ICE

28.8.02024 5 (9)

Beitragsfoto: ICE | © Bettina Kümmerle

Auf den zweiten Blick

Das obige Bild ist meiner besseren Hälfte sehr gut gelungen und wir alle hoffen, dass Heilbronn bald wieder an das europäische Schienennetz angebunden, zumindest aber einmal an die Stuttgarter S-Bahn angeschlossen wird — die Badener haben uns da schon etwas schneller einverleibt.

Wenn man das Bild etwas genauer betrachtet, erkennt man im Hintergrund Deutschlands größte Privatschule, die übrigens wie sämtliche Schulen in Deutschland mit Steuermitteln betrieben wird. Denke man nun an die vielen Helikoptereltern, die künftig mit dem SUV (Hubschrauberlandeplatz gibt es im Neckarbogen noch nicht) ihre Kinder zur Schule begleiten, dann steht zu befürchten, dass bald der Schienenverkehr eingeschränkt wird, um die Lernerfolge dieser besseren Kinder nicht zu gefährden. Zumindest aber wird während der Abiturzeit der Deutschlandtakt ausgesetzt werden — da lässt sich Dieter Schwarz nicht lumpen.

Vermischtes

Die Neckarhalde zeigte sich gestern von ihrer besten Seite. Wäre ich noch fit, hätte ich es voll und ganz nutzen können — ein Ansporn wieder etwas mehr zu tun.

Ach, wenn man sich tatsächlich einmal über Polizeiarbeit beklagen möchte, dann kann man sich vielleicht fragen, warum alleine in Baden-Württemberg über 25 000 Haftbefehle offen sind (Heilbronner Stimme, 28.8.2024: 5). Dies könnte auch mit der jahrzehntelang mangelnden Qualifizierung des Polizeiapparates unter zeitgleicher Reduzierung des Personalbestandes zu tun haben. Beides hat etwas mit fehlendem politischen Willen zu tun — oder einfach nur mit dem Unverstand unserer Regierungsvertreter.

Und auch in Heilbronn schlagen unsere Gemeinderäte wieder zu. Erst lassen sie die Stadt verkommen und dann lassen sie sich feiern, weil sie mehr Sauberkeit fordern. Ich will aber nicht meckern, die CDU nimmt sich wieder einmal einer meiner Forderungen an. Vor gut vier Jahren forderte ich für Heilbronn bereits Müll-Sheriffs. Nach jahrelanger Untätigkeit möchten die CDU-Gemeinderäte nun eine Müll-Spezialeinheit. Das freut mich, genau wie sie inzwischen auch Hausboote und eine Markthalle fordern.

Mich würde es schon freuen, wenn unsere Gemeinderäte wenigstens das bekannte Nazi-Porträt aus dem Rathaus entfernen und vielleicht sogar einmal für Transparenz im Rathaus sorgen — das kostet nicht einmal etwas!

Großes Kino

Normalerweise lassen bei uns verdeckte Ermittler Verdächtige nur gegen Hauswände pinkeln während Polizisten dem Ärger in der Fußgängerzone gekonnt im Auto ausweichen und ab und zu noch Polizistinnen mit ihren Ponys den Neckar entlang reiten. Eigentlich ist die Welt in Heilbronn voll in Ordnung.

Gestern aber durfte ich ganz plötzlich und dies fast hollywoodreif eine Polizeiaktion in der Urbanstraße miterleben; wären da nicht die Blaulichter gewesen, hätte ich auf russische Mafia getippt. Ok, am Ende war es dann ein Ausreisepflichtiger, der wohl zur Strecke gebracht wurde.

Zuvor noch hat die Stadt Heilbronn eine Sicherheitsfirma entlassen, weil sie großstädtische Verhältnisse in Heilbronn erkannt haben wollte — was der Heilbronner Vogel-Strauß-Politik im Rathaus sichtlich missfiel.

