Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

23.5.02022

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„We’ll go where we’re called“

Eine zumindest für mich überraschende Entwicklung zeichnet sich bei den US-Republikanern zu den Primaries 2024 ab. Mike Pence hat gemäß eines Berichts der New York Times (23.05.2022) nicht ausgeschlossen, auch gegen einen Donald Trump im nächsten Rennen um die US-Präsidentschaft anzutreten.

Völlig zurecht hat er es diesem ehemaligen US-Präsidenten wohl übel genommen, dass dieser ihn gerne am Galgen gesehen hätte. Und jetzt lässt er es sich nicht nehmen, in Georgia ganz offiziell einen republikanischen Kandidaten zu unterstützen, der gegen einen weiteren und von Trump handverlesenen Republikaner antritt.

Den entsprechenden Artikel von Jonathan Martin in der New York Times finden Sie gleich hier. [Ich darf diesen Artikel an bis zu zehn weitere Personen weiterleiten; kurze E-Mail an mich]

Verfassungsentwurf

Ohne eine eigene Verfassung wird es mit einem europäischen Bundesstaat nichts werden. Das ist von Anfang an die feste Überzeugung der Konstituitionalisten unter den Europäischen Föderalisten. Und deswegen versuchen sie immer wieder und dies seit ein paar Jahrzehnten Europa dazu zu bekommen, dass ein Verfassungskonvent einberufen wird, der eine gemeinsame Verfassung für einen Bundesstaat Europa schafft.

Seit dieser Zeit entwerfen die unermüdlichsten Konstitutionalisten auch immer wieder Verfassungsentwürfe, die sie den Unionsbürgern zur Kenntnis vorlegen. Manche der Verfasser träumen auch davon, dass ihre Verfassungsentwürfe von einzelnen Mitgliedsstaaten und deren Bevölkerungen übernommen werden.

Javier Giner hat vorgestern einen solchen Verfassungsentwurf ins Forum gestellt und freut sich bestimmt darüber, wenn dieser Entwurf nicht nur von den Lesern des Weblogs zur Kenntnis genommen, sondern auch kommentiert werden wird. Und wem dieser Verfassungsentwurf zusagt oder wer diese Bemühungen seiner Verfasser unterstützen möchte, der kann dort auch eine entsprechende Petition mitunterzeichnen.

Hauptbahnhöfle

Da macht man seit Jahrzehnten wirklich alles, um einen ausgewachsenen Hauptbahnhof zur besseren S-Bahnhaltestelle umzubauen und wundert sich dann darüber, dass kein richtiger Zug mehr hält. Das kann man verstehen, muss man aber nicht.

Wir Heilbronner haben es seit 1945 nicht mehr geschafft, dass sowohl die Schienenverbindungen nach Würzburg als auch nach Karlsruhe durchgängig zweispurig sind. Und auch die Anbindung nach Mannheim zwingt einen seit Jahrzehnten immer wieder zu unfreiwilligen Aufenthalten. Die Anbindung nach Nürnberg wurde mehr oder weniger stillgelegt, geschweige denn, dass diese bedeutende West-Ost-Verbindung (Mannheim – Nürnberg) durchgängig elektrifiziert wäre. Einzig die Anbindung nach Stuttgart funktioniert noch, dabei muss man aber immer öfters in Kauf nehmen, dass der Zug an jeder noch halbwegs existierenden Haltestelle einen Zwischenstopp einlegt.

Aber selbst wenn es uns gelänge, Heilbronn wieder vollumfänglich an das Eisenbahnnetz anzuschließen, haben wir zwei weitere Herausforderungen. Denn zum einen haben wir die Bahnsteige — dazu benötigt man 400 Meter — aus freien Stücken heraus so verkürzt, dass kein ausgewachsener Zug mehr halten kann, und zum anderen haben wir die Infrastruktur rund um den Hauptbahnhof herum weder an die aktuellen Bedürfnisse angepasst noch weiter ausgebaut. Damit kann unser Hauptbahnhof heute keine zwei S-Bahnen mehr gleichzeitig verkraften, von einem Intercity-Zug ganz zu schweigen.

Ein Hauptbahnhof benötigt heute einen ausgewachsenen Busbahnhof in seiner unmittelbaren Nähe und zudem ausreichend Taxi-Halte sowie Kurzzeitparkplätze, ganz zu schweigen von einer direkten Haltespur für Fahrzeuge aller Art.

Und da immer mehr Pendler mit dem Fahrrad von und zum Bahnhof gelangen, bedürfte es zudem auch ausreichend zeitgemäße Abstellplätze, die auch kurzfristig mehr als 50 Radfahrer in einem Zuge verkraften können.

Das Ganze könnte man dann noch mit entsprechenden Läden und Gaststätten weiter ergänzen, sodass der Bahnhof zu einem städtischen Zentrum des Transports, des Handels und der Kommunikation wird — halt ein waschechter Hauptbahnhof!


Geburtstag des Tages

Otto Lilienthal

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