Blogger

Blogs & Blogger 5 (3)

Beitragsfoto: Blogger | © 8212733 auf Pixabay 

Was ist ein Blog?

Als wohl erstes Blog, eine Kurzform der Wortschöpfung Weblog, die eine Zusammensetzung aus den Worten „Web“ und „Log“ ist, kann man die Website des Software-Entwicklers Tim Berners-Lee ansehen, die bereits am 13. November 1990 online ging und später dann als Weblog bezeichnet wurde. Dieses erste Blog wurde von Berners-Lee dazu genutzt, um den Informationsaustausch der Wissenschaftler beim europäischen Kernforschungszentrum CERN besser zu gestalten. Manche feiern seit 2018 deshalb jährlich auch am 13. November den „Tag des Bloggens“.

Microblog

Inzwischen haben Microblog-Dienste, wie z. B. Twitter, viele Blogs wieder verdrängt, so dass es zumindest mir immer schwieriger wird, neue Blogs zu finden oder auf altbekannte zuzugreifen. Auch in Heilbronn sind bereits so einige Blogs verschwunden, auf welche ich gerne und regelmäßig zugegriffen habe.

Heiner Dörner

Meine eigenen Blog-Beiträge lassen sich bis 2005 zurückverfolgen, damit bin ich aber noch lange nicht einer der ältesten Blogger, denn bereits der ehemalige Stadtrat Heiner Dörner schreibt zumindest seit seiner Pensionierung an einem heute noch sehr aktuellen Blog, wobei er sich dabei inzwischen schwerpunktmäßig der Windenergie verschrieben hat.

Detlef Stern

Detlef Sterns Blog-Einträge lassen sich bis April 2006 zurückverfolgen, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass er als Professor für Projektmanagement, Electronic Business und Softwareentwicklung an der Heilbronner Hochschule und „Internet-Guru“ sicherlich noch ältere Beiträge aus dem Hut zaubern könnte.

Das Schöne an seinen Beiträgen ist, dass er Heilbronn aus einer etwas anderen Perspektive aus betrachtet, da er, aus der Großstadt Hamburg stammend, die Dinge anders als die „Heilbronner Eigengewächse“ betrachten kann. Und das richtig Gute dabei ist, dass er sich in Heilbronn inzwischen auch noch zuhause fühlt, selbst wenn es ihn regelmäßig in den Schwarzwald zieht.

Thomas Michl

In eine ganz andere Richtung geht Thomas Michl mit seinem Gedanken-Blog, den er inzwischen zu einer sehr fundierten Informationsquelle zu Themen ausgebaut hat, die sehr stark Management, Leadership, Agile oder Verwaltung betreffen. Mir gefallen dabei seine „Gedankenblitze“ am besten und bekomme diese auch regelmäßig über seinen Newsletter in meinen digitalen Posteingang.

Sabine Stern

Auf der Suche nach weiteren Blogs aus Heilbronn bin ich auch auf Sabine Sterns Blog Ciao Calotta gestoßen, welches seit 2018 kleine Geschichten und Interessantes zu bieten hat.

Katrin Lehr

Reisefreudige Heilbronner kennen bestimmt aber Katrin Lehrs Reiseblog Viel Unterwegs, welches im August 2013 als persönliches Reiseblog startete und inzwischen mit vielen praktischen Reisetipps, die Katrin Lehr und ihre Freunde gesammelt haben, aufwarten kann. Mir gefällt dabei die Aussage: „Die Welt ist mein Zuhause!“ mit am besten.

Gerd M. Hofmann

Und wer gerne in Heilbronn mit dem Rad unterwegs ist, für den betreibt Gerd M. Hofmann ein privates und vor allem unabhängiges Blog namens RadfahreN in HeilbronN.

Matthias Treiber

Eine andere Art von Weblog betreibt Pfarrer Matthias Treiber, der auf seinem Blog „Sonntagsgedanken“, dessen Texte und Gedanken aus biblischen Zeiten sich auf heutige Erfahrungen beziehen, Freiheit und Liebe zu seinem Schwerpunkt macht.

