Baumstumpf

12.9.02025 5 (7)

Beitragsfoto: Baumstumpf

Attentate

Auch bei Attentaten muss man sich fragen, wem nutzen diese eigentlich. Und so gibt es in den USA bereits zwei solcher Attentate, die man einfach hinterfragen muss. Beim ersten Attentat, jenem auf Donald Trump lieferte dieser seiner Anhängerschaft sogleich wie Jesus eine Wunderheilung mit dazu. Wenn ich mich richtig erinnere war der Attentäter ein Trump-Anhänger und das Opfer ein Trump-Fan. Die Gewinner eindeutig Donald Trump, sein MAGA-Kult und die GOP. Die Wahl wurde gewonnen. Die Machtergreifung erfolgte sogleich hinterher.

Nun, da es wie bei Kim Jong-un, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan, drei von vielen Trump-Kumpels um den Machterhalt geht, wird nicht nur das Militär aktiviert, sondern man benötigt noch den einen oder anderen Anlass, um gegen die Opposition — hier die US-Demokraten — vorgehen zu können.

Und schon gibt es ganz zufällig ein Attentat auf einen populären Gefolgsmann von Donald Trump, der dann auch ohne Probleme sterben durfte — eine zweite Wunderheilung wäre wohl zu viel gewesen. Und wie bereits im Dritten Reich hat auch nun die GOP einen Märtyrer, der nun von allen bewundert wird und als Toter einem Donald Trump auch nicht schaden kann.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob es zu den ersten Verfolgungen von US-Demokraten kommen wird oder ob wir doch noch ein paar weitere Attentate miterleben dürfen.

Ausstellung

Während viele meiner Mitbürger alljährlich weinseelig zum Rathaus pilgern und dort ihre kostbare Zeit für ein paar Tage totschlagen, möchte ich darauf hinweisen, dass es noch andere Veranstaltungen in Heilbronn und Umgebung gibt, wie etwas die 9. Hertensteiner Gespräche (manche meiner Leser können es sicherlich schon nicht mehr hören) oder aber und nun ganz neu hier im Blog eine Ausstellung über das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Weinsberger Rathaus. Deren Thema: „Wehrhafte Demokratie in der Weimarer Republik“. Das ist zwar schon eine ganze Weile her, aber heute so aktuell wie noch nie!

Der von Brackenheim über Heilbronn nach Stuttgart migrierte Theodor Heuss war übrigens Reichsbannermitglied und Thomas Michl lies mich wissen, dass es auch einmal in Heilbronn eine starke Reichsbannergruppe gab. Da man in unserem Rathaus aber lieber Nazis ausstellt, wäre eine Reichsbannerausstellung sicherlich dort fehl am Platz. Es gibt aber auch noch andere Räumlichkeiten in unserer Stadt und so kann man doch noch hoffen; bis dahin muss man als Heilbronner halt ab dem 2. Oktober 2025 nach Weinsberg pilgern, was mit der Straßenbahn auch ganz gut geht.

Der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war von Anfang an ein überparteilicher Verein und wurde verboten noch bevor die EUROPA-UNION 1934 in der Schweiz gegründet wurde. Beide überparteilichen Vereine haben heute dasselbe Problem, nämlich dass es sehr vielen Parteimitgliedern nicht mehr gelingt auch überparteilich unterwegs sein zu können. Die Gründe dafür könnten beim abnehmenden Bildungsstand liegen.

Es ist zwar wichtig und richtig, dass man als Mensch eine eigene Meinung hat und sich zudem auch für eine Seite der Geschichte entscheidet; als Demokrat sollte man aber die Fähigkeit entwickelt haben, um auch über demokratische (Partei)Grenzen hinweg zusammen sein und zusammen arbeiten zu können. Es sind die Kompromisse, die die Menschheit weiterbringen. Überparteiliche Vereine und Institutionen bieten dazu eine Plattform an und sollten deshalb nicht für Parteiengezänk missbraucht werden!

Wenn sich Parteimitglieder besuddeln wollen, dann finden diese in ihren eigenen Reihen ausreichend Gleichgesinnte. Apropos Weindorf, dort gibt es jetzt eine App, die einem sagt, ob der Wein den man gerade trinkt auch schmeckt. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Vermischtes

Gestern Morgen gab es gleich zu Beginn ein sehr erfreuliches Telefonat mit Gaël de Maisonneuve, denn er konnte es doch noch möglich machen und kommt nun wie letztes Jahr auch zu den 9. Hertensteiner Gesprächen.

Es gab einmal in Heilbronn eine Tageszeitung, auch schon etwas länger her. In der heutigen Zeit ist es sicherlich sehr schwierig Zeitung zu machen, aber auch andere Dinge sind schwieriger geworden. Der Defector, eine US-Sportzeitung, feiert gerade sein Fünfjähriges — against all odds!

Gerade als Zeitungsmacher sollte man, gerade wenn man überparteilich und liberal sein möchte, nicht den Fehler begehen und der Obrigkeit in den Hintern zu schlupfen. Denn von den Abonnements der Obrigkeit, wenn diese überhaupt dafür zahlen, kann keine Zeitung leben.

