Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

25.11.02021 5 (1)

Thanksgiving

Wenn man, wie ich, doch so einiges an US-amerikanischer Verwandtschaft hat, bleibt es nicht aus, dass man auch mit dieser Version unseres Erntedankfestes konfrontiert wird. In den Vereinigten Staaten ist der „Thanksgiving Day“ ein staatlicher Feiertag, der jährlich am vierten Donnerstag des Monats November gefeiert wird

Und so habe ich, über all die Jahrzehnte hinweg, doch den einen oder anderen Truthan verdrückt, obwohl mir diese possierlichen Tierchen lebend besser zusagen. Und so werde ich wohl auch weiterhin vergebens auf ein jährliches Zwiebelrostbratenfest warten müssen.

Auf jeden Fall aber erinnere ich mich immer wieder gerne an die gemeinsamen Thanksgiving-Essen zurück, die wir mit der Familie, Freunden oder Kameraden erleben durften. Und gerade heute, da es sich zum zwanzigsten Male jährt, an ein entsprechendes Essen in Polen, wobei der Gastgeber einen gewaltigen Truthan auftischte und dabei seine Gattin als ausgezeichnete Köchin lobte. Meine beiden Jungs bekamen beim Anblick dieses gewaltigen Hühnchens große Augen, und wir allesamt, als der Gastgeber den Truthan anschnitt, und ein Plastikbeutel mit all den Innereien zum Vorschein kam.

Militärfamilien sind doch so einiges gewohnt, so „ließen wir den Truthan schwimmen“ und hatten einen wunderbaren Thanksgiving Day, der allen bis heute in bester Erinnerung blieb und wahrscheinlich auch weiterhin bleiben wird.

Dilettantismus

Manche erinnern sich noch daran, wie die grüne Fraktionsvorsitzende Susanne Bay im Heilbronner Gemeinderat und in der Heilbronner Stimme „tobte“, als die Freien Wähler durch Übertritt eines AfD-Stadtrats stärker wurden und in Folge davon, die Grünen ein Aufsichtsratspöstchen weniger hatten. Kurz und plakativ wurde allen Bürgern wieder vor Augen geführt, worum es im Gemeinderat eigentlich geht.

Jetzt, da das Verwaltungsgericht Stuttgart den Heilbronner Gemeinderat dazu verurteilt hat, in einer ähnlichen Angelegenheit ein Verfahren zur Neubesetzung von beschließenden und beratenden Ausschüssen sowie kommunalen Aufsichtsräten einzuleiten, wird dieser unschöne Sachverhalt — Heilbronner Pfründe — erneut publik.

Joachim Friedl schreibt heute hierzu sehr treffend in der Heilbronner Stimme (25.11.2021: 28) „die Haltung des Gemeinderats ist vielmehr ein Beispiel dafür, wie politische Gremien an ihren Pfründen hängen – wissend, dass sie politisch nicht korrekt handeln.

Noch schlimmer aber ist, dass unsere sehr gut alimentierten Gemeinderäte — die Zeiten, wo dies ein Ehrenamt war, sind längst vorüber — sich weiterhin in sämtlichen Angelegenheiten auf die Expertise der Stadtverwaltung verlassen, die, wie wir erneut sehen müssen, selbst über keine oder kaum noch eine belastbare Expertise verfügt.

Am schlimmsten aber ist, dass dieser Heilbronner Sachverhalt des „gelebten Dilettantismus“, Wasser auf die Mühlen der bekennenden Demokratiegegner ist und zudem wieder einmal ohne jegliche Folgen für die Verantwortlichen bleibt — jede Demokratie stirbt von innen heraus!

Koalitionsvertrag

Der gestern veröffentlichte Koalitionsvertrag lässt aufhorchen und stimmt zumindest mich etwas positiver. Unter Punkt VII wird auf 28 Seiten von insgesamt 177 Seiten Europa thematisiert und in dem Wunsch gipfelt, dass „die Konferenz [zur Zukunft Europas] sollte in einen verfassungsgebenden Konvent münden und zur Weiterentwicklung zu einem föderalen europäischen Bundesstaat führen, der dezentral auch nach den Grundsätzen der Subsidiarität und Verhältnismäßigkeit organisiert ist und die Grundrechtecharta zur Grundlage hat.“  Noch wichtiger in der heutigen Zeit ist, dass nach einem bunten Sammelsurium an europäischen Wunschvorstellungen weiterhin — und dies war im Wahlkampf noch sehr umstritten — das Folgende im Vertrag verankert bleibt: „Bei allen diesen Schritten muss die Interoperabilität und die Komplementarität mit Kommandostrukturen und Fähigkeiten der NATO gesichert bleiben.“

Ganz besonders ist dies wichtig, wenn man sich vor Augen führt, dass Frankreich erneut andere Vorstellungen von einem gemeinsamen Europa äussert und unter dem Schlagwort „Offene strategische Autonomie“ bei den anderen Mitgliedstaaten eher um einen europäischen Nationalstaat mit Supermachtallüren buhlt.

