Blumen

Opafreuden 5 (4)

Beitragsfoto: Blumenstrauss | © Bettina Kümmerle

Der 13. September ist heuer ein Samstag und für mich auch noch Opatag. Hätte ich vor 33 Jahren nicht einmal daran gedacht, jemals Vater zu werden, so ist das Opasein wohl eine natürliche Folgeentwicklung.

Und so bin ich nun Opa eines Mädchens aus München. Die Mutter ist ebenfalls Münchnerin. Eine Stadt, die ich aus meinen eigenen Studentenzeiten gut in Erinnerung behielt.

Was nun aber ganz gut veranschaulicht, wie wir Menschen selbst in für uns wahrnehmbaren Zeiträumen migrieren. Eine meiner Großmütter kam aus Königsberg und meine Enkelin beginnt ihr Leben in München. Und kein Mensch weiß, wohin es sie dereinst einmal verschlagen wird.

Da der glückliche Vater Soldat ist, wird sie bereits in sehr jungen Jahren zumindest Deutschland ganz gut kennenlernen.


Konzert

Musikvideo zum Tag 4.3 (6)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Bei aktuell über 8,2 Milliarden Menschen ist es ganz natürlich, dass jeden einzelnen Tag für eine ganze Menge die Welt untergeht. Wobei dies bis zu unserem eigenen Weltuntergang meist für uns nur eine Randerscheinung ist. Wir nehmen meist nur den Tod naher Angehöriger, Freunde und Bekannter wahr, selbstverständlich aber dazu auch noch jenen ganz besonders Prominenter — das ist wohl nur allzu menschlich.

Die Journaille stellt sich bei größeren und unerwarteten Todesfällen dann noch die Frage, ob ein paar Deutsche und dann hoffentlich noch möglichst prominente darunter sind. Ist das nicht der Fall, dann haben diese Nachrichten auch nur wieder den Wert eines Sacks Reis, der irgendwo in China umfällt.

Heute war in meiner Timeline u. a. der Tod von Rick Davies Thema, der allerdings bereits vorgestern gestorben ist — sozusagen ein „B-Toter“. Rick Davies war neben Roger Hodgson 1970 Gründer von Supertramp und ist den etwas Älteren unter uns noch für deren einzigartigen Sound bekannt. Erst im Juli 2025 hatte ich etwas über diese Band geschrieben und so werde ich heute die drei dort aufgeführten Lieder nicht zum Thema machen.

Wenn ich in den kommenden Tagen keinen entsprechenden Beitrag in den Obituaries der New York Times finde, dann dürfte Rick Davies nicht einmal zu den „B-Toten“ gerechnet werden.

Unabhängig davon, bis zu den .„.. famous last words …“ 1982 lagen Supertramp für mich regelmäßig auf dem Plattenteller und danach deren inzwischen alte Platten immer wieder einmal. Und so nehme ich Rick Davies‘ Weltuntergang dann doch mit Bedauern zur Kenntnis.

Der „Shadow Song“ befindet sich auf dem Debutalbum „Supertramp“ (1970). Dort ist Rick Davies sehr gut zu hören.

„Guess my shadow spoke to me tonight
And made me throw my dreams away
Told a story of a twisted man
Who was playing with some foolish plan
…“

Supertramp (1970)

Zum Schluss dann noch der Song „Goodbye Stranger“ von Rick Davies, der auf meiner Lieblingsplatte von Supertramp „Breakfast in America“ (1979) zu finden ist.

Nachtrag

Nun hat die New York Times doch noch reagiert und meine Leser können deren Nachruf hier kostenfrei lesen. Spannend dabei die Liedauswahl von Jenny Gross.

„Goodbye stranger it’s been nice
Hope you find your paradise
Tried to see your point of view
Hope your dreams will all come true“

Rick Davies, „Goodbye Stranger“ (1979)

Kinobesucher

Thriller 4.7 (6)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

2010 war für mich ein ereignisreiches Jahr so ereignisreich, dass ich den ansonsten üblichen Rest nicht mitbekommen habe. Und so habe ich mich nun dazu entschlossen, einmal zu gucken, was ich nicht so alles in diesem Jahr versäumt habe.

