Wahlkabinen

Mehrheitswähler 5 (6)

Beitragsfoto: Wahlkabinen | © Alexandru Nika, Shutterstock

Heute schreibe ich ein wenig über die Geisel einer jeden Demokratie, den Mehrheitswähler. Der Vorteil der deutschen Sprache ist es, dass mit diesem Begriff auch fast jeder halbwegs Deutschsprechende sofort etwas anfangen kann.

Bei uns wählt man als Mehrheitswähler traditionell — lassen wir mal die Neubürger aus der SBZ einmal außen vor — entweder SPD oder Union und in Bayern bis heute ausschließlich nur die CSU.

Über die Jahrzehnte hinweg war es dabei die große Kunst der ehemaligen Volksparteien, den Mehrheitswähler davon zu überzeugen, dass er mit seiner Wahl wieder richtig liegt. Themen, Inhalte und Standpunkte sind dabei völlig nebensächlich, denn sobald der Mehrheitswähler meint, er ist auf der richtigen Seite, nämlich der Mehrheit, dann wählt er einfach alles! Und das ist die Riesengefahr bei der Sache, nämlich wie wir es nur allzu gut wissen, wählt er ganz hemmungslos auch NSDAP oder SED.

Und dann bedarf es bei uns auch keine Wahlfälschungen oder Drohungen mehr, der Mehrheitswähler stellt über Jahre hinweg ganz bereitwillig den jeweiligen Sieg sicher. Für kaum bis nicht existierende Parteien ist es dann sehr schwierig bis unmöglich eine Änderung herbeizuführen. Und dies geschieht sogar in Demokratien, nehmen wir einmal den Freistaat Bayern als Beispiel.

In der Bonner Republik begründete die FDP damit ihre eigene Existenz, nämlich als Zünglein an der Waage, jedes Mal wenn die Mehrheitswähler ein wenig verwirrter als sonst waren. Wobei ich davon überzeugt bin, dass verwirrte Mehrheitswähler ein Segen für jede Demokratie sind.

Als vor etwa 15 Jahren die CDU in Baden-Württemberg ihre völlige Inkompetenz nicht mehr länger verbergen konnte und die Nachwehen sowie das daraus resultierende deutsche Missmanagement eines Nuklearunfalls in Japan erkennen ließen, dass man mehrheitlich auch anderer Meinung sein könnte, schafften es Bündnis 90/Die Grünen völlig überraschend, den Mehrheitswähler von einer neuer Mehrheit zu überzeugen.

Und nur ganz folgerichtig konnten auch die Grünen hinterher machen, was sie wollten, der Mehrheitswähler wechselt nur wenn er überzeugt ist, der Mehrheit anzugehören. Und so wird es dieses Mal in Baden-Württemberg wieder spannend, nicht etwa weil die CDU sich erneuert oder gebessert hätte, sondern einfach nur, weil Bündnis 90/Die Grünen den Ministerpräsidentenwechsel völlig verhunzt haben — der GAU grüner Politik.

Da dem Mehrheitswähler aber Ideologien wie Inhalte völlig egal sind und unsere ehemaligen Volksparteien wie auch inzwischen die Grünen mit der CSU als Ausnahme nicht mehr in der Lage sind, dem Mehrheitswähler ihre eigene Mehrheitsfähigkeit glaubhaft zu vermitteln, steht eine erneute Trendwende vor der Tür.

Schon etwas länger tourt die Nachfolgeorganisation der NSDAP durch unser Land und versucht mit allen nur erdenklichen Mitteln den Wählern ihre Mehrheitsfähigkeit vorzugaukeln, was mich lustiger Weise an die Bolschewiken denken lässt — schon Wladimir Iljitsch Lenin wusste um die Bedeutung des Mehrheitswählers.

