Experimenta

9.2.02022 5 (1)

Experimenta | © Shutterstock

Impfpflicht

Schon alleine die aktuellen Streitereien zeigen, dass die Idee einer Impfpflicht reinem Populismus entsprungen ist. Selbst meine schlimmsten diesbezüglichen und hier im Weblog bereits aufgeführten Befürchtungen wurden bereits übertroffen.

Es fehlt unseren verantwortlichen Politikern nicht nur der dazu notwendige Charakter, sondern in erster Linie der Sachverstand, um überhaupt solche Gesetze zu schaffen und danach umgesetzt zu bekommen.

So nutzen diese jetzt die Diskussion um eine Impfpflicht höchstens zum eigenen Schaulaufen, wohl aber eher dazu, um der Konkurrenz zu schaden. Es hätte wohl jeden erstaunt, wenn es diesen um eine Schadensbegrenzung oder gar -abwehr und um das Wohl unseres Landes gegangen wäre.

Rundschreiben

Die letzten ereignis- und entscheidungsreichen Tage hier bei uns in Heilbronn — selbstverständlich Europa und die EUROPA-UNION betreffend — versuche ich heute noch in meinem monatlichen Rundschreiben zusammenzufassen und dabei auch über die kommenden Veranstaltungen zu informieren.

Zur OB-Wahl wurde schon viel zu viel geschrieben und gesagt, und es wird wieder einmal so weitergehen, wie die letzten Jahre auch — alles andere wäre ein Wunder gewesen. Ach, wie schön waren die Zeiten, als wir Heilbronner noch mit neuen Ideen und Entwicklungen glänzten.

Europäischer Brief

Wenn Europastammtische so viel neue Informationen beinhalten, dann muss man auch diese Stammtische nachbereiten, und so habe ich heute doch mehr zu tun als eigentlich vorgesehen. Dazwischen kam dann nicht nur das Vorlesen an der Dammgrundschule, sondern auch noch das Erscheinen des Europäischen Briefs. Das Erfreuliche daran ist, dass es diesen nun auch in einer deutschsprachigen Ausgabe gibt.

Die erste Ausgabe des Europäischen Briefs diesen Jahres trägt die Nummer 75 und widmet sich der Analyse des Justizproblems, mit seinem Ursprung im Konflikt zwischen Polen, das mit seinem autoritären Kurs zu kämpfen hat, und der Europäischen Union, die versucht, die Werte der Rechtsstaatlichkeit zu wahren. Gerne verweise ich hier nochmals auf einen Beitrag von Hans Müller.

Interessant dabei ist auch, was für Themen den Herausgeber des Briefes derweil noch so beschäftigen, nämlich die Möglichkeit großer politischer Veränderungen in Europa (sicherlich eine sehr positive Sichtweise der aktuellen Geschehnisse!). 

Frankreich, das die sechsmonatige Präsidentschaft der Europäischen Union innehat, wird die Konferenz über die Zukunft Europas abschließen, da sich Emmanuel Macron schwerpunktmäßig mit der Wiederwahl zum Präsidenten der Republik Frankreich beschäftigt — wer möchte ihm das verübeln?

Weiterhin merkt der Autor an, dass es auch wichtige Wahlen in Italien (die des Präsidenten der Republik) und Wahlen in Portugal gab.

Im Osten droht derweil die Krise in der Ukraine zu eskalieren, eine Eskalation, von der viele befürchten, dass sie außer Kontrolle geraten könnte; und noch weiter östlich, in der Nähe von Taiwan, verschärft sich die Rivalität zwischen China und den USA.

Vor diesem Hintergrund ist es dennoch sehr wichtig, dass sich der Brief mit dem Konflikt zwischen dem Europäischen Gerichtshof und Polen beschäftigt und dabei auch deutlich zu machen versucht, was für uns Europäer auf dem Spiel steht.

Hier finden Sie den aktuellen Europäische Brief …

Geburtstag des Tages

Wilhelm Maybach


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

30.1.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

Spaziergang

Heute kam die Sonne raus und meine besser Hälfte und ich nutzten dies sogleich für einen Spaziergang durch die Stadt. Ganz folgerichtig konzentrierten wir uns dabei auf die Sonnenstrahlen und blendeten die üblichen Ärgernisse einfach einmal aus. Mit festem Schuhwerk und entsprechender Kleidung kommt man auch durch die Heilbronner Fußgängerzone.

Und sobald man glaubt, dass man wirklich schon alles gesehen hätte, wird man wieder einmal überrascht. Genau das sind die schönen Seiten des Lebens. Heute gab es in der Fußgängerzone: Katze an der Leine!

Nein, kein Tiger oder Löwe. Und — emsige Lokalblattleser werden jetzt gleich spekulieren — auch kein Gepard. Noch wesentlich spektakulärer: Felis catus — die gewöhnliche Hauskatze!

Genauer beschrieben, waren es ca. 90 Kilogramm Mann mit einem Pfund Katze und zwei Pfund Leine.

