Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

21.7.02021 5 (2)

Gröpaz

Der große Vorteil der Demokratie ist, dass es nicht nur einen einzigen „Gröpaz“ (größter Politiker aller Zeiten) gibt. Man findet Gröpatze inzwischen überall, so dass langsam aber sicher ein gewisser Gewöhnungsprozess eintritt.

Heute durfte ich wieder einmal Zeuge einer mustergültigen Gröpatzerei sein. Angefangen hat es — ich nutze dabei eine Umschreibung; die Betroffenen werden es (hoffentlich) verstehen. –wie folgt: In einem Verband ist man seit Jahrzehnten, ganz zu recht, stolz darauf, eine Wurst zu haben. Aber plötzlich und aus nicht nachvollziehbaren Gründen wurde daraus ein Kuchen. Das Nachfragen ergab, dass sich ein paar Gröpatze darauf geeinigt hatten, dass Kuchen einfach besser sei. Weiteres Insistieren wurde ignoriert.

Was macht man nun, wenn man eine Wurst nicht als Kuchen bezeichnen möchte? Man versucht zu überzeugen und entsprechende Fakten zu bringen. Dies ist auch gelungen und die Beweislage war erdrückend und eindeutig: die Wurst ist weiterhin eine Wurst.

Heute Abend erhielt ich dann das politisch völlig korrekte Ergebnis aus einer Gröpaz-Besprechung: beide Seiten haben recht, denn es handelt sich um eine Kuchenwurst!

Wer will es mir verübeln, wenn ich manche Zeitgenossen einfach nicht mehr ganz ernst nehmen kann?

Werte

In der Heilbronner Stimme wird heute das Thema Europa umfangreich behandelt. Ohne Frage gehören Länder, aber auch Menschen, die unsere Werte ablehnen, nicht in die Europäische Union. Dass sich aber jetzt gerade bei uns Politiker darüber aufregen, dass in Polen und Ungarn die gemeinsamen Werte der EU mit Füßen getreten werden, ist bloße Wahlkampfrhetorik und mehr als scheinheilig.

Denn gerade unsere eigenen Politiker sind es doch, die für diese unzumutbaren Zustände in der Europäischen Union verantwortlich sind und zudem seit Jahren beruflich wie auch persönlich die besten Beziehungen zu diesen Autokraten und Westentaschendiktatoren pflegen.

Noch schlimmer ist, dass man davon ausgehen muss, dass bei uns viel zu viele Politiker die europäischen Werte selbst nur noch so lange heucheln, wie sie davon ausgehen, dass diese in der Gesellschaft weiterhin mehrheitsfähig sind.

Lesepate

Heute morgen durfte ich mich von „meiner” 2b der Dammgrundschule und ihrer Lehrerin Nadja Link verabschieden. In diesen zwei Jahren haben die Jungs und Mädchen sichtbare Fortschritte gemacht. Und gerade das ist es, was einem als Lesepate große Freude bereitet.

Allerdings freue ich mich noch mehr darüber, dass meine beiden Söhne ihre Studien ohne Schwierigkeiten absolvieren — in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr –, was mich besonders stolz macht.

Website des Tages

Universal Declaration of Human Rights

Wir Unionsbürger waren einmal stolz darauf, dass die universellen Menschenrechte für die Europarat-Länder juristische Verbindlichkeit erlangten und dann noch innerhalb der EU durch eine eigene Grundrechtecharta für alle Bürger weiter ausgebaut wurden.

Geburtstag des Tages

Ernest Hemingway


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

20.7.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

Landwirtschaft

Eigentlich dient die Landwirtschaft der Versorgung unserer Bevölkerung mit Lebensmitteln. Schlimm dabei ist, wenn dieser das nur unter der Bedingung gelingt, dass sie Boden, Wasser und Luft schädigt.

Völlig inakzeptabel ist es aber, dass sie ganz bewusst unsere Natur zerstört und unser aller Gesundheit gefährdet, nur um Lebensmittel- und Holz-Exportweltmeister zu werden.

Hier müssen wir unbedingt einschreiten und unsere Landwirtschaft auf das Notwendige zurückführen. Unser Land hat weder die Größe noch die Beschaffenheit, um die Welt mit Lebensmitteln aus Deutschland glücklich zu machen. Und zudem tragen wir als Gesellschaft die Folgen dieser Überproduktion, während die Verursacher die Gewinne einfahren — dies ist kein funktionierendes und tragbares Wirtschaften mehr!

Jugendliche

Ich kenne 17 und 18 Jährige noch als junge Männer, die ihren (freiwilligen) Wehrdienst ableisten und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sind. Heute musste ich in der Zeitung lesen, dass mehrere Jugendliche wieder einmal in Heilbronn randalierten und dabei die Polizei an ihre Grenzen brachten; zwei dieser „Jugendlichen“, 17 und 18 Jahre alt, mussten von ihren Eltern (!) bei der Polizei abgeholt werden. Was für Waschlappen ziehen diese Eltern bloß groß! Es ist wohl nicht falsch anzunehmen, dass diese Eltern, so wie ihre völlig unnützen Sprösslinge auch, unserer Gesellschaft ebenfalls nur auf der Tasche liegen.

Stadtinitiative

Die Stadtinitiative Heilbronn geht mit neuem Schwung in die kommenden Jahre, davon konnte ich mich gestern selber überzeugen. Schade fand ich es, dass Thomas Gauß das Ruder abgegeben hat, gefreut hat es mich, dass sich nun Thomas Aurich stärker einbringen wird.