Und so kann man ohne Wenn und Aber schon jetzt das beste Wahlplakat dieses Wahlkampfes küren: „Dein Nachbar wählt uns doch auch!“

Unsere demokratischen Parteien könnten durch Inhalte und Überzeugungen vielleicht doch noch unsere Demokratie retten, leider aber haben jene Parteien, welche eine Chance auch nur in die Nähe einer Mehrheit zu kommen, längst damit aufgehört mit Inhalten und Argumenten um den Wähler zu werben — also nichts mit einer möglichen Verwirrung der Mehrheitswähler zugunsten von Demokratie und dem Fortbestand unseres Landes.

Die einzige Chance, die wir Demokraten noch haben, ist, den Mehrheitswähler davon zu überzeugen, dass die Mehrheit der Deutschen weiterhin demokratisch wählt.

Das hoffentlich dann doch noch mehrheitlich demokratische Ergebnis wird es der Politik nicht einfacher machen — über kurz oder lang benötigen wir deshalb wieder Politiker, die sich der Herausforderung von Demokratie tatsächlich selber stellen und endlich damit beginnen als Volksvertreter nach tragbaren Lösungen für die Herausforderungen dieser Welt zu suchen. Das spricht sich herum und macht mittel- bis langfristig wieder mehrheitsfähig — und dies ganz ohne Scharlatanerie.


Fediverse Reactions
Mädchen mit Masken

Epstein-Akten 5 (4)

Beitragsfoto: Mädchen mit Masken | © Gerd Altmann auf Pixabay

Eigentlich nicht mein Thema, denn Pädophilie gehört zu uns Menschen wie der Nationalismus offensichtlich auch, zumindest aber wird die Menschheit beides nicht so schnell wieder los. Manche von uns erinnern sich noch daran, als die damaligen Grünen die Pädophilie im Grundgesetz verankern wollten und zum Glück nur die Heilpraktiker in Baden-Württemberg hoffähig bekamen.

Wer als Politiker glaubt, die Menschheit durch eine Rückkehr in ganz dunkle Zeiten bekehren oder sogar nach vorne bringen zu können, der war schon immer fehl am Platz — dies trifft auch für die aktuelle Regierung zu.

Wenn nun aber sogar Sicherheitspolitiker des Deutschen Bundestags fordern, dass die deutsche Staatsanwaltschaft Ermittlungen zum Fall Epstein aufnimmt, dann ist die Kacke wirklich am Dampfen!

Und so ist der Fall Jeffrey Epstein kein gewöhnlicher Fall von Kriminalität mehr, sondern wohl Bestandteil eines weltweiten Netzwerks zu noch viel schlimmeren Dingen als Kinder und Jugendliche sexuell auszubeuten.

Schon alleine die Prominenz der bisher bekannten Mitkriminellen lässt aufhorchen, welche sich inzwischen nicht nur auf US-Präsidenten oder das britische Königshaus begrenzt, sondern nun auch europäische Staatschefs mit einbezieht. Wobei wir Deutschen schon immer wussten, dass wir bisher doch so einige Abgeordnete bis hin zu Regierungschefs hatten, die sehr gerne mit kleinen Mädchen oder Buben herumspielen. So lange dies immer wieder sehr beklagenswerte Einzelfälle waren und man hoffen durfte, dass die dabei ertappten Volksvertreter wenigsten aus ihren Ämtern schieden, konnte man dies noch als „normal“ ansehen.

So aber entpuppt sich so langsam aber sicher ein kriminelles weltverschwörerisches Netzwerk, das nicht nur Politik und Prominenz mit einbezieht, sondern auch Wirtschaftsbosse, Banker und sonstige illustre Gestalten.

Manche von uns dürften sich schon lange gefragt haben, wie Donald Trump überhaupt die Deutsche Bank dazu bekam, ihn immer wieder mit Milliardenbeträgen zu versorgen und diese Bank es sogar geschafft hat, zumindest Teile seiner Schulden auf uns Steuerzahler zu übertragen. Es war schon immer gut, wenn man gegen Kriminelle ermittelt, dass man dabei dem Geld folgt und so wäre es bestimmt eine gute Idee, das Privatleben der Deutschbanker einmal etwas näher zu durchleuchten.

