Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

2.8.02021 5 (5)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Inzidenz

Heilbronn ist erneut Meister — Inzidenzmeister mit einer Inzidenz von 41,1! — einfach eine „starke Stadt“, so der Oberbürgermeister. Zum Vergleich: Baden-Württemberg liegt heute bei einem Inzidenzwert von 15.

Es sind aber nicht anonyme, heimliche oder gar „ausländische“ Bewohner Heilbronns, die für diese Inzidenzen verantwortlich zu machen sind! Auch nicht die Sangria-geschwängerten „Malle-Rückkehrer“.

Verdränger

Wir alle sind es, da wir uns seit Monaten als Stadtbevölkerung kaum bis gar nicht an die notwendigen Einschränkungen oder Verhaltensregeln halten. Man merke sich, Einzelfälle machen keine Pandemie, da müssen sich schon weit mehr daran beteiligen.

Und wie schon gesagt, eine Pandemie ist eine Krisensituation, so wie die Folgen von Überschwemmungen, Erdbeben oder Orkanen auch. Und genau für solche Krisensituationen haben wir Bürgermeister, Verwaltungen und weitere Institutionen, die uns dabei helfen, diese Situationen so schnell wie möglich wieder in den Griff zu bekommen.

Gäbe es nur Schönwetter, könnten wir uns diese Strukturen zum großen Teil sparen. Und sobald eine Krisensituation auftritt, müssen wir feststellen, ob wir wollen oder nicht, wie gut unsere Bürgermeister, Verwaltungen und sonstige Institutionen aufgestellt sind.

So können wir in Heilbronn ganz froh sein, dass es „nur“ eine Pandemie ist, und wir vom Land sowie auch vom Bund weiterhin unterstützt werden.

Übrigens, nur mit Schönreden und Facebook-Posts lassen sich Inzidenzen kaum senken.

Uwe Sunde von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat es heute so schön auf den Punkt gebracht, indem er seinen Beitrag mit „Land der Verdränger“ überschrieb. In mehreren eigenen Blogbeiträgen hatte ich dieses Thema bereits aufgegriffen und gemahnt, dass man der Realität nicht lange entkommen werden kann. Selbst einem Honecker gelang dies nur ein paar Jahrzehnte lang und dies nicht nur auf Kosten der Ostzone, sondern Gesamtdeutschlands.

Auch wenn wir alle heute noch unter dieser wirklich famosen Realitätsverweigerung leiden, hält es unsere Politik nicht davon ab, dieses bewährte „Erfolgsrezept“ auf unser gesamtes Land auszuweiten. Dabei wird die Politik vom Motto „Nach uns die Sintflut“ geleitet, und, wie bereits mehrfach erwähnt, wir alle machen lustig mit, bis auf diejenigen, die so langsam erkennen müssen, dass für sie die Sintflut etwas zu früh kommen wird.

Das wirklich Schlimme daran ist aber, dass es am Sonntag, 26. September 2021 — Tag der Bundestagswahl — keine einzige Partei geben wird, die sich überhaupt der Realität stellen möchte. Es wird weiterhin für den eigenen Wahlsieg geblendet, gelogen und betrogen, einen „Sieg“, der unser Land zwar weiter an den Abgrund rückt, aber dem Wähler weiterhin seine Leistungsrente sichert.

Versprechen

Die nördliche Innenstadt wird heute erneut mit Versprechungen abgespeist, anstatt, wie in prominenteren Stadtteilen auch, einfach ein paar neue Zebrastreifen in der Gerberstraße und der Lammgasse aufzumalen. Schon alleine das würde bereits helfen.

Zusätzlich könnte man die Kontrollen seitens der Stadt verstärken und den knappen Parkraum überwachen; dann käme es nicht mehr vor, dass abgemeldete Fahrzeuge dort wochenlang Parkplätze blockieren. Auch könnten sich Strafzettel für notorische Parkhausverweigerer, oder „Auswärtige“, die in der Innenstadt arbeiten oder shoppen und deshalb wild parken, bereits kurzfristig positiv auswirken.

Das weitere Hinhalten bis 2028 ist schon pure Verhöhnung der Anwohner und wird bestimmt noch dadurch übertroffen werden, indem sowohl die Lammgasse als auch die Gerberstraße zukünftig zu wichtigen Heilbronner Verkehrsachsen erklärt werden, um die Verkehrsbelastung für den Neckarbogen auf ein Minimum zu bringen.


Kakteen

31.7.02021 5 (3)

Nachkriegsbau

Wagte der erste Nachkriegsbau (Barthel-Areal) noch einen Blick in die Zukunft und setzte dabei städtische Akzente, so ist dieser zweite Nachkriegsbau ganz offensichtlich nur ein halbwegs gut gemeinter Lückenfüller, der außer eine Lücke zu füllen, unserer Stadt wenig Gutes bringt.

Wer heute noch in zentraler Lage solch eine Gebäude errichtet, hat überhaupt nichts verstanden. Das einzig Gute daran ist, dass, sollten sich wieder Investoren — Dieter Schwarz einmal ausgenommen — finden, die nachhaltig und zeitgemäß in Heilbronn investieren wollen, man dieses Gebäude auch wieder ersetzen kann.

