Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

6.8.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Waldsterben

Unser Wald — ein schöner Euphemismus für die wirklich letzten Baumplantagen Deutschlands. Erstaunlicher Weise geht es diesen immer schlechter und ganz besonders bei uns, wo seit gut 10 Jahren eine grüne Partei das Sagen hat; selbstverständlich sind dafür wieder alle anderen Schuld.

Dabei gäbe es ganz vernünftige Rezepte, wie z. B. den Plantagen eine Chance zu geben, sich langsam aber sicher wieder zum Wald zu entwicklen. Diese Wälder auch zu schützen — vor allem vor uns Menschen und nicht vor kleinen Käfern — und letztendlich dann auch dafür zu sorgen, dass die ersten halbwegs großen Bäume nicht wieder für den Export gefällt oder für die vielen heimischen Kamine im wahrsten Sinne des Wortes verheizt werden.

Mit den städtischen Wäldern könnte man anfangen und diese ganz einfach für die kommenden 500 Jahre einmal in Ruhe lassen. Unsere Nachfolger würden es uns sicherlich danken.

Klassengesellschaft

Nachdem in der EU jetzt auch noch Künstler Sonderrechte erhalten, muss man uns wohl so langsam aber sich als „Klassengesellschaft“ bezeichnen, da es immer deutlicher zutage tritt, dass ganz bestimmte Gruppen bei uns gleicher sind als die anderen und zudem von sämtlichen Schikanen, wie Visa-Pflicht, Reiseverbote oder Zwangstests verschont werden und nicht einmal notwendigen Quarantänebestimmungen unterliegen. Und dabei spreche ich schon gar nicht von deren inzwischen ganz üblichen „Incentives“, wie vergünstigten Bankkrediten oder sonstigen Zuwendungen aller Art.

Wir Normalbürger müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass es in unserer Demokratie zwei Arten von Menschen gibt, jene, die sich an Recht, Gesetz und Ordnung halten müssen, und die anderen, die über allem schweben und angeblich „nur“ von unserer Bewunderung leben oder sich, ganz altruistisch, völlig für uns Bürger aufopfern. Es wäre wirklich an der Zeit, dass das Buch „Farm der Tiere“ wieder gelesen wird.

Herold

Wir können zwar froh sein, dass wir in Heilbronn noch eine Tageszeitung haben, allerdings sollte deren Chefredakteur nicht die Funktion eines Herolds übernehmen. Auch müssten sich Zeitungsartikel sehr schnell und einfach von schlichten Werbebeiträgen unterscheiden lassen können. Zumindest ich bekomme hierbei immer größere Schwierigkeiten.

Ohne Frage wäre es darüber hinaus sinnvoll, wenn zumindest berechtigte Kritik an Personen des öffentlichen Lebens oder unserer Institutionen nicht nur in homöopathischer Form zu lesen wäre, denn man kann den Lesern durchaus noch ein wenig mehr an Kritik- und Rezeptionsfähigkeit zutrauen.

Und eine Zeitung sollte ab und zu schon noch für echte Schlagzeilen sorgen dürfen. Diese sollten dann aber nicht „Wir sind alle schön!“, „Alles wird gut!“ oder „Wir machen uns einen Schlitz ins Kleid!“ lauten. Denn inzwischen dürften auch wirklich alle wissen, wer der Schönste im ganzen Land ist.

Zudem sollte man als Redakteur oder gar Verleger darauf achten, dass man mit seiner Zeitung nicht die Grenze zum bezahlten Werbe- oder einfachen Hofberichterstatterblatt überschreitet. Denn die Leser erwarten heutzutage, dass solche Blätter für sie kostenfrei verteilt werden.

Website des Tages

Stiftung Unternehmen Wald

Die Stiftung Unternehmen Wald ist eine gemeinnützige Stiftung aus Hamburg, die sich für die Förderung des Naturschutzes, der Umweltbildung und der Waldforschung einsetzt. Sie wurde im Jahr 2006 gegründet und ist vor allem operativ tätig. Mit Partnern aus den Bereichen Forstwirtschaft, Waldpädagogik und Naturschutz, realisiert die Stiftung regionale Projekte gemäß den aufgeführten Stiftungszielen.

Geburtstag des Tages

Andy Warhol


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

5.8.02021 5 (1)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Föderalismus

Föderalismus ist der Aufwuchs von Verwaltungs-, Versorgungs- und Sicherheitsstrukturen von unten nach oben! Geprägt wird er vom Subsidiaritätsprinzip.

