Grundgesetz

3.6.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Grundgesetz

Verhandlungen

Nach all den Kriegsjahren in der Ukraine zeichnet es sich so langsam ab, dass es so kommt, wie es kommen muss, wenn die westliche Welt an einem Strang zieht. Der Russischen Föderation geht langsam aber sicher die Luft aus und der Konflikt konnte auch halbwegs eingedämmt werden. Und dies alles obwohl Wladimir Putin mit Donald Trump einen Trumpf im Ärmel hat! Was wiederum zeigt, wie resilient Demokratien trotz allem doch sein können.

Aber nun zieht Wladimir Putin seine letzten europäischen Trümpfe und zwingt die Ukraine an den Verhandlungstisch. Plötzlich sehen u. a. Deutschland und Frankreich — beide Regierungen innenpolitisch schwer angeschlagen — Möglichkeiten, um Wladimir Putin „an den Verhandlungstisch bitten“ zu können.

Und wir alle wissen doch ganz genau, dass Demokratie vom Kompromiss lebt. Und so dürfte es uns auch kaum erstaunen, dass die Russische Föderation letztendlich all das doch noch bekommt, wofür sie in den Krieg gezogen ist.

Die EU verkauft das dann als politischen Erfolg, ein paar Totalitaristen in Frankreich und Deutschland nehmen sich dafür ein paar Wochen etwas zurück und die Ukraine wird für alle gewinnbringend verhökert. Hatten wir mit Polen schon einmal.

Und so bleibt nur noch zu hoffen, dass die US-Amerikaner wieder einmal rechtzeitig aufwachen, bevor wir Europäer mit wehenden Fahnen die Welt erneut in Schutt und Asche legen.

Ikea

Als ich zum ersten Mal mit der Familie umzog, musste eine neue Küche beschafft werden. Die erst vor Kurzem eingebaute Küche konnte nicht mitgenommen werden. Da wir wussten, dass wir nun regelmäßig umziehen werden, kam eine Einbauküche für uns nicht mehr in Frage. Zufällig genau um diese Zeit warb Ikea mit einer Modulküche.

Kurz und gut, wir entschieden uns für diese und dachten dabei insgeheim, dass es sich um ein Provisorium handeln würde. Nach mehreren Umzügen hatten wir uns an die Küche mehr als gewöhnt. Folgerichtig bestand meine bessere Hälfte darauf, dass ein neuer Vermieter seine extra beworbene deutsche Luxuseinbauküche ausbaute und uns die eigene Ikea-Küche stellen lies.

Beim nächsten Umzug mussten wir dann unsere Küche gleich auf zwei Räume verteilen, wobei ein Teil davon nunmehr als Esszimmer diente. Beim Rückumzug nach Heilbronn war unser Vermieter nicht mehr so kulant und bestand auf den Verbleib der bereits vorhandenen Einbauküche.

Nach all den Jahren mit unserer Küche verschenkten wir die Elektrogeräte und machten aus unserer Küche eine Kellereinrichtung, die bis heute ohne jegliches Wenn und Aber ihre Dienste verrichtet.

Und so war es auch kaum verwunderlich, dass unser Jüngster, als er in eine Wohnung ganz ohne Küche ziehen musste, auf eine Ikea-Küche zurückgriff; wohl ebenfalls rein zufällig bewirbt Ikea aktuell seine neuen Küchen.

Inzwischen weiß ich, dass Ikea vielleicht noch Möbel kann, auf alle Fälle aber keine Küchen mehr! Der letzte Sachstand ist, dass Ikea nun erst einmal die beschädigte Küche einbauen wird, um dann, wenn eine neuwertige lieferbar ist, diese dann einbaut.

Schlimm für mich dabei, dass unsere fast 30 Jahre alte Ikea-Küche noch heute in einem besseren Zustand ist als eine neu von Ikea produzierte. Muss man wohl nicht mehr verstehen.

Vermischtes

Gestern konnte ich noch an einem sehr angenehmen Europastammtisch teilnehmen. Zum ersten Mal dürfte ich erfreut darüber gewesen sein, dass es kurzfristige Absagen gab, alleine weil wir keine freien Sitzplätze mehr hatten. Zum Schluss kamen ein paar Teilnehmer noch ins Schwärmen, denn fast jeder von uns hatte alte Erinnerungen an die gestrige Lokalität.

Bei uns hängt man inzwischen das Grundgesetz auf anstatt es zu lesen. Ok, es ist immer noch besser als wenn man es gleich auf den Scheiterhaufen wirft. Das Schlimme daran, die Verantwortlichen merken nicht einmal mehr, was sie tun; völlig überflüssige Deppen spielen wieder einmal Demokratie — was man halt so macht, wenn man keine richtige Arbeit bekommt.

Richard Volkmann hat mich gestern tatsächlich zum Lachen gebracht und zwar mit seinem Beitrag Flasche leer. Die regelmäßigen Leser dieses Blogs dürften wissen warum.

Zum Weinen hingegen die gestrige Sendung „Die Anstalt“ — Wahrheit kann so etwas von weh tun! Dummheit hingegen ist völlig schmerzfrei, was ein Grund dafür sein dürfte, warum sie so oft und so gerne genommen wird.

