Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Internet

Immer mehr meiner Bekannten und Freunde erzählen davon, dass sie jetzt in Heilbronn über einen Glasfaseranschluss verfügen. Bestimmt eine tolle Sache, von der ich den nächsten Jahren wohl selber nur träumen darf. Eigentlich ist es zum Wundern, da diese Technologie seit Anfang der 1990er-Jahre mit zum ganz normalen Arbeiten gehört.

Aber ich will nicht meckern, denn gestern durfte ich in einem Teilort von Heilbronn, mit dem Mobiltelefon am ausgestreckten Arm, wild in der Gegend herumlaufen, nur um wenigstens ein Telefonat führen zu können, von einer Internetverbindung ganz zu schweigen.

Schnellwege

Fahrradschnellwege sind an sich eine gute Sache. So konnte ich gestern einen solchen beobachten und musste feststellen, dass diese auch gut frequentiert werden. Zumindest in meinem Beobachtungszeitraum auch von Motorradfahren, die wohl eine Abkürzung für sich entdeckt hatten.

Apropos Abkürzung, jene über die Heilbronner Allee hinweg und am Theaterbrunnen vorbei wird für Lastwagen, Autos und Motorräder aller Art immer attraktiver. Ich erinnere mich noch daran, dass es für Zulieferer einmal feste Zeiten gab, um in Fußgängerzonen einzufahren. Und der Sinn und Zweck dieser Fußgängerzonen war einmal, dass man nicht zum Einkaufen mit dem Auto vor den dortigen Läden hält, auch wenn der Einkauf einmal etwas größer ausfallen sollte.

Nachtrag 5.8.2023

Inzwischen ist diese Abkürzung auch ein Thema in der Heilbronner Stimme:

Verkehrsrowdy Ich glaub’ mittlerweile, dass wir im Schtädtle uns alles g’falle lasse und alles kommentarlos hinnehme. Neilich hat mir’s fascht den Zapfe nauskaue. Mit quietschende Reife nimmt ein Zeitgenosse die Kurve an der Allee beim Theater und fährt dann rotzfrech über den Berliner Platz in die Turmschtraß’ Richtung Mannheimer Schtraß’. Und des war, wie mein Guschtav schpäter erfahre hat, kein Einzelfall. Immer wieder wird diese Abkürzung von Rabauke gewählt. Die Sitte verrohe immer meeh. Handlungsbedarf isch ang’sagt.

Geschwätz der Sofie (5.8.2023: 23)

Wenn man dann noch mit den ursprünglichen Hauptnutzern dieser neuen Schnellwege spricht, nämlich jenen, die rings um diese Schnellwege herum mit ihren Traktoren und anderem Gerät Geld verdienen müssen, bekommt das Ganze einen etwas bitteren Nachgeschmack. Nicht nur, dass sich die Landwirte des Öfteren von etwas übermotivierten Freizeitfahrern doch so Einiges anhören müssen, sondern vor allem der völlig unnötige Stress, den sie jetzt zu erdulden haben, da sie neben ihrer Arbeit nun auch verstärkt auf „Rennfahrer“ aller Art achten müssen.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann es zu einem tragischen Unfall kommen wird. Die Verantwortung dafür sollten jene tragen, die, ohne groß nachzudenken, unterschiedliche Verkehre einfach so zusammenführen.

Grillen

Nachdem ich gestern zu Mittag meinen Grill in Betrieb hatte, um damit für ein Mittagessen zu sorgen, konnte ich ein paar Stunden später zuschauen, wie zwei andere das Abendessen auf einem Holzgrill zubereiteten.

Mein Fazit ist, dass man ohne Probleme zweimal am Tag grillen kann, man sollte aber darauf achten, dass man nicht zu viel vom Grillgut kostet. Schlimm wird es erst dann, wenn man spät abends nach Hause kommt und den eigenen Grill nochmals anschmeisst, nur um etwas auszuprobieren, was man gerade erst gesehen hat.

Auf jeden Fall ist es immer ein positives Erlebnis, wenn man mit netten Menschen um einen Grill herumsitzt. Und wenn dann noch die Gegend darum herum passt, eine kleine Auszeit vom gewöhnlichen Trott.

