Impressionen

Wahlkampfimpressionen 5 (12)

Beitragsfoto: Wahlkampfrestbestände und Behördenschreiben

Auch dieser Wahlkampf hat mir wieder Spaß gemacht. Dieses Mal war er für mich allerdings etwas Besonderes, da ich als Vereinsvorsitzender für diesen Wahlkampf verantwortlich bin. Deshalb führe ich meine eigenen Wahlkampfimpressionen in diesem Blog-Beitrag zusammen — als kleine Erinnerung.

Und auch andere Mitbürger haben sich so ihre ganz eigenen Gedanken gemacht. Da ich beim letzten Infostand der EUROPA-UNION von einem Pressevertreter gefragt wurde, ob ich jetzt auch bei der CDU sei, habe ich dann lieber doch einmal bei Brigitte Fritz-Kador nachgefragt, ob sie wisse, dass ich Vorsitzender der Freien Wähler bin. Sie bejahte dies und teilte mir mit, dass sie ihre Formulierungen sehr bewusst träfe — da haben wir etwas gemeinsam.

Auch wenn wir Freien Wähler prüfen werden, ob es bei dieser Wahl tatsächlich mit rechten Dingen zu ging, werden wir das Ganze sportlich und sicherlich davon Abstand nehmen, die Wahl anzufechten, denn die Heilbronner Stadtverwaltung hat sich jetzt schon mehr als genug blamiert. Und als Heilbronner reicht es mir schon voll und ganz, wenn wir über uns selber lachen (können) und dann aber auch einmal gucken, was wir beim nächsten Mal doch etwas besser machen könnten oder gar sollten.


Vandalismus bei Bauzaunbannern

Spaßbremsen 4.7 (14)

Beitragsfoto: Vandalismus bei Bauzaunbannern | © Herbert Burkhardt

Heute sind es noch 10 Tage bis zur Wahl und meines Wissens hat noch keiner verlautbart, dass es sich hierbei um mindestens eine super-duper Wahl handelt. Jene, die sich schon etwas länger mit Politik beschäftigen, die wissen um den Ernst — ja wir wählen in Heilbronn gleich zwei „Parlamente“ — beider Wahlen. Die etwas wissenschaftlicher Angehauchten unter uns diskutieren zusätzlich noch, ob beide Volksvertretungen überhaupt Parlamentscharakter besitzen, was allerdings die Bedeutung beider Wahlen keinesfalls schmälert.

Thema dieses Blog-Beitrages ist aber nicht die Bedeutung beider Wahlen, meine Leser kennen diese sicherlich, sondern ich möchte mich ein wenig über die Spaßbremsen unter uns auslassen, die keine 14 Tage vor der Wahl endlich halbwegs wach und dabei auch noch ziemlich aktiv werden. Ich kann mich nun kaum noch vor Gesprächsangeboten retten!

Allen Ernstes wurde ich gefragt, ob ich zur Diskussion „Kleinkinder erzählen Erwachsenen etwas über die Welt“ erscheine und mich entsprechend belehren lasse. Muss ich mich doch bereits mit jugendlicher Konkurrenz auseinandersetzen, die ohne Mami oder Papi nicht einmal das Rathaus findet. Gut, ich war in deren Alter ebenfalls politisch aktiv, hatte bereits eine Jugendorganisation mitbegründet und drückte selber noch die Schulbank, war dabei allerdings nicht so übergeschnappt, dass ich Erwachsenen die Welt erklären wollte. Und im Gegensatz zu diesen jugendlichen Politstars, hatte ich weder Probleme mit meiner Lehre, noch mit meinem Universitätsstudium, die ich beide erfolgreich hinter mich brachte.

Dafür erklären mir jetzt ein paar völlige Loser, die es nicht einmal fertig gebracht haben, ein soziales Jahr abzuleisten, wie man unsere Stadt nach vorne bringen oder gar besser machen könne. Bevor ich anderen erzähle wie die Welt funktioniert, sollte ich wenigstens eine Lehre oder vielleicht sogar einen Studienabschluss erfolgreich hinter mich gebracht haben und mich zudem ohne Partei ernähren können. Sobald diese Damen und Herren dann „ohne alles“ in unseren Parlamenten sitzen, schnappen sie völlig über und behandeln ihre Mitbürger wie Deppen — ok, jene, die sie gewählt haben, sind es auch!

