Haruki Murakami

Norwegian Wood 4.8 (5)

Beitragsfoto: Haruki Murakami | © Japan Box

Haruki Murakami lässt in Norwegian Wood, einem 1987 erstmals veröffentlichten Roman, die 1960er-Jahre wieder aufblühen. Eigentlich bin ich kein Freund von Romanen aber der Buchtitel, der nicht nur mich an den Beatles Song aus dem Jahre 1965, welcher treffender Weise noch den Zusatztitel „This Bird Has Flown“ trägt, erinnert, hat mein Interesse geweckt, und als ich dann noch im Buchladen auf das folgende Zitat stieß, auch zum Lesen bewegt.

„Don’t feel sorry for yourself. Only assholes do that.“

Haruki Murakami, 2000: 248

Ich kann die gesamte Rubber Soul Platte der Beatles, auf der das Lied Norwegian Wood zu finden ist, wie auch das Buch, welches auf Deutsch den Titel Naokos Lächeln trägt, empfehlen.

„If you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking.“

Haruki Murakami, 2000: 31

Gerade zwischen den Jahren eine unterhaltende Lektüre und mit einigen Beatles Songs garniert bestimmt auch ein Anreiz, um später einmal nach dem Kinofilm zu suchen, der allerdings musikalisch von Jonny Greenwood untermalt wird.

John Lennon  &  Paul McCartney

„Taking crazy things seriously is – a serious waste of time.“

Haruki Murakami, Kafka on the Shore (2006: 338)

Franz Kafka

Zwischen den Jahren 5 (3)

Beitragsfoto: Ardon Bar Hama | Zeichnungen von Franz Kafka | The Literary Estate of Max Brod | National Library of Israel, Jerusalem

Gerade diese Zeit, wenn man nicht beruflich unterwegs oder vor Ort stark eingebunden ist, bietet die ideale Gelegenheit, um alte Bücher hervorzukramen und für sich wiederzuentdecken.

Meine Empfehlung für dieses Jahr ist Franz Kafka, dessen Bücher ich allesamt sehr gelungen finde; auch sind die düsteren Tage im Jahr sehr passend, um sich darin zu vertiefen.

Hier finden Sie eine kleine Anregung.

„Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“

Franz Kafka, Der Prozess

Und wer seinen Kafka gleich nach der Schulzeit entsorgt hat, findet ihn bestimmt in der nächstgelegenen Bücherei wieder.

Zudem sind seine gesammelten Werke gerade sehr günstig zu kaufen; man erhält damit sehr viel Buch für wenig Geld.

Und wer sich nicht nur in Kafkas Romane und sämtliche Erzählungen vertiefen möchte, der findet auch in seinen Tagebüchern den einen oder anderen bedenkenswerten Hinweis.

„Verbringe nicht die Zeit mit dem Suchen des Hindernisses, vielleicht ist keines da.“

Franz Kafka, Tagebucheintrag vom 16. September 1920

Diesen Beitrag möchte ich mit einem weiteren Zitat und zwar aus Kafkas Erzählungen beenden.

„Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf, und mit kleinem Anstoß sollte man sie wegschieben können. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar.“

Franz Kafka, Die Bäume

Egal, ob Sie nun zwischen den Jahren Kafka lesen oder doch etwas ganz anderes, wünsche ich Ihnen dennoch viel Freude dabei.

„Education … has produced a vast population able to read but unable to distinguish what is worth reading.“

George Macaulay Trevelyan, English Social History (1942)

Die 1970er-Jahre in Heilbronn 5 (5)

Meinen ersten Wahlkampf, an den ich mich erinnern kann, bestritt ich 1972 an der Seite meines Vaters, als wir für die Liberalen von Haustür zu Haustür zogen und ich zudem beim Plakatieren – damals noch mit Pinsel und Kleister – zugucken durfte.

Mit 14 begann ich dann selbst politisch aktiv zu werden und schloss mich letztendlich jungen Menschen an, die eine eigene Jugendorganisation gründeten und dies gegen heftige Widerstände in unserer damaligen Partei und deren alten Jugendorganisation.

Interessant an dieser Phase war, dass man sich notgedrungen nach „Verbündeten“ umsehen musste und so auch die gesamte Bandbreite des politischen Lebens erfahren konnte. Die 1970er-Jahre zeichneten sich dadurch aus, dass die politische Vielfalt und Bandbreite nach den 1950er und 1960er-Jahren stark zunahm und dabei auch ganz neue politische Bewegungen entstanden, von deren „Haltbarkeit“ ich damals nicht überzeugt war, fehlte es diesen doch an eigenen Inhalten. Heute muss ich diesbezüglich feststellen, dass man in gesellschaftlich und wirtschaftlich guten Zeiten durchaus auch Politik ohne Inhalte – und dies zudem noch sehr erfolgreich – machen kann.

Im Rückblick auf die 1970er-Jahre sind mir auch noch die Jungen Europäischen Föderalisten in Erinnerung, welche sich in diesen Jahren zumindest in Heilbronn rarmachten und deren europäische Ideale allgemein in der Gesamtbevölkerung an Zuspruch verloren – das gesellschaftliche Interesse wechselte mit zunehmender wirtschaftlicher Sicherheit zu schneller erleb- und erfassbaren Themen, wobei die eigentlichen Grundlagen dieses wirtschaftlichen Erfolges als „unbequem“ angesehen wurden und damit immer mehr in Vergessenheit gerieten.

Als Europäischer Föderalist, der zudem seit 2005 in Heilbronn Vorsitzender der EUROPA-UNION sein darf, war es mir deswegen eine große Freude, vom Direktor des Heilbronner Stadtarchivs, Prof. Dr. Christhard Schrenk, angefragt zu werden, ob ich nicht über die Jungen Europäischen Föderalisten aus den 1970er-Jahren einen kurzen Beitrag schreiben könnte.

Dieser Anfrage bin ich sehr gerne nachgekommen und freue mich jetzt auf die Vorstellung der Publikation „Die 1970er-Jahre in Heilbronn – Wissenspause 2018“ des Heilbronner Stadtarchivs, welche am Montag, 2. Dezember 2019, um 16.30 Uhr im Otto Rettenmaier Haus stattfindet.

Auf einem Landesparteitag in Stuttgart