Kleinkunst

28.11.02025 5 (4)

Beitragsfoto: Kleinkunst | © Bettina Kümmerle

Kreisversammlung

Seit inzwischen zwanzig Jahren leite ich die Kreisversammlungen der EUROPA-UNION Heilbronn und so auch heute. Dieses Jahr ist es wieder einmal soweit und wir wählen einen neuen Kreisvorstand. Und auch dieses Mal bestehe ich auf eine geheime Wahl, zumindest die des Vorsitzenden.

In Kürze muss ich meinen Laptop liegen lassen und mich an den Veranstaltungsort begeben, denn auch dieser möchte vorbereitet werden. Ganz ohne Frage, jede Versammlung wie auch jede Besprechung und auch jede Vorlesung wollen vorbereitet werden. Der aktuelle Vorstand und auch ich, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt liegt es an den weiteren Mitgliedern, um auch diese Versammlung zum Erfolg zu führen.

Fun Fact am Rande: zum ersten Mal hatte ich einen Schriftverkehr mit einem Nichtmitglied, das sich gerne aktiv bei der Kreisversammlung einbringen wollte. Noch ticken die Vereine etwas anders als Parteien, wo manche erst dann Mitglied werden (wollen), wenn sie auch gewählt wurden.

Ein Karton

Guido Kühn hat es heute wieder sehr schön auf den Punkt gebracht.

Vermischtes

Es gibt immer wieder Blog-Beiträge, die ich einfach teilen muss. Ein solcher stammt heute von Stefan Rose und trägt den Titel „Sauerländer Scholle“. Ich fürchte dabei, dass dies allerdings ganz bewusst von sehr vielen der entsprechenden Politiker so gehandhabt wird, denn je nach Wählerschaft gewinnen sie genau damit an Beliebtheit — auch Donald Trump hat diese Methode ganz bewusst kopiert.

Heute Morgen durfte ich zusammen mit Detlef Stern ein klein wenig am Weblog basteln, was u. a. dazu führte, dass es sich nicht einfach so aus dem Internet verabschiedete. Es zeigte aber ganz deutlich, dass ich demnächst — ein sehr dehnbarer Begriff — doch mit seiner Sanierung weitermachen muss.

Auf alle Fälle aber habe ich wieder einiges Neues gelernt und zudem Altes aufgefrischt. Ich sollte mich doch einmal als Gasthörer bei ihm einschreiben.

Über Jahre hinweg, seit meinem ersten iPhone, besaß ich einen dazu passenden „Geldbeutel“ in Buchform und störte mich auch nicht daran, dass ich diesen jedes Mal beim Modellwechsel des Mobiltelefons neu anschaffen musste. Die alten Geldbeutel behielt ich, weil immer noch gebrauchsfähig, und verstaute sie in einer Schublade. Von Modellwechsel zu Modellwechsel musste ich dabei eine schleichende Qualitätsminderung des Produktes miterleben, was nun dazu führte, dass der aktuelle Geldbeutel einfach so zerfällt. Da meine bessere Hälfte vor ein paar Jahren ebenfalls auf dieses Produkt wechselte, muss ich nun feststellen, dass dies kein Einzelfall mehr ist — das Produkt wurde nicht nur jedes Mal teuerer, sondern dabei auch noch schlechter.

So schlecht, dass ich von dieser Firma keine weiteren Produkte mehr kaufen werde. Seit gestern besitze ich nun ein ganz neues Gadget welches die Geldbeutelfunktion übernehmen soll. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass sobald wir alle Karten, Führerscheine und Ausweise auch in einer digitalen Version haben, ich mir auch dieses Gadget sparen werden kann.

Erfreulich heute, dass unser Topfproblem gelöst wurde. Beate und Jürgen Maurer konnten uns einen neuen Kochtopf zu beschaffen, was nicht so einfach ist, wenn der Vorgängertopf eigentlich lebenslang halten sollte. Und auch dabei haben wir etwas gelernt, nämlich, dass man manche Töpfe langsam anheizen muss — aber so lange einem der Hersteller garantiert, dass man sie doch noch zum Kochen verwenden kann, dürfte die Welt zumindest vorerst in Ordnung sein.

Weniger erfreulich, dass nun unsere Mokakocher, einer nach dem anderen, ihren Geist aufgeben. Zeit, um sich über den Begriff „lebenslang“ einmal etwas nähere Gedanken zu machen. Aber auch hierbei ist zu beobachten, dass je älter das Produkt ist, umso länger hält es — was bei lebenslang eigentlich keine Rolle spielen sollte!

