Kaffee und Kuchen

Nur mal so 5 (3)

Foto: Beispielbild | © congerdesign auf Pixabay 

Bereits Jimmy Carter war davon überzeugt, dass

„We are over-lawyered and under-represented.“

Jimmy Carter, Bemerkungen anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Los Angeles County Bar Association (4. Mai 1978)

Dies ist allerdings bis zum heutigen Tage nicht weiter tragisch, da wir alle auf unsere Verwaltungen vertrauen dürfen, die zwischen den Entscheidungsträgern, der Legislative, und dem Bürger, welcher einerseits beider Arbeitgeber aber andererseits auch Ziel sämtlicher Bemühungen seitens der Legislative und unserer Verwaltung ist, stehen und dadurch vieles erleichtern.

Ursprünglich wurden Verwaltungen auch gerade dazu geschaffen, um die Entscheidungen des Souveräns mit der Realität verheiraten zu können.

Über die letzten Jahrtausende hat sich es aber auch gezeigt, dass nicht die effektivsten und effizientesten Verwaltungen die besten sind, sondern eher die, die auch dem Bürger selbst noch ausreichend Freiräume zum Leben ermöglichen, also ihre eigene Menschlichkeit bewahrt haben.

Andererseits dürfen Verwaltungen nicht zu menschlich, also zu ineffizient und ineffektiv werden, denn damit werden sie wiederum überhaupt keinem Anspruch mehr gerecht und gefährden damit das Gesamtgefüge.

Wir kennen aus unserem eigenen Erleben genügend Beispiele, außer vielleicht eine tatsächlich effiziente Verwaltung, deren Existenz von vielen Fachleuten überhaupt als unmöglich angesehen wird.

Wir sind hier bei uns in Deutschland glücklicher Weise mit einem gesunden Mittelmaß an Verwaltung gesegnet und können es deswegen auch gut verkraften, wenn unsere Verwaltungen einmal größer als nötig und sonst auch üblich sind.

Folgende Grundvoraussetzungen haben sich dabei für einen Verwaltungsmitarbeiter als ideal herausgestellt: er darf nicht allzu intelligent und auch nicht allzu fleißig, muss dafür aber auf jeden Fall gutmütig sein!

Sehr schlimm wird es für alle, wenn man in einer Verwaltung auf faule intelligente und dumme fleißige Menschen trifft, die sich dann zu einer Melange zusammenfinden, welche kaum noch zu ertragen ist.

Hier sind dann die entsprechenden Personalabteilungen gefordert, welche erstere schnellstmöglich befördern und letztere in Funktionen bringen, wo auch diese möglichst wenig Schaden anrichten können.

Aber auf jeden Fall muss es verhindert werden, dass bösartige Menschen in Verwaltungen ihr Unwesen treiben.

Das Worst Case Scenario wäre entsprechend der bösartige, intelligente und fleißige Verwaltungsangestellte.

Mögen unsere Verwaltungen weiterhin davon verschont bleiben!

„I love deadlines. I like the whooshing sound they make as they fly by.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

Baum

Wind, Sand und Sterne 5 (9)

Beitragsfoto: Baum | © Pixabay

Wer schon einmal etwas von Antoine de Saint-Exupéry gelesen hat, weiß sofort beim Titel dieses Beitrags, dass ich damit sein 1939 erschienenes Buch Terre des Hommes meine.

Meine Lektüre der Bücher de Saint-Exupérys begann noch zur Schulzeit mit Nachtflug, das erstmals im Dezember 1931 erschien, und endet immer wieder aufs Neue beim Kleinen Prinzen aus dem Jahre 1943.

In seinem „Erfahrungsbericht“ als Pilot, den er mit Terre des Hommes betitelt, reflektiert Antoine de Saint-Exupéry über uns Menschen und stellt dabei Folgendes fest:

„La vérité pour l’homme, c’est ce qui fait de lui un homme.“

Antoine de Saint-Exupéry, Terre des Hommes, VIII. Les hommes

Nämlich, dass es für den Menschen nur eine Wahrheit gibt, jene, die aus ihm einen Menschen macht.

Kameradschaft, Pflichterfüllung, Solidarität und Menschlichkeit sind wohl die dabei alles bestimmenden Themen. Nicht nur Antoine de Saint-Exupéry selbst ist der Meinung, dass uns heutigen Menschen der Sinn für das Leben im Allgemeinen und vor allem auch der Sinn für das eigene Leben abhanden gekommen ist.