Nachdem man auf unserem Hauptfriedhof mit dem Auto, dem Motor- oder Fahrrad unterwegs sein kann, dort gerne Hunde und Katzen spazieren führt, in aller Ruhe seinen Joint raucht oder auch nur seinen Rausch ausschläft, ist es nur folgerichtig, dass man neben den Gießkannen, dem Grabschmuck und den Kerzen nun auch noch ein paar Urnen mitnimmt.

Passend dazu, wie nun bereits Bürgermeister ihre Bedenken äußern, dass man bei uns ein Rauchverbot nicht durchsetzen könne — war gestern hier erst Thema. Man sollte unseren Volksvertretern einmal erklären, dass man kein Nazi sein muss, um Recht und Ordnung durchzusetzen.

Im Gegenteil, wenn man Recht und Ordnung nicht mehr durchsetzt und sich zudem nur noch die eigenen Taschen füllt, dann erschafft man die Antidemokratie! Ich befürchte, dies zu oft mit voller Absicht. Eine Katherina Reiche möchte dorthin zurück, woher sie kam — auch eine Art von Konservatismus.


Blitz

Eine andere Meinung 5 (2)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Heute hat mich eine Leser — ich sage nicht welcher — darauf aufmerksam gemacht, dass es in den Social Media durchaus noch andere Meinungen zu meiner Heimatstadt gibt.

Ich habe ihn um den Link gebeten, da ich doch keine entsprechende Accounts mehr habe.

Der Beitrag befindet sich auf Instagram.

Man muss nicht derselben Meinung wie dieser junge Mann sein, aber es ist ganz gut, wenn man darum weiß, dass es durchaus auch andere Meinungen zu unserer Stadt gibt.

Ich selbst kenne Dieter Schwarz nur im Anzug und auch nur von einer einzigen Begegnung beim Treffpunkt Europa.

Für alle, die wie ich kein Instagram haben, nun hier der Beitrag als „Exzerpt“.


Fediverse Reactions
Konzert

Musikvideo der Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Heute gab es eine eher entspannende Vorlesung, wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob ich auch verstanden wurde. Auf alle Fälle ging meine offen vorgetragene Kritik an den anwesenden Studenten völlig spurlos an denselben vorbei. Bei uns ist man inzwischen so lange für Eigenverantwortung zu jung, bis man dann ganz plötzlich viel zu alt dafür ist.

Könnte aber auch nur sein, dass ich mich immer gerne selber mit den Besten gemessen habe und nun nicht mehr verstehen kann, dass den meisten Mitmenschen das nicht ganz der Letzte zu sein völlig ausreicht — was überhaupt nicht schlimm ist, es ist einfach nur eine andere Lebenseinstellung.

Vielleicht sind meine Themen aber heutzutage für Vorlesungen einfach auch nur viel zu komplex und müssten eher in interessierten Kleingruppen „abgearbeitet“ werden. Mit dieser Erfahrung dürfte ich nicht alleine sein, wohl deshalb gibt es schon etwas länger Versuche des agilen Studierens.

Ich bin nun nach ein paar Semestern an der Hochschule zu der Überzeugung gelangt, dass es weit besser wäre, wenn weniger studieren und sich wieder mehr um richtige Arbeit bemühen, die nicht zu viel völlig unnötiges Denken fordert und nur so viel wie es der Job erfordert, was schon mehr sein dürfte als viele noch erbringen können. Immer weniger schaffen es gute Gesellen zu werden und versuchen sich als Ersatz an einem BA — ganz egal in was. Aber immer noch weit besser als sogleich in ein arbeitsloses und völlig sinnloses Leben abzugleiten. Und wer weiß, vielleicht kommt der eine oder andere geläutert aus diesem studentischen Umweg heraus und wird zum Schluss noch ein sehr glücklicher und erfolgreicher Handwerker.

Nun aber zu meiner Musik für diese Woche. Wishbone Ash gehörten mit zu den ersten von mir gehörten Rockgruppen. Die Gruppe gründete sich 1969 in Devon und dürfte den meisten meiner Altersgenossen als Vorgruppe zu anderen bekannten Bands in Erinnerung geblieben sein.

„Errors Of My Way“ befindet sich auf dem ersten Album „Wishbone Ash“ (1970) der Gruppe. Zwei Jahre später gab dann die Platte „Argus“ uns Jüngeren neue Gedankengänge mit auf den Weg.

„I’m leaving to search for something new
Leaving everything I ever knew
A hundred years in the sunshine
Hasn’t taught me all there is to know

The valley, we will gather there
Helpless in our surrender
Tomorrow the plow becomes the sword
Make us stronger in our danger

Time will pass away
Time will guard our secret
I’ll return again
To fight another day

I’ll have to be a warrior
A slave I couldn’t be
A soldier and a conqueror
Fighting to be free“

Wishbone Ash, Warrior (1972)

Dann noch „So Many Things To Say“ vom Album „Wishbone Four“ (1973).

Für den Schluss musste ich mich zwischen „Blowin’ Free“ und „The King Will Come“ entscheiden. Beide findet man auf der „Argus“-LP. Auf alle Fälle dürfte der nun folgende Song besser zu meiner oben thematisierten Vorlesung passen.

„The sky will fall, the earth will pray
When judgment comes to claim its day“

Wishbone Ash, The King Will Come (1972)