Und nun verhängt man eine Waffenverbotszone nach der anderen, immer mehr Heilbronner sehen bereits an jeder Ecke gleich mehrere Messerstecher stehen — wobei es bisher nur ein russischer Rentner war, der auf Flüchtlinge einstach. Selbst das Weindorf läuft inzwischen Gefahr zur Kriegszone ausgerufen zu werden.

Da passt es ganz gut, dass die Heilbronner Stimme (28.8.2024: 1) unsere Stadt nun auch noch zur Drogenhochburg kürt — ganz selbstverständlich haben dies alle Gemeinderäte schon immer gewusst haben wollen.

Getoppt wurde das Ganze aber von der Tatsache, dass mein Jüngster mit einem ICE aus Brüssel kommend in Heilbronn ankam.

Bei so viel Kino habe ich sogleich noch einen Tim Burton-Abend drangehängt.


Fußgängerzone

30.11.02023 5 (5)

Beitragsfoto: Fußgängerzone

Grundschule

Unsere Stadtverwaltung und die Gemeinderäte wurden wieder einmal völlig von den Realitäten überrascht. Keiner konnte wissen, dass wenn man die Innenstadt nachverdichtet und zudem bereits seit Jahren die Heilbronner Bevölkerung stetig zunimmt, man damit u. a. auch die Schulen vergrößern muss.

Die große Chance, aus den Dammschulen mit einem zeitgemäßen Umbau und einer Erweiterung für die Heilbronner Schüler ausreichend Plätze zu schaffen, wurde vertan: man hat lieber über Jahre hinweg am Bestandsgebäude herumgemurkst und dabei nicht einmal die alte noch die neue Sporthalle verbessert.

Jahrelang hätte man zudem nach einem weiteren Standort suchen oder sich gar entsprechende Flächen sichern können.

So etwas macht man in Heilbronn aber ganz bewusst nicht, man strickt wieder mit der heißen Nadel und schafft auf die Schnelle ewige Provisorien — zu Lasten der Schüler, der Umwelt und der ganzen Stadt.

Fußgängerzone

Bei meinem Spaziergang durch die Stadt durfte ich erneut feststellen, dass sowohl die Urbanstraße als auch die Wilhelmstraße in beide Richtungen befahren werden. Wenn man die etwas größeren Parkplätze und ein paar Seitensträßchen auch noch mit nutzt, kommt man damit ziemlich schnell durch die Stadt.

Als nächstes durfte ich mich erneut fragen, warum wir Radwege haben, wenn einen Rennradfahrer auf dem schmalen Gehsteig daneben zum Sprung auf die Straße nötigen — gut gekennzeichnete Radwege sind in Heilbronn wohl nur dazu da, um die Autofahrer zu ärgern.

Endlich in der Fußgängerzone angelangt, wobei ich mich wohlweislich auf die Neckarmeile beschränkte, konnte ich mich dort durch die geparkten Autos quälen. Unsere Fußgängerzonen und gerne auch die Brücken sind wohl alleine dazu da, um den einkaufs- und feierwilligen Bürgern zu kostengünstigen Parkplätzen zu verhelfen.

Wir könnten den nächsten Weihnachtsmarkt noch weiter aufwerten, wenn wir für jeden Stand gleich zwei bis drei Kfz-Abstellplätze austrassieren: Stand, zwei, drei Autos, Stand, zwei, drei Autos, usw. … oder aber wir stellen die Hütten gleich auf den Mittelstreifen der Allee, so dass die Weihnachtsmarktbesucher direkt an diesen vorbeifahren können.

Anrufer

Es ist schon eine ganz Weile her, dass ich über anonyme Anrufer geschrieben habe. Dabei ist diese Art von Anrufern so etwas von gestern, heute mehr denn je. Denn inzwischen haben viele der anonymen Anrufer längst aufgerüstet und rufen verstärkt mit nicht vergebenen Rufnummern an; das merkt man meist aber erst, wenn man einmal zurückrufen möchte.