Was nun aber erklären könnte, warum ein zu „lebenslänglich“ zu Verurteilender inzwischen gleich mehrere Jahrtausende an Gefängnisstrafe erhält, denn sonst ist er gleich nach ein paar Monaten schon wieder auf freiem Fuß.

Schon etwas länger sind ehemals lebenslängliche Ehen kurz nach der Hochzeitsnacht und manchmal sogar bereits davor auch schon wieder geschieden. Manchem Ehepartner mögen dabei die wenigen Wochen oder Monate bereits als halbe Ewigkeit vorkommen.

Was ebenfalls spannend ist, denn man kann dabei feststellen, dass je länger wir Menschen durchschnittlich leben das entsprechende Lebenslänglich immer kürzer wird.

Damit dürfte die Zeit an sich ein sehr dehnbarer Begriff sein. Und auch hierbei haben es Computer einfacher, denn sie nutzen seit dem 1. Januar 1970 00:00:00 UTC die Unix-Zeit und zählen die einzelnen Sekunden nach oben.

Bis zum Jahr 2038 gibt es dabei keine Probleme — und wer noch den Y2K-Bug kennt, der weiß, dass auch nicht darüber hinaus. Bei den bisher vorherrschenden 32-bit können insgesamt 2 147 483 647 Sekunden hochgezählt werden, was am 19. Januar 2038 um 03:14:07 UTC dazu führt, dass wir allesamt wieder ins Jahr 1901 zurückkehren. Wir wollen dabei allerdings nicht meckern, denn das schafft unsere aktuelle Bundesregierung sehr viel schneller!

Inzwischen rechnen immer mehr Systeme mit 64-bit, was uns ca. 292 Milliarden Jahre Zeit gibt, um über andere Möglichkeiten nachzudenken. Beim heutigen Lebenslänglich ist zudem sichergestellt, dass es bis 2038 keinen einzigen Rechner mehr geben wird, der mit 32-bit rechnet.

Manche Leser fragen sich nun vielleicht, wie viele Sekunden bereits seit 1970 — übrigens ein sehr gutes Jahr! — vergangen sind und möchten gerne den aktuellen Unix-Timestamp wissen.

Aktuell (beim Schreiben dieses Beitragsteils) ist der Unix-Timestamp: 1 764 341 161, was genau um 14:46:01 Uhr der Fall war. Was zu einer weiteren Erkenntnis führt, nämlich der, dass man tatsächlich alt ist, wenn man vor dieser Zeitrechnung geboren wurde und mit einem negativen Unix-Timestamp aufwarten kann.

Meiner ist -226 335 600 und lässt mich für heute schon etwas nachdenklich zurück.

„Jede Gesellschaft hat ein für sie problematisches Verhältnis zur Interaktion, auch dann, wenn sie interaktionsfreies und gleichwohl gesellschaftliches Handeln ermöglicht, zum Beispiel Schreiben und Lesen.
Und jede Interaktion hat ein für sie problematisches Verhältnis zur Gesellschaft, weil sie als Interaktion keine Autarkie im Sinne einer vollständigen Geschlossenheit des Kommunikationskreislaufs erreichen kann.“

Niklas Luhmann (2021: 552)

Zettelkasten

Wochenrückblick 45 5 (2)

Beitragsfoto: Zettelkasten | © Africa Studio, Shutterstock

Heute einmal mit weniger Laune geschrieben, wobei ich feststellen durfte, dass die Rundschreiben weiterhin von mindestens 60 % der Empfänger auch geöffnet werden. Ob sie das Rundschreiben dann auch lesen, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Diese Woche hatte ich keine so große Lust zum Schreiben, was durchaus am Wetter liegen kann. Und auch zum wöchentlichen Rundschreiben muss ich mich eher zwingen, vor allem weil bei diesem Wetter ein Spielewochenende angesagt ist. Da ich seit ein paar Tagen aber eine Niederlage nach der anderen einfahre, hilft vielleicht ein klein wenig Ablenkung weiter.

Diese Unlust scheint auch andere Blogger zu befallen. Konstantin Klein finde ich nur noch als Landing Page, ein paar weitere Blogger habe ich mangels Beiträge aus meiner Blogroll entfernt und heute gab es schon wieder ein Splitterbrötchen ohne Essensempfehlung.

Wer regelmäßig schreibt, der stellt irgendwann fest, dass einem die Sätze nicht immer einfach so zufallen. Mir hilft es, dass ich beim Schreiben nur versuche, meine eigenen Gedankengänge etwas besser in Ordnung zu bringen. Richtig aktiv werde ich allerdings erst dann, wenn es etwas zum Wundern gibt, eine Sache zu der ich einfach meinen Senf dazugeben muss. 

