Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

3.7.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

OB-Wahl

Es ist schon etwas merkwürdig, wenn sich ein amtierender Oberbürgermeister, nach fast acht Jahren im Amt, nicht sicher ist, ob er nochmals für weitere acht Jahre antreten möchte. Offensichtlich macht er dies nun vom Ausgang der Bundestagswahl abhängig, was wiederum den Anschein erwecken könnte, dass Spitzenfunktionen von Berufspolitikern untereinander ausgehandelt werden.

Auf jeden Fall aber legt der Gemeinderat in Kürze den Wahltermin fest, wobei die Wahl wahrscheinlich am Sonntag, 6. Februar 2022 stattfinden wird. Eine Stichwahl wäre dann für den 20. Februar 2022 vorgesehen und eher wahrscheinlich, wenn gute Kandidaten bereits seitens der Gemeinderatsfraktionen abgefragt worden wären.

So wird das Ganze wohl wieder wie beim letzten Mal ablaufen, man wartet bis zur letzten Sekunde ab, nimmt den Wunschkandidaten eines Heilbronners, der sich zugegebener Maßen um unsere Stadt mehr als verdient gemacht hat, schickt als größte Fraktion nur einen Alibi-Kandidaten und dies sehr kurzfristig ins Rennen und stellt damit sicher, dass nach Helmut Himmelsbach so schnell kein weiterer Experte von außerhalb Heilbronns zum Zuge kommt. Dabei sind es doch die bereits gut bewährten Experten, die eine Großstadt weiter nach vorne bringen könnten, wie es Himmelsbach z. B. mit dem Neckarbogen und der BUGA geschafft hat.

Unserem Gemeinderat müsste Heilbronn doch so am Herzen liegen, dass dessen Mitglieder nicht weiterhin Verwaltungspositionen grundsätzlich als Versorgungsdienstposten für bewährte Parteisoldaten oder gar deren Bekannte sehen, sondern richtiger Weise als Schlüsselfunktionen, um Heilbronn noch besser und noch attraktiver zu machen.

Heilbronn kann es sich nicht leisten, dass Fachleute wie Helmut Himmelsbach nur zufällig und alle Jahrzehnte einmal zum Zuge kommen.

Spitzenplatz

Heilbronn ist Spitze! Zumindest bei der Inzidenz in Deutschland. Wen ich dafür verantwortlich mache, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Eine Großstadt braucht einfach eine Verwaltungsspitze, die eine Verwaltung führen kann und dabei auch eigene positive Impulse setzt, sowie in die Zukunft schaut und in Krisen auch schnell wieder die Initiative zurückerobert. Das ist immer und überall eine herausfordernde Aufgabe — dafür aber in Heilbronn auch eine sehr gut bezahlte!

Cojones

Gestern habe ich erneut Herbert Burkhardt, dieses Mal allerdings mit seiner Gattin, in der Innenstadt getroffen. Er konnte mich darüber informieren, dass Stadtrat Malte Höch bei der letzten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats die Initiative ergriff und die völlig unzumutbaren Äußerungen und Verleumdungen einer Heilbronner Stadträtin und Abgeordneten gegen unsere Kanzlerin verurteilte.

Mehrheitlich wurde diese Initiative Malte Höchs vom Gemeinderat begrüßt, und da auch ein Vertreter der Heilbronner Stimme anwesend war, ging man davon aus, dass diese Zeitung darüber berichtet und die Heilbronner informiert, dass die Anbetung von Nazi-Helden, Verleumdung, Mord- oder Totschlagsaufrufe nicht zum Repertoire im Heilbronner Gemeinderat gehören.

Schade nur, dass eine Zeitung, die sich selbst als überparteilich bezeichnet und als Monopolist auch eine gewisse Verantwortung trägt, bis heute nicht darüber berichtet und die Heilbronner weiterhin im Glauben lässt, dass man als Stadtrat ohne Widerworte gegen unsere Demokratie und deren Vertreter hetzen kann.

Website des Tages

Verwertungsgesellschaft Wort

Wer nicht nur gelegentlich schreibt, der sollte diesen 1958 gegründeten Verein kennen, der u. a. das geistige Eigentum seiner Mitglieder schützt.

Leider ist es heutzutage so, dass die meisten Autoren bei Zeitungen und anderen Medien völlig umsonst schreiben und nicht einmal mehr eine Zeilenvergütung erhalten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es einen Verein gibt, der die Interessen von Autoren vertritt.

