Heinrich Kümmerle

Kandidatur 4.9 (23)

Beitragsfoto: Lichtbild

Noch am Wahlabend des letzten Wahlkampfes 2019 habe ich einen Blog-Beitrag geschrieben und mich dabei bei meinen Mitbürgern, Nichtwählern, Wählern sowie den Mit- und Gegenkandidaten für spannende und lehrreiche Wochen bedankt. Auch wenn ich damals nicht einmal mein Mindestziel erreichte, hat mir der Wahlkampf so richtig Spaß gemacht. So nahm ich mir sogleich vor, auch 2024 zu kandidieren.

Inzwischen hat sich die Welt doch um so Einiges weitergedreht und auch in Heilbronn gab es größere Veränderungen. Aus unseren damaligen Freien Wählern in Fraktionsstärke wurden inzwischen zwei Gruppierungen und der Verein in Folge davon schwer gebeutelt. Und aus mir, einem Freien Wähler, der eigentlich nur mal wieder einen Wahlkampf aktiv mitmachen und dabei auch von seinem passiven Wahlrecht Gebrauch machen — was mir in all den Jahrzehnten zuvor beruflich bedingt kaum bis gar nicht möglich gewesen war — wollte, wurde inzwischen der Vereinsvorsitzende der Freien Wähler Heilbronn und, weil ein Amt unweigerlich das nächste mit sich bringt, auch noch ein Präsidiumsmitglied im Landesverband der Freien Wähler.

Ein Vorteil hat das Ganze aber für mein „Projekt Wahlkampf“, nämlich kann ich jetzt nicht nur wieder einmal Wahlkampf machen, sondern den gesamten Wahlkampf auch noch wesentlich mit gestalten. Der Nachteil dabei, ich bin jetzt nicht nur für mein eigenes Wahlergebnis verantwortlich. Da ich mich noch nie vor Verantwortung gedrückt habe aber somit nur ein kleinerer Nachteil.

Inzwischen steht auch unsere Freie Wähler-Liste für den kommenden Wahlkampf und wir beginnen die einzelnen Kandidaten vorzustellen. Das ist bei unseren Zugpferden, die seit ein paar Jahren bereits sehr erfolgreiche Stadträte sind, weniger ein Problem. Für unsere neuen oder weniger bekannten Kandidaten wird es aber doch ein wenig zur Herausforderung.

Deswegen haben wir bereits jetzt eine Kandidatenseite eingerichtet, wo wir alle unsere Kandidaten den interessierten Heilbronnern vorstellen. Ich finde, dass bis zum Wahltag am 9. Juni 2024 nun genügend Zeit vorhanden ist, damit sich zum einen unsere Kandidaten den Wählern vorstellen und sich zum anderen die Wähler auch ein gutes Bild von unseren 40 Kandidaten machen können. Ich selbst bin von jedem einzelnen unserer Kandidaten überzeugt und glaube fest daran, dass jeder von ihnen auch ein Gewinn für unseren Gemeinderat wäre!

Selbstverständlich würde ich mich riesig darüber freuen, wenn mich meine Heilbronner Mitbürger in den Gemeinderat wählen. Zumindest aber hoffe ich darauf, dass ich wenigstens dieses Mal mein Mindestziel erreiche und meinen Listenplatz verteidigen kann. Dies wird sicherlich ziemlich schwierig, aber der Mensch lebt bekanntlich von Herausforderungen.

Listenplatz 4 | Oberstleutnant a. D.          

Motto: Ich kümmere mich

Persönliches

  • geboren am 30. Oktober 1962 in Heilbronn (Stadt)
  • seit 25. Juni 1993 verheiratet mit Bettina geb. Eckert
  • 2 Söhne
  • Ich spiele gerne Schach, Brett- und Kartenspiele und schreibe auf Kümmerles Weblog 
  • als ehemals langjähriger Rettungsschwimmer bin ich weiterhin gerne in den Heilbronner Bädern
  • ich tanze zusammen mit meiner Frau regelmäßig in der Tanzschule Brenner
  • ich bin Welt- und Europäischer Föderalist

Berufliches

  • 1983: Abitur am Robert-Mayer-Gymnasium, danach Wehrdienst
  • 1988: Universitätsabschluss als Diplompädagoge (Schwerpunkt: Erwachsenenbildung)
  • 1983 – 2014: Soldat, dabei mehrere Auslandsverwendungen und Auslandseinsätze
  • Seit 2015 Oberstleutnant a. D. 