Geburtstag des Tages

Ray Bradbury


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Stillstand

Ohne Frage, wir lieben den Stillstand, und jeder, der uns diesen weiter verspricht, ist unser Mann, ob Oberbürgermeister oder Bundeskanzler. Dabei dreht sich das Karussell der verpassten Chancen stetig weiter und führt uns langsam aber sicher an jene Grenze, wo wir mit einem Realitätsverlust nicht mehr weiterkommen.

Nicht nur das Wollhaus bröckelt so schön vor sich hin, inzwischen bröckelt es an allen Ecken. Einzig und alleine an Parties und Feiern fehlt es nicht, denn da lassen wir uns nicht lumpen.

Bald aber wird für uns alle eine Zeit anbrechen, die den meisten von uns die Augen öffnen wird, da sich die US-Amerikaner langsam aber sicher auf ihre eigenen Interessen und Herausforderungen besinnen und Europa, dabei vor allem Deutschland als bevölkerungsreichstes Land, in die Pflicht nehmen werden.

Wenn wir nur eine klitzekleine Chance haben wollen, dass wir uns in der „neuen Realität“ behaupten können, dann benötigen wir Volksvertreter, die sich dieser stellen und Ideen und Konzepte haben, wie wir unsere Welt gestalten können. Politiker, die nur in Talkshows sitzen und ansonsten nach Nebenerwerbstätigkeiten suchen, oder sich nur selbst beweihräuchern, werden uns demnächst über den Abgrund stürzen.

Bigotterie

Wenn wir etwas können, dann ist es nicht nur andere zu belehren, sondern auch diesen alles Mögliche aufzubürden und abzuverlangen. So dürfen Menschen außerhalb Deutschlands am besten keine Wälder mehr zerstören, keine Wildtiere töten und sollen alles unterlassen, was nur annähernd umweltschädlich sei kann.

Hingegen gibt es bei uns schon lange keine echten Wälder mehr und wo sie angelegt werden, werden sie auch gleich wieder unserer Erholung und dem Spaß geopfert. Noch schlimmer geht es nur noch den Wildtieren, diese werden sofort als Problemtiere wieder der Natur „entnommen“.

Und was die weitere Umweltzerstörung angeht, ist diese bei uns dem Export geschuldet, also als völlig opportun. So werden unsere Kohlekraftwerke und neuen Gaskraftwerke für den Export weiterhin so lange wie möglich dampfen, die Böden und das Wasser ebenfalls für den Export geopfert. Und selbst unsere eigene Gesundheit opfern wir bereitwillig auf dem Altar des „Exportweltmeisters“. Vielleicht wäre etwas weniger von unserem Luxus tatsächlich etwas mehr für uns alle. Und vielleicht wäre es besser, wenn wir erst einmal vor unseren eigenen Haustüren kehren, bevor wir anderen vorschreiben, was diese zu tun und zu lassen haben.

Literaturhaus

Neben dem schleichenden Ausbau unserer städtischen Bücherei, haben wir jetzt auch ein eigenes Literaturhaus. Sehen wir dies positiv als Ergänzung der Bibliothek und Teil eines Gesamtkonzeptes, welches sich, wie auch einmal angekündigt, an der Konzeption der New York Public Library ausrichtet.

Was nicht geschehen sollte ist, dass die „Bessergestellten“, oder die sich als solche fühlen, ins Literaturhaus pilgern und alle anderen sich mit der städtischen Bibliothek, in welcher Ausbaustufe auch immer, abfinden lassen müssen.

Besser wäre es, dass man Kompetenzen bündelt, um effizienter und auch effektiver seine Ziele erreichen zu können. Diesen Anspruch sollte jeder Verantwortliche haben, der mit Steuergeldern wirtschaftet.

Geburtstag des Tages

Howard Phillips Lovecraft


Kakteen

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Beitragsfoto: Kakteen | Bild von OpenClipart-Vectors | Pixabay

Bäume

Wenn wir bei uns den Wald retten wollen, dann geht es nicht um den Wald oder einzelne Bäume, sondern um den Ertrag, der sich aus den Baumplantagen herausholen lässt und um den Erholungswert für uns Menschen. Der Erholungswert misst sich dabei daran, wie schnell wir den Wald weiter zerstören können.

Deshalb werden jetzt auch Bäume bevorzugt gepflanzt, die schnell wachsen und einen möglichst hohen Ertrag versprechen. Unsere sogenannten Waldschutzgebiete sind zudem die besten Stellen, wo man campen oder mit dem Rad durch das Gebüsch brechen kann. Und sollte ein Baum dabei stören, wird er so schnell wie möglich beseitigt.

