Kreidetafel

4.11.02025 4.9 (7)

Beitragsfoto: Kreidetafel | © Pixabay

Ärgernis

Erst ein nettes Gespräch mit Detlef Stern, dann eine Vorlesung zu einem Thema, das nicht gerade auf meiner Hitliste steht. Und da die Studenten nur eine einzige Frage hatten, konnte ich den Bildungscampus etwas schneller wieder verlassen. Bis heute reizt er mich nicht so wie andere Campusanlagen oder Universitäten, die so richtig zum Verweilen, zu Diskussionen und Gesprächen, wie auch zur Lektüre in den unterschiedlichsten Bibliotheken einladen. Für mich hat diese Anlage immer noch den Charme eines Schnellrestaurants — ich führe das jetzt nicht noch näher aus.

Kurz darauf hatte ich meine bessere Hälfte informiert und wir zogen gemeinsam unsere Bahnen im Hallenbad. Alles in allem war die Welt heute für mich in Ordnung, so sehr, dass ich selbst die üblichen Dreckschweine in der Dusche ignorieren konnte, die noch heute nicht wissen, was man zumindest in Mitteleuropa unter Hygiene und Sauberkeit versteht.

Beim Verlassen des Bades bemerkte ich eine Schülergruppe der Heinrich-von-Kleist-Realschule, die gebannt auf die oberste Etage des Parkhauses starte und dazu noch einen Schüler ganz offensichtlich motivierte, die Brüstung zu besteigen. Ich dachte noch, eine Mutprobe wie früher und dann ganz kurz, sind diese Schüler dazu intellektuell überhaupt in der Lage, gleich gefolgt von, hoffentlich fällt der Schüler nicht herunter, als um 13.47 Uhr eine Cola Flasche neben mir einschlug und dank dem Plastik mich nur mit dem Getränk bespritzte. Wäre sie aus Glas gewesen, hätte ich mir und wahrscheinlich auch meine bessere Hälfte schwere Verletzungen zugezogen. Hätte der Schüler ein wenig besser gezielt, wäre ich wohl tot gewesen.

Nun muss ich umplanen und Zeit finden, um eine Strafanzeige stellen zu können — dies muss wohl auf einer Wache geschehen. Wenn ich wie viele meiner Mitbürger einfach nur wegschaue, dann fahren solche Schüler in wenigen Jahren mit dem Auto Menschen tot — einfach nur, weil es ihnen Spaß macht.

Nachtrag

Ein kurzes Telefonat mit der Polizeidienststelle meines Vertrauens ergab, dass man inzwischen die Onlinewache Baden-Württemberg nutzen kann. Ich bin beeindruckt! Strafanzeige gestellt.

Freiheit

Nachdem die meisten Menschen den Social Media verfallen sind, welche längst eine Öffentlichkeit präsentieren, die so (hoffentlich) nicht ist, kommen nun mit Grokipedia die Nachschlagewerke, die uns auch noch die Geschichte und sämtliche Begriffe so präsentieren, wie es die einflussreichsten Menschen dieser Erde gerne hätten.

Inzwischen werden auch weltweit jene Bücher, die nicht den Interessen unserer Mächtigen dienen, langsam aber sicher aus den Bibliotheken entfernt, meist noch fast unbemerkt und nur selten mit großem Brimborium. Ich hoffe nicht, dass ich es noch erleben muss, dass selbst die Nationalbibliothek ihre Pflicht zum Sammeln einschränkt oder gar das bereits Gesammelte unter Verschluss nimmt.

Auf alle Fälle wird es trotz Internet somit immer schwieriger an das Gesuchte oder gar verlässliche Fakten zu kommen, denn erst muss man sich durch die vielen fehlerhaften bis falschen Informationen quälen, die einem auch noch immer offensiver dargebracht werden. Laut Grokipedia, die Enzyklopädie für die etwas konservativeren Menschen unter uns, ist die AfD inzwischen die in-Partei Deutschlands; dass Donald Trump dort in den wohlwollendsten Tönen gelobt wird, hatte ich bereits berichtet.

Und was in einer Enzyklopädie steht, muss doch stimmen! Und damit kommt der Vielzahl von unabhängigen Weblogs eine immer größere Bedeutung zu, ob diese dies nun selbst wollen oder auch nicht. Denn sie schaffen mit ihren individuellen Sichtweisen auf unser Leben zwar keine Wahrheit und decken bestimmt damit auch nicht die Realität ab, aber sie bilden einen nicht so einfach zu manipulierenden Gegenpol zu einer immer kontrollierteren Meinung über unsere Welt — sie garantieren damit durch ihre Existenz die Möglichkeit, sich einmal andere Meinungen einzuholen.

Was man dann glaubt oder gar übernimmt, bleibt einem selbstverständlich weiterhin überlassen. Und so kommt gerade auch jenen Suchmaschinen eine immer größere Bedeutung zu, die nicht nur die gewünschten oder gar bezahlten Meinungen von ein paar wenigen einflussreichen Menschen wiedergeben, sondern ihre präsentierten Informationen auch aus weniger populären Websites ziehen.

