Menschen

Elend 4.9 (14)

Beitragsfoto: Menschen | © Stefan Keller auf Pixabay

Wir Menschen hätten es tatsächlich einmal in unserer Geschichte in der Hand gehabt, die Menschheit insgesamt zwar nicht ins Paradies, aber immer noch in eine wunderbare Zukunft zu führen, von der wir alle immer geträumt hatten!

Wir hatten die Wissenschaft, die Demokratie und Bildung für alle!

Aber wo viel Licht ist, da ist auch sehr viel Schatten und so waberten auch bei bestem Gesellschaftswetter die Totalitaristen und die diese stets begleitenden „Erfolgsmenschen“ (z. B. Wirtschaftstitanen, Oligarchen, VIP oder Großaktionäre) fast unbemerkt weiter durch unser alle Leben. Über Jahrzehnte hinweg hielten sie sich bedeckt, aber arbeiteten still und heimlich an ihrem Comeback. Denn Reichtum lässt sich am besten in aller Öffentlichkeit genießen und dazu gehört unbedingt auch der Neid oder die Bewunderung der Mitmenschen mit dazu.

Über Jahrzehnte hinweg den eigenen Reichtum zu verstecken und klamm heimlich zu genießen, das hinterließ bei unseren „Erfolgsmenschen“ sehr tiefe psychische Schäden.

Und so war es für diese Mitbürger nur folgerichtig, dass sie als erstes die Bildung für alle beseitigten, was sie, da bei uns das öffentliche Schulsystem inzwischen in den letzten Zügen liegt, ganz gut hinbekommen haben.

Bei uns in Heilbronn machen selbst die Linke, die SPD und Bündnis 90/Die Grünen alles, damit die Privatschulen nur so aus dem Boden sprießen. Und sorgen zudem dafür, dass unsere öffentlichen Schulen bereits während einer unvermeidbaren Sanierung weiter zerfallen, zumindest werden diesen die Sportplätze genommen, um sämtliche noch vorhandenen Bildungsbemühungen völlig zu torpedieren.

Als nächstes kam die Wissenschaft ins Visier. Wobei dies etwas komplexer war, weil Wissenschaftler schwieriger zu beseitigen oder in Misskredit zu bringen sind als gewöhnliche Lehrer. Auch war deren Resilienz größer, da sie nicht wie Lehrkräfte auf Privatschulen ausweichen können, sondern in Gänze als Berufsgruppe auf den Scheiterhaufen geführt werden.

Die Vorgehensweise gegen die Wissenschaft daher etwas perfider, erst wurde alles zur Wissenschaft gemacht, was auch nur kreucht und fleucht. Dann attestierte man auch dem allerletzten Debilen höchste emotionale Intelligenz und sorgte so dafür, dass wir alle ganz offiziell unisono Wissenschaftler sind.

Und da wir alle wissen, wie blöd wir eigentlich selber sind, war damit der Ruf der Wissenschaft insgesamt schwer beschädigt. So schwer, dass inzwischen Menschen notwendige Medizin verweigern, ihre eigenen Kinder nicht mehr impfen lassen, daran glauben, dass Globuli ein ewiges Leben garantieren und die aktuellen Wetterkapriolen nur sehr kurze natürliche Schwankungen sind.

Als letztes kam die Demokratie dran und selbst bei uns in Deutschland, wo zumindest uns Deutschen, die schon ein paar Generationen hier wohnen dürfen, die Nazizeit noch tief in den Knochen sitzt, haben die Totalitaristen inzwischen wieder fast die Mehrheit aller Wählerstimmen erreicht.

Wir hatten die Wissenschaft, die Demokratie und Bildung für alle! — das dürfte nun aber Vergangenheit sein!

Wir haben dafür den globalen Klimawandel, der, egal was wir nun auch machen werden, eine glückliche Zukunft spätestens die unserer Enkel völlig zerstört.

Wir haben dafür eine schwer in Mitleidenschaft gezogene Infrastruktur, die schon heute nur noch für jene taugt, die sich (noch) mit zu den „Erfolgsmenschen“ zählen dürfen — im Privatjet oder Bundeswehr- bzw. Polizeihubschrauber steckt man weiterhin weder im Stau noch in vollen Zügen fest.

Wir haben dafür wieder unseren Geldadel ganz offiziell zurück, der sich nicht nur im Privatfernsehen auf Teufel komm raus feiern lässt, sondern wirklich in jedem Dorf — auch in Heilbronn — bei uns regelrecht auf Händen getragen wird.

Wir fiebern regelrecht mit diesen „Mitbürgern“, ob sie noch pünktlich mit ihren Privatjets und -hubschraubern bei uns landen können oder ob die 100 Millionen-Jacht zeitgerecht für den nächsten Wochenendtrip aus der Werft kommt. Und wir freuen uns über die Zeltstädte, die extra dafür aufgebaut werden, wenn es etwas bei den VIP zu feiern gibt.

Und wir nehmen unsere Volksvertreter nur noch dann wirklich wahr, wenn sie bei einem „Erfolgsmenschen“ auf dem Schoß — einschließlich einer entsprechenden Berichterstattung — sitzen oder zumindest an deren Festgelagen teilnehmen dürfen. Ganz gewiefte Volksvertreter laden sich wie bei uns in Heilbronn diese Menschen sogar selber ein, um pressewirksam mit diesen dann gesehen zu werden.