„Blogging is like work, but without coworkers thwarting you at every turn.“

Scott Adams

EckertArt

Kunst & Keramik 5 (5)

Beitragsfoto: Collage von Christine Eckert

Wohl die bekannteste Keramikkünstlerin in Heilbronn dürfte Maria Fitzen-Wohnsiedler gewesen sein, die zumindest den etwas älteren Heilbronnern noch sehr gut bekannt ist. Sie begegnet den Heilbronnern noch heute nicht nur in Schulgebäuden, hier erinnere ich mich noch an das Mosaik im Mönchsee-Gymnasium, das ich erstmals bei meinem Schulantritt als Schüler des Robert-Mayer-Gymnasiums zu Gesicht bekam und welches von ihr 1954 als Steinmosaik für den Wandbrunnen in der Eingangshalle des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums in Heilbronn geschaffen wurde. Auch können alle Heilbronner die Brunnenschale des Siebenröhrenbrunnens bestaunen, die sie 1960 geschaffen hat. Da sie von einigen meiner Familienmitglieder sehr geschätzt wurde, sah ich zudem schon sehr früh Vasen als auch Bilder von ihr, die bis heute immer wieder in den verschiedensten Räumen innerhalb unserer Familie zu entdecken sind und dabei stets Jugenderinnerungen wecken.

Weniger bekannt dürfte Frau Droste sein, welche noch in den 1970er-Jahren ein eigenes Atelier in Heilbronn hatte und sich später, wie übrigens Fitzen-Wohnsiedler auch, in Italien niederließ. Ob ich bei ihr, bei einer Kinderfreizeit auf dem Gaffenberg oder gar in der Hasenmühle meine ersten eigenen Töpferversuche getätigt habe, weiß ich nicht mehr.

Als ich dann meine heutige bessere Hälfte kennenlernte, kam ich erneut mit der Töpferei in Berührung und lernte die noch heute in und um Heilbronn herum aktive Künstlerin Christine Eckert kennen. Dabei durfte ich dann meine Töpferkenntnisse unter Beweis stellen und bin zumindest aus heutiger Sicht ganz froh darüber, dass es der Nachwelt erspart bleiben wird, meine damals geschaffenen Werke betrachten zu müssen.

Im Gegensatz zu Fitzen-Wohnsiedler und Droste ist Christine Eckert allerdings eher auf Spanien als auf Italien fixiert und hat zudem die Raku-Keramik, welche ursprünglich aus Japan stammt, mit in ihr Repertoire aufgenommen. Da Raku wegen der starken Rauchentwicklung meist im Freien gebrannt wird, sind solche Anlässe eine gute Gelegenheit, um sich mit dieser Technik näher auseinanderzusetzen und zudem mit der Künstlerin Christine Eckert selbst ins Gespräch zu kommen.

Christine Eckert stammt aus Stuttgart-Stammheim und kam 1977 erstmals mit der Töpferei in Berührung. Seit 1981 gibt sie selbst Töpferkurse, bereits 1985 hat sie in Heilbronn mit einer eigenen Ausstellung aufgewartet und über die Jahre hinweg ihr künstlerisches Betätigungsfeld nicht nur um Raku erweitert, sondern sich auch sehr erfolgreich der Malerei gewidmet. Mein Lieblingsbild von ihr ist gleich oben als Beitragsbild zu sehen.

Auch wenn Christine Eckert immer wieder in Ausstellungen zu sehen ist, und ihre Werke auch in einigen Schaufenstern in und um Heilbronn zu bestaunen sind, empfehle ich dennoch direkt mit ihr Verbindung aufzunehmen und ihr in ihrer Atelierwerkstatt in Nordheim einen Besuch abzustatten.

Dort finden sich übrigens ihre besten Werkstücke, und ich selbst schaffe es selten, ohne eine weitere Neuanschaffung wieder von dannen zu ziehen. Auf jeden Fall erhält man einen guten Eindruck darüber, wie das Töpfern funktioniert und wie reichhaltig und vielfältig Keramik eigentlich ist.

Ein Tipp von mir, bringen Sie das Thema nicht auf Glasuren zu sprechen, es sei denn, Sie haben sehr viel Zeit mitgebracht.

Wenn Sie jetzt auf Heilbronns derzeitige Keramikkünstlerin ein wenig neugierig geworden sind, dann empfehle ich Ihnen einen Blick auf Christine Eckerts Website EckertArt. Spätestens danach werden Sie mit der Künstlerin einen Vororttermin ausmachen.