Und wenn man unbedingt, so wie z. B. ich, seine Meinung ungefiltert zum Besten geben möchte, dann schreibt man am besten ein Blog oder, wenn man sich dumm und dämlich verdienen möchte, gründet man ein Hetzblatt. Das soll gerade beim uns in Deutschland wunderbar funktionieren.

Einige meiner Mitbürger kaufen sich noch heute oder bleiben gar beim Abo ihrer Tageszeitung und geben diese ungelesen ins Altpapier — kann man machen, sollte man aber nicht. Was aber ganz gut erklärt, warum diese nichts von einer ganz bestimmten Todesnachricht mitbekommen haben; der eigentliche Grund, warum meine mir bekannten Mitbürger sich überhaupt noch die Zeitung zustellen lassen: wer stirbt so alles vor mir?

Weit zuverlässiger wäre es, regelmäßig aufs Weindorf zu gehen und sich dabei zu fragen: wer steht dieses Jahr nicht mehr neben mir? Alternativ, regelmäßig auf den Hauptfriedhof zu gehen und zu gucken, wer schon dort liegt. — Funktioniert wohl aber nur bei uns alteingesessenen Heilbronnern, wobei ich jüngst überrascht war, wer es bereits schon geschafft hatte.

Für uns Europäische Föderalisten aus Heilbronn gibt es einen eigenen Service, wir gedenken unseren ehemaligen Mitgliedern „auch online“.


ICE

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Beitragsfoto: ICE | © Bettina Kümmerle

Auf den zweiten Blick

Das obige Bild ist meiner besseren Hälfte sehr gut gelungen und wir alle hoffen, dass Heilbronn bald wieder an das europäische Schienennetz angebunden, zumindest aber einmal an die Stuttgarter S-Bahn angeschlossen wird — die Badener haben uns da schon etwas schneller einverleibt.

Wenn man das Bild etwas genauer betrachtet, erkennt man im Hintergrund Deutschlands größte Privatschule, die übrigens wie sämtliche Schulen in Deutschland mit Steuermitteln betrieben wird. Denke man nun an die vielen Helikoptereltern, die künftig mit dem SUV (Hubschrauberlandeplatz gibt es im Neckarbogen noch nicht) ihre Kinder zur Schule begleiten, dann steht zu befürchten, dass bald der Schienenverkehr eingeschränkt wird, um die Lernerfolge dieser besseren Kinder nicht zu gefährden. Zumindest aber wird während der Abiturzeit der Deutschlandtakt ausgesetzt werden — da lässt sich Dieter Schwarz nicht lumpen.

Vermischtes

Die Neckarhalde zeigte sich gestern von ihrer besten Seite. Wäre ich noch fit, hätte ich es voll und ganz nutzen können — ein Ansporn wieder etwas mehr zu tun.

Ach, wenn man sich tatsächlich einmal über Polizeiarbeit beklagen möchte, dann kann man sich vielleicht fragen, warum alleine in Baden-Württemberg über 25 000 Haftbefehle offen sind (Heilbronner Stimme, 28.8.2024: 5). Dies könnte auch mit der jahrzehntelang mangelnden Qualifizierung des Polizeiapparates unter zeitgleicher Reduzierung des Personalbestandes zu tun haben. Beides hat etwas mit fehlendem politischen Willen zu tun — oder einfach nur mit dem Unverstand unserer Regierungsvertreter.

Und auch in Heilbronn schlagen unsere Gemeinderäte wieder zu. Erst lassen sie die Stadt verkommen und dann lassen sie sich feiern, weil sie mehr Sauberkeit fordern. Ich will aber nicht meckern, die CDU nimmt sich wieder einmal einer meiner Forderungen an. Vor gut vier Jahren forderte ich für Heilbronn bereits Müll-Sheriffs. Nach jahrelanger Untätigkeit möchten die CDU-Gemeinderäte nun eine Müll-Spezialeinheit. Das freut mich, genau wie sie inzwischen auch Hausboote und eine Markthalle fordern.

Mich würde es schon freuen, wenn unsere Gemeinderäte wenigstens das bekannte Nazi-Porträt aus dem Rathaus entfernen und vielleicht sogar einmal für Transparenz im Rathaus sorgen — das kostet nicht einmal etwas!

Großes Kino

Normalerweise lassen bei uns verdeckte Ermittler Verdächtige nur gegen Hauswände pinkeln während Polizisten dem Ärger in der Fußgängerzone gekonnt im Auto ausweichen und ab und zu noch Polizistinnen mit ihren Ponys den Neckar entlang reiten. Eigentlich ist die Welt in Heilbronn voll in Ordnung.

Gestern aber durfte ich ganz plötzlich und dies fast hollywoodreif eine Polizeiaktion in der Urbanstraße miterleben; wären da nicht die Blaulichter gewesen, hätte ich auf russische Mafia getippt. Ok, am Ende war es dann ein Ausreisepflichtiger, der wohl zur Strecke gebracht wurde.