Naturschutz, ein weiterer hohler Begriff, der uns Menschen bei unserer Naturzerstörung und Umweltverschmutzung möglichst ein gutes Gefühl garantieren soll — Umweltzerstörung de luxe, für die wir nicht nur Unmengen an Experten, sondern inzwischen ganze Parteien haben.

Hotel

In jedem Einsatz, ob nur fiktiv oder gar Krieg, gibt es ein Hotel, das, scheinbar von der Außenwelt unberührt, als Sammelpunkt einer ganz illustren Gesellschaft dient. Angefangen von Journalisten, Menschen von Hilfsorganisationen oder kriminellen Vereinigungen, Politikern, Geheimdienstlern, Verwaltungsbeamten, Presseoffizieren bis hin zu Soldaten vor Ort, die dringend nach notwendigen Informationen suchen, kann man diese Art von Hotelgästen bereits in der Lobby ausmachen.

Als erstes fallen einem altgediente und teils auch sehr bekannte Journalisten auf, die whiskygeschwängert für Unterhaltung sorgen. Um diese herum finden sich junge Journalistinnen oder junge Abgeordnete, die diesen Erzählungen gerne folgen und sich später in Einzelgesprächen auf dem Hotelzimmer weiterbilden lassen — so wurde wohl schon manche Karriere gestartet.

An der Bar tummeln sich all jene, die nach Geschäften suchen oder Informationen anzubieten haben. Und im Restaurant die weiteren Kriegstouristen, die nur einmal mit dabei sein wollten.

Dieses Hotel ist immer eine ganz besondere Welt, die, je nach Standort, ihren eigenen unverkennbaren Charme entwickelt, an den die Hotelgäste noch Jahre später gerne zurückdenken, besonders dann, wenn vor dem Hotel tatsächlich noch ein wenig „herumgeballert“ wurde — von wem ist dabei völlig zweitrangig.

Experten

Deutschlands Experten bringen uns nochmals alle um. Egal wo man hinschaut, wird einem ein Experte aufgetischt. Zumindest in dem Bereich, in dem ich mich ein wenig auskenne, muss ich immer wieder feststellen, dass ich nicht nachvollziehen kann, was diese Mitbürger eigentlich zu Experten macht.

Diese kommen meist von Think Tanks, Universitäten oder sonstigen Einrichtungen und wissen alles ganz genau und viel besser als jene, die jahrzehntelang in diesem Bereich tätig waren.

So ist es mir jetzt eine innere Freude mit anzusehen, dass diese Experten, die in meinem Beruf wildern, offenkundig und für jeden erkennbar völlig versagt haben.

Sie werden aber wortreich erklären und ganze Bücher damit füllen, warum sich die Realität getäuscht hat, das wahre Leben und letztendlich wieder einmal Soldaten die Schuld tragen — das kommt besonders in Deutschland immer gut an. Und ist wohl die Grundlage des deutschen Expertentums, nämlich anderen die Schuld zuzuweisen.

Nur ein Beispiel, vor ein paar Jahren mussten ein paar Soldaten, kurzfristig aus einer politischen Laune heraus, in einen ganz neuen Einsatz verlegen. Ich hatte das Vergnügen selbst mit dabei zu sein.

Eigene Erkundung bzw. Aufklärung wurde uns nicht gestattet, sondern Experten übernahmen das für uns, die uns dann auch vor Abflug sämtliche Informationen mitgaben.

Das Ergebnis war, bildlich dargestellt, dass wir, für einen Badeurlaub ausgestattet, in der Antarktis ankamen und letztendlich für den gesamten Schlamassel verantwortlich waren.

Zwei Dinge sind beim heutigen und viel größeren Schlamassel wieder ganz sicher. Erstens, Experten haben immer recht und tragen nie Verantwortung. Und zweitens, die Politik stellt sicher, dass es wieder einmal nur das Militär war, das versagte — und sie werden auch wieder Experten finden, die das bestätigen; notfalls muss es ein General erklären.

Website des Tages

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V.

„Unser Wald ist einer der kostbarsten Schätze, die wir auf der Welt haben. Unsere Aufgabe ist es, den Wald zu schützen und Menschen dafür zu begeistern.“

Geburtstag des Tages

Coco Chanel