Christine Eckert

„’Always learn poems by heart,’ she said. ‘They have to become the marrow in your bones. Like fluoride in the water, they’ll make your soul impervious to the world’s soft decay.’
I imagined my soul taking in these words like silicated water in the Petrified Forest, turning my wood to patterned agate. I liked it when my mother shaped me this way. I thought clay must feel happy in the good potter’s hand.”

Janet Fitch, White Oleander (2002: 8)

DPD Zustellfahrzeug

Paketdienst zum Abgewöhnen 5 (1)

Beitragsfoto: Zustellfahrzeug | © Shutterstock

Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal so geschehen, Sie haben plötzlich ein Lied in den Ohren, welches Ihnen nicht mehr aus dem Kopf geht. Bei mir ist es seit ein paar Tagen eines von Pink Floyd. Und ich kann mich ganz genau daran erinnern, dass ich es mir vor Ewigkeiten am liebsten auf Platte angehört habe.

Das Stöbern in meiner Plattensammlung war vergeblich, so bin ich kurz darauf in den Plattenladen meines Vertrauens gepilgert und dies mit der Absicht, mir diese Platte nun ein zweites Mal zu kaufen.

Leider gab es diese nicht mehr und so tröstete ich mich mit zwei anderen „Schätzchen“. Zuhause angekommen, hörte ich die Neuerwerbungen rauf und runter, nur um festzustellen, dass es immer noch das eine ganz bestimmte Lied war, welches mir nicht mehr aus den Ohren ging.

Ein Blick ins Internet machte mir Hoffnung, eine Neupressung der Platte und dazu gleich am kommenden Tag auch geliefert – wer kann dabei widerstehen? Noch am Abend erhielt ich die Bestätigung, dass meine Neuerwerbung versandt sei.

Zum Frühstück lag dann auch schon eine E-Mail von dpd vor, dass mein Paket auf dem Weg zu mir sei. Kurz darauf eine zweite, die mir ankündigte, dass mein Paket zwischen 11.16 Uhr und 12.16 Uhr bei mir sei. Da ich jüngst auch eine Anlaufstelle für viele Paketdienste bin, die bei mir für die gesamte Nachbarschaft Pakete deponieren, plante ich kurzentschlossen meinen Tagesablauf um und wartete auf den Postboten; in Gedanken legte ich dabei die Platte bereits auf den Teller.

Ein paar Postboten später, wobei ich keinen von dpd zu Gesicht bekommen habe, erhielt ich kurz nach 12.20 Uhr eine E-Mail, dass mein Paket nicht zugestellt werden konnte.

Ich hätte es sehr gut verstanden, wenn dies aufgrund technischer Mängel, zeitlicher Überlastung, fehlender Ortskenntnis oder gar temporärer Unlust des Zulieferers nicht möglich gewesen wäre. Mir aber zu unterstellen, dass ich trotz Ankündigung zu doof sei, um ein Paket entgegenzunehmen, ist mehr als unverschämt! Insbesondere dann, wenn ich stets ohne Klagen meinen Hausflur auch mit „Fremdpaketen“ von dpd fülle, die dort dann unermüdlich auf Abholung durch ihre Besitzer warten.

Diese E-Mail retournierte ich sofort, nur um festzustellen, dass dpd offensichtlich auch mit dem Empfang von E-Mail überfordert ist. Nach einem weiteren Blick ins Internet konnte ich dpd gleich zweimal per Telefon erreichen, die mich für je 60 Cent pro Anruf in eine Dauerschleife schickten, wobei ein Bot dann jeweils das nette Gespräch nach einer Weile mit dem Hinweis beendete, dass das Paket im Zustellzentrum sei.

Die Rückfrage beim Verkäufer ergab dann, dass ich heute sogar zweimal das Paket nicht entgegengenommen habe. Darauf stornierte ich die Bestellung und baue jetzt auf die Tatsache, dass für ein amerikanisches Unternehmen Kundenservice und Professionalität Selbstverständlichkeiten sind. Auf jeden Fall hat es dieses Unternehmen im Gegensatz zu dpd nicht nötig, seine Kunden und Geschäftspartner nach Strich und Faden zu belügen.

Etwas Gutes hat die Sache dann doch, ich weiß gar nicht mehr, welches Lied von Pink Floyd mir die letzten Tage nicht aus dem Kopf ging. Und wer weiß, vielleicht gibt es die Platte bald auch wieder im Plattenladen um die Ecke.

Wish you were here aus dem Jahr 1975

„It takes months to find a customer … seconds to lose one.“

Anon