Wahlkabinen

Landtagswahl 5 (4)

Beitragsfoto: Wahlkabinen | © Alexandru Nika, Shutterstock

Selbst die ignorantesten und dümmsten Mitbürger dürften es inzwischen mitbekommen haben, dass es demnächst bei uns wieder Wahlen gibt — wohl der einzige Grund, warum man heutzutage noch Wahlplakate benötigt. Und mit ein klein wenig mehr Interesse kann man sogar feststellen, dass es eine Landtagswahl ist, welche am 8. März 2026 alle Wahlberechtigten zur Wahl des neuen Landtags aufruft.

Das Besondere an dieser Wahl ist es, dass wir dieses Mal die Gelegenheit haben, um ein Monsterparlament zu wählen — und dies im doppelten Sinne des Wortes! Zum einen haben alle Parteien — auch die FDP (!) — dafür gesorgt, dass ein neues Wahlsystem möglichst vielen Kandidaten einen Sitz im Landtag garantiert. Man weiß zwar längst, dass Quantität keine Qualität ersetzt, aber darum geht es schon lange nicht mehr: Parteisoldaten wollen versorgt werden, so wie in Heilbronn die Bürgermeister.

Zum anderen zeigen uns die jüngsten Umfragen zur Landtagswahl, dass wir Bürger die Absicht haben, mindestens 20 % ehemals sogenannte sozial Verachtete in den Landtag zu wählen. Auch aus anderen Bundesländern wissen wir ganz genau, was uns dabei mit der AfD erwartet, eine Bandbreite von der Puffmutter über den Vaterlandsverräter bis hin zum gewöhnlichen Schwerkriminellen. Es ist wirklich alles mit dabei. Einzig und alleine müssen diese Kandidaten bei „Heil Hitler“ den richtigen Arm hochreißen können — was deren Wählerschaft an jugendliche Saufgelage im Festzelt erinnert, die immer wieder gerne mit einem „Sieg Heil“ endeten.

Von der Berufspolitik und ihren Großeltern aus der Nazizeit wissen diese Wähler ganz genau, dass sie, wenn es erwartungsgemäß wieder zu einem Untergang führen wird, einfach nur mit einer Demenz um die Ecke kommen müssen. Was zur Folge hat, dass man sich doch den ganzen Spaß nicht verderben lassen möchte, wenn man dafür nicht einmal und niemals zur Verantwortung gezogen wird.

Zu unserem ganz großen Glück sieht es dabei zumindest in Baden-Württemberg noch nicht danach aus, dass die Totalitaristen, welche aktuell bei uns prominent als AfD und BSW unterwegs sind, mehrheitsfähig werden. Da aber zumindest die ehemaligen Volksparteien jeweils über eine starke totalitaristische Minderheit in ihren Reihen verfügen, besteht hier weiterhin eine schleichende Gefahr. Auch weiß zumindest ich nicht, wohin die Nichtwähler, die einen sehr großen Anteil der Wahlberechtigten stellen, hin tendieren, wenn man sie hinter dem Ofen hervorlocken könnte. Ich hoffe sehr mehrheitlich demokratisch!

Was den demokratisch gesinnten Nichtwählern allerdings nichts helfen wird, da die Wahlen von den Wählern entschieden und gewonnen werden. Die Nichtwähler müssen mit dem jeweiligen Ergebnis zurechtkommen. Und spätestens am jüngsten Tag heißt es dann: Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.

Zugegeben, die jüngste Umfrage zur Landtagswahl lässt mich dennoch nicht frohlocken. Die Landeszentrale für politische Bildung führt dort sechs von den 21 zur Wahl zugelassenen Parteien auf. Die restlichen 15 werden unter Sonstige zusammengefasst, was man in der heutigen Zeit auch anders regeln könnte — zumindest in einer erweiterten Version.

Mit Stand 22. Januar 2026 gibt die Umfrage auf der Website der Landeszentrale für politische Bildung die folgenden Prozentzahlen bekannt: CDU 29 %, Bündnis 90/Die Grünen 23 %, AfD 20 %, SPD 8 %, Die Linke 7 % und die FDP 5 % — wohl nur, damit letztere noch aufgeführt wird. Die restlichen 15 Parteien und Wählervereinigungen kommen auf insgesamt 8 %.

