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Mein erstes Buch

Was lange währt, wird endlich gut (Ovid), und so kann ich jetzt auch berichten, dass mein Buchprojekt, welches mich die letzten gut vier Jahre umgetrieben hat, zu einem – zumindest für mich – gelungenen Abschluss gekommen ist.

Nachdem ich meine erste Fassung auf Anraten von Profis ziemlich kürzen und zudem noch viele Anhänge herausnehmen musste, fanden die von mir angeschriebenen Verlage das Buch immer noch zu umfangreich, wobei nur ein einziger Verlag das Risiko eingehen wollte, für den Fall, dass ich dieses träge.

Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, mein Werk den Interessierten nur online zur Verfügung zu stellen, als mir ein guter Freund empfahl, das Buch doch im Selbstverlag herauszubringen, was ich letztendlich dann auch getan habe. In der nunmehr vorliegenden Version meines Buches habe ich dann auch noch die verbliebenen Anhänge herausgenommen und stelle nun alle Anhänge dem interessierten Leser online zur Verfügung.

Damit konnte ich das Buch auf 213 Seiten reduzieren und hoffe nun, dadurch des Lesers Aufmerksamkeit auch bis zum Schluss hin aufrecht erhalten zu können.

Zudem habe ich die wichtigsten Buchanhänge bereits in einem eigenen Blogbeitrag „Neun plus fünf“ zusammengefasst und gucke jetzt einmal, ob diese Zusammenfassung auf Interesse stößt.

Sollte mein Buch Europa ist für alle da! – Vom Homo sapiens zum Homo Europaeus beim Leser Gefallen finden, und zudem der Bedarf artikuliert werden, auch die Anhänge mit im Buch haben zu wollen, so könnte ich später einmal darüber nachdenken, eine erweiterte Fassung des Buches herauszugeben.

Wenn Sie sich jetzt etwas näher mit dem Buch beschäftigen möchten, dann finden Sie das Inhaltsverzeichnis des Buches mit allen Anhängen online auf meiner Website.

Selbstverständlich freue ich mich sehr, wenn Sie das Buch kaufen und auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen.

Wenn Sie Fragen oder Kommentierungen zum Buch oder seinen Buchanhängen haben, dann können Sie mit mir, oder gerne auch mit anderen Europäischen Föderalisten, darüber in den Foren des Europastammtisches diskutieren.

„Better to write for yourself and have no public, than to write for the public and have no self.“

Cyril Connolly, The New Statesman (25. Februar 1933)
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Weltföderalisten

„Der Friedenszustand unter Menschen, die neben einander leben, ist kein Naturstand, der vielmehr ein Zustand des Krieges ist, d. i. wenn gleich nicht immer ein Ausbruch der Feindseligkeiten, doch immerwährende Bedrohung mit denselben. Er muss also gestiftet werden.“

Immanuel Kant

Vom 17. bis zum 23. August 1947 versammeln sich in Montreux, einer Stadt am Genfer See, die ‚Weltföderalisten‘ unter den Europäischen Föderalisten zusammen mit anderen Weltbürgern zum Gründungskongress des heutigen World Federalist Movements.

Insgesamt kommen über 300 Teilnehmer aus 24 Staaten, welche gut 51 Organisationen repräsentieren, und noch weitere Kongressbeobachter zur ‚Conference of the World Movement for World Federal Government‘. Die meisten Delegierten (Richard Mayne, John Pinder 1990: 60) kommen dabei aus dem Vereinigten Königreich (73), Frankreich (65), den Vereinigten Staaten von Amerika (44) und den Niederlanden (32).

Max Habicht eröffnet den Kongress, welcher erst von Henry Usborne und später dann von Jean Larmeroux geleitet wird, und erklärt, dass es die Absicht der Weltföderalisten sei, durch ein noch zu schaffendes „World Federal Government“ letztendlich ein Weltparlament („Parliament of Men“) einzuberufen, in dem die Beschlussfassung mehrheitlich erfolgen wird. Er gibt dabei der Befürchtung Ausdruck, dass die Vereinten Nationen (VN), wie der Völkerbund (League of Nations) zuvor, nicht in der Lage sein werden, den Frieden zu sichern. Deshalb muss als nächster und erster Schritt ein „World Federal Government“ geschaffen werden. Er schließt seine Eröffnungsrede mit den folgenden Worten:

„Federalists in all countries of the world will try to make a contribution to this political evolution. We are here in Montreux to coordinate our activities and to make them more effective.”

Max Habicht

Zum ersten Präsidenten des World Movement for World Federal Government wird John Boyd Orr gewählt. Weitere heute noch bekannte Kongressteilnehmer sind Victor Collins, Norman Hart, Charles Haywood, Gordon Lang, Abbé Pierre, Edith Wills und Monika Wingate. Der Kongress beschließt am 23. August 1947 die ‚Montreux Deklaration‘ und etabliert seine eigene Jugendbewegung, die World Student Federalists (Hart und Haywood).