Aber auch Bürger, die sich sonst nie für Politik und unsere Gemeinschaft interessieren, sind jetzt ganz plötzlich aktiv und fordern allen Ernstes von den Freien Wählern ein Wahlprogramm ein — wie es meine Leser wissen, haben Parteien Wahlprogramme, zumindest sollten sie neben ihren Grundsatzprogrammen welche haben. Der Charme der Freien Wähler ist es aber gerade doch, dass wir ohne Grundsatz- und Wahlprogramme Politik für unsere Mitbürger machen wollen! Damit bieten wir eine Alternative zu den durchaus wichtigen und für Demokratien notwendigen Parteien — wohlgesagt eine Alternative, wir haben nicht vor, Parteien zu ersetzen. Wir würden uns aber durchaus freuen, wenn diese zumindest etwas besser werden könnten, z. B. dadurch, dass sie verstärkt Kandidaten aufstellen, die auch selber etwas können und leisten.

Einer unsere lokalen Volksvertreter war jüngst richtig stinkig darüber, dass er zu wichtigen Gesprächen nicht mehr eingeladen wird, was ich durchaus verstehen kann, da er nichts zu sagen hat. Noch stinkiger waren ein paar völlig irre Mitbürger, die uns Freie Wähler aufforderten, u. a. die Renten zu erhöhen, die Asylanten und andere Mitbürger aus Deutschland zu entfernen und ansonsten dafür zu sorgen, dass die Wohltaten, die es wohl in der Russischen Föderation für Rentner gibt, auch bei uns einzuführen. Selbstverständlich hat man diese Forderungen mit einem Ultimatum versehen und dem Hinweis, dass wir unsere Antworten zusätzlich noch an völlig unbekannte Menschen schicken sollen.

Mit diesem Blog-Beitrag drücke ich mich gerade davor, ein paar Wahlprüfsteine zur Bildungspolitik zu beantworten, wobei die Verfasser eigentlich nur wissen möchten, was wir als Freie Wähler tun wollen, dass sie sich als Eltern noch weniger um ihre eigene Brut kümmern müssen.

Ich kann zwar selbst als Vorsitzender inhaltlich nicht für die Freien Wähler sprechen und habe deswegen einmal unsere in der Bildungs- und Schulpolitik ebenfalls versierten Mitglieder um deren Meinung gefragt, um dann doch noch höflich das eine oder andere kundzutun — man kann einfach nicht jedem Betroffenen mitteilen, dass er nicht „die hellste Kerze auf der Torte“ ist (dies habe ich gerade von Gerd Hofmann übernommen).

Aber ich kann als Freier Wähler sagen, dass ich es persönlich ganz gut fände, dass wir nicht nur einen Elternführerschein einführen, wobei Eltern nur mit einem gültigen Elternführerschein Kindergeld und sonstige Transferzahlungen erhalten, sondern gleich auch noch einen Wählerführerschein, der sicherstellt, dass alle Wahlberechtigten wenigstens ein bisschen Ahnung davon haben, was sie so alles mit ihren Kreuzchen anstellen.

Eigentlich wollte ich mich noch viel mehr und noch deutlicher hier in diesem Blog-Beitrag äußern, dann aber bat Herbert Burkhardt um Unterstützung, da einer unserer 30 Bauzäune nun bereits zum zweiten Mal von ein paar Mitbürgern aus seinen Verankerungen entfernt und ins Feld geworfen wurde. Unabhängig vom Schaden, der dabei entstand, müssten diese Randalierer doch wissen, welche Gefahr von einem nur so rum liegenden Bauzaun ausgehen kann. Und so nehmen es diese Menschen, wie übrigens die meisten weiteren Spaßbremsen auch, einfach so hin, dass ihre Mitbürger völlig unnötiger Weise an Leib und Leben gefährdet werden.


Grillen

Endspurt 4.3 (11)

Beitragsfoto: Grillen in Frankenbach

In 14 Tagen werden die Heilbronner über ihren neuen Gemeinderat entscheiden. Auch wenn bereits sehr viele Mitbürger kundgetan haben, dass sie schon längst per Briefwahl gewählt haben, möchten wir Freien Wähler nichts unversucht lassen und kämpfen weiterhin um jede Stimme. Wenn wir in Heilbronn etwas zum Positiven verändern möchten, dann bedarf es einer möglichst großen Freie Wähler-Fraktion im Gemeinderat.

Als Vereinsvorsitzender habe ich Herbert Burkhardt gebeten, diese Fraktion erneut im Gemeinderat anzuführen. Auf seine Erfahrung möchten und können die Freien Wähler nicht verzichten. Schön wäre es, wenn ich mich auch mit Herbert Burkhardt im Gemeinderat inhaltlich auseinandersetzen könnte. Bekanntlich verteilt man aber das Fell des Bären erst wenn dieser auch erlegt wurde. Wie es Heiner Dörner gestern bei einer Veranstaltung so schön ausdrückte, wir Freien Wähler stehen als Verein so gut da wie noch nie in Heilbronn — am 9. Juni 2024 müssen dies aber auch die anderen Heilbronner so sehen und zudem mit ihren Stimmen untermauern. Spätestens am 12. Juni 2024 sind wir dann alle etwas schlauer.

