Bundesweiter Vorlesetag

„Mann liest vor“ 5 (4)

Zum 16. bundesweiten Vorlesetag am Freitag, 15. November 2019 durfte ich bereits zum zweiten Mal in einer Klasse der Wilhelm-Hauff-Schule vorlesen.

Der Förderverein der Stadtbibliothek „Lesen-Hören-Wissen“ lädt jedes Jahr im Rahmen des bundesweiten Vorlesetags Männer ein, die in Heilbronner Kindertageseinrichtungen, Schulen, in der Stadtbibliothek sowie in deren Zweigstellen Kindern Geschichten vorlesen.

Gefreut habe ich mich auch darüber, dass ich nach Leseende auf Hans Hambücher getroffen bin, der ebenfalls an der Wilhelm-Hauff-Schule vorlas.

Bei diesem bundesweiten Vorlesetag wollen die Initiatoren DIE ZEIT, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für das Vorlesen setzen und damit bei den Kindern Freude am Lesen wecken, um langfristig Lesekompetenz zu fördern und Bildungschancen zu eröffnen.

Und schon jetzt freue ich mich auf den kommenden Freitag, an dem ich wieder als Lesepate und dieses Jahr in einer ersten Klasse vorlesen darf. Das entsprechende Buch liegt schon bereit.

„Resolve to edge in a little reading every day, if it is but a single sentence. If you gain fifteen minutes a day, it will make itself felt at the end of the year.“

Horace Mann, The Common School Journal, Vol. V, No. 19 (2. Oktober 1843: 304)

Die 1970er-Jahre in Heilbronn 5 (5)

Meinen ersten Wahlkampf, an den ich mich erinnern kann, bestritt ich 1972 an der Seite meines Vaters, als wir für die Liberalen von Haustür zu Haustür zogen und ich zudem beim Plakatieren – damals noch mit Pinsel und Kleister – zugucken durfte.

Mit 14 begann ich dann selbst politisch aktiv zu werden und schloss mich letztendlich jungen Menschen an, die eine eigene Jugendorganisation gründeten und dies gegen heftige Widerstände in unserer damaligen Partei und deren alten Jugendorganisation.

Interessant an dieser Phase war, dass man sich notgedrungen nach „Verbündeten“ umsehen musste und so auch die gesamte Bandbreite des politischen Lebens erfahren konnte. Die 1970er-Jahre zeichneten sich dadurch aus, dass die politische Vielfalt und Bandbreite nach den 1950er und 1960er-Jahren stark zunahm und dabei auch ganz neue politische Bewegungen entstanden, von deren „Haltbarkeit“ ich damals nicht überzeugt war, fehlte es diesen doch an eigenen Inhalten. Heute muss ich diesbezüglich feststellen, dass man in gesellschaftlich und wirtschaftlich guten Zeiten durchaus auch Politik ohne Inhalte – und dies zudem noch sehr erfolgreich – machen kann.

Im Rückblick auf die 1970er-Jahre sind mir auch noch die Jungen Europäischen Föderalisten in Erinnerung, welche sich in diesen Jahren zumindest in Heilbronn rarmachten und deren europäische Ideale allgemein in der Gesamtbevölkerung an Zuspruch verloren – das gesellschaftliche Interesse wechselte mit zunehmender wirtschaftlicher Sicherheit zu schneller erleb- und erfassbaren Themen, wobei die eigentlichen Grundlagen dieses wirtschaftlichen Erfolges als „unbequem“ angesehen wurden und damit immer mehr in Vergessenheit gerieten.

Als Europäischer Föderalist, der zudem seit 2005 in Heilbronn Vorsitzender der EUROPA-UNION sein darf, war es mir deswegen eine große Freude, vom Direktor des Heilbronner Stadtarchivs, Prof. Dr. Christhard Schrenk, angefragt zu werden, ob ich nicht über die Jungen Europäischen Föderalisten aus den 1970er-Jahren einen kurzen Beitrag schreiben könnte.

Dieser Anfrage bin ich sehr gerne nachgekommen und freue mich jetzt auf die Vorstellung der Publikation „Die 1970er-Jahre in Heilbronn – Wissenspause 2018“ des Heilbronner Stadtarchivs, welche am Montag, 2. Dezember 2019, um 16.30 Uhr im Otto Rettenmaier Haus stattfindet.

Auf einem Landesparteitag in Stuttgart

Schüler

Dammgrundschule 5 (6)

Beitragsfoto: © Shutterstock

Seit gut zwei Jahren bin ich begeisterter Lesepate an meiner alten Grundschule und erinnere mich auch sehr gerne daran zurück, wie unsere Eltern damals schon für uns Lesepatenschaften und -zirkel organisiert und unterhalten haben.

Es hat sich inzwischen viel verändert und bestimmt nicht zum Besten, aber das Engagement der Lehrer vor Ort ist weiterhin mehr als vorbildlich. Auch wenn ich nicht behaupten kann, jemals selbst ein angenehmer Schüler gewesen zu sein, darf ich doch behaupten, dass meine damaligen Lehrer, besonders meine Klassenlehrerin Frau Pfeiler, mit mir keine solchen Herausforderungen kannten, wie sie die heutigen Lehrkräfte vorfinden.

Zu diesen Herausforderungen, zu denen ich auch die Tatsachen zähle, dass zum einen viele Eltern ihre Kinder nur noch in Kindertagesstätten und Schulen „entsorgen“, um sich so wenig wie möglich selbst mit diesen beschäftigen zu müssen, und zum anderen, die Lehrer kaum noch ihrer eigentlichen Aufgabe gerecht werden können, weil die vorhandenen Defizite ihrer Schüler von Anfang an bereits zu gravierend sind, um halbwegs einen, für diese Verhältnisse ungeeigneten, Lehrplan gemeistert zu bekommen, kommt noch hinzu, dass die Schüler an der Dammgrundschule, seit Jahren in Containern untergebracht, kaum Möglichkeiten vorfinden, um sich altersgerecht auszutoben, damit sie ihren Kopf für Lerninhalte freibekommen und konzentriert dem Unterricht folgen können [zumindest Herr Hofer würde sich über diesen Satz von mir freuen].

Neu kommt jetzt noch hinzu, dass eine weitere ehrenamtliche Einrichtung an der Dammgrundschule, nämlich das brotZeit-Frühstück, Helfer zur Vorbereitung und Ausrichtung eines Schülerfrühstücks sucht. Es wäre sehr schade, wenn sich keine Eltern, Großeltern, ehemalige Dammschüler oder gar weitere Interessierte finden, und damit dieses für die Entwicklung der Kinder sehr wichtige Engagement bald weiter eingeschränkt oder gar eingestellt werden müsste!

Zu Schule und Bildung allgemein habe ich bereits Folgendes geschrieben: https://kuemmerle.name/schule-bildung

„How do you explain school to a higher intelligence?“

Henry Thomas als Elliott in E.T. the Extra-Terrestrial (1982)