19.5.02021

Copper, eine Katze, die mich vor langer Zeit unbedingt adoptieren wollte, zumindest verstand ich so die ersten Aktivitäten dieses kleinen Wollknäuels. In den späteren Jahren erkannte er mich bei Besuchen auch immer wieder und als alter Herr stritt er sich sehr gerne mit mir um den bequemsten Platz im Haus. Die Zeit fliegt, und auch Katzen leben nicht ewig.

Feminismus ist eigentlich eine ganz gute Sache, vor allem dann, wenn er für Gleichberechtigung und Menschenwürde eintritt. Leider wird er aber immer mehr nur noch als Kampfbegriff zur Durchsetzung von Eigeninteressen missbraucht und schlimmer noch, zu reinem femininem Chauvinismus degradiert. Aussagen wie, „das wäre nie passiert, wenn Frauen das Sagen gehabt hätten“ oder „der beste Mann für einen Job, ist immer eine Frau“ dürfen hierfür als Beleg dienen. Dabei versagen oder reüssieren Frauen in Führungspositionen wie ihre männlichen Pendanten auch, und man könnte dabei durchaus zu dem Schluss kommen, dass das nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat.

Der heutige Feminismus hat aber auch hierfür bereits eine Erklärung parat, denn die Schuld für weibliches Versagen liegt entweder an unserer „sexistischen“ Sprache, oder aber daran, dass Männer die Frauen nicht richtig anlernen oder gar ausbilden wollen. Aussagen „wie Frauen können keine Mathematik, weil diese den Frauen nicht richtig vermittelt wird“, sind auch in akademischen Kreisen nicht selten zu hören.

Zwei heutige Entscheidungen der Bundespolitik (Kampfflieger und Militärreform) zeigen erneut, dass es uns angesichts der bestehenden Absicherung durch die USA immer noch nicht darum geht, eigene tragbare Verteidigungsstrukturen aufzubauen oder uns gar in die bereits vorhandenen, für alle gewinnbringend zu integrieren.

Einzig der eigenen „Wirtschaftsförderung“ und der wirtschaftlichen Unterstützung unseres Nachbarn Frankreich wird Rechnung getragen, wobei es der Politik ganz nebenbei gelingt, ihre eigenen Pfründe zu sichern.

Dabei wäre eine verantwortungsvolle Sicherheits-, Verteidigungs- und Rüstungspolitik dringend von Nöten, zum einen, um die eigene Existenz zu sichern und zum anderen, um gesamtwirtschaftlich, ressourcensparend und nachhaltig zu agieren.

„Stell dich mitten in den Regen, 

glaub an seinen Tropfensegen 

spinn dich in das Rauschen ein 

und versuche gut zu sein! 

Stell dich mitten in den Wind, 

glaub an ihn und sei ein Kind – 

lass den Sturm in dich hinein 

und versuche gut zu sein. 

Stell dich mitten in das Feuer, 

liebe dieses Ungeheuer 

in des Herzens rotem Wein – 

und versuche gut zu sein!“ 

Wolfgang Borchert, Versuch es

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