Schienen

11.4.02026 4.7 (7)

Beitragsfoto: Schienen und Menschen | © Mohamed Nuzrath from Pixabay

Versprechen

Aktuell ist wieder einmal weltweit die Zeit der Versprechen angebrochen. Gerade jene Regierung, die einzig und alleine durch Lügen eine Regierung abgelöst hat, weil diese sich an Reformen versuchte, will nun selbst Reformen einleiten und zeitgleich auch noch uns Bürger entlasten — lügen ohne rot zu werden!

Wir machen uns derweil über den notorischen Lügner Donald Trump lustig und verdrängen damit ganz, dass wir längst selbst nur noch jene Politiker wählen, die uns doll und dreist anlügen. Die kommende Wahl gewinnt jene Partei, die uns das ewige Leben und noch vor der eigenen Pubertät 72 Jungfrauen verspricht (im Falle, dass man auch wieder die Jugend gewinnen möchte) … oder aber die AfD, denn da langt es voll und ganz, dass die Nazis sind.

Die NASA ist nun nach gut 50 Jahren gekommen um zu bleiben. Zumindest aber haben sie vier Astronauten einmal um den Mond herum transportiert; eine Leistung, die ich uns allen schon lange nicht mehr zugetraut habe. So lange aber noch kein Mensch drei Monate lebend auf dem Mond verbrachte, verbuche ich auch dies als reines Versprechen. Sehr gerne lasse ich mich hierbei positiv überraschen, was ich allerdings leider nicht mehr miterleben werde.

Die Ungarn haben mehrheitlich versprochen wieder zur Demokratie und nach Europa zurückzukehren. Was man verstehen kann, denn keinem Volk hat man in den letzten drei Jahrzehnten mehr Geld in den Hintern geschoben als den Ungarn — ok, lassen wir die DDR mal außen vor.

Morgen Abend wissen wir, was wir zumindest von diesem Versprechen halten können. Wenn die Ungarn ihr Versprechen wahr machen, hoffe ich, dass dann Victor Orban nicht gleich ganz auf Trump oder Putin macht und weiterhin im Amt bleibt. Und wenn es so kommen sollte, hoffe ich noch mehr darauf, dass unsere Politiker nicht einer nach dem anderen Victor Orban in den Hintern kriechen.

Nachtrag

Im Volksverpetzer gibt es eine gute Analyse von Matthias Meisner mit dem Titel „Orbáns Propagandisten für die AfD: Ungarns langer Arm bis Deutschland“.

Und die Tagesschau stellt Peter Magyar vor.

Vermischtes

Gestern ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern. Schwerpunktmäßig ging es dabei um Mathematik und PHP (“hello, world”). Aber auch die Studenten kamen nicht zu kurz.

Gleich heute nach der Übernahme eines Kleinbusses für unsere Fahrt nach Florenz das monatliche Europäische Frühstück. Dieses Mal mit einer alten Bekannten, die allerdings zum ersten Mal mit dabei war. So ganz nebenbei das Vereinsleben als Thema. Ich meine, dass dieses nicht nur aus Rosinenpickerei bestehen kann, denn damit hält man keinen einzigen Verein am Laufen, geschweige denn am Leben.

Spannend dabei wie Vereine diese Problematik unterschiedlich lösen. Im Fußball gibt es die Ultras ohne die so mancher Fußballverein schon länger nur noch ein Belustigungs- oder Spekulationsobjekt für Oligarchen wäre. Bei uns im Verband gibt es die militanten Föderalisten, wobei ich auch hierbei der Bezeichnung Ultras etwas Positives abgewinnen könnte — zumindest so lange man sich keine Flagge oder das aktuelle Vereinslogo auf den Hintern tätowieren lassen muss.

Ich möchte heute die Stimmung nicht dadurch weiter anheizen, indem ich nun kundtue wer bei uns im Verband die Rolle der Oligarchen erfüllt.

Erfreulich die Bemerkung von Vincent Klink in seinem Brief an Laura: „Deko gibt es bei uns nicht, denn das braucht man nur wenn die Qualität nicht stimmt.“

Frankenbahn

Wenn selbst die Hofberichterstatter der Heilbronner Stimme damit aufmachen, dass der „Ausbau der Bahnstrecke Stuttgart-Heilbronn-Würzburg stockt“, dürfte diese Misere nunmehr allen ganz klar und deutlich vor Augen liegen. Der seit 80 Jahren stets allseits prämierte und gelobte Investigativjournalismus dieses Lokalblatts weiß inzwischen auch warum: „kein Geld, keine Planer“.

Was uns unsere deutsche Katastrophe gut erklären kann. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben es die Verantwortlichen erst aus politischen Gründen und später dann aus reiner Inkompetenz nicht geschafft, die europäische Magistrale Berlin-Mailand zumindest wieder auf Vorkriegsniveau zu bekommen. Man bevorzugte erst andere Trassenführungen und vergaß ganz dabei, dass funktionierende Systeme über Redundanzen verfügen müssen. Und als später dann unsere Infrastruktur wieder halbwegs funktionierte, entfremdete man die Infrastrukturgelder für andere und vor allem auch für persönliche Zwecke — was man halt in Bananenrepubliken so macht.

Und keinen stört es, zumindest so lange die Renten weiterhin sicher sind und der kommende Urlaub bereits gebucht ist. Man muckte nur dann ein wenig auf, wenn wieder einmal bekannt wurde, dass z. B. eine Hinterbänklerin im Bundestag eine eigene Autobahnauffahrt bekam oder wenn wegen eines kleinen Streckenausfalls ganze Bahnstrecken mangels Alternativen über Monate hinweg gesperrt werden mussten.

