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Heute gab es eine eher entspannende Vorlesung, wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob ich auch verstanden wurde. Auf alle Fälle ging meine offen vorgetragene Kritik an den anwesenden Studenten völlig spurlos an denselben vorbei. Bei uns ist man inzwischen so lange für Eigenverantwortung zu jung, bis man dann ganz plötzlich viel zu alt dafür ist.
Könnte aber auch nur sein, dass ich mich immer gerne selber mit den Besten gemessen habe und nun nicht mehr verstehen kann, dass den meisten Mitmenschen das nicht ganz der Letzte zu sein völlig ausreicht — was überhaupt nicht schlimm ist, es ist einfach nur eine andere Lebenseinstellung.
Vielleicht sind meine Themen aber heutzutage für Vorlesungen einfach auch nur viel zu komplex und müssten eher in interessierten Kleingruppen „abgearbeitet“ werden. Mit dieser Erfahrung dürfte ich nicht alleine sein, wohl deshalb gibt es schon etwas länger Versuche des agilen Studierens.
Ich bin nun nach ein paar Semestern an der Hochschule zu der Überzeugung gelangt, dass es weit besser wäre, wenn weniger studieren und sich wieder mehr um richtige Arbeit bemühen, die nicht zu viel völlig unnötiges Denken fordert und nur so viel wie es der Job erfordert, was schon mehr sein dürfte als viele noch erbringen können. Immer weniger schaffen es gute Gesellen zu werden und versuchen sich als Ersatz an einem BA — ganz egal in was. Aber immer noch weit besser als sogleich in ein arbeitsloses und völlig sinnloses Leben abzugleiten. Und wer weiß, vielleicht kommt der eine oder andere geläutert aus diesem studentischen Umweg heraus und wird zum Schluss noch ein sehr glücklicher und erfolgreicher Handwerker.
Nun aber zu meiner Musik für diese Woche. Wishbone Ash gehörten mit zu den ersten von mir gehörten Rockgruppen. Die Gruppe gründete sich 1969 in Devon und dürfte den meisten meiner Altersgenossen als Vorgruppe zu anderen bekannten Bands in Erinnerung geblieben sein.
„Errors Of My Way“ befindet sich auf dem ersten Album „Wishbone Ash“ (1970) der Gruppe. Zwei Jahre später gab dann die Platte „Argus“ uns Jüngeren neue Gedankengänge mit auf den Weg.
„I’m leaving to search for something new
Leaving everything I ever knew
A hundred years in the sunshine
Hasn’t taught me all there is to knowThe valley, we will gather there
Helpless in our surrender
Tomorrow the plow becomes the sword
Make us stronger in our dangerTime will pass away
Time will guard our secret
I’ll return again
To fight another dayI’ll have to be a warrior
Wishbone Ash, Warrior (1972)
A slave I couldn’t be
A soldier and a conqueror
Fighting to be free“
Dann noch „So Many Things To Say“ vom Album „Wishbone Four“ (1973).
Für den Schluss musste ich mich zwischen „Blowin’ Free“ und „The King Will Come“ entscheiden. Beide findet man auf der „Argus“-LP. Auf alle Fälle dürfte der nun folgende Song besser zu meiner oben thematisierten Vorlesung passen.
„The sky will fall, the earth will pray
Wishbone Ash, The King Will Come (1972)
When judgment comes to claim its day“