Außerberufliches Engagement

  • Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION Heilbronn seit 2005
  • Vorsitzender der Freien Wähler Heilbronn seit 2022
  • Mitglied im Freundeskreis der Stadtbibliothek Heilbronn e. V., im Deutsch-Afrikanischen Verein Heilbronn und im Verein der Freunde und Förderer des Ritterstiftes St. Peter zu Bad Wimpfen e. V.
  • langjähriger Lesepate an der Dammgrundschule und bei „Mann liest vor“
  • Mitarbeit bei meseno, darunter Hausaufgabenbetreuung
  • Lehrbeauftragter für Einführung in das Projektmanagement an der Hochschule Heilbronn

Ich bin bekennender Europäer und Heilbronner. Meine Schwerpunkte sind Bildungs- und Sozialpolitik, eine bessere Infrastruktur sowie Ordnung und Sauberkeit in unserer Stadt.

Als Mensch, der mit und ohne Familie in mehreren Ländern und einigen Bundesländern leben musste, weiß ich um die Bedeutung einer funktionierenden Integration von Menschen mit Zuzugsgeschichte wie auch um die Bedeutung von Ruhe, Ordnung und Sauberkeit für jede Stadtentwicklung.


Untergang

Untergängle 4.4 (13)

Beitragsfoto: Untergang | © Gerd Altmann auf Pixabay

Eigentlich ist alles gesagt. Über die Jahre hinweg habe ich mir nicht nur in meinem Blog die Finger wund geschrieben. Zwar habe ich nie wirklich daran geglaubt, dass dies etwas hilft, aber als Optimist auf meine vielen sehr vernünftigen Mitbürger gesetzt — ebenfalls vergebens.

Mit ganz wenigen Ausnahmen gucken wir alle nur darauf, ob es für uns selbst noch reicht. Auch die eigenen Kinder sind vielen von uns inzwischen völlig wurscht, die sollen selber schauen, wo sie bleiben.

Interessant ist die Frage, wie es überhaupt zu solch einer egozentrischen Gesellschaft kommen konnte?

Ich vermute einmal ganz stark, dass dies die natürliche Folge von zu viel Wohlstand ist. Schlimmer ist nur noch, dass dabei auch die Intelligenz auf der Strecke bleibt.

Gerne gebe ich Ihnen gleich einmal ein ganz aktuelles Beispiel, nämlich den „Itiotentreff“ der Frankfurter Polizei. Noch schlimmer sind nur noch die Staatsfeinde, die dies seit Jahren decken!

https://itiotentreff.chat/chat/

Ich bin einmal gespannt darauf, wie lange diese Website vom ZDF Magazin Royale erreichbar bleibt.

Aber das ist übrigens auch völlig wurscht, denn der Meeresspiegel steigt weiter an, die Landmassen trocknen langsam aber sicher aus und die Luft zum Atmen wird immer schlechter.

Das Gute daran, ob Putin, Nazi oder Weltuntergang, alle über 50 Jahre müssen es nicht mehr ausbaden. Und die Jüngeren unter uns sind selber schuld: sie wurden einfach viel zu spät geboren!


Rassemblement National

Nationalismus 4.9 (7)

Beitragsfoto: Rassemblement National | © Grégory ROOSE auf Pixabay

Um es einmal nach all den Blog-Beiträgen auf den Punkt zu bringen, Nationalismen funktionieren nicht mehr, zumindest nicht in Europa! Auch gibt es die dazu notwendigen Volksnationen kaum noch und wenn doch, dann in Größen, die heutzutage kaum noch eine bis keine Rolle mehr spielen.

Die Welt dreht sich schneller als wir glauben und wohl sämtliche Gesellschaften haben die Idee des Nationalismus schon sehr lange weit hinter sich gelassen, so lange, dass weniger politisch Interessierte jenen Scharlatanen nun hinterher laufen zu beginnen, die diese völlig antiquierte Idee wieder aus den Schubladen ziehen; wobei es sehr hilfreich ist, dass die letzten Auswirkungen von Nationalismen von kaum einem noch selbst erlebt werden mussten.

Schauen wir einmal näher auf Deutschland, beispielgebend für die anderen europäischen Staaten. Deutschland hat gut 80 Millionen Einwohner, wobei die größeren Bevölkerungsanteile (Baby-Boomer) so langsam aber sicher ins Rentenalter gleiten. Schon länger können wir bei uns unsere Bevölkerungsgröße nicht mehr selber aufrechterhalten und bereits in den 1970er-Jahren sprach man dabei von einer nicht mehr rückgängig zu machenden Entwicklung. Nicht nur deshalb, sondern weil es einfach Menschenart ist, wandern seit Jahrzehnten immer neue Bevölkerungsteile nach Deutschland ein.