Kein Bürger fragt sich wie oft z. B. Rathäuser oder andere Tempel der Scheinarbeit neu gebaut, saniert und modernisiert wurden während man notwendige Straßen oder Schienen nicht ein einziges Mal auf Vordermann brachte. Wir setzen seit Jahrzehnten die falschen Schwerpunkte!

Und sobald das Geld und die Planer zur Frankenbahninstandsetzung (Blog-Beitrag aus 2006) vorhanden sein werden, werden diese auch wieder zweckentfremdet. Einzig und alleine wofür dürfte noch nicht bekannt sein; wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass diese Planungen bereits fix und fertig in den Schubladen unserer Bürokraten liegen.


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Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Die etwas älteren Leser werden es noch kennen, Geha oder Pelikan, Berge oder See, Cord oder Jeans … man könnte diese „Lebensentscheidungen“ bis zum heutigen Tage weiter fortsetzen. Und so gab es auch einmal in den 1960er- und 1970er-Jahren die Beatles oder die Rolling Stones.

Manchen ist es bis heute noch nicht aufgefallen, dass es dabei nie geheißen hat „entweder … oder …“, sondern es schon immer nur ein einfaches „oder“ war, was in der deutschen Sprache auch das „und“ mit beinhalten kann. Jene, die gerne in ihren Texten „und/oder“ schreiben, werden dies wohl auch künftig nicht verstehen wollen.

Zugegeben, der Geldbeutel der meisten Eltern sorgte dafür (Macht des Faktischen), dass es entweder nur das eine oder das andere gab. Spätestens beim eigenen Musikgeschmack hätte aber jeder auf die Idee kommen können, dass man sowohl die Beatles als auch die Rolling Stones hören und genießen kann.

Detlef Stern ist auf alle Fälle ein ausgewiesener Beatles-Fan und bisher habe ich noch nicht danach gefragt, ob er nicht auch die eine oder andere Platte von den Stones besitzt. Ich weiß aber schon länger, dass er sich mit den Beatles das Korrigieren von Klausuren versüßt. Ein guter Tipp, der mich auch schon die eine oder andere Korrektur überstehen ließ.

1969 veröffentlichen die Beatles das nun folgende Album „Abbey Road“, welches bis heute zu den meist gehörten Alben insgesamt gehört.

Welches Beatles-Album mein Favorit ist, das hängt tatsächlich von meiner eigenen Stimmungslage ab. „Rubber Soul“ (1965) dürfte ich allerdings am öftesten auf dem Plattenteller liegen gehabt haben.

Und so gibt es nun zum Schluss auch noch, nein, nicht „Norwegian Wood“, sondern den „Nowhere Man“.

Nachtrag

Was mich nun an meine Zeit in Schwabing erinnert, wenn unser Lieblingswirt fragte: „Was darf es heute sein, Pizza, Pasta oder Schnitzel?“ Und unser Kraftsportler antwortete: „Ja und genau in der Reihenfolge.“

Nachtrag 10.4.2026

Dank eines Käffchens weiß ich nun auch, dass Detlef Stern zwar keine Platte der Rolling Stones besitzt, dafür aber eine CD.


Lesezeichen

Todesfälle 4.5 (2)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

hell | DIE ZEIT

Viele Todesfälle in Deutschland wären laut neuer Studie vermeidbar (zuletzt aufgerufen am 9.4.2026 um 9.51 Uhr)

„In einigen Regionen Deutschlands sterben mehr Menschen an vermeidbaren Ursachen als im europäischen Durchschnitt. Betroffen sind deutlich mehr Männer als Frauen. …

“Vermeidbare Sterblichkeit” bezeichnet Todesfälle vor dem 75. Geburtstag, die durch eine rechtzeitige und angemessene medizinische Behandlung, bessere Vorsorge und Früherkennung, eine gesunde Lebensweise oder Sicherheitsmaßnahmen hätten verhindert werden können. …

Vermeidbare Sterblichkeit gilt als Indikator für die Qualität eines Gesundheitssystems, aber auch für das Gesundheitsverhalten von Menschen. …

Auffällig ist auch: Europaweit ist die vermeidbare Mortalität unter Männern im Vergleich zu den Frauen bemerkenswert hoch. In den Jahren 2017 bis 2019 starben pro hunderttausend Einwohnern jährlich 24 Frauen und 62 Männer an vermeidbaren Ursachen.

“Um vermeidbare Todesfälle langfristig zu verringern, sollten gesundheitspolitische Maßnahmen daher noch stärker an regionalen Bedarfen ausgerichtet sein, die sich etwa aus den sozialen Bedingungen oder gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen ergeben”, sagt Forschungsgruppenleiter und Mitautor Pavel Grigoriev vom BiB.


Meine bessere Hälfte hat da eine eindeutige Meinung: „Wir Männer sind schuld.“ Was mich wieder einmal fragen lässt, an was wir Männer eigentlich nicht schuld sind?

Auf alle Fälle aber habe ich noch in Erinnerung, dass unser Gesundheitswesen und die Medizin alleine auf uns Männer ausgerichtet seien und die Frauen auch hierbei unterdrückt und diskriminiert werden.

Und so bleibt es weiterhin spannend, wie dies nun alles zusammenhängt und ob es vielleicht sogar einmal Lösungen geben wird, die völlig unabhängig von reinen Äußerlichkeiten sind.


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