Und wie schon öfters geschrieben, der Wahlkampf hat mir auch dieses Mal sehr gut gefallen, auch wenn ich es noch besser gefunden hätte, weiterhin einfach nur so als einfacher Wahlkämpfer mitzumachen — man kann aber nicht alles haben. Positiv wurde ich davon überrascht, dass die „alten Haudegen“ bis heute mitziehen und wir zudem ein paar jüngere Freie Wähler gewinnen konnten, die hoffentlich nach dieser Wahl ebenfalls ein positives Fazit für sich ziehen werden und in Folge davon den Freien Wählern erhalten bleiben.

Schön war es wieder, dass meine bessere Hälfte und dieses Mal sogar als eigene Kandidatin an meiner Seite steht. Schön auch, dass sich ein paar Freunde dazu durchringen konnten, mich bei meinem Wahlkampf aktiv zu unterstützen — auch wenn sie sich selber in einer Partei verorten.

Erfreulich, dass zumeist jüngere Konkurrenten die Bälle, die ich in deren Feld geworfen habe, gerne aufgenommen hätten — leider wurden sie dann von ihren eigenen Mitstreitern daran gehindert. Als Beispiel möchte ich eine kleine Heilbronner Eigenart ansprechen, die noch in meiner Jugend so schön gespielt wurde: „die Besten, die Allerbesten, die Allerallerbesten usw. und sofort“. So hatte ich mich schon darauf gefreut, als eine Partei, der ich selbst einmal vor Jahrzehnten angehörte und für die ich doch so einige Wahlkämpfe gefochten hatte, mit „die Besten“ plakatierte. Ich konnte meine eigenen Mitstreiter dafür gewinnen, dass wir nun selbst mit „die Allerbesten“ antworteten.

Weniger erfreulich, wie gestern ein Fraktionsvorsitzender reagierte, den ich selbst noch aus dem Konfirmationsunterricht kenne, als er den folgenden Zeitungsartikel in der Heilbronner Stimme zur Kenntnis genommen hatte — absolut unprofessionell.

Dieser Zeitungsartikel ist nicht einfach so aus den Wolken gefallen. Über Wochen hinweg habe ich versucht, diesbezüglich mit den Fraktionsvorsitzenden und dem zuständigen Bürgermeister zu sprechen — die haben sich, wie üblich bei unangenehmen Bürgeranfragen, nur tot gestellt. Und so haben wir Joachim Friedl gebeten, sich unsere Sorgen einmal anzuhören. Zugegeben, ich hätte nie daran gedacht, dass er so einen gelungenen Artikel daraus macht.

Weniger tot stellten sich die Fraktionsvorsitzenden als es um die gestrige Veranstaltung der Freien Wähler mit einem anderen Verein ging. Sobald sie davon Wind bekommen hatten, scheuten manche nicht einmal davor zurück, dem Vereinsvorsitzenden auch noch schriftlich zu drohen. Ich kann es verstehen, dass bei manchen im Wahlkampf die Nerven etwas blank liegen, aber wie wenig seriös sie sich dann dabei benehmen können, lässt nichts Gutes für unsere Zukunft erahnen. Der Vereinsvorsitzende wollte selbst keine Anzeige riskieren und auch nicht, dass die Parteien den von ihm vertretenen Verein nicht weiter unterstützen, und knickte ein. Ich gehe einmal davon aus, dass dieser Verein auch künftig keine ausreichende Unterstützung erhalten wird, denn dazu müsste der Verein schon einen Gemeinderat mit Parteibuch in den Vorstand holen — das funktioniert in Heilbronn ganz gut.

Dies alles bleibt sehr vielen Heilbronnern allerdings nicht verborgen und so war ich gestern überrascht, wie deutlich solches Verhalten von den Bürgern angesprochen und bewertet wurde. Besonders gefallen hat es mir, als ein langjähriges Mitglied einer Partei erklärte, dass man unsere Stadtverwaltung nicht nur sehr stark ausdünnen müsste, sondern dazu auch noch die Mitarbeiter viel besser für deren eigentliche Aufgaben und Tätigkeiten qualifizieren — einschließlich einer zeitgemäßen Digitalisierung.