19.10.02021
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Kirchhöfle

Wenn die Heilbronner Stimme über mein Heimatviertel schreibt, dann bin ich, aus sehr negativer Erfahrung heraus, grundsätzlich erst einmal sehr skeptisch.

Gerne verwenden — wie heute auch — die Redakteure das Wort Brennpunkt. Und zitieren dann auch Menschen, die von all dem Lärm und potentieller Gewalt völlig aus dem Häuschen, wenn nicht gar absolut überfordert sind. Was bin ich froh darüber, dass diese nicht mehr über mich, der mit all seinen Freunden dort noch richtig Krach gemacht hat, schreiben können. Kein Garagentor war vor uns sicher und die Autos oder Passanten mussten nicht nur den Bällen ausweichen — ok, um 19.00 Uhr war bei uns dann auch Schluss, denn da kam das Sandmännchen.

Eigentlich müssten wir doch froh darüber sein, dass sich unsere Jugend noch aus dem Haus traut und nicht vor den Computern und Spielkonsolen völlig versauert. Und wo Kinder und Jugendliche toben, ist es schon immer ein wenig lauter. Deshalb sollte es — gerade in einer Großstadt — möglich sein, dass unsere Jugend bis 22.00 Uhr einmal auch Kind sein darf.

Und was den Müll angeht, den findet man überall in Heilbronn schön und ausgiebig verteilt, außer vielleicht vor den Haustüren unserer höher dotierten Verwaltungsmitarbeiter, Gemeinderäte oder in einem selbsternannten Edelviertel.

Wie man dieses tatsächliche Problem lösen könnte, habe ich schon mehrfach geschrieben. Und anstatt von „Problemvierteln“ in Heilbronn, wäre es wohl angebrachter von den Problemen der Stadtverwaltung zu schreiben, mit den ureigenen Aufgaben fertig zu werden.

Stadtbücherei

Der Ausbau unserer städtischen Bibliothek ist schon längst überfällig. Ob er aber dazu führt, dass diese „universitäre“ Qualitäten erreicht, zweifle selbst ich als „Fan“ stark an, denn dazu benötigt man nicht nur eine adäquate Leserschaft, sondern auch sehr gut qualifiziertes Personal — und das ist bekanntlich sehr, wahrscheinlich uns auch zu teuer.

Ich würde mich schon alleine darüber freuen, wenn unsere Bücherei möglichst viele unserer ganz normalen Mitbürger anzieht und dabei vor allem die Kinder und Schüler der umliegenden Stadtteile.

Unsere Stadtbücherei — muss bei allen, durchaus auch nachzuvollziehenden, „Fimmeln“ von einzelnen Personen — in erster Linie und schwerpunktmäßig Teil der städtischen Grundversorgung sowie der Weiterbildung aller Mitbürger werden. Damit wäre schon sehr viel erreicht.

Vortrag

Heute war ich Gast der Grafenbergschule in Schorndorf. Die Klasse um Lehrerin Justine Kalb beschäftigte sich mit der Europäischen Union und hatte im Vorfeld meines Vortrages bereits Anliegen an die EU formuliert sowie Fragen über die EU zusammengestellt.

Das Überraschende für mich war, dass sich sämtliche Anliegen und Fragen erübrigt hätten, wenn es bereits einen europäischen Bundesstaat gäbe. Auf jeden Fall aber ist diese Schülergeneration in ihrem Denken und Fühlen schon wesentlich weiter als es meine eigene Generation jemals sein könnte.

So ist mein Fazit des Tages: Europa wächst zusammen, ob es manche wollen oder nicht.

Und auf morgen freue ich mich auch, denn da darf ich wieder in meiner alten Grundschule vorlesen.


Geburtstag des Tages

Philip Pullman

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