So lange aber wird es das Symbol für vertane Chancen und eine falsche Stadtentwicklung sein.

Schwesterpartei

Es ist schon erstaunlich, wie eine sogenannte Schwesterpartei ihrer eigenen „Schwester“ den Wahlkampf torpediert. Dabei könnte man fast meinen, dass es sich um zwei Egomanen-Clans handelt, die den jeweils anderen die Pfründe nicht gönnen.

Der wahre Grund liegt wohl etwas tiefer — auch wenn das mit den Egomanen nicht mehr geleugnet werden kann –, nämlich darin, dass sich die Union bereits seit Jahrzehnten in zwei Lager teilt: das altbekannte christlich demokratische und ein populistisch nationales.

Dabei ist zudem festzustellen, dass sich erstere wirklich bemühen Politik zu machen und letztere alles Erdenkliche unternehmen, um sich selbst zu bereichern. Darüber können wir sogar froh sein, denn wenn diese erst anfangen, schwerpunktmäßig auch noch Politik zu machen, wird es in Deutschland wieder sehr finster werden.

Bestätigung

Heute Morgen stand der erste Fahrradkurier — freundlicher junger Mann — fast in unserer Küche, allerdings ohne Rad, das hatte er im Hof abgestellt. Kurz darauf hat sich herausgestellt, dass er die falsche Hausnummer ausgesucht hatte. Somit kann ich wenigstens bestätigen, dass es den neuen Lieferservice auch bei uns gibt.

Website des Tages

Bundesarchitektenkammer

Die BAK vertritt auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen von über 135 000 Architekten aller Fachrichtungen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Leider schützt sie uns nicht vor schlechter Architektur.


Mann mit Tiger

30.7.02021 5 (1)

Mann mit Tiger | © Pixabay

Lieferdienst

Seit heute wissen wir, dass ein neuer Lieferdienst, welcher mit Elektrofahrrädern (Motorräder mit der Genehmigung auf Fußwegen zu fahren) antritt, die Heilbronner Kernstadt beglücken möchte.

Jetzt bin ich einmal darauf gespannt, wann ich dem ersten dieser neuen Zusteller in der Fußgängerzone aus dem Weg springen muss. Es würde mich dabei nicht mehr wundern, wenn unsere Fußgängerzone bald einen eigenen Fahrrad- und Rollerschnellweg erhält.

Bundeswehr

Eigentlich wollte ich gar nicht mehr zum Thema Bundeswehr schreiben, aber „meine Truppe“ ist immer wieder für eine Überraschung gut. So ist es seit Jahrtausenden bekannt und eine zwingende Notwendigkeit, dass jedes Militär, wenn es halbwegs eine Überlebenschance haben möchte, die Kommunikation untereinander so einfach und stabil wie möglich hält. Ohne dies muss man erst gar nicht daran denken, eigene Streitkräfte zu unterhalten.

Jetzt wurde unter anderem aus einem Panzerkommandanten eine „Teamleitung Panzertruppe“ — damit fängt man außer in der Politik nichts an, und man darf dies nun unter der Rubrik „wenn Sprache tötet“ einordnen.

Zuerst hat die Politik damit begonnen, dass unsere Soldaten völlig umsonst sterben oder gar fallen, jetzt sind wir schon soweit, dass dafür gesorgt wird, dass überhaupt keiner mehr lebend aus den Einsätzen zurückkommt.

Wie es ein Politiker einmal so schön beim Kriegstourismus formulierte: „Es wird Zeit, dass Ihr wieder das Sterben lernt!“

Intelligenz

Was ist eigentlich Intelligenz? Je mehr darüber nachgedacht oder gar geschrieben wird, umso unübersichtlicher wird das Ganze. Auf jeden Fall aber ist Intelligenz heute positiv konnotiert und damit etwas ganz Besonderes, das jedem Menschen und allem anderen auch, zumindest in irgendeiner Art und Weise, zustehen muss.

Jeder und alles muss heute intelligent sein, deshalb ist es inzwischen eine Selbstverständlichkeit, dass nach dem Mensch erst die Tier- und dann noch die Pflanzenwelt intelligent wurde. Ganz folgerichtig bekommen wir jetzt intelligente Farben, Tassen und bestimmt auch einmal intelligente Rechenmaschinen.

Denn nach der emotionalen Intelligenz, ist inzwischen die künstliche Intelligenz sehr populär. Da trifft es sich ganz gut, dass man nun auch in Heilbronn mehr über künstliche Intelligenz nachdenken möchte. So bin ich bereits jetzt gespannt darauf, welchen Intelligenzbegriff man im neu geschaffenen Forschungszentrum verwenden wird. Vielleicht geht man aber an die Sache auch ganz unvoreingenommen heran und lässt sich einfach überraschen.

Und wer weiß, vielleicht haben wir bald intelligente Schrauben und Verpackungen?

Website des Tages

Intelligence

Seit dem Jahr 2000 gibt es eine Gesellschaft, die International Society for Intelligence Research (ISIR), welche sich über menschliche und andere Intelligenzen Gedanken macht. Die künstliche Intelligenz steht dabei noch nicht in ihrem Focus.

Geburtstag des Tages

Arnold Schwarzenegger