Und was machen wir „Normalos“ derweil?

Wir versuchen mit allen Mittel unsere eigenen Kinder auf Privatschulen zu bekommen, denn wir wollen uns später nicht vorwerfen lassen, dass wir nicht alles versucht hätten!

Wir fahren so lange dies noch geht mit unseren Wohnwagen oder Kreuzfahrtschiffen um die Welt. Und in den notwendigen Pausen sitzen wir in Kneipen und trinken uns die Welt schön.

Das einzig Erfreuliche am Ganzen ist es noch, dass selbst unsere „Erfolgsmenschen“ mit ihren Versuchen (einschließlich regelmäßiger Organ- und Blutspenden) ewig leben zu können, scheitern werden. Sowohl der Versuch als auch das Scheitern sind dabei nur normal, denn wer wirklich alles hat, will zum Schluss noch (ein) Gott werden.

Aber genau das macht diese „Erfolgsmenschen“ wieder menschlich.

Wir alle — zumindest in der westlichen Welt — hatten die Wissenschaft, die Demokratie und Bildung für alle!

Wir alle haben es so richtig versaut!

Die wirklich allerletzte Hoffnung besteht nur noch darin, dass wir dies selbst erkennen. Denn der Baum der Erkenntnis könnte uns vielleicht doch noch retten.


Konzert

Musikvideo zum Tag 4.3 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Nachdem ich seit gestern etwas am aktuellen Feminismus zu kauen habe, erinnere ich mich daran, dass es bereits in den 1970er-Jahren Mädchen gab, die durchaus den einen oder anderen Konzertsaal rockten. Das Erstaunliche daran, sie waren damals etwa alle in meinem Alter — da kam man sich selber „ziemlich alt“ vor.

Das Traurige daran, sie wurden ganz offensichtlich schlimmer verheizt als ihre männlichen Counterparts und so war bereits nach vier Jahren wieder Schluss.

In Erinnerung blieben sie wohl mit ihrem größten Erfolg „Cherry Bomb“ (1976), der auch auf ihrem Debutalbum „Runaways“ (1976) zu finden ist.

Mir gefällt noch heute der Song „California Paradise“ (1977) am besten, was aber wohl eher an der Sängerin Cherie Currie lag.

Manche kennen Cherie Currie noch als Schauspielerin („Parasite“, 1982) oder als Kettensägenkünstlerin, die über eine eigene „Chainsaw Art Gallery“ in Chatsworth verfügte, letzteres ist sicherlich für diese Sängerin sehr passend.

Zum Schluss dann noch ein Song, der das Schicksal dieser Gruppe gleich vorwegnahm.

„Neon Angels On The Road To Ruin“ findet man ebenfalls auf der Platte „Queens of Noise“ (1977).

Alles in allem erinnert mich Chrisis Auftritt letzten Samstag sehr an diese Band und ich muss sie einmal fragen, ob das rein zufällig oder gar ganz bewusst so eingeplant war. Und die Gruppe wiederum an ein Blind Date in den 1980er-Jahren am Strand in Kalifornien.

„Malibu shines like summer gold
Wild beaches
In the salty wind
California summers never end“

The Runaways (1977)

Konzert

Musikvideo der Woche 4.8 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Aktuell versuche ich noch einmal für die 9. Hertensteiner Gespräche zu werben und so ging gerade ein entsprechendes Rundschreiben an 245 Abonnenten heraus. Was man nicht so alles macht, um unser gemeinsames Europa ein klein wenig zu promoten.

Passend dazu Grateful Dead, die mir nach einem Blog-Beitrag aus meiner Blogroll einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. 1965 hat sich die Band in Palo Alto gegründet. Auch wenn ich selbst nie ein „Deadhead“ war, hörte ich die Gruppe immer wieder sehr gerne. Erstaunlicher Weise hielt sich die Band 30 Jahre lang, selbst in Opern wird nicht so lange gestorben.

Gleich hier das Lied, das mir aktuell nicht aus den Ohren geht; dieses findet man als letzten Titel auf dem fünften Album „American Beauty“ (1970) der Gruppe.

Auf der Single ist der Song um fast die Hälfte kürzer und hört sich auch noch etwas anders an. Dazu soll es noch eine weit längere Version auf einem späteren Album geben. Welche im obigen Video zu hören ist, kann ich aber nun nicht sagen, dazu müsste ich ältere Platten herauskramen; wobei, ob ich dann den Unterschied noch wahrnehme, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Mir gefällt aber weiterhin das Lied „Ripple“ auf demselben Album am besten.

„There is a road, no simple highway
Between the dawn and the dark of night
And if you go, no one may follow
That path is for your steps alone“

Was jetzt aber nicht bedeutet, dass ich mich alleine bei den 9. Hertensteiner Gesprächen wiederfinden möchte! Der Weg zu einem friedlichen, demokratischen und föderalen Europa ist sehr, sehr lang und gemeinsam wandert man bekanntlich am besten.

Ach ja, die heutige Fahrt mit dem meseno-Bus war sehr kurzweilig und inzwischen habe ich beim Ausladen sogar Hilfe.

„What a long, strange trip it’s been.“

Grateful Dead (1970)