Beitragsfoto: SABA-Fernseher
Inhaltsverzeichnis
Vermischtes
Der HNV hat offensichtlich das App für sich entdeckt. Es mag außerhalb eines reinen Abgreifens von Steuergeldern Gründe geben, warum man ein App anbietet. Auf die Schnelle fallen mir die Kundenbindung, die Abzockerei oder gar eine Blockwart-Mentalität ein. Auf alle Fälle aber sollten Service-Apps nicht ganze Menschengruppe schnell und einfach ausgrenzen können, zumal wenn deren Firmen und Unternehmen eine öffentliche Dienstleistung wie den Nahverkehr anbieten.
Vor Kurzem habe ich darüber berichtet wie es Großstädte und dies weltweit handhaben, nämlich man kann sehr einfach mit seiner Kreditkarte bezahlen, nur indem man diese im Bus an einen Automaten hält. Dass dies die unkomplizierteste und bürgerfreundlichste Art und Weise ist, dürfte wirklich jedem verständlich sein — außer den Verantwortlichen des HNV.
In modernen und bürgerfreundlichen Ländern wäre es sogar ganz ohne Problem möglich, dass man einfach bei öffentlichen Dienstleistungen den Personalausweis an einen Automaten hält.
Ein Blogger, den ich nicht kenne, da er anonym bloggt, erwähnte heute, dass jede Meinung irrelevant sei. Ich reiße seine Aussage aus dem Zusammenhang und stelle fest, dass sämtliche Meinungen nur dann eine Relevanz erhalten, wenn diese kommuniziert und diskutiert werden. Und nicht einmal dann, erst im Konflikt (hic!) zueinander können diese eine Relevanz erhalten. „Meinen“ Studenten versuchte ich immer wieder zu erklären, dass das Leben einzig und alleine Kommunikation sei. Und das ist nur die halbe Wahrheit! Wir leben nur durch und in Konflikten. Ein Status Quo, eine Utopie oder gar das Paradies sind allesamt nur tot.
Als Vorsitzender eines Heilbronner Vereines habe ich schon etwas länger bereits eine offizielle Anfrage an die Fraktionsverantwortlichen im Heilbronner Gemeinderat gestellt. Eigentlich bin ich es gewohnt, dass man von denen nur dann Antworten erhält, wenn man sich Dieter Schwarz nennt oder diesen Damen und Herren stets nach dem Mund redet, einschließlich öffentlicher Äußerungen, dass es keine hübscheren und intelligenteren Menschen als unsere erlauchte Hasenmahlgesellschaft gäbe.
Da es dabei überhaupt nicht um mich geht, sondern einzig und alleine um städtische Angelegenheiten, nehme ich es nicht persönlich. Ich würde es nicht einmal persönlich nehmen, wenn es mich als Mensch beträfe.
Dafür gibt es nun wohl einen Eröffnungstermin für die Heilbronner Seilbahn. Jede Wette, das wird unser Stuttgart 21. Wir schaffen es seit gut 60 Jahren nicht einmal die Turmstraße zu sanieren. Die wird erst dann saniert, wenn der Schwarz-Stiftung die umliegenden Gebäude gehören — und dann genehmigt der Gemeinderat über Nacht goldene Gehwege.
Nachtrag
Nur mal so, den Blog-Beitrag „Die Erwähnung der Statussymbole“ von Martin Thielecke habe ich mit meinem iPhone 26 gelesen.
Persönlich
„Das nehm’ ich persönlich!“ — wohl jeder kennt diese Drohung. Ja, es ist eine Drohung, eine aus einer verlogenen Welt, denn man kann sich nicht einmal mehr dabei sicher sein, ob es tatsächlich persönlich genommen wird oder doch bloß eine plumpe Drohung ist.
„Nur die Dummen sind ehrlich“ ist ein altbekanntes Bonmot. Manchmal löst auch der Alkohol die Zunge, was den Alkohol besonders in verlogenen Welten gesellschaftlich so wichtig macht. Kaum ein Klüngel kommt ohne Trinkgelage aus, nur um sicherzustellen, dass man zumindest manchmal ehrlich miteinander ist und zudem eine gute Entschuldigung dafür hat, wenn man dann doch etwas zu ehrlich war.
