1.11.02021
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Zeitungen

Ich weiß nicht, wie wir, als ich am Wochenende mit Freunden zusammensaß, auf die Heilbronner Stimme kamen. Aber sie war plötzlich ein Thema, wobei alle einer Meinung waren, dass sie viel zu teuer sei, zumal sie — nimmt man mal die Werbung und die nett gemeinten Beiträge von Vereinen und Co. beiseite — immer dünner wird und dies auch im wahrsten Sinne des Wortes. Die Heilbronner Stimme muss man sich einfach noch leisten können.

Als lokale „Alternative“ gibt es nur noch die Stadtzeitung, die man aber auch nur dann erhält, wenn man bereit ist, das Werbeblatt Echo kostenfrei zu entsorgen. Drollig dabei ist nur, dass die Zusteller davon überzeugt sind, dass das Echo ist Zeitung und die Stadtzeitung die Werbeeinlage sei. Als Verantwortlicher für die Stadtzeitung könnte man sich durchaus ein paar entsprechende Gedanken machen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass neben meiner bessern Hälfte und Hans Müller auch ich zu den bekennenden Lesern der New York Times gehören, denn da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch wenn Alain Finkielkraut diese, wie übrigens auch Le Monde, als „Prawdas“ bezeichnet. Aber das ist wohl grundsätzlich das Problem von Zeitungen, dass sie nicht allen gefallen können.

Mir hat heute aber eine Aussage von Spencer Bokat-Lindell (New York Times) besonders gefallen und auf die heutige Zeitungslektüre neugierig gemacht.

A single death is a tragedy, the saying goes, while a million deaths is just a statistic. But a handful of deaths that turn out to be murders, committed in serial fashion? Well, for many, that’s entertainment.

Since the advent of the printing press, people have nursed a morbid fascination for reading about humanity’s capacity for evil. But in the past decade or so, true crime — that once relatively niche genre of storytelling that spins real accounts of wrongdoing into narrative gold — has become a cultural behemoth: Sales of true-crime books in the United States have skyrocketed. In the world of documentaries, true crime is now both the most in-demand and the fastest-growing genre. When I checked my podcast app late last week, four of the five top-charting shows were about murder.

What emotional hunger is all this ravenous consumption of true crime satisfying? And in the satisfying, are we making our minds — and our politics — sick?

Denkanstoß

Das jüngste Buch von Alain FinkielkrautÀ la première personne“ (2019) dient geradezu und exemplarisch dazu, uns zu vergegenwärtigen, was passiert, wenn man Europa — so wie es sich wir Föderalisten uns von Anfang an vorgestellt hatten — falsch interpretiert und ausgestaltet.

Ein „falsches Europa“ führt ohne Frage zu einem europäischen Neonationalismus, der die alten Nationalismen erneuert und wieder aus der Asche der großen Kriege auferstehen lässt. Selbst Alain Finkielkraut freundet sich mit den Nationalstaaten an, Konstrukte, die es eigentlich so schon gar nicht mehr gibt, da diese inzwischen mit ihren „Staatsvölkern“ nicht mehr in Übereinklang zu bringen sind.

Ich hätte gerne Alain Finkielkraut gefragt, warum er an der ureigenen Europäischen Idee verzweifelt ist; wahrscheinlich sieht er weiter und hat erkannt, dass unsere Politiker in ihrem großen Versagen, diese schon längst beerdigt haben.

Finkielkrauts Buch trägt auf Deutsch den Titel „Ich schweige nicht: Philosophische Anmerkungen zur Zeit“ (2021). Mit Benedict Neff hat Alain Finkielkraut in der Neuen Zürcher Zeitung (1.11.2021) über sein Buch gesprochen.

NeuConnect

Grundsätzlich bin ich für einen Ausbau sämtlicher Infrastruktur, auch der von Stromkabeln. Besser wäre allerdings, wenn man sich wieder dazu durchringen könnte Infrastruktur als staatliche Aufgabe anzusehen und nicht zur Gewinnmaximierung für Privatfirmen zu missbrauchen.

Bei der neuen Stromleitung Deutschland – Vereinigtes Königreich steht nun zu befürchten, dass wir bei uns sämtliche, und darunter auch ganz neue, Kohle- und Gaskraftwerke rund um die Uhr brummen lassen, nur um den Briten Strom verkaufen zu können.

Dabei war es noch nie eine gute Idee — siehe auch Schweinemast — wegen Exportgewinnen für ein paar Unternehmer die eigene Umwelt und Natur auszubeuten, völlig herunterzuwirtschaften und dabei sämtliche Kosten auf alle Bürger umzuverteilen. Es steht nun sogar zu befürchten, dass unser so erfolgreiches Wirtschaftsmodell demnächst auch noch unsere letzten Grundwasserreserven ins Ausland exportiert.


Website des Tages

Gemeinsam für Heilbronn — Evangelische Allianz Heilbronn

Als Leiter geht es uns nicht nur um eine gesunde Entwicklung unserer Gemeinden, sondern wir verstehen uns als Mitgestalter des Gemeinwesens. Angesteckt von der Großherzigkeit Gottes möchten wir uns mit unseren Möglichkeiten als Gemeinden in unserer Gesellschaft einbringen. Mit dem Potenzial des ehrenamtlichen Engagements unserer Mitglieder möchten wir das Miteinander in unserer Stadt fördern – lebenswert, sinnstiftend und friedfertig.


Geburtstag des Tages

Alfred Wegener

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