Inzwischen ist Deutschland Heimat von Menschen aus weit über 130 Ländern, wobei sich die wenigsten davon als Deutsche im Sinne der Ethnie sehen: sie sind weiterhin u. a. Polen, Italiener, Türken, Serben, Bosnier, Kirgisen, Chinesen, Inder, Russen, Marokkaner oder Österreicher und lassen sich deshalb kaum bis gar nicht in eine deutsche Volksnation integrieren — hier wäre ein moderneres Nationalverständnis nötig gewesen, was aber jene Scharlatane, die heute wieder mit dem Nationalismus hausieren, gerade nicht verstehen können.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir die Wehrpflicht nicht deswegen abgeschafft haben, weil sie zu teuer war, sondern einzig und alleine deshalb, weil die Mehrheit der Deutschen nicht mehr dazu bereit ist, „unser Land“ zu verteidigen. Jetzt wo wir erneut vor der Verteidigungsfrage stehen, befinden wir uns in einem tödlichen Dilemma, denn gerade jene, die sich mit allen Mitteln vor der Wehrpflicht gedrückt haben, kommen jetzt in das Alter, wo sie selbst nicht mehr dienen müssen (Baby-Boomer) und fordern nun immer vehementer eine Wehrpflicht ein. Die schlimmsten davon entdecken erneut ihr Gewissen, gehen auf Nummer sicher und „kaufen sich“ ihren Offiziersdienstgrad, um im Falle eines Krieges in möglichst von der Front abgelegenen Stäben überleben zu können — wieder auf Kosten der anderen Mitbürger.

Aber selbst wenn es künftig genügend Deutsche gäbe, die bereit dazu wären, um für ihr Land zu kämpfen, befinden wir uns in der traurigen Situation, dass die Mehrheit davon nicht dazu geeignet ist — der Wohlstand hat seinen Tribut längst eingefordert.

Als Nation stehen wir Deutschen gar nicht gut da. Und es kann uns dabei auch nicht trösten, dass unsere Nachbarländer diesbezüglich auch nicht — wenn überhaupt — besser dastehen. Angesichts des Krieges in der Ukraine, der von der Russischen Föderation gerne auf den Rest Europas ausgedehnt werden würde, fangen nun immer mehr Europäer an, sich um ihre Verteidigung Sorgen zu machen.

Wenn wir Europäer nun glauben, dass wir als Nationen — die Polen gehen gerade als erstes diesen Irrweg — unsere Länder noch verteidigen können, sind wir falsch beraten. Wir konnten dies bereits in den letzten beiden Weltkriegen nicht mehr und werden es deshalb auch heute — unter weit schwierigeren Bedingungen — nicht können!

Wenn wir aus diesem Schlamassel halbwegs vernünftig herauskommen wollen, müssen wir sehr schnell erkennen, dass Nationalismus nicht mehr funktioniert und wir ein anderes Gesellschaftsmodell benötigen: über Jahrzehnte hinweg haben wir Europäische Föderalisten für die Europäische Idee geworben!

Nur diese Idee könnte heute noch sicherstellen, dass wir einer Aggression von außen — ganz aktuell einer russischen — erfolgreich begegnen können: u. a. Deutsche, Polen, Italiener, Türken, Serben, Bosnier, Kirgisen, Chinesen, Inder, Russen, Marokkaner und Österreicher würden sich dann gemeinsam als Europäer gegen die russische Angriffe stemmen und ihr Europa verteidigen.

Und wie wir es gerade in der Ukraine gut sehen können, benötigen wir dabei immer noch und auch weiterhin die Hilfe der US-Amerikaner und Kanadier wie auch die der restlichen Westlichen Welt.

Die Globalisierung gepaart mit der Europäische Idee hat den meisten von uns über gut 70 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht und genau dies könnten beide auch weiterhin tun, wenn wir uns nur allesamt und dieses Mal endgültig vom Nationalismus lossagen würden.

Gäbe es eine Transatlantische Union oder einen Europäischen Bundesstaat, müssten wir uns heute keine Gedanken über einen kommenden Krieg machen, wir hätten die Zeit, die Gelegenheit und die Finanzkraft, um den tatsächlichen Problemen und Herausforderungen der Welt zu begegnen.

So aber spielen die Nationalisten unter uns weiterhin Krieg und dies auf Kosten unserer Kinder und Enkel!