Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

8.12.02021 5 (2)

Leserbrief

Kaum zurück vom Vorlesen, machte mich meine bessere Hälfte auf einen Leserbrief in der heutigen Heilbronner Stimme (08.12.2021: 28) aufmerksam. Annekatrin Muth schreibt dabei das Folgende:

„Hat keiner mehr Ideen?

Zur Oberbürgermeisterwahl in Heilbronn, Kandidatur von Raphael Benner

Es ist das eingetreten, was ich vor einigen Tagen im Bekanntenkreis noch befürchtet habe: Es wird einen einzigen Gegenkandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters in Heilbronn geben, nämlich einen von der AfD. Warum gibt es in einer Demokratie keinen „echten“ Gegenkandidaten zu Harry Mergel? Hat keiner mehr Ideen? Keiner mehr Mut? Hängen potentielle Kandidaten in ihren bequemen Positionen fest? Ist jeder – außer Herrn Benner – eingelullt worden? Müssen Bürger jetzt AfD wählen, um in Heilbronn einen anderen Bürgermeister zu erhalten? Nichtwählen ist ja auch doof… Das kann ja wohl nicht sein!“

Annekatrin Muth, Heilbronn

Annekatrin Muth schreibt das, was sehr viele Heilbronner bewegt, und ich kann ihr nur voll und ganz beipflichten. Leider aber sehen das die Heilbronner Parteiverantwortlichen völlig anders und gehen bereits seit mehreren Jahren den „Heilbronner Weg“ — man bleibt unter sich und verhandelt sämtliche Posten und Pöstchen in Hinterzimmern, und wenn einer abgewählt wird, findet man Mittel und Wege, wie jüngst auch hier zu lesen, wie man diesen armen Menschen weiterhin versorgen kann.

Mit der kommenden OB-Wahl haben wir nun erstmals de facto eine „Heilbronner Einheitspartei“ — und selbst die Heilbronner Stimme ist stolz darauf — und, wenn wir Bürger nicht aufpassen, wird uns 2024 erstmals eine Einheitsliste von 40 Stadtratskandidaten vorgelegt, mit dem Hinweis, dass alle Demokraten diese auch zu wählen haben.

Und bitte, liebe Heilbronner, wählt den alten und neuen OB! Kaum auszudenken, was passiert, wenn er nicht gewählt werden wird. Die Heilbronner Kirchengemeinden rufen dann bestimmt einen Gegenpabst aus, und der abgewählte OB sitzt zukünftig in der Kilianskirche auf einem goldenen Thron und empfängt „seine Gemeinde“ wochentags von 14.00 Uhr bis 14.30 Uhr.

Vorlesen

Heute versüßte mir „meine“ Klasse 4 in der Dammgrundschule den Tag. Seit ein paar Lesungen kämpfen wir uns gemeinsam durch ein Buch, das die Klasse nach Rücksprache mit der Lehrerin selbst ausgesucht hatte.

Das Buch ist nur so gespickt mit lateinischen Fachausdrücken und Wörtern in chinesisch, spanisch, englisch und französisch, was bereits schon so manchen erfahreneren Leser herausfordern kann. Es klappt immer besser und mir gefallen dabei auch die unterschiedlichen Sprachmelodien, welche von den jeweiligen Muttersprachen der Schüler herrühren und somit das gesamte Buch noch abrunden. Da zudem auch noch das Thema stimmt, und das Buch die jüngsten Erkenntnisse mit aufführt, die es zu meiner Schulzeit noch nicht gab, eine richtig runde Sache.

Und von mal zu mal wird auch das Lesen bei allen Schülern flüssiger.

Patenschaften

Es ist immer wieder sehr erfreulich lesen zu dürfen, dass Dieter Schwarz in Bildung investiert. Für unsere Demokratie wäre es allerdings weit besser, wenn vermögende Menschen, anstatt „Parallel-Gesellschaften“ aufzubauen, die bestehende Bildungsinfrastruktur, deren Existenz durchaus begründet ist und, richtig finanziert, auch weiterhin sehr großen Sinn macht, so optimiert, dass die Gesamtgesellschaft davon profitiert.

So wäre es doch eine gute Idee, wenn Bürger mit sehr viel Geld, Patenschaften jeweils über eine öffentliche Schule, denn dies sind unsere wahren Bildungsstätten, übernehmen würden und diese dann in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Lehren und aktiveren Schülern in wunderbare Bildungseldorados umwandeln.

Ich verstehe sehr wohl, dass dann so eine Schule nicht genau so aussehen wird, wie man sich das als Geldgeber & Mäzen vorstellt und bestimmt auch sehr gerne hätte, aber auch dies ist ein Bildungserfolg, denn unsere Gesellschaft und insbesondere unsere Demokratie leben von Zusammenarbeit und Kompromissen.

Geburtstage des Tages

Jim Morrison und Jean Sibelius


Maskerade

7.12.02021 5 (2)

Europastammtisch

Zum Ende eines turbulenten Tages gab es dann noch den monatlichen Europastammtisch, den ich mir nicht entgehen lassen wollte. Dieser war dann nicht nur durch neue Informationen sehr interessant, sondern auch dadurch, dass wir eine neue Stammtischbesucherin begrüßen durften. Und da die daraus resultierenden Gespräche wieder etwas länger dauerten, verlängerte sich auch unser Stammtisch.

So ist der Rest der Nacht jetzt zu kurz, um mich in meinen Roman zu vertiefen. Deshalb läuft jetzt ganz nebenher eine ältere Krimiserie zur Entspannung.