Von diesen 15 zugelassenen Parteien und Wählergruppen sind mir die folgenden acht bekannt, nicht nur dem Namen nach:

  • FREIE WÄHLER, eine Partei und eine Abspaltung aus den Freien Wähler-Vereinen, welche bewusst nur auf lokaler Ebene bis zu den Kreistagen kandidieren. Meine Einschätzung: rechter Rand der Demokratie. Man kann mit deren Vertretern durchaus gut diskutieren.
  • BSW, eine Einpersonenpartei und Teil der fünften Kolonne zur Unterstützung des russischen Angriffskrieges.
  • Die PARTEI, im besten Fall Spaßmacher, ansonsten eine sehr arrogante Politprominenz. Ich hatte damit nur sehr unangenehme Begegnungen, ob im Europäischen Parlament oder im Stadtrat.
  • ÖDP, eine Partei, die ich von zahlreichen Informationsständen her kenne, aber bis heute noch nicht so richtig einordnen kann.
  • Volt, eine von zwei heute noch existierenden Ausgründungen aus der EUROPA-UNION. Europäisch und mit beiden Beinen auf demokratischem Boden.
  • PdH, eine sehr junge Partei, die sich dem Humanismus verpflichtet fühlt und deren Vertreter sich wahrscheinlich allesamt über kurz oder lang in den größeren Parteien wiederfinden werden.
  • Team Todenhöfer, eine Einpersonenpartei, die alleine dem hohen Selbstwertgefühl eines CDU-Abgeordneten zu verdanken ist.
  • WerteUnion, noch eine Ausgründung aus der CDU. Ob diese noch dem rechten Rand zuzuordnen ist, darf bezweifelt werden. Auch wenn ich einige Mitglieder persönlich schon sehr lange kenne, ist es mir völlig schleierhaft, wann und warum diese Menschen plötzlich falsch abgebogen sind?

Kommen wir nun wieder zurück zu jenen Parteien und Albträumen, die bei uns damit rechnen können, dass wir Wähler deren Kandidaten in den Landtag schicken.

Von der CDU geht der letzte Wahlverlierer Thomas Strobl erneut ins Rennen und kann dieses Mal nach der erfolgreichen Versorgung seiner damaligen grünen Konkurrenz damit rechnen, dass die CDU wieder einmal ihren Kandidaten durchbekommt. Zumal ihn die CDU mit dem Listenplatz 4 abgesichert hat! Er folglich dieses Mal von keinem einzigen Wähler mehr gewählt werden muss, um wieder einmal Abgeordneter zu werden. Spekulieren kann man, ob er danach ins Amt des OB wechselt und zugleich die No-Name Verena Schmidt in den Landtag befördert. Eine typische CDU Vorgehensweise, um den Bürgern die eigene Wahl eines Kandidaten abzunehmen.

Von Bündnis 90/Die Grünen geht Gudula Achterberg ins Rennen, die als Nachrückerin von Susanne Bay Landtagsabgeordnete wurde. Eine Rochade, um Bay bis zum Lebensende zu versorgen und der CDU wieder eine Chance im Wahlkreis einzuräumen. Für unseren Wahlkreis war dies allerdings ein Glücksgriff, denn Gudula Achterberg macht ihre Arbeit richtig gut! Was deren Partei wohl nicht so sieht (Listenplatz 43) und diese deshalb auf jede unserer Stimmen angewiesen ist.

Von der SPD geht Tanja Sagasser-Beil (Listenplatz 18) ins Rennen. Über eine SPD, die um die 8 % herumhängt, muss man keine weiteren Worte mehr verlieren. Die letzten SPD-Abgeordneten im Wahlkreis haben uns Bürgern diese ehemalige Volkspartei so richtig ausgetrieben. Demokratie ist einfach mehr als Parteisoldaten auf immer und ewig zu versorgen, was wohl nur die Anhänger von den anderen Heilbronner Parteien etwas anders sehen.