Ich mochte es schon immer, wenn man ehrlich und sehr direkt zu mir war. Das mag daran liegen, dass es mir schon immer an Empfindsamkeit mangelte oder auch nur daran, dass ich in den 1960er- und 1970er-Jahren in einer sehr offenen und konfliktreichen Umgebung groß geworden bin. Nicht umsonst war ich sofort ein Anhänger von Ralf Dahrendorfs Konfliktheorie.
Und noch heute fühle ich mich in einer Umgebung am wohlsten, wenn man ehrlich zueinander ist. Ich glaube sogar, dass dies die höchste Form der Wertschätzung ist — vorausgesetzt man ist weder debil noch betrunken.
Also, was nimmt man einem Menschen persönlich, dass dieser einem das sagt, was man einfach nicht hören möchte. Oder aber, dass er die „Wahrheit“ nicht angemessen und in homöopathischen Dosen herüberbringt oder herüberbringen kann.
Wohl deswegen lieben wir sämtliche Kunstschwätzer, wobei diese Kunst schon so weit entwickelt wurde, dass sie schon sehr lange keine „Wahrheiten“ mehr verkauft. Und genau das sollten wir persönlich nehmen!
Now-Page
Gut zwei Jahre lang hatte auch ich eine eigene Now-Page. Die Idee dazu stammte von Derek Sivers. Wer sich das einmal etwas genauer anschauen möchte, der findet sehr viele Now-Pages auf https://nownownow.com.
Zum Schluss fühlte ich mich fast verpflichtet, meine eigene Now-Page aktuell zu halten. Mancher Leser wird nun einwenden, dass mir dies sicherlich nicht schwergefallen ist. Und obwohl ich täglich schreibe und dabei auch ins Internet, wurde dieses Gefühl, eine ganz bestimmte Web-Page aktuell halten zu müssen, für mich immer bedrückender.
So bedrückend, dass ich dies sogar zum Thema des letzten Eintrags dort gemacht hatte. Und so fragte ich mich, was ist der eigentliche Mehrwert für mich, wenn ich diese Page weiter aufrechterhalte? Da ich in erster Linie für mich selbst schreibe, ein kurzer Moment der Selbstreflexion. Da aber dies auf mein gesamtes Blog zutreffen sollte, benötige ich kein Pars pro toto.
Selbstverständlich freut es mich, wenn Leser zusätzlich auf mein Blog stoßen, da sie von anderer Stelle hier herbeigelockt wurden, denn das macht das Internet aus. Aber ob es die Blog-Welt tatsächlich ausmacht, dass man diese von Meta-Blogs aus kennenlernt, bezweifle zumindest ich sehr stark.
Mancher Leser hat vielleicht auch in seiner Jugend kleine völlig unbedeutende Dinge gesammelt, bei mir waren es u. v. a. klitzekleine Asterix & Obelix-Sammelfiguren aus Plastik, die man zeigen und tauschen konnte. Oder auch einfache Kronkorken, die wir zum Spielen verwendeten — ganze Schlachten wurden auf sämtlichen verfügbaren Gullideckeln geschlagen.
All diese begehrenswerten Gegenstände wären nur halb so viel wert gewesen, wenn man sich diese bei Aldi und Co. gleich im Großpack hätte kaufen können.
Und so ist es für mich noch heute und auch bei den Blogs, die ich lese. Diese möchte ich mir ersammeln, manche auch ertauschen, aber keinesfalls mir über Meta-Seiten zu duzenden einverleiben.
Derek Sivers Idee ist sicherlich sehr lobenswert und gibt auch doch so einigen Bloggern gute Ideen, aber meine Blog-Welt ist es dann doch nicht. Wahrscheinlich weil ich aus einer Zeit stamme, wo man für Dinge noch etwas tun musste und diese nicht nur einfach so abgreifen konnte.
Selbstverständlich habe ich Derek über meine Entscheidung informiert und ihn gebeten, es nicht persönlich zu nehmen.
Das mit dem Persönlichnehmen ist heute wohl der allerletzte Scheiß! Erst gestern hatten wir dies beim Frühstück zum Thema.






One thought on “5.7.02026”
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