Das WFM besteht heute aus den folgenden drei Hauptorganen, dem Kongress, dem Rat und einem Exekutivkomitee. Seinen Sitz hat es in New York. Darüber hinaus gibt es Programmkomitees und ein Internationales Sekretariat. Im Kongress sind alle Unterorganisationen der Weltföderalisten vertreten. Ihre jeweilige Delegiertenzahl wird aus der Quadratwurzel der Mitgliederzahl geteilt durch 100 errechnet. Der Kongress wählt den Präsidenten, den Rat (teilweise) und das Exekutivkomitee für den Zeitraum bis zum nächsten Kongress.

Der Rat besteht aus 15 vom Kongress gewählten Mitgliedern (gewählte Ratsmitglieder), zusätzlich kann jede Mitgliedsorganisation, die zwischen 30 und 500 Mitglieder hat, zwei Ratsmitglieder ernennen (ernannte Ratsmitglieder) und der Rat hat das Recht, weitere Mitglieder zu kooptieren (kooptierte Ratsmitglieder). Der Rat trifft sich jedes Jahr zu einer Sitzung. Auch wählt der Rat das Exekutivkomitee.

Das World Federalist Movement ist eine internationale nichtstaatliche Organisation mit beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der VN. Das WFM versucht durch Lobbyarbeit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Föderalismus und Menschenrechte als Fundament der werdenden weltstaatlichen Ordnung zu manifestieren und durch Studien und Basisaktivitäten vor Ort auf globale Entwicklungsprozesse Einfluss zu nehmen. Das WFM strebt derzeit auch eine Reform der VN und eine Weiterentwicklung des Völkerrechts an.

Zudem koordiniert das WFM seit 1995 die ‚Coalition for the International Criminal Court‘, einen Zusammenschluss von derzeit 2 500 nichtstaatlichen Organisationen in 150 Staaten weltweit, welcher in Zusammenarbeit mit den gut 121 Vertragsstaaten des Rom-Statuts am 17. Juli 1998 an der Durchsetzung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) beteiligt war (Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs, oft auch nur als „Rom-Statut” bezeichnet, ist die vertragliche Grundlage des IStGH). Der IStGH nahm seine Tätigkeit als ständiges internationales Strafgericht am 1. Juli 2002 in Den Haag auf. Er ist eine Internationale Organisation im völkerrechtlichen Sinn, aber kein Teil der VN.

Ein weiteres Ziel des WFM ist die Einrichtung einer „parlamentarischen Versammlung“ bei den VN, und dies als Zwischenschritt zu einem künftigen Weltparlament.

Das WFM besteht derzeit aus über 30 Mitgliedsorganisationen, wobei neben der UEF und der JEF auch einige Untergliederungen der UEF eigenständige Mitglieder des WFM sind; die Federal-Union aus dem Vereinigten Königreich und das MFE aus Italien seien dabei besonders erwähnt.

Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg setzten die Weltföderalisten mit Forderungen, wie z.B. nach einer Weltbürgerschaft, einer Welt-Entwicklungs-Agentur, die alle Länder innerhalb von 50 Jahren auf Europas Standard anhebt, nach einer Abrüstungsagentur und nach Weltpolizeikräften, in denen junge Menschen einen Freiwilligendienst ableisten können, Maßstäbe.

Für die meisten Menschen ist eine ehrenamtliche Beteiligung auf Weltverbandsebene eine abwegige Vorstellung, dennoch ist seine Existenz und die Arbeit darin mehr als berechtigt, was die bereits erzielten Erfolge eindeutig bezeugen. Da ich selbst noch nicht das Vergnügen hatte, auf dieser Ebene „Luft zu schnuppern“ und auch nur wenige Personen kenne, die sich dort engagieren, kann ich keine weiteren Aussagen zu unserem Weltverband tätigen.

So bleibt mir nur, das folgende Fazit zu ziehen: zum einen kann es nicht genug Gesprächsbemühungen und -ebenen geben, denn der schlechteste Gesprächskreis ist immer noch besser als die noch so kleine kriegerische Auseinandersetzung. Und zum anderen wird sich die unermüdliche und ehrenamtliche Kärrnerarbeit von Hunderten Weltföderalisten und dies über Jahrzehnte hinweg letztendlich auch positiv auswirken, da ihre Ideen und Vorstellungen langsam aber sicher in die Tagespolitik einfließen, genau so wie ein steter Tropfen den Stein höhlt.

„If we aren’t willing to pay a price for our values, then we should ask ourselves whether we truly believe in them at all.“

Barack Obama (2006: 68)

Falls Sie jetzt ein wenig neugieriger geworden sind, dann empfehle ich Ihnen die Lektüre meines Buches Europa ist für alle da!

Mehr Details zum Buch können Sie auch hier finden.