18.4.02022

Hasen | © Pixabay

Digitalisierung

Flüchtlinge, die nicht gerade aus mittelalterlichen Kulturen stammen, sind sehr überrascht, wenn sie zum ersten Mal auf bundesdeutsche Strukturen treffen, angefangen bei unserer Bürokratie bis hin zur Schule.

Das liegt aber nicht daran, dass wir Digitalisierung nicht könnten, sondern daran, dass wir unsere staatlichen Institutionen eher dazu verwenden, um Menschen unterzubringen, die man in Wirtschaft und Gesellschaft kaum produktiv beschäftigen kann. Und von diesen Menschen kann man dann auch nicht erwarten, dass diese mit zeitgemäßer Technologie zurechtkommen.

Kirche

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich getauft und konfirmiert wurde. Über Jahre hinweg war ich auch ein regelmäßiger Kirchgänger, aber einer der sich von Anfang an daran störte, dass die evangelische Kirche immer mehr zu einer Sturmabteilung linker Parteien wurde, und bei den bezahlten Christen (Pfarrer und Gefolge) die Religion immer mehr ins Hintertreffen geriet.

Über Jahre hinweg tröstete ich mich damit, dass die Kirche wenigstens noch karitativ oder diakonisch unterwegs ist. Jetzt zeichnet es sich aber immer mehr ab, dass dies auch nur noch ein Vorwand ist, um den bezahlten Christen und nun auch noch abgehalfterten Parteipolitikern ein gutes Auskommen zu garantieren — auf Kosten aller Kirchenglieder, der steuerzahlenden Allgemeinheit und den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft.

Das Bedürfnis mir während eines Ostergottesdienstes jetzt auch noch die Hasstiraden gegen Freiheit und Demokratie anhören zu müssen und zum Verständnis für Massenmörder — besonders jene mit einer vermeintlich sowjetischen Grundeinstellung — aufgefordert zu werden, hatte ich noch nie. Dass die Kirche nun zu Ostern auch noch gegen eine notwendige Mindestausstattung der Bundeswehr wettert, lässt mich nun zum ersten Mal über einen Kirchenaustritt nachdenken.

Mit der von mir bezahlten Kirchensteuer könnte man sicherlich Gutes bewirken.

Twitter

Dieses „soziale Medium“ kann schon von Anfang an immer wieder mit sehr illustren Nutzern aufwarten, die den Dienst, der seit 2013 börsennotiert ist, zwar nicht in die Gewinnzone bugsieren, ihn aber zu einem der bedeutendsten Mikroblogging-Diensten weltweit gemacht hat. Dabei kann man auch davon ausgehen, dass manche Nutzer, nehmen wir z.B. Donald Trump, ohne ihre Twitter-Follower wohl nie so erfolgreich geworden wären. Und so ist es nicht verwunderlich, dass nun auch andere versuchen, diesen Kurznachrichtendienst für die eigene Karriere oder andere Vorhaben zu nutzen. Und wer es sich leisten kann wird wohl auch versuchen, einer Sperre durch Twitter zuvor zu kommen — nehmen wir z.B. Elon Musk.

Elon Musk, der inzwischen selbst mit unglaublichen 42 Millionen sogenannten Followers bei Twitter aufwarten kann, möchte bzw. kann es sich nicht mehr leisten, auf diese Anhängerschaft zu verzichten, vor allem dann nicht, wenn er sich noch eine eigene politische Laufbahn verspricht.

Die große Masse der Twitter-Nutzer dürfte allerdings weit weniger populär sein, und so könnte man vermuten, dass diese sich durch ihre Tweets etwas eigenen Ruhm versprechen. Weit schlimmer ist allerdings die Entwicklung, dass Twitter inzwischen zu einer weiteren Werbeplattform für Firmen, Parteien oder andere Organisationen geworden ist, wobei diese sich die unmöglichsten Werbebotschaften gegenseitig an die Köpfe werfen. Und wer, wie z.B. ich, immer wieder einmal versucht hat, Twitter als ein praktisches und kostenloses Kommunikationsmittel zu verwenden, wird selber immer tiefer in diesen Strudel hineingezogen.

Selbst Detlef Stern, der ein langjähriger und fachkundiger Twitter-Nutzer ist, führt jüngst Zweifel an.

„Twitter nervt immer noch. Im Umfeld eines Tweets (We’re in the midst of an information war, and we’re unwilling soldiers in it. Share responsibly.) habe ich für mich beschlossen, in meiner Timeline Fake-News und sonstiger Propaganda keinen Raum zu lassen. Das betrifft besonders jene, die ohne viel nachzudenken jeden Blödsinn retweeten. Die Person selbst mag im persönlichen Gespräch ganz nett sein. Nur nicht auf Twitter.“

Detlef Stern, Auszug aus Die lange Woche vom 11.4.22

Von den meisten sozialen Medien haben sich die ursprünglichen Nutzer bereits verabschiedet und das Feld den Trollen und sonstigen Personen überlassen. Twitter dürfte bis heute noch die treusten ursprünglichen Nutzer haben. Ich bin einmal gespannt darauf, wie lange noch?


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