Leser

15.6.02021 5 (1)

Leser | © Pixabay

NATO

Jetzt ist es amtlich, Wladimir Putin hat es geschafft, dass sich Russland endgültig in die Liga Nordkoreas verabschiedet hat. Politisch korrekt wird Russland von der NATO zwar noch als Bedrohung wahrgenommen, aber die Musik spielt längst ganz woanders, nämlich in China. Ich habe vor kurzem in einem Weblog-Beitrag eine entsprechende Frage gestellt.

Generalsekretär

Wer tatsächlich noch nach einer neuen Herausforderung sucht, dem öffnet sich gerade in Kanada ein Fenster. Fergus Watt gibt nach 35 Jahren sein Amt als Generalsekretär der Weltföderalisten in Kanada ab, um sich mehr der C4UN Kampagne widmen zu können. Ich gehe einmal davon aus, dass die Kenntnisse in der englischen als auch französischen Sprache wohl das geringste Problem sein werden. Wer sich traut, kann die Stellenausschreibung hier einsehen; eine Bewerbung muss allerdings bereits am 18. Juni 2021 in Kanada vorliegen — langsam kann doch jeder.

Landratswahl

Heute gibt es ab 19.00 Uhr ein Stimme online Forum im Vorfeld der Wahl des neuen Landrats, wobei sich vier Kandidaten für das Amt des Heilbronner Landrats vorstellen und begründen, warum sie dem bisherigen Landrat, Detlef Piepenburg, im Amt folgen und hoffentlich auch, wie sie unseren Landkreis weiter nach vorne bringen möchten.

Drei der vier Kandidaten sind den Heilbronnern, auch einigen aus dem Stadtkreis, bereits bekannt. Es handelt sich um den Neuenstadter Bürgermeister Norbert Heuser, den Leingartener Bürgermeister Ralf Steinbrenner, dem es jüngst gelungen ist, aus der Gemeinde Leingarten eine Stadt zu machen, und den Pfedelbacher Bürgermeister Torsten Kunkel, aus einem Nachbarlandkreis. Der letzte Kandidat, Steffen Liebendörfer, kommt aus Thüringen und dürfte den wenigsten der knapp 350 000 Einwohner bekannt sein.

Ich möchte jetzt nicht unken und darüber spekulieren, wie viele aus dem Heilbronner Land überhaupt wissen, dass Detlef Piepenburg in den Ruhestand tritt. Ich hoffe aber, dass es doch einige im Landkreis interessiert, wer ihr neuer Landrat werden soll. Mich zumindest würde es dabei doch ein wenig interessieren, warum sich unter den Bewerbern keine Frau befindet?

Auch wäre interessant zu wissen, warum sich so viele Bürgermeister um das Amt des Landrats bemühen.


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

14.6.02021 5 (3)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Montage

Montage können auch sehr zufriedenstellend sein, ich selbst hatte nie Probleme damit, da ich ich diese samstags oder sonntags bereits vorbereitete. Wer allerdings am Montag ganz unbedarft zur Arbeit eintrudelt, auf den können durchaus ungeahnte Ereignisse zukommen — vielleicht genau der Grund, warum Montage weniger beliebt sind.

Am schönsten sind aber jene Montage, wenn man, trotz jahrelanger Distanz, bei jemanden anruft, erkannt wird und sofort auch Unterstützung erhält — genau so ein Montag ist heute! Wenn diese Woche jetzt noch besser wird, dann ist es kaum noch auszuhalten.

Rin in die Kartoffeln

„Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln!“ — eine militärische Redewendung aus dem 19. Jahrhundert, die sich über mangelnde Führungsfähigkeit lustig macht, und heute bei uns ein geflügelter Begriff ist. Darüber muss man sich nicht wundern, wenn man das Krisenmanagement unserer Politik verfolgt: Masken rauf, Masken runter! — der einzige Forderungsreigen, zu dem unsere Schönwetterpolitiker in der Lage sind.

Eines aber ist sicher, angesichts der kommenden Bundestagswahl werden alle Restaurants und Hotels geöffnet werden, sowie sämtliche Urlaubsorte freigegeben, zumindest so lange bis alle Wahlwilligen ihre Stimme abgegeben haben. Und sollte sich inzwischen bei uns die indische Variante verbreiten, werden die Verwaltungen bestimmt dazu angehalten, eine kreative Listenführung sicherzustellen, und wenn das nicht ausreichen sollte, findet sich sicherlich ein Fachmann, der erklärt, dass selbst eine Sieben-Tage-Inzidenz von 150 kein Grund sei, um Kneipen zu schließen.

Sicher ist wohl auch, dass sich nach der Bundestagswahl 2021 weder in der Politik, noch bei unseren Herausforderungen etwas ändert. Herausforderungen müssen bei uns erst zu unlösbaren Problemen werden, um uns angesichts einer unabwendbaren Katastrophe klarzumachen, dass Aussitzen keine Lösung ist.

Rummikub

Rummikub ist ein weiteres Spiel, welches unsere Familie seit Jahren in den Bann zieht und dabei Rommé, ob Deutsches Rommé oder Canasta, völlig verdrängt hat. Selbst Binokel, welches bei uns familienübergreifend gespielt wurde, spielt heute keine Rolle mehr. Das kann aber auch daran liegen, dass sich nicht nur die Welt ändert, sondern neue Generationen einfach andere Spiele bevorzugen.

