Freie Wähler 2022

1.2.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Freie Wähler 2022 | © FWV HN

Klausur

Mein heutiger Tagesschwerpunkt ist eine Klausur an der Hochschule Heilbronn. 72 Studenten haben sich dazu entschlossen, bei mir nicht nur die Vorlesungen zu besuchen, sondern auch eine die Vorlesungen abschließende Klausur zu schreiben.

Und so habe ich heute nicht nur die Aufsicht über die Klausur, sondern im Anschluss daran auch noch das Vergnügen, gut 70 Klausuren zu korrigieren. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, wie viel die Studenten in den letzten Monaten tatsächlich über Projektmanagement gelernt haben.

Und egal, wie sich die Studenten auch schlagen werden, ich fühle mich zumindest für das Ergebnis verantwortlich.

Angebot

Es steht fest, wir Europäischen Föderalisten werden die 7. Hertensteiner Gespräche am 23. September 2023 auf ein ganz neues Level heben. Schon alleine der Veranstaltungsort, das Parkhotel Heilbronn, ist für die Gespräche eine vorzügliche Location. Und das Ganze kombinieren wir noch mit dem Europa-Ball in der Harmonie, der der krönende Abschluss der Hertensteiner Gespräche werden wird.

Damit steht jetzt schon fest, dass beide Veranstaltungen etwas ganz Besonderes werden. Und die Kombination von politischen Gesprächen am Tag und einem Ball am Abend wird allen Teilnehmern sicherlich ganz neue Eindrücke vermitteln können.

Beide Veranstaltungen nehmen wir zudem als Auftakt für die kommenden Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2024. Und so sind neben der möglichen Verabschiedung eines föderalistischen Manifests, welches bundesweit das gesamte Jahr über von Bürgern in Diskussionsveranstaltungen erarbeitet wird, auch die unterschiedlichen Vorstellungen für die Zukunft der Europäischen Union Thema, wobei alle demokratischen Parteien die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Konzepte bei den Gesprächen einzubringen.

Deshalb haben wir nicht nur unseren lokalen Parteien und Wählergruppen das Angebot zur Mitarbeit unterbreitet, sondern auch Abgeordnete und mögliche Kandidaten für das Europäische Parlament, dem Deutschen Bundestag und dem Landtag in Stuttgart aufgefordert, mit uns Bürgern vor Ort nicht nur zu diskutieren, sondern im Anschluss auch einen wunderbaren Abend beim Europa-Ball zu verbringen.

Und selbstverständlich bieten wir auch allen tanzbegeisterten Schulen und Vereinen an, sich beim Europa-Ball mit einzubringen. Das diesjährige Ballmotto ist: Europa tanzt!

Namensstreit

Gestern beim Tanzen erhielt ich einen Anruf von Herbert Burkhardt, der mich darüber informierte, dass die Heilbronner Stimme noch am Abend über eine Pressekonferenz der „Unabhängigen für Heilbronn“ aus der WeinVilla berichten wird. Und kaum Zuhause fand ich den besagten Artikel von Joachim Friedl im Internet.

Damit ist der Namensstreit der Freien Wähler Heilbronn schneller beendet, als ich es zuletzt noch befürchtet hatte. Und wie bereits mehrfach geschrieben, man hätte sich das Ganze von Anfang an auch sparen können. Allerdings fangen sehr viele erst zu denken an, wenn sie die Auswirkungen ihrer eigenen Handlungen selber spüren. Es freut mich auf alle Fälle, dass wir uns nunmehr wieder auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren können und ich bedanke mich an erster Stelle bei unserem Rechtsanwalt Dr. Markus Klein, der die gesamte Rechtssache sehr professionell gehandhabt hat. Und auch bei den drei Richtern des Landgerichts, die sofort erkannten, dass die Kirche weiterhin am besten im Dorf bleibt.

Sehr freut es mich auch, dass wir Freien Wähler uns durchsetzen konnten, denn die Heilbronner Stimme und die Heilbronner „Einheitspartei“ stellte sich von Anfang an gegen uns. Letztere, weil sie in der Schwächung der Freien Wähler einen Gewinn für sich erhoffen und Erstere wohl einzig und alleine nur deshalb, weil sich ein paar Journalisten von mir persönlich auf die Füße getreten fühlen — professioneller Journalismus geht anders.