Faust auf Auge

Kaum hatte ich hier im Weblog über die Bedeutung des Ehrenamts für unsere Gesellschaft geschrieben, kann man in der Heilbronner Stimme darüber lesen, was man in unserer Stadt darunter versteht. So werden weiterhin „ehrenamtliche“ Frühstückshelfer gesucht, auch hierüber hatte ich bereits berichtet, welche aber inzwischen wohl ebenfalls bezahlt werden (Heilbronner Stimme, 07.12.2021: 31).

Das Ganze wird aber doch noch von der jüngsten Heilbronner Entwicklung übertroffen, indem ein gerade noch abgewählter Berufspolitiker nun in eine, extra für ihn geschaffene, Position (Heilbronner Stimme, 07.12.2021: 32 — „Aktivposten“) in einer bekannten sozialen Einrichtung Heilbronns gehoben wird, die übrigens von unseren Steuern — auch Kirchensteuern — und Spenden getragen wird.

Demnächst darf man dann wieder lesen, wie sich „unsere“ Berufspolitiker mit ihren „Ehrenämtern“ brüsten.

Geburtstag des Tages

Tom Waits


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

6.12.02021 5 (3)

Digitale Steinzeit

Als verantwortlicher Bürger kam ich den Impfaufrufen unserer Regierung nach. Und, da ich mich weiterhin möglichst uneingeschränkt bewegen möchte, und gem. aktuellen Aussagen unserer Regierung Papierdokumente keine hinreichende Bedeutung mehr haben, wollte ich heute morgen mein entsprechendes App updaten lassen.

Wie zu erwarten, ein Metzgersgang, da die entsprechende Hard- und Software nicht für den normalen Alltag konzipiert wurde, sondern eher nur ein paar ganz besondere Menschen reicher machen soll.

Was ist denn so schlimm daran, wenn nur Amerikaner, Chinesen und Inder die „Digitalität“ halbwegs beherrschen, und wir uns deswegen bei deren Firmen auch die notwendige Infrastruktur besorgen? Im Gegenzug trinken deren Bürger doch sehr gerne unser Bier und kaufen unsere Kuckucksuhren.

800 Kilometer

Gem. der Aussage von Ralph Böhringer (Heilbronner Stimme, 06.12.2021: 32) haben wir in Heilbronn gut 800 Kilometer an Gehwegen. Das ist eine ganz Menge an Arbeit, nicht nur das Sauberhalten, sondern auch die Instandhaltung schlagen dabei zu Buche. Gut ist, dass man ein Konzept hat, wie man dies bewerkstelligen möchte. Und das von Ralph Böhringer vorgestellte Konzept hört sich auch ganz schlüssig an. Darüber hinaus kann ich aus eigener Erfahrung heraus bestätigen, dass es auch funktioniert. Vor kurzen habe ich eine Gehwegabsenkung gemeldet, die wahrscheinlich von einer Unterspülung herrührte, und keine zwei Tage später war diese Stelle abgesichert sowie innerhalb einer Woche repariert.

Dass die Gehwege einer Großstadt nicht so in Schuss gehalten werden können wie auf einem Dorf, wo sie zudem meist auch schön gepflastert sind, ist nachvollziehbar, denn 800 Kilometer müssen nicht nur finanziert, sondern auch zeitlich und personell gemanaged werden.

Was man allerdings auch in einer Großstadt sicherstellen könnte ist, dass man die Gehwege für die Fußgänger freihält und, wenn man diese schon zudem für Fahrräder, Elektroroller, E-Scooter und Motorräder freigibt, diesen dabei zwingend auch entsprechende Regeln auferlegt.

Da die meisten Menschen nur durch Schmerzen lernen, sollten die Verstöße dann zudem geahndet werden. Ich verspreche mir davon, dass sich alleine durch den sich dabei einstellenden Abschreckungseffekt eine wesentliche Besserung einstellt.

Hoffnungsschimmer

Nachdem aller Orten nicht nur die Geschäftsinhaber und Unternehmer kein Verständnis mehr über das politische Gewackel unserer Regierungen, egal ob grün-schwarz, schwarz-rot oder gar kunterbunt haben, zeichnet sich langsam aber sicher ein Hoffnungsschimmer am Horizont ab.

Denn jede Mediokratie (Herrschaft des Mittelmaß) wird an Herausforderungen scheitern, und davon haben wir zurzeit doch so einige. Erstaunlich nur, wie die Regierungen reagieren und dennoch weiterhin Politiker in Ämter hieven, die überhaupt nichts zur Problemlösung beitragen können.

Jetzt ist es schon soweit, dass die ersten aktiven Mitglieder von Regierungsparteien ihren Unmut äußern. Als ein Beispiel darf ich hier Thomas Aurich zitieren, den ich übrigens sehr schätze.

„Es ist ein Totalversagen der Politik.“

Stadtrat Thomas Aurich, Heilbronner Stimme (06.12.2021: 1)

Selbsterkenntnis ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung, und vielleicht rufen die Parteien jetzt jene Politiker von ihren Ämtern zurück, die dort nur völlig unnütz ihre Zeit verbringen. Und vielleicht stellen sie uns Bürgern zukünftig sogar Kandidaten zur Wahl, die mehr sind als „politische Hartzer“ (Versorgungsempfänger de luxe) — noch wäre es an der Zeit, um nach einem kompetenten Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters zu suchen.

Geburtstag des Tages

Dave Brubeck