Auch wir sind inzwischen offensichtlich zu einer reinen Spaßgesellschaft mutiert, die allein auf Kosten anderer, der Natur und der Umwelt existiert. Reisen ohne Bildung und Zweck, sowie Wellness-Urlaube, nur um ein inhaltsleeres Leben möglichst zu verlängern, sind neben weiteren sinnfreien Unterhaltungsprogrammen bei sehr vielen von uns en vogue.

Und dieses Verhalten wird von manchen Religionen sogar noch unterstützt; nehmen wir als Beispiel den Koran.

„Wisset, dass wahrlich das diesseitige Leben nur ein Spiel und ein Zeitvertreib ist.“

Koran, Sure 57:20

Am Zustand jener Länder, welche diese Erkenntnis schon seit Längerem zur Staatsraison erkoren haben, kann man die Folgen für alle leicht erkennen und auch beständig in den Nachrichten mitverfolgen. Gerade in diesen Ländern hätte schon viel eher als bei uns der Wunsch nach Orientierung aufkommen müssen, ganz besonders in Zeiten, in denen es politisch drunter und drüber geht, wenn auf den Common Sense kein Verlass mehr zu sein scheint, wenn auch die Wissenschaften nicht mehr recht weiter wissen, kurzum: wenn der Einzelne auf sich selbst zurückgeworfen wird.

Viele hätten sich schon sehr lange die Grundfragen nach einem gelingenden Leben, für das bei uns traditionell die Philosophie zuständig ist, stellen müssen. Vielleicht hätten einige dann auch längst erkannt, dass es völlig egal ist, wo man sein sinnfreies Leben fristet. Es wäre damit wohl einigen zudem erspart geblieben, festzustellen, dass ihr sinnfreies Leben auch in der Fremde völlig sinnlos ist.

Denn unter vielen anderen auch, hatte bereits Michel de Montaigne erkannt, dass es nicht von Bedeutung ist, wie lange wir leben, sondern, was wir aus unserem Leben gemacht haben. Dabei hülfe es uns allen, wenn möglichst viele wieder das reine Spaßhabenwollen durch ein Streben nach mehr Kameradschaft, Pflichterfüllung, Solidarität und Menschlichkeit ersetzen und damit sich und der Gesellschaft insgesamt eine Chance zur Entwicklung und Entfaltung geben.

Es sind nämlich die Nächte, die wir zusammen mit Gleichgesinnten auf dem Truppenübungsplatz oder der Rettungswache verbracht, die Stunden in denen wir zusammen eine Idee oder ein Produkt entwickelt, „nur“ unsere alltägliche Pflicht erfüllt oder anderen Menschen geholfen haben, die jede Erinnerung an ein Kilo Kaviar auf dem Traumschiff oder einen Fünflitereimer Sangria auf Malle verblassen lassen.

Gabriel García Márquez hebt diese Art der Erinnerung besonders hervor:

„Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen.“

Gabriel García Márquez, Leben, um davon zu erzählen (2002)

Deswegen ist es für alle von Vorteil, wenn man sich bereits in früher Jugend darum kümmert, möglichst guten und zahlreichen Erinnerungen habhaft zu werden. Hilfreich dabei ist, wenn man die vielfältigen Angebote unserer Gesellschaft auch wahrnimmt und nicht alle Zeit und Mühen aufwendet, um sich zu drücken oder lediglich damit beschäftigt ist, Rosinen zu picken. Als letztendliche Folge kommt es dazu, wie Max Frisch in einem Werkstattgespräch anmerkt:

„Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er, oft unter gewaltigen Opfern, für sein Leben hält.“

Max Frisch, in Die Zeit (18. September 1964)

Dies erkennend hat unser Staat den von Martin Luther beendeten Ablasshandel modifiziert und gibt den Spätzündern unter uns die Möglichkeit, sich im Nachhinein ein sinnvolles Leben zu erkaufen: Stiftungen und elitäre Menschenrettungszirkel sprießen jüngst wie der Spargel.

Spätestens seit Martin Luther wissen wir aber auch, dass dies für das eigene Seelenheil wenig von Bedeutung, aber auch, dass es nie zu spät für ein selbstbestimmtes und sinnvolles Leben ist; die möglichen Aufgaben und Herausforderungen dafür sind tatsächlich unbegrenzt und für jedermann zugänglich.