Das toppt noch unser Erlebnis in Leipzig, als wir mit einem befreundeten Ehepaar in der dortigen Fußgängerzone unterwegs waren — wie üblich und ganz traditionell: zwei Männer voraus und zwei Frauen hinterher — und unsere Damen uns lachend darauf aufmerksam machten, dass uns gerade eine splitterfasernackte und äußerst attraktive junge Dame entgegengekommen ist. Unsere Blicke zurück, konnten beides bestätigen.

Und das war alles rein gar nichts gegen das heutige Erlebnis. Jetzt behaupte nochmals jemand, dass in Heilbronn nichts los sei!

Stöbern

Beim Lesen anderer Weblogs bin ich auf einen Beitrag von Valentin Trentin gestoßen, der sich darüber wundert, dass er keine Antwort auf Fragen wie „stehe es mit dem Verhältnis zwischen genetischen Präformationen und der Empirie des Lebens?“ erhalten hat.

Ich gehe davon aus, dass sich sehr viele unserer Mitbürger beständig solche oder ähnliche Fragen stellen und auch die eine oder andere Antwort darauf parat hätten. Aber es fehlt uns allen an den entsprechenden Medien oder Möglichkeiten, um dies dann auch schriftlich zu machen. Da ist es schon wesentlich einfacher, wenn man sich untereinander bei Stammtischen oder anderen Gelegenheiten austauscht; dies ist allerdings dann weniger nachhaltig, und viele solcher dabei erzielten Ergebnisse sind nach — auch den besten — Gesprächen wieder „verschwunden“ und bleiben kaum in den Gedächtnissen der beteiligten Menschen hängen.

Dies ist vielleicht auch der bestimmende Grund dafür, dass die Menschheit die Schrift erfunden hat. Märchen, Lieder, Gedichte oder gar Epen sind wohl die einzigen Übertragungsformen, die ohne schriftliche Dokumentation auskommen können.

Und wer jetzt doch seine Gedankengänge schriftlich öffentlich machen möchte, der greift heute eher auf die Mikroblog-Dienste, wie z. B. Twitter, zurück. Immer seltener ist die Nutzung von Foren, in denen man sich weit besser austauschen und diese Gespräche dann auch noch später nachvollziehen kann; deswegen werde ich auch in Bälde mein letztes Forum schließen.

Ganz selten — obwohl es davon bestimmt auch Millionen gibt — sind Weblogs, wo Einzelpersonen oder auch Personengruppen ihre Gedanken einer Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Meistens gehen diese Beiträge in der Gesamtheit aller Medienbeiträge unter, wobei nur wenige Interessierte diese Schätze letztendlich finden und noch weniger diese dann auch bergen.

So habe ich mich dazu durchgerungen, meine schon etwas älteren Gedanken zur Europäischen Idee in Buchform herauszubringen, damit diese für die interessierte „Nachwelt“ etwas besser zugänglich sind.

Nun aber wieder zurück zu Valentin Trentins Blogbeitrag „Öfter mal wesentlicher werden“ vom 30. Januar 2022. Trentin spielt dabei wunderbar mit Worten, Bildern und Ideen. Schon deswegen ist der Beitrag lesenswert. Und ich glaube, dass es doch den einen oder anderen dazu bewegt, mal wieder bei Goethe nachzuschlagen oder zumindest nachzugucken, woher eigentlich das Tucholsky-Zitat stammt.

Wahrscheinlich aber wird Trentin vergeblich — genau so wie ich übrigens bei den meisten meiner Beiträge auch — darauf warten, dass jemand die Kommentarfunktion nutzt, um darauf eine passende oder gar elaborierte Antwort zu geben. Dafür sind die Weblogs wohl nicht das ideale Medium; wobei ich mich sehr gerne eines besseren belehren lasse.

Gedicht des Tages

DAIMON, Dämon
Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

Johann Wolfgang von Goethe, Urworte. Orphisch (7. und 8. Oktober 1817)

Wort des Tages

Transklusion

Geburtstage des Tages

Franklin D. Roosevelt und Boris Spassky


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

23.1.02022 5 (1)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

After Life

Wieder eine Entdeckung, die ich einem Blogger zu verdanken habe. Dieses Mal beim Lesen eines Splitterbrötchens (DCCCLXX) von Chris Kurbjuhns Netzecke entdeckt: „Kultureller Wochenhöhepunkt war das freitägliche Durchbingen der dritten und letzten Staffel von Ricky Gervais‘ ‚After Life‘.“

So habe ich nun mit der ersten Staffel angefangen, britischen Humor zu genießen, wobei mich schon die ersten drei Folgen davon überzeugt haben, dass ich auch die dritte und letzte Staffel zu Ende schauen werde.