In den USA verwenden dies einige Telefongesellschaften inzwischen sogar zum eigenen Vorteil, in dem sie auf dem Telefondisplay dann einfach nur „Spammer“ oder „Werbeanruf“ anzeigen. Vielleicht kommt bei uns auch einmal eine Telefongesellschaft auf diese Idee. Man könnte dies sogar gut vermarkten, indem man darauf hinweist, dass man seine Kunden schützt und sogar noch Energie einspart, denn so dürften zudem die meisten Rückrufversuche entfallen.


Radfahrerin

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Beitragsfoto: Radfahrerin | © Pixabay | San Francisco

Social Media

Wenn mir ein Social Media-Experte erklärt, dass man als Firma, Partei oder Verein eigentlich keine eigene Website mehr benötigt, dann darf ich mich doch fragen, worin dessen Expertise genauer liegt.

Von klein auf Youtube Videos schauen und auf Instagram Katzenbilder zu posten, reicht meines Erachtens nicht aus, um sich selbst als Experte zu bezeichnen. Und dann hilft auch nicht der beiläufig eingestreute Hinweis, dass „man als Experte“ an einer Hochschule tätig ist. Eher schon der Hinweis, dass man sich mit seiner Expertise dumm und dämlich verdient.

In meiner Jugend bezeichnete man solche Experten allerdings noch als Nepper, Schlepper und Bauernfänger.

Radwege

In Heilbronn werden immer mehr Radwege eingerichtet, so auch in der Urbanstraße. Dies hält viele Radfahrer aber nicht davon ab, weiterhin auf den Gehwegen entlang zu brausen. Meistens zieht mich meine bessere Hälfte zur Seite, weil ich die Radfahrer einfach nicht höre — auch habe ich keine Augen am Hinterkopf.

So freut es mich heute in der Heilbronner Stimme (23.07.2022:12) zu lesen, dass wir Fußgänger doch noch Rechte haben. Was aber wenig nützt, wen man totgefahren wurde oder deswegen im Rollstuhl sitzt.

„Wer auf einem Gehweg läuft, der auch für Radfahrer zugelassen ist, muss sich nicht fortlaufend nach sich nähernden Radlern umsehen. Kommt es zum Unfall, haftet meist der Radfahrer oder die Radfahrerin, erläutert die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins.“

Heilbronner Stimme, 23.07.2022: 12 (Autostimme)

In Heilbronn hat man das Problem einfach dadurch gelöst, dass die Radfahrer weiterfahren dürfen, einem höchstens noch Beleidigungen zurufen und sich damit ihrer Verantwortung entziehen können. Kontrollen gibt es nicht. Unser Ordnungsamt jagt weiterhin Omas, die ihre 2 Pfund Hund nicht angeleint haben, oder macht Geschwindigkeitskontrollen in der Werderstraße.

Einstand

Hat hier unser neuer Baubürgermeister Andreas Ringlé seinen Einstand gegeben oder sind das einfach nur die heutigen Heilbronner Zustände, wo sich jeder nur an unseren Steuergeldern gesund stößt?

Auf jeden Fall aber liefert kein Handwerker mit halbwegs Anstand solch eine Arbeit ab. Und wer seitens der Stadtverwaltung so etwas abnimmt, der gehört hinter Gitter!

Allee 2022

Wahrscheinlicher ist aber, dass das „Heilbronner Kunst“ ist und wir dafür nicht nur ein paar Hunderttausend Euro mehr bezahlen müssen, sondern bereits weitere Firmen den Auftrag haben, dies jährlich wieder in Stand zu setzen — das macht man in der Kaiserstraße bereits seit Jahren so. Und bis das halbwegs wieder in Ordnung gebracht ist, werden seitens der Stadtverwaltung Beraterverträge abgeschlossen und weitere Dienstposten für Pflastersteinbeauftragte geschaffen, die dann ganz folgerichtig unmittelbar dem OB unterstellt sind.