Spain Rodriguez

Erfreuliches 5 (1)

Beitragsfoto: Spain Rodriguez’s depiction of Main and Fillmore in the mid-1950s | © The Buffalo News

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Eine solche ist, dass das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in Leipzig zum Jahreswechsel die Sammlung Armin Abmeier mit US-amerikanischen Underground- und Independent-Comics erworben hat.

Die ersten Underground Comics sind wohl bereits in den 1950er-Jahren entstanden und inzwischen als Underground- und Independent-Comics zu einer eigenständigen Kunstform geworden. Die von Armin Abmeier seit den frühen 1960er-Jahren bis 2012 zusammengetragene Sammlung umfasst neben Comics auch Graphzines, Künstlerpublikationen, illustrierte Bücher, Zeitschriften und Sekundärliteratur sowie Schallplatten, Videos und weitere Objekte.

Da im Bereich der frühen Künstlercomics nur selten größere Konvolute auf den Markt kommen, kann es als Glücksfall gelten, dass die Erwerbung der einzigartigen Sammlung – mit dem Schwerpunkt auf namhaften Comics-Künstlern wie Art Spiegelman, Robert Crumb oder Mark Beyer – durch das Museum möglich wurde.

So ist es mehr als nachvollziehbar, dass das Deutsche Buch- und Schriftmuseum diesbezüglich bereits am 21. Dezember 2021 eine eigene Presseerklärung veröffentlicht hat.

Zu den ersten dieser Comics-Künstlern zählen Vaughn Bode, Robert Crumb, Harvey Kurtzman, Harvey Pekar, Spain Rodriguez, Gilbert Shelton und Basil Wolverton, die nicht nur aus Nordamerika, sondern auch aus Europa stammen und damit bezeugen, dass unsere beiden Kulturen zumindest eine große Gemeinsamkeit aufweisen.

Weitere bekanntere Künstler sind Peter Bagge, Los Bros, Dan Clowes, Kim Deitch, Steve Ditko, Bill Everett, Fletcher Hanks, Jack Kirby, Joe Kubert, Boody Rogers, Dave Sim, Joe Simon und Alex Toth.

So wird sich demnächst ein Besuch im Deutschen Buch- und Schriftmuseum in Leipzig lohnen, wenn man sich einen guten Überblick über Underground- und Independent-Comics verschaffen möchte.

Wer sich mehr für die frankophonen Comics interessiert, der findet im Belgischen Comic-Zentrum in Brüssel eine gute Anlaufstelle.

Beiden Museen ist eines gemeinsam, man muss wirklich einen Faible für diese Art von Kunst haben, ansonsten wird ein solcher Besuch eine sehr langweilige Sache.

„Underground comics had offered something new … unselfconsciously redefining what comics could be, by smashing formal and stylistic, as well as cultural and political, taboos. Then, somehow, what had seemed like a revolution simply deflated into a lifestyle. Underground comics were stereotyped as dealing only with Sex, Dope and Cheap Thrills. They got stuffed back into the closet, along with bong pipes and love beads, as Things Started To Get Uglier“.

Art Spiegelman zitiert in Sabin Roger, Comics, comix & graphic novels (1996: 122)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Shopping

Da ich den heutigen Tag bereits mit allem Möglichen verbracht habe, konnte ich auch gleich noch eine Schippe drauf legen und mit meiner besseren Hälfte shoppen gehen. Ein paar Dinge mussten dringend ersetzt werden und zudem steht ein 60. Geburtstag vor der Tür, genauer genommen, vor einer Tür im Südschwarzwald.

Und wenn man dann so durch die Innenstadt schlendert und noch dabei versucht, die entsprechenden aktuellen Regierungs- und Verwaltungsentscheidungen nachvollziehen zu können, dann vergeht einem gleich auch das letzte Quäntchen Freude beim Einkaufen.

Bei einem Laden komme ich nur mit Impfung oder Test hinein, beim nächsten ganz ohne alles. Ein paar wenige kontrollieren den Zugang, die meisten aber nicht. Und wenn man jetzt noch versucht, diese Maßnahmen oder deren Nichtbefolgung mit gültigen Regierungsentscheidungen in Deckung zu bekommen, dann fängt man so langsam aber sicher das Zittern an. Und selbst die bekannteren diesbezüglichen Regierungs- oder Verwaltungsentscheidungen sind weder für den Bürger transparent noch nachvollziehbar.

So kann man bestenfalls annehmen, dass der eine Lobby-Verband bei der Regierung bessere Arbeit als der andere leistet — böse Zungen behaupten bereits: einfach nur die Verantwortlichen besser schmiert als der andere.

Aber egal, wie es auch tatsächlich sein mag, beim Bürger kommt das Ganze inzwischen als reine Willkür an.

Bitte erklären Sie mir z. B. einmal, warum man ohne Probleme in den öffentlichen Saunen sitzen kann, aber mit seiner eigenen Frau keine Tanzschule zum Übungstanz besuchen darf?

Inkompetenz und Willkür gehen meist Hand in Hand, und beides ist viel ansteckender als jeglicher Virus!