Zuvor noch hat die Stadt Heilbronn eine Sicherheitsfirma entlassen, weil sie großstädtische Verhältnisse in Heilbronn erkannt haben wollte — was der Heilbronner Vogel-Strauß-Politik im Rathaus sichtlich missfiel.

Und nun verhängt man eine Waffenverbotszone nach der anderen, immer mehr Heilbronner sehen bereits an jeder Ecke gleich mehrere Messerstecher stehen — wobei es bisher nur ein russischer Rentner war, der auf Flüchtlinge einstach. Selbst das Weindorf läuft inzwischen Gefahr zur Kriegszone ausgerufen zu werden.

Da passt es ganz gut, dass die Heilbronner Stimme (28.8.2024: 1) unsere Stadt nun auch noch zur Drogenhochburg kürt — ganz selbstverständlich haben dies alle Gemeinderäte schon immer gewusst haben wollen.

Getoppt wurde das Ganze aber von der Tatsache, dass mein Jüngster mit einem ICE aus Brüssel kommend in Heilbronn ankam.

Bei so viel Kino habe ich sogleich noch einen Tim Burton-Abend drangehängt.


Käthchen von Heilbronn

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Beitragsfoto: Käthchen von Heilbronn|© Shutterstock

Erfreulich

Neben all den aktuellen Herausforderungen, die mir heute u. a. das Käffchen mit Detlef Stern verwehren, gibt es immer wieder auch sehr erfreuliche Dinge, wie z. B. das Sommer-Tanzprogramm oder eine halbwegs freie Bahn in der Neckarhalde — man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Da ich heute auf ein stets anregendes Gespräch verzichten muss, erwähne ich einen schon etwas älteren Blog-Beitrag von Detlef Stern zum Thema Ethik aus 2015. Ethik, Moral und das Bohren dicker Bretter wären wohl Thema gewesen, neben den üblichen eher nerdigen Topics.

Erfreulich die jüngsten Zusagen zu den Hertensteiner Gesprächen, die diese Gespräche immer mehr zu einem überregional bedeutenden Forum für europäische Fragestellungen machen. Auch der SWR ist nun mit an Bord, und so hoffe ich einmal, dass die Heilbronner Stimme etwas umfangreicher von diesem Ereignis berichten wird.

Erfreulich auch, dass alle demokratischen Parteien Vertreter zu den Gesprächen entsenden, eine sehr gute Gelegenheit, um mit der Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Und für die Bürger eine gute Gelegenheit, um ihre jeweiligen Volksvertreter aus nächster Nähe zu erleben und besser kennenzulernen.

Wollhaus

Und auch das Wollhaus soll — für alle Verantwortlichen ganz überraschend — eine unendliche Geschichte bleiben. Es wäre wohl besser gewesen, wenn sich Rathaus und Gemeinderat zuerst an einer Nummer kleiner versucht und für mehr öffentliche Toiletten und ein wenig mehr Sauberkeit in der Stadt gesorgt hätten.

Für eine Großstadt wie Heilbronn reicht ein Dieter Schwarz alleine bei weitem nicht aus. Wir müssen als Bürger bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden, dabei auch das eine oder andere Nazi-Porträt abhängen und vor allem dafür sorgen, dass Kompetenz und Verantwortung sowohl ins Rathaus als auch in den Gemeinderat einziehen.

Wer immer alles beim Alten belässt und dabei Veränderung wünscht, wird irgendwann von der Realität eingeholt werden. Dabei haben wir in Heilbronn nicht nur Probleme und Herausforderungen, wir haben auch Chancen, eine ganze Menge, um genau zu sein!

Und so ist es schon einmal ganz gut, dass wenigstens die 89 Mietwohnungen in der Happelstraße fertiggestellt werden; eine Bank und ein Investor haben eine Einigung und dies auch zum Wohle unserer Stadt gefunden und getroffen.

Käthchen

Kaum zu glauben, aber in der Causa Käthchen kommt nach all den Jahren doch noch etwas Bewegung ins Spiel. Laut dem in Sachen Rathausspitze bestens informierten Uwe Ralf Heer (Heilbronner Stimme, 16.8.2024: 21) denkt man nun darüber nach, wenigstens in dieser Sache in Heilbronn etwas mit der Zeit zu gehen. Man diskutiert schon einmal „heftig“, ob man die Wahl des Käthchens abschaffen soll. Man bringt sogar ein KI-Käthchen mit ins Spiel, was unsere Weindorf-, Hasenmahl- und NS-Bilderstadt (aka „Wissens- und KI-Stadt“) besser verkörpern soll — im Endeffekt liefe dies auf eine Beerdigung erster Klasse hinaus. Ich hoffe dabei nicht, dass das KI-Käthchen dann eher „ganz zufällig“ einer Eva Braun ähnelt.

„Wenn du einen Hund treten willst, dann vergewissere dich zuerst, wem er gehört.“

Yu Huas, Brüder (2009 [2005/2006]: 206
„Verdammt! Guck hin, wem der Hund gehört, den du schlägst.“)