Aber Schwamm drüber, jetzt möchte ich erst einmal den neuen Unabhängigen meinen Respekt für deren Entscheidung zollen und allen ehemaligen Mitgliedern der Freien Wähler viel Glück und auch Erfolg mit ihrer neuen Wählergruppierung wünschen; denn jeder, der sich für unsere Stadt einsetzen möchte, macht eigentlich alles richtig. Und weiterhin gilt, dass Parteipolitik wenig bis gar nichts auf lokaler Ebene zu suchen hat.

Wiener Opernball


Blitz

Arbeitssicherheit 5 (2)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Man richtet keine Maschinenkanone auf eigene Soldaten — auch nicht im Krieg. Man entlädt seine Waffe nicht in geschlossenen Räumen, man trennt Küche und Toilette zumindest dann, wenn man auch für andere kocht, und man stellt keinen Großdrucker in einen engen, nicht belüfteten und fensterlosen Raum, wobei sich die einzige Tür noch von alleine schließt.


Skulptur

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Beitragsfoto: Skulptur | © Oleg Mityukhin auf Pixabay

Frage des Tages

Dieses Mal stellt die SPD die grundsätzliche Frage um die Notwendigkeit von Berufspolitikern. Denn unsere Bundesinnenministerin Nancy Faeser kann es sich ganz gut vorstellen, neben ihrem Ministeramt auch noch einen Landeswahlkampf in Hessen anzuführen und für sich zu gewinnen.

Und im Falle, dass die Hessen die einzige richtige Entscheidung treffen und diese Berufspolitikerin lieber weiterhin in Berlin sehen, will Nancy Faeser selbstverständlich an ihrem aktuellen Amt, für das man als Berufspolitiker ganz offensichtlich nichts machen muss, festhalten.

Lieber hätte sie allerdings das Amt des Hessischen Ministerpräsidenten, wobei sie wie folgt zitiert wird: „Mein Herz ist in Hessen.“ Ich vermute einmal, sie nimmt an, dass man als Ministerpräsident in Hessen noch weniger machen muss, oder zumindest für Untätigkeit noch besser bezahlt wird.

Wie man es besser macht, hat uns erst kürzlich Theresia Bauer von Bündnis 90/Die Grünen gezeigt, die vor ihrer Kandidatur in Heidelberg als Ministerien zurücktrat und nun nach verlorener Wahl vorerst von ihren Abgeordnetenbezügen lebt.

Realität

Es ist schon drollig mitzuerleben, wie manche Bürger völlig überrascht sind, wenn sie die Realität einholt. Wir werden alle immer älter, insgesamt aber auch immer weniger. Zudem steigen unsere Ansprüche an Staat und Gesellschaft ins Unermessliche. Dies wird nur noch von der Tatsache übertroffen, dass wir allesamt immer weniger arbeiten möchten und dies dazu auch noch mit weniger Anstrengung verbunden. Selbstverständlich wollen wir auch immer weniger Steuern zahlen und uns möglichst wenig für andere engagieren.

Und plötzlich ist man verwundert, dass der eigene Hausarzt nicht rund um die Uhr zu erreichen ist oder man Wochen auf einen Krankenhaustermin warten muss. Auch die Handwerker wollen nicht mehr gleich am nächsten Tag vor der Haustüre stehen. Und sobald man sich so langsam daran gewöhnt hat, stellt man fest, dass mancher Einkaufsladen früher schließt oder der Friseur einen weiteren Tag nicht öffnet.

Dann fahren Busse und Bahnen auch nicht mehr so wie man es gerne möchte und die Kindergärten schließen früher als gewünscht. Die eigenen Kinder erzählen, dass sie ihre Lehrer auch immer seltener sehen oder später dann sogar, dass ihnen der Staat den Wunschstudien- oder Arbeitsplatz nicht direkt im eigenen Wohnzimmer einrichtet.

Als Bürger könnte man sich durchaus einmal fragen, woran das wohl liegt?