Post

Da ich heute schon wegen einer anderen Sache unterwegs war, nämlich nach Ulm, konnte ich auch gleich dafür sorgen, dass zwei meiner Bücher den Käufer fanden. Im Gegensatz zu so manchem Mitarbeiter der Deutschen Post, fand ich ohne größere Schwierigkeiten die Kronprinzstraße in Stuttgart und gab dort das Päckchen nun persönlich ab.

Als Zugabe gab es dann noch einen Blick auf die Baustelle von Stuttgart 21, und es sieht ganz danach aus, dass die Heilbronner Straße nun wieder an der ursprünglichen Stelle liegt. So wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis man auch einmal die neuen Gleise nach Stuttgart und dann weiter nach Ulm nutzen werden kann.

Ganz im Gegensatz zur Frankenbahn, wo die Verantwortlichen sogar nicht einmal mehr wissen, dass diese von Stuttgart bis nach Würzburg reicht — ist wahrscheinlich auch zu viel verlangt. Vielleicht wäre es gar nicht schlecht, wenn man die alte Bahnmagistrale Berlin – Mailand an ein chinesisches Konsortium vergibt, denn dann ist zumindest sichergestellt, dass es ausreichend Lockführer gibt. Und mich würde es überhaupt nicht wundern, wenn dann auch wieder schnelle Züge durch Heilbronn rauschen, die müssen auch nicht gleich bis nach Peking fahren.

Uniform

Nach all den Jahren wurde es nun doch einmal nötig, dass ich wieder eine Uniform benötige. Leider hatte ich mich beim letzten Umzug dazu entschieden, genau jene Uniformen zu behalten, die ich jetzt aber nicht brauche.

Und so kam es, dass ich heute kurzfristig wieder ins Ökosystem der Bundeswehr eintauchte. Nach all den ganzen Jahren war es sehr erfreulich erleben zu dürfen, dass dort — zumindest die ganz normalen Dinge — noch alles beim erstes Mal funktioniert, völlig unkompliziert und erstaunlich zügig, und man zudem weder öfters nachfragen noch seine Ansprechpartner gar erinnern muss. Das Ganze wurde noch mit einer Freundlichkeit kombiniert, die man sonst so kaum noch erleben darf.

So war mein kurzer Ausflug auch wieder überraschend schnell zu Ende und so freue ich mich schon jetzt darauf, demnächst eine weitere Gelegenheit zu finden, um wieder einmal Bundeswehrluft zu schnuppern.

Geburtstag des Tages

Umberto Eco


Filmausschnitt von Don't Look Up

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Beitragsfoto: Filmausschnitt aus Don’t Look Up | © Adam McKay

Heute habe ich nach längerer und wahrscheinlich vergeblicher Arbeit am Backend dieses Weblogs und der Aktualisierung meiner Kalender dann auch vergeblich auf die weiteren Europastammtischler im virtuellen Raum gewartet.

Kurz darauf hat mich Oliver Durst darauf aufmerksam gemacht, dass der Europastammtisch erst für die kommende Woche geplant ist. So war es dann wohl auch an der Zeit, dass ich mich für heute einmal etwas anderem widme.

Und so kamen wir auf die Idee Adam McKays neuen Film „Don’t Look Up“ anzuschauen. Der Film lief bereits am 9. und 10. Dezember 2021 an und ist inzwischen auch zum Streamen erhältlich. So konnten wir uns heute einen gemütlichen Abend machen — schwarzer Humor bietet sich dazu bestens an.

Die Handlung ist schnell erzählt. Wissenschaftler entdecken einen gut 10 Kilometer großen Meteoriten, der in gut sechs Monaten die Erde treffen wird. Bei ihrem Versuch, sowohl die Regierung als auch ihre Mitbürger zu erreichen und vielleicht noch zu möglichen Gegenmaßnahmen motivieren zu können, scheitern sie so großartig wie ich heute bei meinem Versuch, die „webmentions“ Funktion zum Laufen zu bekommen.

Und wer jetzt glaubt, das alles wäre viel zu übertrieben und könnte, wenn überhaupt nur in den Vereinigten Staaten von Amerika geschehen, der sollte sich mal etwas genauer bei uns umschauen.

George Monbiot schrieb dazu heute im Guardian „Watching Don’t Look Up made me see my whole life of campaigning flash before me (The Guardian, 04.01.2022). Er merkt dabei an, dass es kein Wunder sei, wenn Journalisten diesen Film schlecht machen. 

Ich glaube, es sind nicht nur die Journalisten, die sich diesen Schuh anziehen müssen — es sind wir, allesamt.

Aber vielleicht möchten Sie sich auch Ihre eigene Meinung bilden; dazu empfehle ich Ihnen, diesen Film selber einmal anzuschauen. Und so verstehen Sie vielleicht, warum manche meinen, dass dieser ganz gut zu der heutigen Problematik der Wissenschaftsfeindlichkeit, zum Klimawandel und der COVID-19 Pandemie passt.

Ich bin darüber hinaus davon überzeugt, dass dieser Film uns ganz gut vor Augen führt, was mit uns allen geschieht, wenn wir weiterhin das Dschungelcamp — stellvertretend für sämtliche Reality Shows und ihre populären Vertreter — dem mühsamen Weg einer guten Bildung vorziehen.

„This is The End; my only friend, The End.“

Jim Morrison, The End (4. Januar 1967)