Geburtstag des Tages

Franz Kafka

Zumindest alle, die einen qualifizierten Schulabschluss haben, durften wenigstens einmal etwas von Kafka lesen. Mir gefallen seine Geschichten noch heute, so wird er auch immer wieder auf dem Weblog erwähnt.


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

2.7.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Heulsusen

Als hätten sie sich alle für heute verabredet, denn kaum habe ich am Morgen meine News streams angeschaut, schon kamen von überall her die Klagen und das Heulen von Berufspolitikern aus allen Lagern, wie schlecht sie von uns Bürgern und den Medien behandelt werden.

Halten wir dazu einmal fest, gerade diese Berufspolitiker behandeln ihre Mitbürger wie die letzten Deppen, schauen auf die Wähler von so hoch oben herab, dass sie sich schon selbst als nicht mehr von dieser Welt ansehen und immer mehr zur Überzeugung gelangen, dass jegliche Kritik an ihrem Stand reine Gotteslästerung sei.

Selbst die schlimmsten Fürsten hatten ihre Hofnarren, deren Kritik Gehör fand. Heute prallen sogar unsere besten Satiriker an der Berufspolitik ab, wie Wasser an Teflon, und im Bestfall zählt der Politiker noch, wenn er durch den Kakao gezogen wird, wie oft er dabei namentlich Erwähnung findet — je mehr, umso besser für ihn selbst.

Hinzu kommt, dass Politiker, egal, was sie selbst verbockt haben, dafür keine Verantwortung mehr übernehmen und wie Patex an ihren Pöstchen kleben bleiben — und dies jahrzehntelang!

Das bleibt beim Bürger nicht unbemerkt, und so fangen diese an, sich selbst immer mehr über ihre gewählten Götzen zu echauf­fieren. Und dies wird auch, ganz folgerichtig, immer heftiger und gelegentlich auch unschön werden, und das zumindest so lange, bis unsere gewählten Volksvertreter wieder von ihrem selbstgewählten Olymp herabsteigen und beginnen, wieder persönlich — nicht über ihre unzähligen Hiwis, Handlanger und Assistenten — mit ihrer Wählerschaft zu kommunizieren und dabei ganz besonders, deren Anliegen, Ängste und durchaus auch Kritik ernst zu nehmen — immer kurz vor einer Wahl Hände zu schütteln und jedem Recht zu geben, ist keine Kommunikation! Kommunikation ist es ebenfalls nicht, ein Buch schreiben zu lassen, das dem Wähler die eigene Großartigkeit vor Augen führen soll — das ist professionelle Wählertäuschung!

Und eines sollte unseren Berufspolitikern klar sein, sie haben einen unserer bestbezahlten und bestabgesichertsten „Arbeitsplätze“ ergattert, der inzwischen nur noch eine einzige Qualifikation kennt, nämlich, dass man einen Listenplatz bei einer Partei erreicht, der einen sozusagen ganz automatisch in ein Parlament spült — danach fragt keiner mehr warum und weshalb!

Und wenn man dort dann sehr bequem sitzt und sich niemals wieder ernsthaft über die eigene Zukunft Gedanken machen muss, dann sollte man zumindest weiterhin ohne Heulen und Jammern die Bürgermeinungen und -äußerungen an sich abprallen lassen — so wie Teflon das Wasser — und nicht plötzlich damit anfangen, sich auch noch über das Unverständnis und die teilweise unqualifizierten Reaktionen mancher Wähler auszuheulen.

Neckarbogen

So schnell wie die Stadtverwaltung gestern beim Neckarbogen Handlungen versprochen hat, so schnell müsste es doch auch bei den anderen, vor allem bei den sonst gerne von der Verwaltung vernachlässigten Stadtteilen, wie z. B. der Innenstadt, gehen — nicht nur unsere Gerberstraßenbewohner, sondern auch ich wären sehr froh darüber. Leider gibt es für diese seit Jahren nur schöne Konzepte oder Zusicherungen, aber keine tragfähigen Lösungen, geschweige denn Verbesserungen bei Lärm, Ordnung und Sauberkeit.

Abstand

Impfen ist sicherlich wichtig, aber noch wichtiger sind wohl doch der Selbstschutz und das Abstandhalten. Auf jeden Fall hat mir COVID-19 erspart, dass ich mich nicht, wie sonst jedes Jahr, mindestens einmal erkältet habe.