Meinen Zettelkasten möchte ich mit jenen Sätzen und Bruchstücken füllen, die sich dann später nach einer ausgiebigen Recherche zu Neuem und fundiert Hinterlegtem zusammenfügen. Da mir meine bisherige Erfahrung zeigt, dass dies ebenfalls eher eine Art von Selbstbeschäftigung ist, kann ich das tiefgründige Nachgraben auch gleich durch mein Gefühl und langjährige efolgreich gepflegte Deutungsmuster ersetzen. Und so schreibe ich an keinen Büchern mehr, frage mich zudem, ob es überhaupt noch Sinn macht, das geplante E-Book zu veröffentlichen — es fehlt dabei weiterhin an der zugesagten Zuarbeit von viel zu vielen Freiwilligen; die Unlust greift aktuell wohl überall um sich.

Erfreulich diese Woche das Gespräch mit Detlef Stern, mein Eindruck, dass ein paar Studenten tatsächlich zugehört haben, das Europäische Frühstück mit Gleichgesinnten und zum Schluss dann noch der Rekordversuch am jüngst ausgerufenen Welttanztag. Da auch eine Tanzschule aus der Schweiz mit dabei war, könnte man nun wenigstens von einem deutschsprachigen Welttanztag sprechen. Der Zweck heiligt die Mittel und so baue ich darauf, dass ausreichend Spenden für einen guten Zweck zusammenkamen.

Ein wenig Schwimmen, noch weniger Gartenarbeit und, dabei muss ich erneut an Chris Kurbjuhn denken, gab es zudem ein sehr unterhaltsames Martinsgansessen. Wobei ich einem Wiener Schnitzel, eher aber nach Wiener Art, den Vorzug gab. Obwohl die Küche eine exzellente ist, dürfte an diesem Tag das Küchenpersonal ebenfalls weniger Lust als sonst gehabt haben, die Gespräche rissen es dann aber wieder heraus.

Auch wenn ich viel schreibe, manchen zu viel, aber immer noch weniger als zu meinen besten Zeiten, sind es die persönlichen Gespräche, zu zweit oder auch in größeren Runden, die für mich mein Leben lebenswert machen. Und wenn dann noch ein paar Spielerunden mit hinzu kommen, dann ist die Welt zumindest für mich völlig in Ordnung. Alles andere ist nur Nebensache, manchmal leider aber zum Leben notwendig.

Und dann saß ich noch mit einer Büchernärrin zusammen, die auf ihre unzähligen Bücher starrte und sich am Ende ihren eigenen Lebens befindend fragte, was sie damit nun noch machen könne — ich wollte sie nicht noch mehr enttäuschen und unterließ es ihr mitzuteilen, dass der Container schon produziert wurde, wohin diese Bücher demnächst allesamt landen werden.

Und so ist es wohl mit unser aller Leben, die über Jahrzehnte mit viel Engament gesammelten Sachen und Dinge landen alle einmal auf dem Müll — was bleibt sind Erinnerungen, für den Fall, dass man noch welche hat.

Was mich nun wieder einmal fragen lässt, ob unser Konzept des ewigen Wachstums und völlig unkontrollierten Konsums das richtige ist! Hätte ich heute Lust zu schreiben, gäbe dies wohl einen eigenen Blog-Beitrag.

Sollten Sie bis hierin gelesen haben, dann bedanke ich mich bei Ihnen von ganzem Herzen! Es gibt für uns alle immer noch Besseres zu tun, und so freue ich mich sehr, dass Sie Ihre kostbare Zeit für meine heutigen Zeilen aufgewendet haben.

Was findet man diese Woche so im Blog?

Wer genau hinschaut, der findet im Blog noch weit mehr, wie zum Beispiel meine Ausführungen zu den inzwischen obligatorischen Größenvergleichen.

Wie immer, es gibt weiterhin ein paar kleinere Aufreger, die dieses Mal leider keine mir bekannten Reaktionen hervorriefen. 

Kommende Woche wird weniger spannend, zumindest was das echte Leben anbetrifft. Wobei ein paar gute Gespräche in Stuttgart fest mit eingeplant sind. Meine meseno-Fahrt entfällt, dafür bereite ich in dieser Zeit meine kommende Vorlesung vor.

Ich freue mich auf viele Begegnungen und auf den einen oder anderen Schriftverkehr. 


MacBook

Größenvergleiche 5 (8)

Beitragsfoto: MacBook | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Es ist immer wieder spannend, wenn man versucht, seine eigene kleine Welt in Relation zu etwas anderem zu setzen. Mein Blog hat eine kleine, aber feine Leserschaft, es würde mich dabei nicht erstaunen, wenn ich dem größten Teil davon schon einmal selbst über den Weg gelaufen bin; die meisten dürfte ich aber auf alle Fälle persönlich kennen.