Bürgerentscheid

Dieses aus der direkten Demokratie entlehnte Entscheidungsverfahren gibt es auch in Baden-Württemberg und dies eigentlich schon von Anfang an. Besser ist uns dieses Verfahren allerdings von den Bürgerentscheiden unserer Schweizer Nachbarn her bekannt. Jüngst konnte man in der Heilbronner Stimme lesen, dass es auch bei uns wieder einmal einen solchen Bürgerentscheid gegeben hat.

Seit dem 1. Dezember 2015 gelten bei uns in Baden-Württemberg neue Regelungen für dieses Entscheidungsverfahren, wohl um die Bürgerentscheide für den Bürger attraktiver zu machen. Ich erinnere mich dabei noch an die entsprechenden Diskussionen, die ich diesbezüglich mit meinem jüngsten Sohn führte.

Grundsätzlich ist aber Deutschland eine repräsentative Demokratie, die man, weil unsere Volksvertretungen aus Parlamenten bestehen, auch als parlamentarische Demokratie bezeichnet. Dennoch haben wir unterschiedliche Entscheidungsverfahren, die auch aus der direkten Demokratie stammen. Ein solches Verfahren ist der Bürgerentscheid, dem aber bei uns ein Bürgerbegehren vorangehen muss.

Deswegen sprechen die staatlichen Institutionen auch von Bürgerbegehren und Bürgerentscheid. Sie weisen auch explizit darauf hin, dass es sich dabei um direkte Demokratie handelt.

„Bei Themen, die alle Mitglieder einer Gemeinde angehen und die im Entscheidungsbereich der Gemeinde liegen, ist nicht nur der Gemeinderat gefragt. Auch die Bürger können auf ihre eigene Initiative oder die des Gemeindesrates hin mit einem sogenannten Bürgerentscheid selbst abstimmen. Um einen Bürgerentscheid durch die Bürgerschaft zu erwirken bedarf es zunächst eines Bürgerbegehrens.“

Beteiligungsportal BAden-Württemberg (Stand: 30.1.2023)

Das Beteiligungsportal des Landes erklärt die Voraussetzungen und Besonderheiten eines Bürgerentscheids sehr gut; deswegen erspare ich es mir, hier näher auf diese einzugehen.

Interessanter ist die Fragestellung, was die Bürger eigentlich „hinter dem Ofen hervorholt“, sodass erst einmal die Voraussetzungen für einen Bürgerentscheid erfüllt sind. Noch interessanter dann die Frage, wie man ausreichend Bürger überhaupt dazu motivieren kann, dann auch an einem Bürgerentscheid teilzunehmen.

Wahrscheinlich kannten bereits unsere „Gründungsväter“ diese Problematik und haben sich deshalb gleich für ein repräsentatives Demokratiemodell entschieden. Und seit damals haben sich die Bedingungen sicherlich nicht gebessert, auch wenn durch mehrere Gesetzesänderungen die Hürden zu einem Bürgerentscheid immer niedriger gelegt wurden. Und so spricht doch so einiges dafür, dass es nicht die gesetzlichen Hürden sind, die die meisten Bürger davon abhalten, sich bei Verfahren direkter Demokratie einzubringen.

Schlimmer noch sehr viele Bürger und wohl auch immer mehr bringen sich in unserer parlamentarischen Demokratie immer weniger selbst ein. Man darf vermuten, dass bei beidem die Ursachen dieselben sind.

Und aus eigener Erfahrung heraus lehne ich es vehement ab, dass man diesbezüglich seitens der Berufspolitik ein „Bürger-Bashing“ betreibt. Ganz im Gegenteil, ich gehe davon aus, dass die Lösung dieses Problems alleine darin zu finden ist, dass man unsere Demokratien allesamt wieder entprofessionalisiert.

Wir Bürger müssen wieder mehr in die Pflicht genommen werden und dies auch wieder selbst verstärkt wollen! Demokratie ist nicht einfach und sicherlich auch nicht bequem. Aber diese Aufgabe deshalb nur an andere zu delegieren, führt zu nichts — und das können wir derzeit ganz gut beobachten.