Habe ich mich vor der Pandemie noch über jene Menschen in Asien amüsiert, die dort häufig mit Masken unterwegs waren, so glaube ich nun, dass es zumindest für mich auch zukünftig besser ist, in der Übergangszeit eine Maske bei mir zu haben.

Zudem werde ich versuchen, auch zukünftig auf das Händeschütteln und die Begrüßungsküsschen zu verzichten, denn es ist einfach ein gutes Gefühl, ganz ohne Schnupfen und tropfende Nase unterwegs zu sein.

Website des Tages

Robert Koch-Institut

„Das Robert Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung.“


Kakteen

1.7.02021 5 (1)

Privatisierung

Man kann zwar manche Verwaltungsaufgaben und dazugehörige Dienstleistungen privatisieren, vor allem dann, wenn die Verwaltungen dies selbst nicht mehr hinreichend sicherstellen können und auch eine dringend notwendige Optimierung der Verwaltung unerwünscht ist. Infrastruktur zu privatisieren, war aber noch nie eine gute Idee und führt spätestens langfristig zu schwerwiegenden gesamtgesellschaftlichen Schäden. Leider sind auch Politiker nur Menschen und lassen sich, insbesondere mit entsprechend Anreizen, dazu verführen, auch diese Erkenntnis einfach zu ignorieren.

Deswegen können wir heute darüber lesen, dass der Regionalverkehr in und um Heilbronn seine Aufgaben weiterhin nicht erfüllt. Das dafür extra engagierte private Bahnunternehmen Abellio muss — vermutlich auf unsere Kosten — schon kurz nach dem Start saniert werden, und wir werden weiterhin auf eine zeitgemäße Bahninfrastruktur und einen modernen Wagenpark verzichten müssen.

Namensänderungen

Eigentlich bin ich kein Freund von unnötigen Namens- oder Begriffsänderungen, welche meist nur den Anschein von Aktivität erwecken sollen. Die gestrige Umbenennung des Uhlandplatzes in Max-Beermann-Platz befürworte ich aber aufgrund unserer eigenen Geschichte ohne Wenn und Aber. So wie ich auch die damalige Umbenennung des Kaiser-Wilhelm-Platzes in Friedensplatz immer noch sehr begrüße.

Aber selbst heute halte ich die Umbenennung des Bahnhofvorplatzes immer noch für sehr unglücklich, hier hätte man viel besser auf den heute noch vorhandenen Kaiser-Friedrich-Platz zurückgreifen können.

Noch besser wäre es aber, wenn man in Heilbronn ganz darauf verzichtet, Plätze und Straßen nach Politikern oder anderen Personen zu benennen, denn dies ist ein Relikt aus vordemokratischen Zeiten. Und selbst hier waren wir vor ein paar Hundert Jahren schon viel weiter, moderner und der heutigen Zeit weit voraus; Mannheim kann als Beispiel dienen.

Einsätze

Jeder Einsatz von Streitkräften benötigt eine Strategie, welche zwingend von der Politik (Stichwort: Primat der Politik) zu liefern ist. Sobald dann eine abgestimmte, akzeptierte und vor allem auch genehmigte politische Strategie vorliegt, muss diese in eine militärische Strategie transferiert und bei uns in Deutschland erneut auch vom Bundestag verabschiedet werden. Danach kann man diese militärische Strategie operationalisieren, was ggf. u. a. auch zu militärischen Einsätzen führen kann.

Da bei uns nicht einmal ein tragfähiges Konzept für die Bundeswehr, geschweige denn eine Strategie, welche den Einsatz von Soldaten überhaupt begründen könnte, vorhanden ist, muss man sich nicht wundern, dass unsere Soldaten immer wieder zum Opfer der eigenen Politik werden.

20 Jahre lang war die Bundeswehr in Afghanistan, hatte nie ein, nur im Ansatz, tragfähiges Konzept, geschweige denn eine den Einsatz begründende Strategie, dabei aber u. a. 59 gefallene Soldaten zu beklagen, und das alles — ganz folgerichtig — ohne nur eine einzige positive und anhaltende Veränderung in diesem Einsatzland zu erzielen. Dass das Ganze auch noch Milliarden Euro an Steuergeldern gekostet hat, muss man schon gar nicht mehr erwähnen.

Website des Tages

Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO)

Trotz aller Widrigkeiten erfüllt die NATO bis heute als einzige militär-politische Organisation ihre Aufgabe. Hoffen wir, dass uns diese Organisation noch möglichst lange erhalten bleibt.