Heilbronner Weinberge

Veränderung 5 (8)

Beitragsfoto: Heilbronner Weinberge

Das Leben verändert sich schneller, als es jedem von uns lieb ist. Ich befürchte sogar, dass das Leben Veränderung und damit umzugehen der eigentliche Lebenszweck ist.

Auch wenn ich selbst Veränderungen liebe, habe ich dennoch so meine Schwierigkeiten, insbesondere mit der zunehmenden Verdummung und Verrohung unserer Gesellschaft. Erst heute Morgen im Stadtbad musste ich neben den Überresten eines Kothaufens duschen. Der städtische Mitarbeiter hatte sich bemüht, aber weniger erfolgreich. Was ich ihm überhaupt nicht ankreiden möchte, weil ich erst jüngst wieder einen kapitalen Kothaufen aus einem Kellerraum in der Innenstadt beseitigen musste. Und wenn man nicht die entsprechenden Werkzeuge zur Hand hat, dann ist dies eine sehr unangenehme und durchaus herausfordernde Angelegenheit.

Andere Menschen haben wiederum andere Schwierigkeiten mit der Veränderung, so zum Beispiel manche Landwirte, die es weiterhin nicht wahrhaben möchten, dass ein Geschäftsmodell, das bereits seit Generationen hinweg nur noch aufgrund von Subventionen funktioniert, zumindest etwas verändert werden müsste. Dabei immer konservativer zu werden hilft letztendlich auch nicht weiter, ganz im Gegenteil, liberal und innovativ wäre angesagt, was aber schon wieder etwas mit Intelligenz zu tun hat.

Neben der Badekultur haben uns die Römer damals auch den Wein gebracht, was wir beides bis vor Kurzem durchaus noch zu schätzen wussten. Aber auch hier sind die Veränderungen unaufhaltsam und es dürfte nicht nur am Zuzug von Ostkulturen liegen, für die beides völlig fremd scheint.

Beim Wein müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass er nicht nur — zumindest manche Weine — ein Genussmittel ist, sondern auch den Schadstoff Alkohol enthält. Was früher kein großes Hindernis darstellte, da Alkohol in erster Linie ein Betäubungsmittel ist und dies geradezu eine wünschenswerte Beigabe war. Zudem war die durchschnittliche Lebenserwartung zu gering, um selbst noch die Auswirkungen einer permanenten Einnahme von Schadstoffen miterleben zu müssen — man starb einfach noch bevor der Alkohol seine Schäden voll zur Wirkung bringen konnte.

Dies ist nun die Krux mit dem Wein, denn wir Menschen leben immer länger und es spricht sich langsam, aber sicher herum, dass man das Alter eher und besser genießen kann, wenn man im Laufe seines eigenen Lebens möglichst wenig Schadstoffe zu sich genommen hat. Zudem sind die Zeiten schon etwas länger und hoffentlich auch weiterhin so, dass man sich kaum noch „wegbeamen“ muss, um seine eigene Existenz ertragen zu können. Hinzu kommt noch, dass der Wein nicht das günstigste Mittel zum schlichten Betäuben ist und somit diese Kunden mittel- bis langfristig völlig wegbrechen werden.

Und so bleibt es unseren Winzern nicht erspart, wenn sie sich nicht auf die völlig unangebrachte und auch hoch subventionierte Produktion von Industriealkohol verlegen wollen, Weine zu produzieren, die es den Weinkennern wert sind, nicht nur ein paar Gehirnzellen zu verlieren, sondern auch die eigene Lebenszeit zu verkürzen. Bereits schon Johann Wolfgang von Goethe soll erkannt haben, dass das Leben zu kurz sei, um schlechten Wein zu trinken. Ganz zu schwiegen davon, wenn es durchaus über 100 Jahre dauern kann.

Das bedeutet aber auch, dass sich unsere Winzer mit anderen Weingärtnern messen müssen, die schon alleine aufgrund von Boden, Luft und Sonne weit bessere Voraussetzungen zur Weinproduktion haben. Und so müssen unsere Winzer nicht nur sehr guten Wein produzieren, sondern diesen auch noch mit sehr viel Imagination und noch mehr Lokalpatriotismus versehen in die Gläser gießen. Die besseren Winzer werden dabei weiterhin ihren Lebensunterhalt bestreiten können, die weniger guten sollten dabei durchaus einmal ihr Geschäftsmodell überdenken. Im Falle, dass dieses auf Subventionen basiert, wäre das nur noch für eine einzige Generation tragbar — Subventionen dürfen nicht vererbt werden, denn das ist pure Monarchie!

