Konzert

Musikvideo der Woche 4.4 (5)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Der Dank geht an Johannes Kuhn, denn ohne ihn hätte ich dieses Video sicherlich versäumt.

Jonathan Meese und Helmut Josef Geier (DJ Hell) gehen in ihre zweite Runde. Am 11. April 2025 ist es dann soweit und das „Gesamtklärwerk Deutschland“ wird released. Und auch die inzwischen 95jährige Brigitte Meese ist wieder mit dabei.

Helmut Josef Geier konnte ich während meines Studiums in München tatsächlich einmal beim Plattenauflegen erleben, dann aber habe ich nichts mehr von ihm gehört. Wie ich nun feststellen kann, ist dies im Nachhinein zu bedauern.

Das Plattenlabel Bubak Tonträger schreibt völlig zurecht, dass sich das „»Gesamtklärwerk Deutschland« in bemerkenswerter Weise auf den Techno Pop von Kraftwerk in ihrer »Electric Cafe«-Ära [fokusiert].“

Und schon könnte ich halbwegs verstehen, warum ich in den letzten Jahren nichts vom heutigen DJ Hell mitbekommen hatte, denn meine bessere Hälfte mag alleine schon meine Kraftwerk-Platten nicht.

Da mich die heutigen Zeiten wieder verstärkt zu dieser Musik hinziehen, werde ich mir wohl auch das Album „Meese X Hell – Hab keine Angst, hab keine Angst, ich bin deine Angst“ anhören, welches bereits im März 2021 erschien und in Zusammenarbeit von DJ Hell, Daniel Richter und Jonathan Meese sowie dessen Mutter Brigitte Meese eingespielt wurde.

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Schweinetasse

Alle gleich 4.2 (10)

Beitragsfoto: Kaffeetasse

Auch wenn jeder von uns — zumindest der vorherrschenden Meinung nach — ein Individuum ist, sind wir doch alle gleich. Bereits vor Jahren hat es Uli Stein ganz gut auf den Punkt gebracht. Diese Tasse gefiel mir so gut, dass ich sie vor ein paar Jahrzehnten verschenkte. Inzwischen befindet sie sich wieder in meinem Besitz, wobei diese Tasse von einem zum nächsten Besitzer auch noch ganze Kontinente überwand.

Erstaunlich dabei die heutige zu beobachtende Tendenz, nämlich dass sich viel zu viele Mitbürger inzwischen selbst ein „Label“ geben und dieses dann auch noch ganz offen zu Markte tragen, einzig und alleine nur deshalb, um damit zu bekunden, dass sie jetzt Anspruch darauf hätten, selbst kein Arschloch mehr sein zu können.

Ganz egal ob jemand multi-, bi-, homo- oder asexuell ist, ganz egal ob jemand grün, braun, schwarz oder bleich ist, ganz egal welches Geschlecht jemand hat und ganz egal, welcher Religion jemand angehören möchte, niemanden wirklich niemanden bewahrt dies davor, einfach nur ein Arschloch zu sein.

Und deshalb sollte man vorsichtig damit sein, in den sozialen Medien kundzutun, dass man von allen anderen nicht gemocht wird, nur weil man sich zu einer ganz bestimmten Menschenart oder -ausprägung zählt.

„Jesus liebt Dich, für alle anderen bist Du ein Arschloch!“

Patch auf einer Biker-JAcke (Nr. 39 in meiner Sprüchesammlung)
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Kaffeegenuss

Zeit für ein Gedicht 4.5 (6)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay | Mädchen

Schon eine ganze Weile her, dass ich meine Leser mit einem Gedicht traktierte. Kurt Tucholskys „Augen in der Großstadt“ wurde erstmals 1930 veröffentlicht. Sie finden das Gedicht u. a. im Buch „Lerne lachen ohne zu weinen“ (1932: 383). Und schon damals gingen ganz normale Alltagsmenschen davon aus, dass „Millionen Gesichter“ eine Großstadt ausmachen — was für eine Enttäuschung für doch so manchen Großstädter!

Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
dann zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? Vielleicht dein Lebensglück …
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast’s gefunden,
nur für Sekunden …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück …
vorbei, verweht, nie wieder.

Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
und zieht vorüber …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.

Was für eine Großstadt gilt, das gilt schon lange auch für die Social Media und alle anderen Kommunikationskanäle.

Und noch heute inspiriert Kurt Tucholsky Menschen, vielleicht auch jene, die keine Gedichte mögen.

Hier eine weitere filmische Interpretation. Ob dieses Medium Gedichte rettet oder ob, wie ich es vermute, Gedichte auch dieses Medium überdauern werden, bleibt abzuwarten.

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