Die Handlung ist schnell erzählt: nachdem Tony Johnsons, gespielt von Ricky Gervais selbst, Ehefrau an Brustkrebs gestorben ist, verliert er den Halt und entwickelt seine ganz persönliche Sicht auf das restliche Leben. Lustig dabei auch, dass er als Journalist einer Lokalzeitung arbeitet, und so bleibt es nicht aus, dass ich mich doch des öfteren an unsere eigene Zeitung erinnert fühle.

Jetzt bin ich schon gespannt darauf, ob es Gervais’ Umfeld gelingen wird, ihn wieder zu einem „besseren“ Menschen zu machen?

Ko-fi

Als Blogger gucke ich gerne immer wieder auf anderen Blogs vorbei, schon alleine, um zu schauen, was die anderen Blogger so machen. Und so viel mir schon etwas länger ein Ko-fi Button auf dem Europa.blog auf. Ich könnte zwar Jürgen Klute fragen, ob sich das überhaupt für sein Weblog lohnt und bin mir dabei ziemlich sicher, dass es sich bei meinem Weblog nicht lohnen wird, aber dann sehe ich diese, sich bewegende, Kaffeetasse — ich bin halt weiterhin für alle Gimmiks sehr empfänglich — und meine Bedenken sind wieder einmal vergessen.

Ko-fi ist eine von inzwischen sehr vielen Websites, die sich zum Ziel gesetzt haben, durch „Spendensammeln“ u. a. für andere Websites einen eigenen Markt zu schaffen — aber dann ist da wieder diese wackelnde Kaffeetasse.

Und so habe ich diese nette Spielerei auch auf meinem Weblog integriert, ganz unten mittig, und ein paar Kaffeebildchen auf die dortige Website gestellt. Und siehe da, schau! — die ersten beiden Kaffeespenden habe ich bereits erhalten.

Als nächstes wird mir wohl Detlef Stern mitteilen, dass das Kaffeetassengewackel viel zu viel Unruhe in mein Weblog bringt. Dem entsprechend habe ich bereits schon den „Get-in-Touch-Button“ unten rechts auf dem Blog stillgelegt; auch so ein Gimmick, das ich mir aber weiterhin leiste — mit oder ohne Wackeln.

Und um Detlef Stern etwas „zu besänftigen“ habe ich sogleich eine Spendenaktion „Zettelkasten“ gestartet, die dazu dienen soll, um „mit dem Erfinder des Zettelkastens in einem bekannten Heilbronner Café einen guten Kaffee schlürfen und über Gott und die Welt sprechen“ zu können.

Und warum mache ich das? Einfach nur, weil ich es kann.

1023,3!

Bereits gestern hat die Inzidenz im Stadtkreis Heilbronn locker die 1 000er Marke gerissen (Zeit.online, 23.01.2022). Eigentlich wollte ich heute keinen Beitrag schreiben, aber diesen Anlass möchte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

Manche erinnern sich noch daran, als wir bei einer Inzidenz von 35 zum richtigen Leben zurückkehren wollten. Und seit die Absichten und Unterlassungen unserer Regierungen und Verwaltungen nur so purzeln, versuche ich als Vereinsvorsitzender in bester Absicht mitzuhalten und möglichst sämtliche Auflagen und Verbote weiterhin auch zu berücksichtigen.

Ein gutes Beispiel sind unsere Europastammtische, die immer öfters kurzfristig verlegt werden oder ins Digitale abwandern. Und, wenn sie dann doch in echt stattfinden dürfen, von uns peinlich genau überwacht werden, damit dabei auch jede Auflage erfüllt wird.

Gerade sind wir mit der 10 Personenbegrenzung beschäftigt, die uns bereits einen Europastammtisch gekostet, und einem Wirt die Chance zum Geldverdienen genommen hat. Der kommende Europastammtisch wird in echt stattfinden und wir überlegen, wie wir diesen nun doch organisieren können.

Und was darf ich gestern selbst in unserer Landesschau sehen, lauter Parties in übervollen Kneipen anlässlich eines verlorenen VfB Spiels — keine Masken, keine Abstände und keine Personenbegrenzungen!

Da muss ich mich nun wirklich nicht wundern, wenn Vereinsmitglieder mir mitteilen, dass es doch überhaupt keine Problematik sei, sich auch in Heilbronn mit über 30 Personen zu treffen und mir auch gleich die entsprechenden Tipps zur Hand geben.

Als in allen Ehren ergrauter Soldat bekomme ich nun tatsächlich Gewissensbisse, denn bisher hatte ich auch den letzten Deppen ernst genommen, sobald er mit einem Wahlamt versehen oder mit hoheitlichen Aufgaben betraut war.

Aber eine rein schwarz-weiße Sichtweise war wohl noch nie so richtig zielführend, und deshalb werde ich nun wohl besser meinen Mitbürgern vertrauen, die mir schon lange sagen, dass sich bei uns doch nur Idioten an Recht und Ordnung halten, ihren Wehrdienst ableisten oder Steuern zahlen.

Geburtstage des Tages

Édouard Manet und Rutger Hauer