Diese ganze Angelegenheit ist schon schlimm genug und für mich dabei nicht begreifbar, warum auch so viele Frauen mitspielen, aber mit der Ankündigung der polnischen Regierung, dass man nun den Fall Epstein mit der russischen Regierung in Verbindung bringt, enttarnt sich so langsam aber sicher ein von Russland über Jahrzehnte hinweg geplantes Netzwerk zur Zerstörung der westlichen Welt, das militärisch betrachtet sehr gut in die weitere russische Kriegsführung passt! Eine hybride Kriegsführung at it’s best!

Selbst wenn man diesen Angriff auf die freie Welt noch abwehren können wird, sind unsere Kultur und unsere Gesellschaften so stark beschädigt, dass es Jahrzehnte dauern wird, um unsere Demokratien wieder glaubwürdig zu machen.

Von Anbeginn an haben wir Demokraten die Widerwärtigkeit und die Verve unserer politischen Gegner völlig unterschätzt. Wir haben zwar deren Vorgehensweisen in Romanen, Spielfilmen und Fernsehserien verarbeitet, daraus aber für die reale Welt keine Konsequenzen gezogen.

Wir Demokraten auf der ganzen Welt müssen so langsam aber sicher mit dem Aufräumen beginnen! Diese Aufgabe alleine noch an ein paar Volksvertreter zu delegieren, dürfte inzwischen viel zu kurz gesprungen sein. Einfach nur völlig angewidert in der Ecke zu stehen und nach bequemeren Alternativen zu suchen, ist dabei absolut fehl am Platz!

Der völlige Irrweg wäre es, wenn wir das Aufräumen dann sogar noch an die Verursacher allen Übels delegieren, was genau das Ziel der Totalitaristen ist! Damit hätten diese nämlich den Krieg zwischen Diktatur und Demokratie gewonnen! — dies auf sehr lange Zeit!

Und so kann ich diese Initiative der Sicherheitspolitiker im Deutschen Bundestag voll und ganz unterstützen. Es darf dabei aber nur der Anfang der notwendigen Aufräumarbeiten sein!


Louvre

World Factbook 5 (2)

Beitragsfoto: Louvre | © Pierre Blaché auf Pixabay 

Was ich den US-Republikanern in meinem ganzen Restleben nicht mehr verzeihen werden kann, ist das Ende des CIA World Factbooks. Nach mehr als 60 Jahren gesammeltes Wissen für Profis und interessierte Menschen wird dieses Informationstool nun zumindest aus dem Netz genommen.

„First launched in 1962 as a printed, classified reference manual for intelligence officers, the Factbook offered a detailed, by-the-numbers picture of foreign nations, their economies, militaries, resources and societies. The Factbook proved so useful that other federal agencies began using it, and within a decade, an unclassified version was released to the public.

After going online in 1997, the Factbook quickly became a popular reference site for journalists, trivia aficionados and the writers of college essays, racking up millions of visits per year.“

APNews (5.2.2026)

Bereits 2011 hatte ich einen schon etwas älteren Factbook-Beitrag hier in meinem Blog gepostet. Und noch heute ist dieses World Factbook eine meiner ersten Quellen, wenn ich etwas über Länder und Regionen wissen möchte.

Nun können wir alle schauen, was geschieht, wenn eine Partei zusammen mit Mulitmillionären das eigene Land ausplündert. Wie Johannes Kuhn heute zurecht in einem Blog-Post anmerkte, müssen aktuell bei der Washington Post, einer Zeitung, die ich auch einmal gerne gelesen habe, nun die ersten Journalisten gehen, damit Jeff Bezos noch mehr Gelder frei hat, um sie z. B. einer Melania Trump in den Rachen zu schmeißen.

Das Ganze hat inzwischen weltweit System, denken wir nur an Victor Orban oder die Unionsparteien. So würde es mich auch nicht mehr wundern, wenn demnächst bei uns die Bibeln abgeschafft werden, damit man mehr Geld zur Verfügung hat, um die nächsten Maskendeals einzuleiten.