Adventsgedanken

Gedanken zum Advent 5 (2)

Foto: Beispielbild | © Pixabay

Nicht nur die Wahlen zum Kirchengemeinderat liegen hinter uns, sondern bereits auch der 1. Advent diesen Jahres. Tempus fugit … und jedes Lebensjahr ein wenig schneller.

Der alljährliche Advent, eigentlich die Zeit, um sich auf Weihnachten vorzubereiten und dazu auch eine gute Gelegenheit zur Besinnlichkeit.

Jedes Jahr nehme ich mir immer wieder aufs Neue vor, bis zum 1. Advent soweit zu sein, damit ich langsam aber sicher in die Weihnachtszeit hineinrutschen kann. Und immer wieder stelle ich nach dem 1. Advent aufs Neue fest, was ich alles noch bis spätestens Weihnachten zu erledigen habe; so auch dieses Jahr.

Nur dieses Jahr möchte ich erstmals etwas schlauer als sonst sein und überlege, was ich über die Weihnachtsfeiertage hinweg liegen lassen könnte.

Auf jeden Fall dürfen es nicht die guten Wünsche sein, die ich gerne an meine Familie, Freunde, Bekannte und auch alle anderen richte.

Ich wünsche Ihnen und Euch allen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Fest, gemütliche Feiertage in möglichst angenehmer Runde und später dann einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Besonders aber denke ich dabei an meine Kameraden, die irgendwo auf dieser Welt für uns alle die Stellung halten. Erstmals ist auch ein eigener Sohn mit dabei, was dem Ganzen eine ganz neue Bedeutung gibt.

Sollte also jemand irgendeine Sache oder Reaktion von mir noch vor Weihnachten vermissen, bitte darüber nicht böse sein, denn ich hole das im nächsten Jahr ganz sicher nach – so Gott will!

„It’s Christmas Eve! It’s the one night of the year when we all act a little nicer, we smile a little easier, we cheer a little more. For a couple of hours out of the whole year, we are the people that we always hoped we would be.“

Bill Murray als Francis Xavier „Frank“ Cross in Scrooged (1988)

Müllabfuhr

Die Müllabfuhrregel 5 (5)

Beitragsfoto: Müllabfuhr | © Pixabay

In den Nullerjahren habe ich die folgende Geschichte aus dem englischsprachigen Raum des Öfteren gehört und am 14. September 2010 erstmals in der englischen Originalfassung auf einer meiner eigenen Websites veröffentlicht. Die Geschichte trägt den Titel „The law of the garbage truck“, was ich als „die Müllabfuhrregel“ übersetze.

Die Müllabfuhrregel

Eines Tages sprang ich in ein Taxi zum Flughafen. Als wir in der rechten Spur fahren, schneidet uns ganz plötzlich und unverhofft ein ausparkender schwarzer Wagen den Weg ab.

Der Taxifahrer konnte gerade noch bremsen und dem schwarzen Wagen nur um Haaresbreite ausweichen. Der Fahrer des anderen Wagens fing sofort zu schimpfen an, während der Taxifahrer nur lächelte und ihm freundlich zuwinkte.

Er war dabei so freundlich, dass ich ihn fragte: „Warum machen Sie so etwas? Der Mann hätte beinahe das Taxi geschrottet und uns ins Krankenhaus befördert!” Der Taxifahrer begründete sein Verhalten, das ich gerne als „die Müllabfuhrregel” bezeichnen möchte.

Er erklärte, dass viele Menschen wie ‚Müllabfuhrwagen‘ seien, voll von Müll, Frustration, Ärger und Enttäuschung. Und sobald sie selber zu voll von diesem Müll sind, benötigen sie einen Platz, um ihn abzuladen, und manchmal laden sie ihren gesamten Müll genau auf Dich ab.

Nimm es nicht persönlich. Lächle, winke ihnen freundlich zu, wünsche ihnen einen guten Tag und fahre mit Deiner eigenen Beschäftigung fort.

Übernehme nicht deren Müll, und vor allem aber, gib ihn nicht an andere weiter, weder bei der Arbeit, zu Hause, noch auf der Straße.

Der Punkt dabei ist, dass erfolgreiche Menschen sich vom Müll anderer Leute nicht den Tag verderben lassen.

Das eigene Leben ist zu kurz, um morgens mit Bedauern aufzuwachen, also … liebe die Menschen, die nett zu Dir sind.

Vergebe und liebe auch jene, die es nicht sind.

Das Leben besteht zu 10 Prozent aus dem, was Du daraus machst, aber zu 90 Prozent, wie Du es annimmst!

Habt alle einen „müllfreien“ Tag!

„In painting, you have unlimited power. You have the ability to move mountains. You can bend rivers. But when I get home, the only thing I have power over, is the garbage.“

Bob Ross, The Joy of Painting

Sinnierende Frau

All the world’s a stage. 5 (7)

Beitragsfoto: sinnierende Frau | © Pixabay

Obige Aussage wird sofort von den meisten William Shakespeare zugeordnet. Manche kennen sogar das ensprechende Theaterstück „Wie es euch gefällt“, als dessen Autor Shakespeare gilt.

Interessanter findet ich aber sein Drama Heinrich V. wohl aus dem selben Jahr, also so um 1599 herum veröffentlicht, aus dem ich gerne aus der ersten Szene des dritten Aktes zitiere:

„In peace there’s nothing so becomes a man
As modest stillness and humility;
But when the blast of war blows in our ears,
Then imitate the action of the tiger:
Stiffen the sinews, summon up the blood.“ 

William Shakespeare

Diese Aussagen sind zwar schon etwas älter, aber immer noch gültig. Man könnte meinen, wir hätten es inzwischen auch verstanden. Zumindest …

„All the world’s a stage,
And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances;
And one man in his time plays many parts, …“

William Shakespeare

… klappt bei den meisten ganz gut. Nur bei der ‚Demut‘ müssen wir wohl alle noch etwas üben. Und das mit dem ‚Tiger‘ lassen wir wohl am Besten gleich ganz weg, denn, zwar mangelt es uns nicht an Papiertigern, nur bekommen die nicht einmal mehr etwas Vernünftiges in Friedenszeiten zustande.

„You are seeing me at my absolute fucking worst.“

Monica Lewis, in The New Yorker (7. September 2015, Hollywood Sunset)