Workaholics

Nachdem ich festgestellt hatte, dass ein vermeintliches Gedicht Rainer Maria Rilkes, welches seit ein paar Jahren im Internet zirkuliert, tatsächlich von Lars van Rome ist, habe ich mir sofort seinen Gedichtband gekauft. Van Romes Gedichte sind frisch aus dem Leben heraus geschrieben und decken ein paar Jahrzehnte Lebensgeschichte ab – so fällt es dem Zeitgenossen leicht, schnell in eigenen Erinnerungen zu schwelgen. Alles in allem ein Gedichtband, den man immer wieder gerne zur Hand nimmt und der auch beim wiederholten Lesen für Überraschungen gut ist.

Workaholics

Mit Arbeit ist das so auf Erden:
sie kann sehr schnell zum Laster werden!
Du kennst die Blumen nicht die duften,
du kannst nur arbeiten und schuften!

So geh’n sie hin, die schönsten Jahre,
bis endlich liegst du auf der Bahre,
und hinter dir, da grinst der Tod:
„Kaputtmalocht, du Vollidiot!“

Lars van Rome hat das Gedicht nach eigenen Angaben bereits 1979-1980 verfasst, sein entsprechendes Manuskript stammt allerdings erst aus dem Jahre 1991.

Sollte Ihnen dieses Gedicht Lust auf mehr machen, dann freut sich van Rome bestimmt, wenn Sie seinen Gedichtband Unfeine Gesellschaft, in dem auch das obige Gedicht enthalten ist, kaufen.


Ich hatte das Gedicht auch auf einer anderen Website in einer von mir gepflegten Gedichtsammlung veröffentlicht, dort war es von 2014 bis 2017 das am meisten gelesene Gedicht der Sammlung.

„I suppose I have a really loose interpretation of ‚work‘ because I think that just being alive is so much work at something you don’t always want to do. Being born is like being kidnapped. And then sold into slavery. People are working every minute. The machinery is always going. Even when you sleep.“

Andy Warhol, The Philosophy of Andy Warhol (1977: 96)

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