Und so wäre es tatsächlich angebracht, dass auch einige Wengerter ihr Geschäftsmodell grundlegend verändern, z. B. auf ökologischen und alkohol- wie auch sonst schadstofffreien Wein setzen. Vielleicht erst einmal eine Nische, vielleicht aber auch die Zukunft des Weinbaus.

Allerdings, und das ist dem ganz normalen Zeitenlauf geschuldet, werden die meisten lokalen Winzer keine Zukunft mehr im Weinbau haben — gut 2 000 Jahre Weinbau dürfte sicherlich ein guter Lauf gewesen sein, zumindest wenn man das mit dem Verbrennungsmotor vergleicht.

Und so sollten verantwortliche Eltern ihre Kinder nicht mit Traktoren demonstrieren schicken und ihnen auch noch irgendwelche Umsturzflausen in den Kopf setzen, sondern dafür sorgen, dass diese eine möglichst gute Schul- und Berufsausbildung erhalten, damit sie in Berufen Verwendung finden, die auch in den kommenden Jahrzehnten nachgefragt werden.

Das wäre nicht nur liberal, sondern durchaus auch konservativ! Übrigens, dies war das ursprüngliche Erfolgsmodell der CSU in Bayern, das diese Partei einst so erfolgreich machte.

Demonstrationen und Kundgebungen gegen Veränderung waren noch nie konservativ und werden auch nie erfolgreich werden, sie verlängern und verschlimmern nur das eigene Elend.


Konzert

Musikvideo der Woche 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Dieses Lied von David Bowie dürfte wohl jeder meiner Leser kennen. Major Tom ist der Astronaut, über den David Bowie in seinem Song „Space Oddity“ (1969) singt. Bowie wurde zu diesem Lied inspiriert, als er ein Jahr zuvor Stanley Kubricks Film „2001: Odyssee im Weltraum“ gesehen hatte.

Major Tom kommt auch in Bowies „Ashes to Ashes“ (1980) vor, das als die Fortsetzung von „Space Oddity“ gilt.

Und sein „Hallo Spaceboy“ (1995) wurde sogar in einer späteren Version durch die Pet Shop Boys um entsprechende Textpassagen ergänzt.

Dies wohl, damit es jeder versteht, wurde durch die Pet Shop Boys 1996 der Text von „Hello Spaceboy“ etwas erweitert und dabei zudem Major Tom direkt erwähnt.

In einem eigenen Blog-Beitrag über Wiederholungen und Anspielungen habe ich mich schon einmal mit dem Thema der Repetitio beschäftigt, das ich nicht nur als ein rhetorisches Stilmittel verstehe, sondern diesem auch einen sehr großen Einfluss auf den Lernerfolg besonders bei manchen Zeitgenossen zuspreche.

Die Repetitio ist dabei so mächtig, dass gerade Totalitaristen wie ein Donald Trump oder die deutschen Nazis — Land auf und Land ab — Wiederholungen sehr gerne verwenden und es dabei sehr gut schaffen, dass ganz besonders ihre Anhängerschaft selbst die größten Lügen glaubt, so lange diese nur lange genug wiederholt werden.

Das ist die dunkle Seite der Wiederholungen und Anspielungen, welche ansonsten ein probates Hilfsmittel für jeden Lernerfolg sind — ich selbst nutze dieses Stilmittel sehr gerne in meinen Vorlesungen, besonders dann, wenn die Zuhörerschaft schon etwas abgestumpft ist.

Bereits 1982 lies Peter Schilling seinen Major Tom (völlig losgelöst) aufsteigen und bereicherte damit auch die „Neue Deutsche Welle“ — ein Begriff, mit dem wohl nur noch die etwas Älteren etwas anzufangen wissen.

Für mich ist weiterhin der Song aus dem Jahr 1969 der bessere, von all den hier genannten und dessen Video somit auch das der heutigen Woche.