Der Föderalismus der Berliner Republik ist inzwischen ein versteckter Zentralismus, der den Föderalismus als reines Gießkannenprinzip missbraucht. Die notwendigen Einnahmen und Gelder werden direkt nach Berlin geschickt, um dann gemäß nicht mehr transparenter und wenig legitimer Entscheidung wieder nach unten verteilt zu werden. Damit werden zudem Mitbürger genährt, die in einem föderalen System wenig Chance hätten, selbst zum Zuge zu kommen, und Apparate geschaffen, die es im Föderalismus so nie geben würde.

Deswegen benötigen wir — und dies ist eine Forderung aus dem Jahr 1947! — einen Föderalismus, welcher sich angefangen bei den Kommunen, über weitere notwendige Verwaltungsstrukturen von unten nach oben aufbaut und dafür sorgt, dass alle Entscheidungen genau dort getroffen werden, wo auch ihre Zuständigkeit liegt.

Das führt dann auch dazu, dass wir Bürger nicht ständig um unser eigenes Geld betteln müssen.

Apparatschicks

Früher einmal — so früh, dass ich es wohl selbst nie erleben konnte, gab es bei uns Verwaltungen und öffentlich-rechtliche Institutionen, die es unserer Gesellschaft ermöglichten, sich bestmöglich und frei zu entwickeln sowie dafür verantwortlich waren, dass in etwaigen Krisensituationen — die bekanntlich regelmäßig auftreten — der Normalzustand so schnell wie möglich wieder erreicht wurde.

Von Anfang an hatten diese „gesellschaftlichen Stützen“ ein großes Problem, nämlich, dass sie sich automatisch und wie von selbst immer weiter vergrößern und dazu ihre eigenen Kompetenzen ins Unendliche ausweiten.

Von Anfang an gab es deshalb auch zwei Heilmittel: nämlich, eine Bestenauslese mit Mindestvoraussetzungen, welche für ein natürliches Maximum sorgen sollte und eine regelmäßige Entschlackungskur (Dienstpostenwahrheit und -klarheit), die alle wieder auf die gesellschaftlich und institutionell notwendige Größe zurückbringen sollte.

Leider wurde diese Medizin vor Jahrzehnten in den Giftschrank verbannt und wir quälen uns mit „Apparaten“ herum, von denen wir schon lange vergessen haben, warum es sie überhaupt gibt. Leider ist dies zumindest den meisten Appartschicks auch selbst nicht mehr bewusst. Und da sie nicht mehr wissen, was sie tun, lehnen sie vehement jegliche Verantwortung ab!

Nehmen wir ein heute aktuelles Beispiel. In einer jungen wie schwachen Demokratie ist es wichtig, dass es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. Damit hat dieser aber auch eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Schauen wir uns unseren ÖRR an, so müssen wir feststellen, dass diese Aufgabe zumindest in den Hintergrund gerückt oder meist zu Sendezeiten abgearbeitet wird, wo keine einzige „Zielperson“ mehr wach oder ansprechbar ist.

Schlimmer noch, der ÖRR hat inzwischen eine Größe erreicht, die, schon alleine aufgrund der Vielfalt und Verfügbarkeit anderer vergleichbarer Medien, absolut nicht mehr notwendig ist!

Deshalb müsste man den ÖRR in eine passende Größe zusammenführen und vor allem von allen Firlefanz- und Werbesendungen entschlacken. Die privaten Medien senden für ihr Klientel bereits soviel Müll, da muss der ÖRR nicht auch noch mitmischen. Und die „freigesetzten“ Appartschicks könnten dort für Besserung sorgen — Win-Win für alle!

Deswegen: „Reduce to the Max“ — damit wird es für alle günstiger, und der ÖRR kann endlich wieder damit beginnen, seine Aufgabe zu erfüllen.

Verdrängung

Egal wo man hinschaut, es drängt sich einem förmlich auf. Wir wollen einfach nicht mit der Realität konfrontiert werden.

Nehmen wir z. B. unsere zerstörte Umwelt, die weiterhin und sogar noch verstärkt dem Raubbau, der nackten Profitgier, der zügellosen Freizeitgestaltung, dem Tourismus oder nur zwecks der möglichst billigen Müllbeseitigung geopfert wird.

Selbst bei diesem, für uns alle wichtigen, Thema werden die Folgen verdrängt und bestenfalls für das 22. Jahrhundert eingeplant. Und wenn wir uns tatsächlich einmal diesem Thema widmen, dann in der Form eines modernen Ablasshandels. Dies werfe ich auch den meisten vermeintlichen Umweltschutzorganisationen oder -parteien vor.

