Krypta

Spielen 4.6 (5)

Beitragsfoto: Krypta

Wenn man mehr zutun hat als einem gerade lieb ist, bietet es sich regelrecht an, etwas Abstand zu gewinnen. In meiner Jugend ging ich in solchen Fällen auf die Laufstrecke und spulte Kilometer herunter, später dann als es mit dem Laufen nicht mehr ganz so gut ging, erinnerte ich mich an meine guten Zeiten im Wasser und spulte die Kilometer im Schwimmbad ab.

Inzwischen klappt das auch nicht mehr so gut, u. a. weil meine Heimatstadt für Streckenschwimmer wenig zu bieten hat und ich mich schon lange nicht mehr mit den jungen Männern messen kann, die ihre Kilometer einfach im Neckar zurücklegen. Noch vor ein paar Jahren habe ich Schwimmer bewundert, die in Bern die Aare hoch und runter schwammen, wobei sie ihre Kleidung in roten Taschen gleich mit hinterher zogen. Solche bewundernswerte Sportler gibt es inzwischen sogar bei uns — die Not macht bekanntlich erfinderisch.

Bei mir hat es dazu geführt, dass ich mich nun eher digital austobe aber nicht mit Ego-Shootern oder Aufbausimulationen, sondern mit anderen Spielereien — der Sinn und Zweck ist dabei wohl derselbe. Und so habe ich heute meinen Daft-Account stillgelegt aber nicht gelöscht, was für mich eine ganz neue Entwicklungsstufe ist.

Auch folgte ich einem Hinweis von Detlef Stern, der mich auf eine weitere Blog-Sammlung aufmerksam machte, einer Indieblog.page, welche seit Jüngstem auch mein Blog mit aufführt. Dies ist für mich völlig überraschend, weil ich in mein Blog je nach aktueller Stimmungslage ins IndieWeb integriere aber auch wieder herausnehme. Andreas Gohr macht sich dabei die Mühe, IndieWeb-Blogs zu sammeln und es sind bereits eine ganze Menge an Weblogs zusammengekommen. Auf alle Fälle werde ich mir nun seine „electronic brain surgery“ künftig etwas genauer betrachten. Was auch wieder ganz gut zur aktuellen Situation passt, wobei wir erst gestern mit einem Experten über „analoge Hirnschnitzeleien“ diskutierten und dabei etwas genauer feststellen wollten wo die Möglichkeiten und Grenzen bei Operation am Hirn liegen — dies kann einen schneller selbst betreffen als man es normaler Weise vermutet.

Und so ganz nebenbei konnten wir auch noch die Autobahnkirche in Baden-Baden bewundern. Es hat über 40 Jahre gedauert, bis wir dann doch einmal dort anhielten und die Kirche etwas genauer betrachteten. Unisono fanden wir, dass der Besuch sogar eine extra Anfahrt wert ist. Und kaum hat man einen Punkt auf seiner imaginären Bucket-List erledigt, erinnert man sich an einen weiteren. An der Autobahnkirche Adelsried fahre ich ebenfalls gut und gerne vierzig Jahre lang vorbei und nehme mir dabei jedes Mal von Neuem vor, beim nächsten Mal dort anzuhalten.

„Anacharsis’ Spruch ‚Spielen, um zu arbeiten‘, darf als die richtige Maxime gelten. Das Spiel ist ja eine Art Erholung, und der Erholung bedürfen wir darum, weil wir nicht in einem fort arbeiten können.“

Aristoteles, Nikomachische Ethik, 10. Buch, 6. KApitel

Konzert

Musikvideo der Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Von 1980 bis 1983 wirklich in jedem Radio zu hören, die Band Ideal. Heute zum Reinhören das wohl weniger bekannte Lied „Monotonie“ (1981), mit dem ich gerne Freunde und Bekannte grüßen möchte, die einfach nur so in der Welt unterwegs sind. Der Song befindet sich auf der Platte „Der Ernst des Lebens” und wurde von den meisten meiner Zeitgenossen nicht so ganz richtig verstanden — und dies noch heute nicht.

Ideal war schon damals seiner Zeit voraus. Allgemein bekannt wurde Ideal 1980 mit dem Lied „Berlin“. Heute noch besser bekannt aber der folgende Song.

https://youtu.be/QcJTeQdUSLE?si=A7pm-J3sabs1-Hxt

Und zum Schluss dann noch die Blauen Augen … Übrigens Ideal war eine Berliner Band um Annette Humpe, Ernst Ulrich DeukerFrank Jürgen Krüger und Hans-Joachim Behrendt. Ob auch nur einer davon blaue Augen hatte ist mir nicht bekannt.


Konzert

Musikvideo der Woche 4.8 (9)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Warum eine Kopie wählen, wenn man das Original wählen kann, selbstverständlich vorausgesetzt, es wäre auch das Original. Inzwischen gibt es so viele billige Kopien, dass kaum einer noch sagen kann, was überhaupt das Original (gewesen) ist. Viel zu viele Kopien beanspruchen dabei nicht nur dem Original am nächsten zu kommen, sondern das Original noch weit zu übertreffen. Original, Kopie oder gar Fälschung, wer weiß das heute noch? Und kann man sich im Falle, dass doch, dabei auch wirklich sicher sein?

Etwas anders sieht es da bei der Musik aus, denn mit ein wenig Recherche erhält man das Original und, wenn einem dann das Original gefällt, hört man es auch gerne selbst immer wieder.

Die jüngst verstorbene Roberta Flack erzielte 1973 mit dem Lied „Killing Me Softly with His Song“ ziemlich großen Erfolg und noch heute gilt er als einer ihrer größten Hits.

Wobei aber aber auch hierbei das Ganze etwas komplizierter ist, denn das Lied wurde für Lori Lieberman geschrieben, die es bereits 1972 veröffentlichte.

https://youtu.be/MGlGJp3IarQ?si=VbpF1a6XzdhWkPlh

Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter und so werden sich weiterhin sehr viele mit fremden Federn schmücken wollen, warum soll es in der Musikwelt anders sein? Aber ganz ohne Frage das Lied ist noch heute hörenswert und inzwischen habe ich — ok, 1996 ist auch schon wieder eine ganze Weile her — meine Lieblingsinterpretation des Songs gefunden.

Roberta Flack und The Fugees singen den Song dabei gemeinsam. Und so findet sich neben dem Original, der Fälschung oder der Kopie noch eine weitere Möglichkeit, nämlich die der Interpretation und das ist es, was die (Musik)Welt weiter voranbringt. Billige Kopien oder Cover gibt es schon zur Genüge. Das zeit- und situationsgemäße Interpretieren von Originalen ist da schon eine ganz andere Sache, meines Erachtens die bessere Möglichkeit, um am (ehemaligen) Erfolg anderer teilzuhaben. Und auch hierfür gibt es die eine oder andere Redewendung: „Wir stehen auf den Schultern von Riesen“.

Aber zum Schluss dann auch noch von mir eine ganz persönliche kleine Erinnerung an Roberta Flack.

Das Album „Roberta Flack Featuring Donny Hathaway“ kam 1980 in die Läden und wurde damals auch in meiner Lieblingskneipe um die Ecke hoch und runter gedudelt.