Und diese Freiheit sollten auch Sie sich nehmen!

Vermischtes

Der Wochenstart begann mit meiner Runde durch den nördlichen Landkreis. Das eingefahrene Ergebnis zufriedenstellend. Danach gleich die heutige Vorlesung vorbereitet, wobei ich darüber reflektierte, was die Vorlesungen überhaupt für mich bedeuten. Da ich die Studenten offensichtlich nicht mehr interessieren oder gar erreichen kann, bekomme ich immer öfters das traurige Gefühl gegen Wände zu sprechen.

Da war mein Versuch einem Freund am Wochenende das Darknet zu erläutern und ein paar Aufenthaltsratschläge zu geben schon eine ganz andere Hausnummer. Unabhängig vom Thema ist es eine völlige andere Angelegenheit, wenn sich der Gesprächspartner tatsächlich für das jeweilige Thema interessiert.

Und nun bin ich selbst so motiviert, dass ich das Gespräch mit einem Profi suche, um meine künftigen Erläuterungen weiter verbessern zu können.

Dank Franz Schirm konnte ich gestern noch ein wenig im Garten wüten, was sich nun so langsam auch etwas bemerkbar macht.

Jimmy Kimmel

Heute ganz passend …

Und am Ende legte ein Jugendlicher noch Bonbons in die Schüssel anstatt die Schüssel samt Bonbons zu klauen. Unsere Jugend ist also noch nicht so ganz verloren.


Zettelkasten

Wochenrückblick 43 5 (2)

Beitragsfoto: Zettelkasten | © Africa Studio, Shutterstock

Routinen bestimmen unser aller Leben. Und so ist es wieder soweit, ich habe mein inzwischen fünftes Rundschreiben versandt.

Diese Woche begann für mich am 20. Oktober 2025 wie üblich mit einer Fahrt und zwar meiner Tour durch den nördlichen Landkreis. Inzwischen gefällt mir meine neu gewählte Strecke ziemlich gut und ich stelle während der Fahrt Wiederholungen fest. Jeder Mensch hat so seine Gewohnheiten und nun lerne ich jene von Menschen kennen, die nun meinen neuen Weg kreuzen.

Der entsprechende Blog-Beitrag handelt dabei mehr um die „No Kings!“-Demonstrationen, welche wieder einmal US-weit stattfanden und Millionen Demokraten auf die Straße brachten. Wichtiger dabei aber, wer nicht auf die Straße ging — eindeutig die Bevölkerungsmehrheit. Wir kennen das bereits vom Gelabere unserer Groß- und Eltern, welche selber nie Hitler wählten und ihn auch selber nie wollten.

Diktatoren kommen einfach so um die Ecke und sind ganz plötzlich da — es könnte dabei durchaus etwas mit der Bevölkerungsmehrheit zu tun haben, nur so eine Vermutung von mir.

Am 21. Oktober 2025 musste ich mich einfach über Heulsusen auslassen, bevor ich noch den vergangenen Tag etwas näher in Augenschein nahm. Es gab gute Gespräche und ein paar zuhörende Studenten. Auch habe ich planerisch das Ende meines Engagements an der Hochschule festgelegt. Es wird wohl mit dem Ende meiner letzten beruflichen Tätigkeiten zusammenfallen. Die Frage bleibt dabei noch offen, ob ich danach den Stoizismus einfach so zugunsten eines Hedonismus ersetzen kann und letztendlich auch möchte. Nach gut 50 Jahren Ehrenamt und beruflicher Tätigkeiten müsste auch einmal Schluss sein, am besten bevor der Sensenmann das Elend einfach so von sich aus beendet.

In einem Anfall von Selbstverliebtheit habe ich meine Lieblingsorden aussortiert, der Rest landet auf dem Müll — die anderen auch, nur halt etwas später.

Am 24. Oktober 2025 gab es in kleiner Runde etwas zu feiern, weitere gute Gespräche und einen Blog-Beitrag. Thema u. a. ein Welttanztag, der eigentlch keiner ist, und eine Straßburgfahrt, die mit dem Austausch sehr interressanter E-Mail endete. Manche Menschen verstehen noch, was ich meine und suchen das Gespräch.

Tags darauf machte ich mir u. a. Gedanken über unsere Abstiegsgesellschaft und verdaute dabei gleich zwei neu erschienene Bücher. Erfreulich ein heutiger Post eines mir leider nicht näher bekannten Bloggers, der aufgrund seiner Deftigkeit gerne anonym bleiben möchte. Auf alle Fälle habe ich ein paar seiner Zitate bei mir im Blog mitverbaut — passend zu meinem Thema Heulsusen und einer Möchtegernjugend.

Eines stellte ich dabei fest, es gibt inzwischen so viele interessante und auch informative Blogger, dass mich alleine die Lektüre deren Weblogs bei meiner Lektüre der Bücher, die ich auf alle Fälle gerne lesen möchte, zeitlich etwas einschränkt.