Da man gerne auch bei anderen guckt und dabei feststellt, dass auch diese sich Gedanken über ihre eigene kleine Welt machen, unterliegt man sehr schnell der Versuchung, Größenvergleiche anzustellen — was wohl allzu menschlich ist.

Um diese Größenvergleiche herum ist ein ganzer Wirtschaftszweig entstanden, den man nur deswegen nährt, weil viel zu viele ganz genau wissen wollen, wo sie im Vergleich zu anderen stehen und dies wohl auch in der Hoffnung, sich zumindest mit an der Spitze wiederzufinden.

Und auch für diese Mitmenschen gibt es inzwischen einen eigenen Wirtschaftszweig, der dafür sorgen möchte, dass sich genau diese Menschen auf irgendwelchen Listen wiederfinden, möglichst dabei an der Spitze.

Um das Ganze nun in Relation zu setzen, versuche ich es einmal mit ein paar sehr ungenauen Schätzungen; meine Leser können mir sehr gerne exaktere Daten zur Verfügung stellen.

Insgesamt dürften wir aktuell acht Milliarden Menschen sein, von denen die meisten auch die Möglichkeit haben, sich durch das Internet mit anderen Menschen zu vernetzen. Diese Menschen dürften so um die 20 Milliarden Geräte besitzen, mit denen man auf das Internet zugreifen oder sich mit diesen mit dem Internet verbinden kann.

Rein theoretisch könnten so etwa 20 Milliarden Geräte auf mein Weblog zugreifen, wobei ich — und ich mochte da keinem Kühlschrank zu nahe treten — eher auf die acht Milliarden Mitbürger aus wäre.

Diesen acht Milliarden Mitbürgern stehen grob geschätzt zwischen einer und zwei Milliarden Websites zum Lesen zur Verfügung. Wie gesagt, die weiteren gut 18 Milliarden Geräte dürften das Deep Net bevölkern, bestreiten inzwischen das Grundrauschen unserer Welt und dienen eher beruflichen Zwecken.

Da aber auch so zwei Milliarden Websites schon einmal eine Ansage sind und noch dazu kein einziger Mensch in der Lage wäre, jede einzelne davon einmal selbst aufzurufen, müssten wir sehr froh darüber sein, dass grob geschätzt nur 20 Prozent davon auch gepflegt und gehegt werden.

Was dennoch eine sehr gewaltige Summe von ca. 400 Millionen aktiver Websites und Weblogs ergibt! Und auch diese wird kein einziger Mensch jemals in Gänze bestaunen können. Rein rechnerisch kommen so 20 Menschen auf jede einzelne Website und wenn man davon ausgeht, dass jeder Mensch am Tag zehn unterschiedliche Websites aufruft, könnte man mit 200 Besuchern am Tag rechnen.

Nach diesem Ausflug in die Welten des Internets komme ich wieder zurück zu meinem eigenen Blog und gebe mich einfach damit zufrieden, dass dieser ganz gut in die Bandbreite von 20 bis 200 täglichen Besuchern passt — wenn da nicht die vielen Bots und vielleicht sogar noch ein paar Kühlschränke mit dabei wären.

Auf alle Fälle aber bin ich damit sehr weit von einer möglichen Leserschaft entfernt, selbst wenn ich die acht Milliarden potenzielle Leser auf die 80 Millionen deutschsprachige herunter reduziere. Es könnte aber viel schlimmer kommen, denn wenn nur 1 % von letzteren auf mein Weblog zugreifen würden, dann müsste ich den Laden dichtmachen!

Eigentlich war es schon immer so, dass man aufpassen muss, was man sich wünscht.

Und so bin ich mit meinen gut 20 permanenten Lesern mehr als zufrieden, kenne fast alle meiner ca. 120 gelegentlichen Leser und freue mich auch immer wieder sehr darüber, wenn einmal ein oder zwei neue Leser hier vorbeischauen.

Mein Weblog spiegelt somit mehr oder weniger mein echtes Leben wider und erfüllt damit auch seinen Zweck als persönliches Weblog.

Den Wunsch, mit meinen Websites oder gar meinem Weblog die ganze Welt zu erreichen, habe ich bereits in den Nullerjahren wieder fallen lassen, und selbst wenn mein eigenes Sendungsbewusstsein wieder einmal in die große weite Welt des Internets blickt, sich dabei auch noch von anderen offensichtlich sehr erfolgreichen Blogs blenden lässt, denke ich sogleich wieder daran, dass eine sehr große Leserschaft auch sehr viel Arbeit und manchmal völlig unnötigen Ärger mit sich bringt.