich geglaubt, in der Software von virBELA, welche inzwischen von Universitäten als auch von Firmen erfolgreich angewendet wird, eine passable wie auch attraktive, weil spielerische Lösung gefunden zu haben.

Die Bereitschaft, sich in einem virtuellen Umfeld zu begegnen, um Reisezeit und Kosten für alle zu sparen sowie Verwaltungs- und Organisationsaufgaben zu vereinfachen, war einfach nicht gegeben; das persönliche Miteinander für alle Beteiligten viel zu wichtig.

Zu Beginn von COVID-19 versuchte ich dann einen zweiten Anlauf, weil ich davon überzeugt bin, dass bei uns in Deutschland das Bandbreitenproblem, welches übrigens seit den 1970er-Jahren bekannt ist, erst in den kommenden Jahrzehnten gelöst werden wird.

Durch den Wegfall der Videoübertragung und das vorherige Installieren der notwendigen Software kann fast die gesamte vorhandene Bandbreite dazu genutzt werden, um bei Bedarf Informationen, Präsentationen und weitere Inhalte stets aktuell nicht nur für alle zur Verfügung zu stellen, sondern diese auch untereinander bilateral sowie in Untergruppen auszutauschen.

Offensichtlich dem Zeitgeist geschuldet, hat sich aber in den letzten Wochen die Videokonferenz bei den meisten Besprechungen durchgesetzt, und es geht nunmehr eher darum, wer die „schickere“ oder auch nur die datenschutzrechtlich abgesichertste Software benutzt.

Ich gestehe dabei gerne ein, dass eine Echtzeitbildübertragung insbesondere von den sprechenden Personen ebenfalls Inhalte transportiert und zudem das gegenseitige Verständnis durchaus unterstützen kann, aber gebe auch zu bedenken, dass der Mehrwert gegenüber normalen Telefonkonferenzen überschaubar ist und im Gegensatz zu den Bildtelefonaten zweier Personen untereinander Gefahren birgt, da Video- und Tonmitschnitte sowie die beliebten Screenshots von jedem Teilnehmer und zu jeder Zeit von allen anderen Personen gemacht werden können.

Aber wie es so schön heißt, „don’t fight the system“ und versuche das Beste daraus zu machen.

Da nach dem Wegfall der COVID-19-Beschränkungen wohl die meisten wieder in den alten Trott verfallen werden, muss man davon ausgehen, dass die Videokonferenzen eher wieder zur Ausnahme und dadurch wohl auch wieder alleine aus Kostengründen eher von potenteren Unternehmen und Institutionen weiter verwendet werden.

Der Einsatz einer Videokonferenzsoftware, die mehr als Bildtelefonie und einer rudimentären Chat-Funktion bietet sowie datenschutz- und urheberrechtlich abgesichert ist, wird für die meisten Anwender technisch wie finanziell nicht realisierbar sein.

Und sollte eine solche „Volks“-Software doch noch auf den Markt kommen, muss diese sich auch dort noch durchsetzen.

Deshalb versuche ich jetzt in meinem Bereich eine Hybrid-Lösung zu etablieren. Zum einen verwenden wir jetzt eine datenschutzrechtlich weniger bedenkliche und auch einfachere wie kostengünstigere Videokonferenz-Software und zum anderen verwenden wir eine bewährte Foren-Software, die wir beide in Kombination miteinander verwenden möchten.

Damit können wir den Vorteil der Videokonferenzen mit dem für alle einfachen Weitergeben von Inhalten in Foren kombinieren und damit für unseren Bereich die Kommunikation untereinander sicherstellen.

Wer jetzt aber weitergehendere „Features“ wie z. B. Abstimmungs- und Planungstools mit integriert haben möchte, dem empfehle ich nun bereits zum dritten Mal die eingangs erwähnte Avatar-Lösung, weil sie bereits vorhanden und inzwischen auch bewährt ist sowie Ressourcen schont – ein Vorteil, den man angesichts unsere Umwelt- und Rohstoffprobleme durchaus in Betracht ziehen sollte!

Zudem bietet sie den Vorteil, dass sie für die meisten Nutzer einfach zu verstehen und zu „erspielen“ ist.

„Reading maketh a full man; conference a ready man; and writing an exact man.“

Francis Bacon, Of Studies – Essays (1625)