So ist es dann doch erstaunlich, wie lange sich weltweit bereits das Schachspielen halten kann. Zwar habe ich mich inzwischen daran gewöhnt, ständig gegen einen Computer zu verlieren, meine bessere Hälfte aber in all den Jahrzehnten nicht, als zweiter Sieger das Brett zu verlassen — so werden auch heute Abend die „Gefechte“ mit Rummikub ausgetragen.


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Eigentum verpflichtet

Das Schöne an Blumen und Pflanzen ist, dass man eigentlich nie genug davon haben kann, und so sammeln sich, wenn man nicht aufpasst, mit der Zeit doch so einige in Töpfen, Kübeln, Trögen oder im Garten an. Was gerade bei solch schönem Wetter wie heute dazu führt, dass man sich keine großen Gedanken darüber machen muss, was man eigentlich so alles anstellen könnte. Pflanzen und Tiere sind ohne Frage die beste Art und Weise, um einem vor Augen zu führen, dass Eigentum verpflichtet — dazu muss man dann nicht einmal unser Grundgesetz bemühen.

Sieben-Tage-Inzidenz

Heue kann man wieder einmal so schön lesen, dass Heilbronn bei der Sieben-Tage-Inzidenz Spitzenreiter in Baden-Württemberg ist. Und schon wieder fangen alle an, sich zu wundern. Noch schlimmer aber ist, es werden, wie in den 1930er-Jahren, Sündenböcke dafür gesucht — dieses Mal sind es, ganz unvoreingenommen, alle Ausländer oder solche Heilbronner, die danach aussehen.

Wer aber wie ich regelmäßig durch die Stadt bummelt, wird feststellen, dass man Maskenmuffel weder am Aussehen oder der Herkunft noch an einem vermeintlichen Bildungsstand festmachen kann. Es spricht aber vieles dafür, dass es am Unverständnis — vielleicht auch an Ignoranz oder mangelnder Solidarität — unserer Mitbürger liegt, die nicht wahrhaben wollen, dass Distanz untereinander und dies kombiniert mit einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz einer weiteren Verbreitung von COVID-19 wie auch eines Grippe-Virus ganz offensichtlich entgegenwirkt.

Wenn man nach einem Verantwortlichen sucht, dann ist dies der Heilbronner Oberbürgermeister, der es in seiner Amtszeit versäumt hat, die Stadtverwaltung so aufzustellen, dass sie funktioniert oder gar für Krisensituationen gewappnet ist. Als die COVID-19 Welle ab März 2020 auf uns zuschwappte, war nicht nur das Gesundheitsamt völlig überfordert und muss bis heute von der Bundeswehr (!) gerettet werden, sondern die gesamte Stadtverwaltung absolut unvorbereitet, um überhaupt Krisensituationen halbwegs begegnen zu können.

Noch heute ist die Krisenkommunikation der Stadt Heilbronn ungenügend, auch ist nicht zu erkennen, dass unser „Stadtoberhaupt“ zumindest einmal versucht, die Initiative zurückzugewinnen. Wenn überhaupt, dann reagiert unsere Stadtverwaltung nur auf Anordnungen und Hinweise von oben, anstatt selbst einmal zu agieren.

Schlimmer noch ist es, wie ich es leider bereits seit langem in Blog-Beiträgen berichten muss, dass neben einer mangelhaften Information der Bürger sowie der Besucher Heilbronns, von Anfang an keine hinreichenden Kontrollen sowohl seitens der Stadtverwaltung als auch seitens der Polizei stattgefunden haben, und dieser grob fahrlässige Schlendrian nun dazu geführt hat, dass man das Rad nur noch mit weit überdimensionierten Mitteln zurückdrehen könnte.

Selbst die willigsten Bürger haben inzwischen die Nase gestrichen voll und sind es leid, immer wieder neue Einschränkungen hinnehmen zu müssen! — Zumal man das Ganze durch verantwortliche Stadtpolitik gemeinsam besser hätte hinbekommen können.

Übrigens, auch unsere Gemeinderäte haben bis auf einen „Rettungsfond“ (?!) nur die Öffnung der Heilbronner Bäder erreicht, die, wenn es so weitergeht, gleich auch wieder geschlossen werden müssen.

Eines dürfte uns allen jetzt aber klar sein, dass Schönwetter-Politiker — selbst wenn sie Röcke tragen mögen — wenig hilfreich sind!

Gut wäre gewesen, wenn ein Oberbürgermeister die Initiative ergriffen hätte und er zusammen mit den Stadträten die notwendigen Maßnahmen an die Heilbronner Bevölkerung herangetragen hätte — anstatt bei Promi-Festen genau das Gegenteil zu propagieren und dabei die Bevölkerung für dumm verkaufen zu wollen.

Noch besser wäre gewesen, nach einer erfolgreichen Mitnahme der gesamten Bürgerschaft — durch Vorbild und gemeinsames Handeln — dafür zu sorgen, dass die ersten „Abweichler“ in ihre Schranken verwiesen und eine Verbreitung von COVID-19 innerhalb unserer Stadtgrenzen entgegengewirkt worden wäre.

So müssten wir heute nicht auf eine Inzidenz von 58,5 schauen, sondern wären ganz locker im aktuellen Bundesschnitt von 17,3!

„Like everyone else, we are inclined to go along with our peers and authority figures; but, we are less willing to conform to others when this conflicts with our own beliefs, observations, and preferences. We see ourselves as unique beings, not as nodes in a social network that stretches out through space and back in time.“

Joseph Henrich, The WEIRDest People in the World: How the West Became Psychologically Peculiar and Particularly Prosperous (2020: 21)