Goethes gesammelte Werke

Ein Hinweis von Goethe 5 (2)

Beitragsfoto: gesammelte Werke | © Pixabay

Johann Wolfgang von Goethes Buch Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795-1796) ist immer noch lesenswert. Ursprünglich eine Lektüre während meines Studiums, nehme ich es auch heute noch gerne zur Hand.

Das folgende Zitat stammt aus diesem, und zwar aus Buch 8, Kapitel 4:

„Wenn wir … die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“

Johann Wolfgang von Goethe

Obwohl Goethes Erkenntnis heute noch Gültigkeit hat, fällt es zumindest mir immer schwerer, diesen Hinweis umzusetzen.

Wahrscheinlich aber ist dies nur dem eigenen Alter geschuldet.

„We are what we are, because of the vibrations of thought which we pick up and register, through the stimuli of our daily environment.“

Napoleon Hill, Think and Grow Rich (2015 [1937]: 30)

Trauerbeflaggung vor dem Landgericht Heilbronn

Heuchelei 5 (2)

Beitragsfoto: Trauerbeflaggung vor dem Landgericht Heilbronn

Was immer mehr Bürger immer weniger ertragen können, ist die Heuchelei, mit der viel zu viele unserer Politiker heutzutage unterwegs sind.

Jüngste Beispiele gab es wieder beim Volkstrauertag und beim öffentlichen Gelöbnis der Bundeswehr in Berlin.

Ersteres nannte ein mir nicht näher bekannter Kommentator nur noch „Kranzabwurfgelegenheit“, wobei sich der besagte ‚Abwerfer‘ nicht einmal mehr die Mühe machte, auf dem Kranz nachzulesen, warum er überhaupt vor Ort war.

Und als er dabei ertappt wurde, bekannte er nicht einfach nur:
a) weil es zu seinem Job gehört und b) weil er wieder gewählt werden möchte — offensichtlich traut er seinen Wählern so viel Ehrlichkeit schon gar nicht mehr zu —, sondern er hetzte einem Opfer verfehlter deutscher Bildungspolitik noch die Polizei und die Staatsanwaltschaft auf den Hals.

Ein solch erbärmliches Verhalten fügt dem Volkstrauertag einen ganz neues Aspekt hinzu.

Ist es aber schon traurig genug miterleben zu müssen, wie Krokodilstränen beim Volkstrauertag vergossen werden, so wird das Ganze inzwischen von einer weiteren Gelegenheit für „politisches Schaulaufen“ übertroffen, nämlich bei den öffentlichen Gelöbnissen und Vereidigungen deutscher Soldaten.

Oftmals findet man dort neuerdings gerade jene, die sich selbst nicht nur um Wehrpflicht oder Ersatzdienst gedrückt haben, sondern jahrzehntelang ganz offen kundtaten, dass das nur etwas für Deppen und „Zivilversager“ sei.

Und auch dieses Verhalten kann man noch um eine weitere Erbärmlichkeit steigern, nämlich indem sich anerkannte Kriegsdienstverweiger oder „professionelle“ Drückeberger, ihre politischen Verbindungen nutzend, im Nachhinein zu Offizieren der Bundeswehr ernennen lassen, mit ihrer neuen Uniform wie „Westentaschenbokassas“ durch die Medien stolzieren und den jungen ‚Kameraden‘ dann im kleinen Kreis mit großen Worten erklären, dass es an der Zeit sei, um wieder „das Sterben zu lernen.“

„I was fortunate that I could devote myself to my duty in my young and vigorous years.“

Hiroo Onoda, in der New York Times (17. Januar 2014)

Kaffeegenuss

Die Weisheit von Alvy Singer 5 (5)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Woody Allen zitiert in seinem Film „Annie Hall“ von 1977 in seiner Rolle als Alvy Singer einen alten Witz, welcher unsere heutige Zeit voll und ganz auf den Punkt bringt.

“There’s an old joke. Um … two elderly women are at a Catskill mountain resort, and one of ‘em says, ‘Boy, the food at this place is really terrible.’ The other one says, ‘Yeah, I know; and such small portions.’ Well, that’s essentially how I feel about life – full of loneliness, and misery, and suffering, and unhappiness, and it’s all over much too quickly.”

Alvy Singer

Wir sind heute darüber hinaus ohne Weiteres noch dazu in der Lage, ein Glas Wasser zugleich als halb voll und als halb leer zu sehen; Hauptsache dabei ist, dass wir uns nicht für die eine oder andere Seite entscheiden müssen.

Vielleicht ist es aber für alle auch nur an der Zeit, dass wir zumindest für uns selbst Klarheit schaffen.

The first law of philosophy: For every philosopher, there exists an equal and opposite philosopher.
The second law of philosophy: They’re both wrong.

Anon