Die nächsten Tage werde ich mir den Koaliitionsvertag mit dem Titel „MEHR FORTSCHRITT WAGEN – BÜNDNIS FÜR FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND NACHHALTIGKEIT“ noch etwas genauer ansehen.

Alles in allem bleibt wieder einmal zu hoffen, dass die guten Ideen halbwegs umgesetzt und die weniger guten Ideen schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Wenn Sie sich gerne selber einen Überblick über das Vertragswerk verschaffen wollen, dann können Sie dieses gerne hier einsehen oder herunterladen:

Geburtstage des Tages

Andrew Carnegie und Carl Benz


Messer Maurer

Messer Maurer 5 (7)

Gestern habe ich meinen Stadtgang mal wieder unterbrochen und bin in das Messerfachgeschäft Maurer gegangen, nicht nur zum Gucken und Einkaufen, sondern auch zu einem kleinen Plausch mit Beate Maurer, die ich, wie auch ihren Bruder Jürgen Maurer bereits seit den Tanzschulzeiten kenne.

Beide habe ich damals bewundert, weil sie so viel besser als ich tanzen konnten. Und Beate noch mehr, weil sie es immer stoisch nahm, wenn ich ihr wieder einmal auf die Füße trat, was bei mir sehr oft vorkam. Jahre später konnte ich Beate auch beim Treffpunkt Europa begrüßen, wo sie unter anderem bei Stepptanzvorführungen zu sehen war.

Aber nicht nur deshalb wurde der Messer Maurer zu einem meiner Lieblingsgeschäfte in Heilbronn, sondern weil mir erstens das Warensortiment zusagt und zweitens darüber hinaus immer auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, sondern das Ganze und drittens noch durch einen exzellenten Kundenservice ergänzt wird. Daher kann ich dieses Fachgeschäft allen nur wärmstens empfehlen!

Nur ein Beispiel zur Verdeutlichung. Vor Kurzem, wegen der Pandemie, habe ich meine Haarschneidemaschine reaktiviert. Dabei musste ich feststellen, dass diese doch schon ca. zwei Jahrzehnte auf dem Buckel und auch nicht mehr so funktionierte, wie ich es noch in Erinnerung hatte. Kurz und gut, Jürgen Maurer hat mir ohne zu mucken das dafür nötige Ersatzteil besorgt und da ich auch keine Gebrauchsanweisung mehr hatte, mir auch noch eine Einweisung in die richtige Handhabung gegeben.

Mehr muss man wohl dazu nicht mehr schreiben. Vielleicht noch, dass es den Messer Maurer inzwischen seit 85 Jahren in Heilbronn gibt und dieses Fachgeschäft nun in der dritten Generation familiengeführt ist.

Wie wir alle wissen, haben Fachgeschäfte jetzt nicht nur durch den vermehrten Online-Handel zu leiden, sondern ganz besonders durch die sich immer wieder verändernden und der Pandemie geschuldeten Auflagen.

So ist es für diese Fachgeschäfte besonders schwer, ihre klaren Vorzüge gegenüber dem Online-Handel voll auszuspielen und den potenziellen Kunden zu verdeutlichen.

Dabei ist es doch immer wieder eine Freude, wenn man „nur zum Gucken“ in ein Fachgeschäft kommt, dort sicherlich von der angenehmen Atmosphäre und den freundlichen Mitarbeitern ein klein wenig zum Kauf „verführt wird“ aber dabei immer mit der Gewissheit, dass man diesen Einkauf auch nach ein paar Jahrzehnten nicht bereut — zumindest mir geht es dort immer so.

Und jetzt denke ich gerade darüber nach, unsere Messer, die jetzt auch schon ins dritte Jahrzehnt kommen, wieder einmal schleifen zu lassen. Und wo könnte man dies besser als beim Messer Maurer?