Mit unseren anderen Problemen — ich spreche dabei nicht mehr von Herausforderungen — gehen wir ähnlich vor. Sie werden verdrängt und dies so lange es nur irgendwie geht.

Wir alle hatten eine sehr schöne Zeit — einmal von tragischen Einzelschicksalen abgesehen — und wollen uns diese möglichst bis zum Untergang der Welt (= dem eigenen Ableben) erhalten.

Jeder der uns in die Wirklichkeit zurückholen möchte, ist deshalb unser Staatsfeind Nr. 1.

Website des Tages

Rundfunkbeitrag

Ich zahle gerne meinen Rundfunkbeitrag, so lange er nicht zweckentfremdet wird oder einen völlig unnötig großen Verwaltungsapparat am Leben erhält.

Geburtstag des Tages

Marilyn Monroe


Kakteen

4.8.02021 5 (1)

Schornsteine

Hatte ich noch vor Jahrzehnten vergeblich gehofft, dass gleich zwei Atomkraftwerke in der Nähe Heilbronns das Kohlekraftwerk ersetzen würden, musste ich später erkennen, dass man Dinge, mit denen man Geld verdienen kann, nicht einfach so abschafft — ganz besonders dann, wenn die Spätfolgen und tatsächlichen Kosten jemand anderes zahlt.

Und so wundert es niemanden, dass unser Kohlekraftwerk immer noch raucht. Auch kann man Verständnis dafür haben, dass man weiterhin am Konzept von Großkraftwerken festhält, da diese den entsprechenden Konzernen bestmögliche Einkünfte bei geringstem eigenen Einsatz oder gar Verantwortlichkeit bietet. So ist ein neues Gaskraftwerk nur verständlich und wir dürfen darauf hoffen, dass dieses weniger gesundheitsschädlich sein wird als seine Vorgänger.

Was mit den Schornsteinen und den überflüssigen Kraftwerksanlagen geschieht, steht noch in den Sternen. Hoffen wird nun darauf, dass uns der Betreiber diese nicht als „historische Objekte“ verkauft und wir zum Schluss auch noch deren artgerechte und teure Entsorgung finanzieren müssen. Wahrscheinlich aber werden sie so lange in der Gegend herumstehen, bis unseren Enkeln nichts anderes übrig bleiben wird, als diese endgültig zu entsorgen. Mein Tipp an unsere Enkel: die Schornsteine können dabei durchaus als Mahnmal für die völlige Verantwortungslosigkeit der eigenen Großeltern stehen bleiben!

Europastammtisch

Es macht doch einen Unterschied, ob man sich rein virtuell oder aber tatsächlich vor Ort trifft. So konnten sich gestern wieder die ersten Europastammtischler treffen, wobei ich feststellen durfte, dass man in der Realität doch ein wenig anders aussieht als auf einem Bildschirm.

Besonders gefreut hat es mich, dass wir neben dem guten Essen gleich zwei Themen diskutieren konnten, welche man durchaus auch beim vielleicht noch kommenden Bundestagswahlkampf aufgreifen könnte.

Streetart

Gestern kurz vor 16.00 Uhr in der Urbanstraße, ein Mann fällt dadurch auf, dass er erst gegen einen Baum pinkelt, gegen fahrende Autos und dann gegen die Scheiben eines Autohauses. Seine Verkleidung und Kunstfertigkeiten beim Pinkeln lassen sofort auf einen Streetart-Künstler schließen, zumal er durch eine halbe Pirouette und einem gekonnten Hüftschwung um einen Passanten herumpinkelte, wieder fahrende Autos beglückte, sich erneut der Schaufensterscheibe widmete, bevor er zum Schluss nur ganz knapp den Baum verfehlte.

Die Dauer seiner Aufführung hätte jeden Urologen glücklich gemacht, und mich dadurch, dass ich nunmehr die Gewissheit habe, dass solche „Streetart“ nicht nur auf die Nordstadt und die Neckarmeile begrenzt ist. Zu bemängeln wäre nur, dass diese Künstler weiterhin im Heilbronner Osten sowie im Neckarbogen Auftrittsverbote haben; hier könnte die Stadtverwaltung durchaus großzügiger sein.

Die Stadtverwaltung könnte sich zudem sehr leicht und dabei sehr kostensparend als kulturfördernd präsentieren, wenn sie nun auch noch die letzten öffentlichen Toiletten schließt. Die dabei eingesparten Gelder wären dann frei, um zusätzliche Verwaltungsmitarbeiter zu beschäftigen, die sich ausschließlich für die Koordinierung und Bewerbung Heilbronner Streetart-Künstler verantwortlich fühlen.