Interessant war dabei auch die Rede des Heilbronner Oberbürgermeisters, welcher u. a. kundtat, dass sich eine „starke Stadt“ durch hohe Inzidenzen bemerkbar macht und damit dieser traurigen Entwicklung eine neue Note gab.

Ich finde es grundsätzlich nicht schlecht, wenn man in verfahrenen Situationen Dinge schönredet, denn das dient in erster Linie der Motivation der restlichen Akteure. Aber wenn man selbst die Ursache des Übels ist, bekommt das Ganze einen faden Beigeschmack.

Website des Tages

Stadtinitiative Heilbronn [Website nicht mehr vorhanden]

Ein Heilbronner Verein, der sich das Ziel gesetzt hat, die Kernstadt wieder etwas mehr zu beleben. Seine Website „Mein Heilbronn“ ist dabei eine gute Anlaufstelle, um mehr über Handel, Dienstleistung, Gastronomie, Unterkunft, Freizeit und Kultur zu erfahren.

Geburtstag des Tages

Carlos Santana


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

19.7.02021 5 (2)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Vereine

„Ein lebendiger und funktionierender Verein hat immer Geld.“ Diese Aussage stammt leider nicht von mir, sondern von einem sehr bekannten Parteifunktionär. Anfangs hatte ich diese Aussage nicht so ganz verstanden, nun, da ich selber auf ein paar Jahre Vereinsarbeit in verantwortlicher Funktion zurückblicken kann, trage ich diese Aussage vollumfänglich mit.

Ein Verein ist eine freiwillige Zusammenkunft von Menschen, die eine gemeinsame Beschäftigung oder ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Dabei hängt der Erfolg von der Zahl und dem Engagement der Mitglieder ab, und nicht, wie es jetzt immer häufiger bekannt wird, von Transferzahlungen, die vom Steuerzahler finanziert werden müssen.

Wenn ein Verein nur noch deswegen besteht, weil seine aktiven Mitglieder bezahlt werden — gerne als Aufwandsentschädigungen bezeichnet — und das Ganze extern finanziert wird, muss man sich fragen dürfen, ob das überhaupt (noch) ein Verein ist und nicht ein Unternehmen zur Gewinnung von Transferzahlungen.

Auf jeden Fall trennt sich hier die Streu vom Weizen, und manche Vereine gliedern gar ein eigenes Unternehmen aus, um halbwegs noch als Verein wahrgenommen werden zu können — was eigentlich für die Attraktivität von Vereinen spricht.

Die tatsächliche Unterscheidung liegt aber darin, ob ein Verein selbständig überleben kann oder auf externe Hilfe angewiesen ist. Im letzteren Fall dürfte es sich um einen „Zombie-Verein“ oder gar um den Deckmantel für ein Unternehmen handeln.

Untätigkeit

Eigentlich eine bekannte Sache, spätestens seit Ur weiß man, dass es Orte gibt, da baut man besser nicht. Spätestens seit der industriellen Revolution kann man, wenn man das Restrisiko in Kauf nimmt, Baugrund schaffen, so lange man bestimmte Bedingungen einhält, immer wieder anpasst und dabei notwendige Schutzwerke auf dem neusten Stand hält.

Spätestens seit ein paar Jahrzehnten weiß man, dass sich Menschen kaum noch an der Realität orientieren und entsprechend nach Lust und Laune siedeln, sowie dabei die Landschaft zersiedeln, was das Ganze noch verschlimmert. Seit dieser Zeit wird auch von den, daraus resultierenden, Folgen gewarnt. Das wirklich Interessante aber ist, dass wohl seit acht Jahren der Politik und unseren Verwaltungen tragbare und aussagekräftige Notfallszenarien vorliegen, die längst hätten zum Handeln zwingen müssen.

Man kann aber nicht sagen, dass überhaupt nicht gehandelt wurde, denn die „Entscheider“ haben für sich und ihr Klientel bequeme Posten geschaffen oder gar ganze Ämter — leider nur, dass diese bis heute alleine der Selbtbelustigung dienen.

Dies stört unsere Berufspolitikern so lange nicht, wie sie auf Kosten der daraus resultierenden Opfer selbst gute Pressefotos erhalten oder die anfallenden Leichen einfach noch weglächeln können. Diese Rechnung geht für sie ohne Frage weiterhin auf, da das Absaufen einzelner Regionen von der Wählerschaft immer noch als tragisches Einzelschicksal angesehen wird. Und da die große Mehrheit der Nichtbetroffenen davon ausgeht, dass sie selber kaum betroffen sein werden und wenn doch, dann nicht so schlimm, kann die Politik ihr Erfolgsmodell der geschwätzigen Untätigkeit weiter zur Perfektion vervollkommnen.

Der tatsächlich Schuldige sind aber wir, denn wir sind es, die gerade jenen den Wahlsieg garantieren, die „Freibier“ versprechen, anstatt jene zu wählen, die ein „gemeinsames Anpacken“ fordern und hoffen lassen, auch selbst mit Hand anzulegen.

Website des Tages

EUROPA-UNION Heilbronn

Die EUROPA-UNION Heilbronn e. V. ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Zusammenschluss von Bürgern, die für Frieden, Freiheit, Demokratie und Föderalismus eintreten.

Geburtstag des Tages

Jennifer Akwero