Unsere englischsprechenden Mitbürger würden es ganz einfach wie folgt ausdrücken: „Just be a mensch!“ Harold Pinter meinte dazu:

„You’ll be a mensch … You’ll be a success.“

Harold Pinter, The Birthday Party (1959)

Und Saul Bellow ging sogar noch einen Schritt weiter:

„I want you to be a mensch.“

Saul Bellow, The Adventures of Augie March (1953)

Und für all jene, die nicht in einer Wüste zu sich selber finden können oder möchten, darf auch ein Spiegel genügen. Dale Wimbrow schrieb dazu 1934 das folgende Gedicht:

The guy in the glass

When you get all you want and you struggle for pelf,
and the world makes you king for a day,
then go to the mirror and look at yourself
and see what that man has to say.

For it isn’t your mother, your father or wife
whose judgment upon you must pass,
but the man, whose verdict counts most in your life
is the one staring back from the glass.

He’s the fellow to please,
never mind all the rest.
For he’s with you right to the end,
and you’ve passed your most difficult test
if the man in the glass is your friend.

You may be like Jack Horner and “chisel” a plum,
And think you’re a wonderful guy,
But the man in the glass says you’re only a bum
If you can’t look him straight in the eye.

You can fool the whole world,
down the highway of years,
and take pats on the back as you pass.
But your final reward will be heartache and tears
if you’ve cheated the man in the glass.

Dale Wimbrow, 1934

„He hoped and prayed that there wasn’t an afterlife. Then he realized there was a contradiction involved here and merely hoped that there wasn’t an afterlife.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

Werbung von 1972, Zeichner: Johnny Bruck, © Pabel-Moewig Verlag KG

Perry Rhodan 5 (3)

Beitragsfoto: Werbung von 1972 | Zeichner: Johnny Bruck | © Pabel-Moewig Verlag KG

Für all jene, die dieses Weihnachten mit großem Bedauern zur Kenntnis nehmen müssen, dass Star Wars nach 42 Jahren ein hoffentlich versöhnliches Ende findet, kann ich gerne die Science-Fiction Reihe Perry Rhodan empfehlen, welche bereits seit dem 8. September 1961 wöchentlich erscheint und inzwischen weit über 3000 Hefte umfassen dürfte.

Auf die Perry Rhodan Hefte bin ich erstmals im Kiosk meiner Großmutter gestoßen und dies bereits vor 1977, als mich meine beiden Vettern Peter und Kenneth irgendwo in Middle West in ein Autokino schleppten, um mit mir zusammen den ersten Star Wars zu sehen, der damals noch als Vorfilm zu einem heute weniger bekannten Horror-Streifen fungierte.

Da Science-Fiction schon in meiner Jugend nicht so meine Sache war, verlor ich Perry Rhodan aus den Augen und sah mir nur deshalb die weiteren Star Wars-Filme an, weil ich bereits den ersten Teil gesehen hatte.

Gut 30 Jahre später stieß ich aus einem mir heute nicht mehr bekannten Grund erneut auf die Perry Rhodan Hefte und war überrascht, wie weit sich diese Galaxis inzwischen ausgebreitet hat. Eine kurze Recherche ergab dann, dass ich mit meinem persönlichen Zeitmanagement wohl nicht in der Lage sein werde, weder die alten Zyklen nachzulesen, noch bei den neuen Heften mitzuhalten.

Auf jeden Fall aber ist die Perry Rhodan Reihe inzwischen nicht nur die wohl längste fortlaufende Erzählung der Literaturgeschichte, sondern auch ein ganz eigenes Universum, welches einem Science-Fiction-Liebhaber bis zum Ende seiner Tage viel Freude und auch bisher ungeahnte Tiefen und ganz neue Dimensionen bieten kann.

Deshalb mein Ratschlag für jene, die Star Wars vermissen werden, kaufen Sie sich noch vor dem Gang in den letzten Star Wars-Film ein Perry Rhodan Heft oder Buch. Zumindest haben Sie dann genügend Lektüre, um die Zeit bis zur nächsten Trilogie zu überbrücken.

Die 7 wichtigsten Hauptfiguren aus Perry Rhodan
Wer ist Perry Rhodan? Eine Perriografie

„All our scientific observations of the universe and quanta can only, in the end, be observations of ourselves.“

Alan Moore, De Abaitua interview (1998)