„Ah, human felicity! to have at once so many wants suggested and supplied! Wretched Grecian daughters! miserable Roman matrons! to whom shopping was an unknown pleasure, what did, what could employ them?“

Letitia Elizabeth Landon, Romance and Reality (2011 [1832], Volume I, Chapter 10)

Berg

23.11.02021 5 (2)

Zwischenbericht

Seit nunmehr 17 Monaten ist mein Erstlingswerk „Europa ist für alle da!“ auf dem Markt, inzwischen auch auf Englisch. Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen.

Entgegen der Erwartungen hat sich mein Buch bei doch so einigen Universitäten als gute Grundlage zum Einstieg ins Thema etabliert. Dies freut mich sehr. Auch freut es mich, dass Andrew Duff, ehemaliger Europaabgeordneter und ehemaliger Präsident der Union Europäischer Föderalisten das Buch zur Kenntnis genommen und wie folgt kommentiert hat:

„I enjoyed it. You have a vigorous writing style which should impact on the reader. Perhaps you underestimate some of the political and legal obstacles in the path of a federal Europe – but your optimism is welcome.“

Andrew Duff, 23.11.2021

Meine intendierte Hauptlesergruppe konnte ich allerdings noch nicht so, wie erhofft, erreichen. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass ich das Buch kaum bewerben kann. So freut es mich umso mehr, dass die ersten aktiveren EUROPA-UNION Kreisverbände das Buch als gutes Geschenk für ihre Mitglieder entdecken.

So wird es wahrscheinlich noch ein wenig länger dauern, bis ich die, an Europa interessierten, Leserkreise und vielleicht in Folge davon diese auch für uns Europäische Föderalisten gewinnen kann.

Überlegung

Auch wenn ich „meine“ kommenden Veranstaltungen die letzten Monate hinweg bereits angesichts einer Pandemie und ihrer wahrscheinlichen Entwicklung hin geplant habe, muss ich jetzt immer wieder nachprüfen, ob nicht irgendwelche, plötzlich bekanntgegebenen, blinden Aktionismen sämtlichen Planungen einen Strich durch die Rechnung machen.

Und da wir bereits bei der näheren Ausplanung von Veranstaltungen der Jahre 2022 und 2023 sind, muss man jetzt ganz genau beobachten, was so alles bei uns möglich ist, um auch dies zukünftig in den eigenen Planungen mit zu berücksichtigen.

Über Jahrtausende hinweg, war der „Nebel des Krieges“ das am schwierigsten zu Beherrschende. Unsere Vorfahren hatten dabei das große Glück, dass sie den „Nebel der Tagespolitik“ noch nicht kannten — aber da waren auch noch Verantwortung, Expertise und Leistung angesagt.

Überraschung

Jetzt überschlagen sich wieder gerade genau jene, die über Monate hinweg versucht haben, eine Pandemie einfach nur auszusitzen. Populismus und blinder Aktionismus sind jetzt erneut angesagt, alles mit der Aussage versehen, dass einem Wohl und Wehe der Bürger wichtig sei.

Wäre den Verantwortlichen Wohl und Wehe von uns Bürgern halbwegs eine Herzensangelegenheit, wären sie zum einen auf eine Pandemie vorbereitet gewesen und hätten zum anderen mit Beginn der Pandemie begonnen, geeignete Maßnahmen einzuleiten.

„Zumindest haben die Leute Grund, stinksauer auf die politischen Staatsversager in Bund und Ländern zu sein. …

Die Verantwortlichen stoßen mit voller Wucht jene zwei Drittel der Bevölkerung vor den Kopf, die sie durch die 18 Monate seit Pandemiebeginn getragen haben.

Nikolaus Blome, Spiegel (22.11.2021, 15.24 Uhr)

Das Einzige, was in dieser Situation sicher ist, dass unsere Entscheidungsträger gesund und wohlbehalten sowie etwas reicher aus der Pandemie herauskommen — leider aber nicht reicher an Erfahrungen!

Das wirklich Überraschende aber ist die Tatsache, dass jetzt bereits die ersten Ministerpräsidenten verlautbaren, dass das Virus (Kretschmer), die Virologen (Söder) und vor allem jene, die die fast schon kriminelle Untätigkeit angemahnt haben, die alleinige Schuld an der tausende an Menschenleben kostende Tragödie tragen.

Geburtstag des Tages

Paul Celan

Sein Gedicht die „Todesfuge“ ist immer wieder gut zu lesen.