5.5.02021

Heute habe ich erfreut zur Kenntnis nehmen dürfen, dass die Autoren des Europäischen Briefes anlässlich der Konferenz zur Zukunft Europas, diesen wieder herausgeben. Die letzten Jahre war es leider um diesen Brief sehr still geworden. Um auch weitere Interessierte in den Genuss dieses Briefes bringen zu können, habe ich auf unseren Foren ein extra Unterforum eingerichtet. Dort kann man nun die europäischen Briefe sehr einfach finden und lesen.

Europa pocht doch so gerne auf seine Kultur und ganz besonders auf die Bedeutung der Sprachvielfalt. Dabei sind es gerade die Sprachen, die als gutes Beispiel für die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit dienen können. Im Gegensatz von noch vor gut zwei Jahrhunderten, als die Sprachvielfalt ein allgemeines Gut in Europa war, und Soldaten, Handwerker, Kaufleute, wie auch Intellektuelle ohne Probleme in ganz Europa reisen und arbeiten konnten, kann der Unionsbürger, wenn überhaupt, neben seiner Muttersprache gerade noch halbwegs Englisch sprechen. Und jene, die mehr als drei Fremdsprachen beherrschen, sind in Europa inzwischen sehr selten anzutreffen. Schlimmer noch, in den wirtschaftlich starken Regionen Europas wird es zunehmend schwieriger, den Bewohnern selbst die dortige Amtssprache nur halbwegs beizubringen. Dabei sollte es uns allen doch klar sein, dass Bildung, Kultur und Sprachvermögen unabdingbar zusammengehören.

Heute ist der erste der beiden offiziellen Europatage, nämlich der des Europarats. Der andere ist der der Europäischen Union, welcher am 9. Mai stattfindet. Die Zeiten, wo sich die Europäer zumindest auf einen einzigen Tag einigen konnten, sind lange vorbei. Dafür ist es uns Europäischen Föderalisten 1995 gelungen, durch die Schaffung einer Europawoche, leider aber nur in Deutschland, beide Strömungen wieder einzubinden — man darf die Hoffnung einfach nicht aufgeben.

Wer mehr über die Europatage erfahren möchte, der kann gerne auf meinen entsprechenden Blogbeitrag vom letzten Jahr zugreifen.

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