Heute fand ich einen Film mit Angelina Jolie und Johnny Depp, die beide für eine gute Unterhaltung gut sind. Der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck hätte mir allerdings etwas zu denken geben müssen, vor allem da es sich bei diesem Film nur um ein Remake eines Films handelt, der keine fünf Jahre zuvor in die Kinos kam und bereits mit Sophie Marceau eine mehr als angemessenes Besetzung hatte.

Leider war auch 2005 ein Jahr, das mir zumindest den Gang ins Kino ziemlich erschwerte. Und so gucke ich nun beide Filme an und mache mir ein eigenes Bild, ob das Original, wo Jérôme Salle Regie führte, besser ist.

Kineasten zumindest meines Alters wissen bestimmt bereits, um welche Filme es sich hierbei handelt. „Anthony Zimmer“ ist eine französische Produktion aus 2005 und „The Tourist“ aus 2010 eine US-amerikanisch, französisch und italienische Produktion mit einem deutschen Regisseur.

Mein favorisierter Darsteller seit Chocolat (2000) ist Johnny Depp. Sophie Marceau weckt seit 1980 („La Boum“) Jugenderinnerungen. Und Angelina Jolie hat mir bei „Mr. & Mrs. Smith“ (2005), ein Film, den ich in diesem Jahr zum ersten Mal im Flieger sah, ganz gut gefallen; 2010 gab es in meinen Fliegern keine Filme.

Der Vollständigkeit halber muss ich noch Yvan Attal erwähnen, den man vielleicht aus „Ma femme est une actrice“ (2001) kennen könnte.

Nachdem ich beide Filme direkt hintereinander sah, muss ich doch dem Remake mehr Punkte geben. Das bisschen mehr Fleisch des Originals oder gar die kleinen Anspielungen an „La Boum“ können einfach nicht mit der schauspielerischen Leistung von Jolie und Depp mithalten. Für Jérôme Salle lasse ich gelten, dass ihn Florian Henckel von Donnersmarck nur kopieren musste und mit Venedig statt Nizza auch eine bessere Film-Location fand.

Der Spurt über die Dächer (Remake) anstatt durch leere Straßen (Original) hat später wohl auch noch andere Filme inspiriert. Der Spurt in der Tiefgarage (Original) hat es dann aber wieder ausgeglichen.

In meinem Beitrag „Wiederholungen & Anspielungen“ hatte ich es schon einmal erwähnt, dass Filme durchaus davon leben, wenn man vieles wiederkennt. Der Vorteil von Remakes ist es dabei, dass sie ganz alleine genau davon profitieren.

Zum Schluss: Vielleicht war „La Boum“ in seiner Zeit ein guter Film und Sophie Marceau für damals Gleichaltrige interessant, aber im heutigen Vergleich zu Angelina Jolie hat sie keine Chance und Johnny Depp ist einfach Kult, ganz besonders nach seinem Scheidungsdrama.

Zur Location: Nizza gefällt mir weiterhin besser als Venedig, aber ich bin auch kein Schauspieler; meine bessere Hälfte ergänzt sicherlich ‚und auch kein Romantiker‘.

Mein Fazit: die Dinge, die ich 2010 oder gar 2005 verpasst zu haben glaubte, sind tatsächlich kein Ersatz für das, was ich selbst erlebte.

Meine Empfehlung: wer beide Filme noch nicht kennt, der sollte sich das Remake anschauen.

Nachtrag 7.9.2025

Passend zu meinem Filmabend ging die 82. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig zu Ende. Diese Filmfestspiele sind das älteste Filmfestival der Welt (seit 1932) und gehören bis heute neben dem Filmfestival Cannes und der Berlinale mit zu den bedeutendsten internationalen Filmfestspielen.

Auch die New York Times war vertreten und lichtete dabei die aktuellen Schauspieler ab. Ich hätte nie gedacht, dass sich der Tod von Giorgio Armani so schnell negativ auswirkt.

Hier kann man es sich angucken …