Dionysos

Bildung ist Bürgerpflicht 5 (5)

Beitragsfoto: Dionysos | © pegasuspuzzles from Pixabay

Ob wir es wollen oder auch nicht, es bleibt uns nichts anderes mehr übrig als die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass unser Land inzwischen zu den bildungsferneren Ländern dieser Welt gehört. Zudem ist es wenig hilfreich, dass wir schon alleine aufgrund unseres weiterhin vorbildlichen Sozialsystems immer mehr bildungsfeindliche Neubürger anziehen, denn leistungsstärkere Neubürger, wenn sie überhaupt noch zu uns wollen, nutzen unsere Land eher als Zwischenstopp, um letztendlich in bildungsfreundlichere Länder zu gelangen.

Diesbezüglich werden weitere und noch höhere Transferzahlungen und auch noch attraktivere Incentives, wie sie durch unsere Regierungen angedacht und von völlig verzweifelten Unternehmern initiiert werden, kaum noch weiterhelfen, da Leistungsträger und gerade bildungsbestrebte Menschen eher nicht zu den Primärprozesslern gehören und deshalb an ihre Umgebung andere Ansprüche stellen als ein möglichst großes Schnitzel auf dem Teller. Der „Brain Train“ führt längst von Deutschland weg und verschlechtert die Gesamtsituation weiter.

Deshalb hilft es auch nichts, dass wir die Bildungsstandards immer mehr senken und dabei wirklich jedem halbwegs Willigen zumindest einen Master-Abschluss garantieren.

Noch weniger hilft es, wie es ganz aktuell der Philologenverband versucht, jegliche eigene Verantwortung für die Bildungskatastrophe abzustreiten. Die Diskussion, ob es an den dummen Schülern, den dummen Lehrern oder den noch dümmeren Eltern, von den Kultusministern ganz zu schweigen, liegt, hilft nicht wirklich weiter.

Neben den vielen Katastrophen, die aktuell auf unser Land zukommen, dürfte die Bildungskatastrophe die tatsächlich alles Entscheidende sein.

Wenn wir als Land und Gesellschaft überleben wollen, dann müssen wir sehr schnell Bildung zum vorrangigen Staatsziel erklären und die staatlichen Ausgaben schwerpunktmäßig darauf konzentrieren.

Wir müssen darüber hinaus standardisierte Intelligenztests in allen Bereichen zur Norm erheben und entsprechende Intelligenzquotienten, die dann als zwingende Einstiegsvoraussetzung dienen, festlegen. Und so könnten wir zudem den Zuzug von Neubürgern erst ab einem bestimmten IQ gestatten. Menschen für bildungsferne Tätigkeiten haben wir bei uns bereits mehr als ausreichend, und die weiterhin fortschreitende Technologie wird diese Menschen zudem mittelfristig als produktive und tatsächlich benötigte Arbeitskräfte überflüssig machen.

So wie jeder technologische und gesellschaftliche Fortschritt menschliche Arbeit — zumindest die körperliche — immer überflüssiger machen muss! Deswegen benötigen wir keine Züge, in denen sich die Lokführer besonders wohl und geborgen fühlen, sondern Züge, die ohne Lokomotivführer auskommen. Dasselbe gilt für Fahrzeuge aller Art und ganz besonders für unsere Fabriken. Wahrscheinlich auch für die anderen Wirtschaftszweige, wie z. B. Banken und Versicherungen. Selbst die Verwaltungen bräuchten kaum noch Mitarbeiter.

Dieser unaufhaltbare technologische Fortschritt wird dazu führen, dass in bildungsfernen bzw. -feindlichen Ländern für die Arbeit völlig überflüssige Menschen in viel zu großen Mengen vorhanden sein werden, die zudem mit sich selbst nichts mehr anzufangen wissen und vom Staat höchstens betäubt (Drogen, Alkohol und Spiele) aber nicht mehr vollumfänglich unterhalten werden können.

Da diese Menschen aber weiterhin miterleben, wie leistungsstärkere Menschen — die für sich selbst sorgen können — leben, wird es alleine wegen des allgegenwärtigen Neids und der Missgunst zu gesellschaftlichen Verwerfungen kommen, die letztendlich jedes Land zerstören.

Schon alleine deshalb ist eine möglichst gute Bildung für jeden von uns und ganz besonders für unsere Gesellschaft überlebensnotwendig!