Die Frage dabei ist: ersetzen gute Blogs nicht nur schlechte, sondern bald auch ziemlich gute Bücher? Auf alle Fälle wird das Leseverhalten der kommenden Generation nicht mehr mit dem unsrigen (zumindest nicht meinem) übereinstimmen. Selbst die E-Books werden dies nicht mehr ändern können — die Welt dreht sich weiter und wer sich nicht mitdreht, der bleibt wie bisher auch auf der Strecke; egal wie viele Transferzahlungen dies zu verhindern versuchen.

Früher™ gab es die Regel, dass 5 % Ausschuss immer sind. Heute meine ich, dass ich mit 5 % überhaupt noch etwas anfangen kann. Das ist wohl der Schritt, den wir denkende Menschen allesamt seit Jahrtausenden bereits gehen müssen. Wir erkennen zum eigenen Schluss hin, dass wir einfach nicht mehr in die heutige Welt passen. Und wie seit Jahrtausenden auch, löst sich dies biologisch. Und jene, die mich jetzt noch nicht verstehen, die werden es auch bald und dies wohl schneller als es uns allen lieb sein dürfte: o tempora, o mores!

Und jetzt bin ich wieder einmal gespannt darauf, wer sich die Mühe macht und das fünfte Rundschreiben zur Kenntnis nimmt.

Gerne kann man mir einen Gruß in meinem Gästebuch hinterlassen! Dazu sind Gästebücher doch da. Oder einen meiner Beiträge mit eigenen Kommentaren würdigen. E-Mail, Telefonate oder das persönliche Gespräch gehen auch.

Kommende Woche wird etwas ruhiger, zumindest was das echte Leben anbetrifft. Auch gibt es erneut etwas zu feiern. Könnte sein, dass sich dies auch auf das Blog auswirkt.

Ich freue mich auf die Begegnungen in echt und auf den einen oder anderen Schriftverkehr. 


Zettelkasten

Wochenrückblick 42 4 (3)

Beitragsfoto: Zettelkasten | © Africa Studio, Shutterstock

Hier findet man nun mein bereits viertes Rundschreiben dieser Serie. So ganz auf die Schnelle geschrieben, da ich heute noch ein paar Termine habe. Das mit den Ruhetagen muss ich mir doch noch einmal etwas genauer anschauen.

Auch diese Woche begann erneut mit einem Montag – da muss ein System dahinter stecken, nur so meine Vermutung.

Am 17. Oktober 2025 hatte ich ein Gespräch mit einer Leserin. Nun vermisst Sie meine regelmäßigen E-Mail über jeden neuen Blog-Beitrag. Hier wäre es nun tatsächlich angebracht, mit einem RSS-Reader einfach mein Blog zu abonnieren. 

Und wer etwas mehr Geduld hat, der kann zumindest bis auf weiteres auf dieses Rundschreiben warten und erhält damit dann einen groben Überblick darüber, was ich so alles im Blog geschrieben habe.

Gleich am Montag, 13. Oktober 2025 schrieb ich über einen Höhenflug, Wehrpflicht und Vermischtes. Das mit der Wehrpflicht entwickelte sich kurz darauf zu einem Drama, wobei es überhaupt nicht mehr um Landesverteidigung oder die Bundeswehr geht. 

Tags darauf konnte ich u. a. über eine ziemlich abgehangene Opernaufführung schreiben. Wobei es noch den einen oder anderen Tipp gab.

Am 16. Oktober 2025 konnte man ein wenig mehr über mich erfahren, denn ich nahm an einer Blogparade teil. Ein extra Beitrag gab es über einen kürzlich verstorbenen Musiker, den finden jene, die auf meinem Blog ein wenig suchen.

Den letzten Wochenbeitrag gab es dann bereits am Freitag, 17. Oktober 2025, wobei ich über Bier und gute Pralinen schrieb. Selbstverständlich war das noch nicht alles! Auch die Bahnkrise, der Mormonismus oder Losverkäufer beschäftigten mich. Wen dies interessiert, der kann das über Inhalte oder die Suche im Blog finden.

Meinen schwarzen Humor ließ ich im Beitrag Neuzeit ein wenig durchblicken. Was im Beitrag Posthum vielleicht schon als Sarkasmus durchgeht.

Mit einem anderen regelmäßigen Leser unterhielt ich mich über Seitenaufrufe und Klicks. Ein Nischenlog wie meines hat einfach keine große Leserschaft. Und nun bin ich erneut gespannt darauf, wer sich die Mühe macht und das vierte Rundschreiben zur Kenntnis nimmt.

Gerne kann man mir einen Gruß in meinem Gästebuch hinterlassen! Dazu sind Gästebücher doch da.

Kommende Woche wird wieder sehr spannend, zumindest was das echte Leben anbetrifft. Könnte sein, dass sich dies auch auf das Blog auswirkt. Ich freue mich auf die Begegnungen in echt, auf eine Fahrt nach Straßburg, eine Geburtstagsfeier und auf den einen oder anderen Schriftverkehr.