Die FDP geht erneut mit Nico Weinmann (Listenplatz 7) ins Rennen. Man kann darüber spekulieren, was mit Weinmann geschieht, wenn sich die FDP auch bei uns in Wohlgefallen auflöst; Baden-Württemberg folgt dabei wohl nur einem Bundestrend. Auf alle Fälle aber wird in Heilbronn in Hinterzimmern darüber entschieden, wer bei uns OB wird. Und da Weinmann mit am Tisch sitzt, könnte ihn wohl nur ein Dieter Schwarz oder ein Thomas Strobl verhindern.

Die Linke geht mit Hiba Charif ohne Listenplatz ins Rennen. Was mich doch etwas erstaunt, weil man den Ersatzkandidaten Christoph Mössinger eher kennt. Insgesamt sind für mich die Linken eine Überraschung, da sie sich wohl mehrheitlich dazu entschlossen haben, nun auf demokratischem Boden zu wandeln. Manchmal scheint es einer Partei regelrecht gutzutun, wenn sich deren totalitaristischen Kräfte außerhalb der Partei verselbstständigen.

Die AfD stellte Maximilian Decker als Kandidat auf den Listenplatz 50. Ich kenne ihn als einzigen der Kandidaten nicht, was ich allerdings auch nicht bedauere.

Wir können nun sehr gespannt darauf sein, wen wir Bürger am Sonntag, 8. März 2026 in den Landtag wählen werden. Es werden auf alle Fälle mehr Abgeordnete sein als es unserem Land guttut. Und wir haben dabei auch immer weniger Einfluss darauf, welche Kandidaten letztendlich als Abgeordnete im Parlament sitzen. Bleibt zu hoffen, dass es wenigstens mit großer Masse jene Kandidaten sind, die sich für unsere Demokratie, unser Land und Europa einsetzen werden. Selbstversorger und Kriminelle sollten in jedem Parlament eine möglichst kleine Minderheit sein!

Wie aber bei jeder Wahl, es ist unsere Entscheidung, und jedes Volk bekommt die Regierung, die es auch verdient!

Nachtrag

Die Landeslisten findet man hier ...


Fediverse Reactions
Bank

4.2.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Bank | © Wendy CORNIQUET auf Pixabay 

KI-Fabrik

Nun weiß ich endlich, warum es mit meinem Glasfaseranschluss nichts wird. Die Versorgung unserer Bevölkerung mit Telefon und Internet ist inzwischen für den ehemaligen Staatsbetrieb sekundär. Man macht nun ganz auf Deutsche Bahn und investiert in Zukunftsprojekte.

Der lachende Dritte wird die Deutsche Post sein, die ihr Briefgeschäft bald wieder voll aufleben lassen muss, und wohl auch die Züchter von Brieftauben.

Die Deutsche Telekom nahm heute in München ein großes komplett renoviertes KI-Rechenzentrum offiziell in Betrieb, für gut 1 Milliarde Euro. Die Blasenwirtschaft will weiter gepimpt werden. Unser Wirtschaftsbonzen rennen den Säuen hinterher, so wie Donald Trump den Bitcoin.

Ich habe selbstverständlich nichts gegen unternehmerisches Risiko, aber bitte nicht immer nur auf Kosten von uns Bürgern! Gerade Firmen, die mit unserer Infrastruktur wuchern und sich dabei dumm und dämlich verdienen dürfen, sollten tunlichst darauf achten, dass sie auch noch ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen. Wenn sie dies nicht machen, dann müssen sie von der Legislative aus dem Rennen genommen werden. Und ist auch dies nicht der Fall, dann befinden wir uns in einer reinen Ausplünderungswirtschaft. Und dass dies unseren Politikern selbst auch nicht schadet, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein.

Open Benches

Terence Eden schrieb jüngst über sein OpenBenches-Projekt. Inzwischen finden sich fast 40 000 solcher Bänke auf seiner Website. Eine digitale Sammelleidenschaft, die originell und bewundernswert zugleich ist.

Noch spannender, weil er in einem Blog-Beitrag auch einmal die Kosten von openbenches.org aufführt — keine 200 Pfund im Jahr!

Und dies steht ganz im Gegensatz zu jenen deutschsprachigen Bloggern, die immer vehementer verlautbaren, dass ihre eigenen Blogs oder zumindest ein paar ihrer kleinen Seitprojekte mangels Finanzierung durch die „Community“ scheitern werden.

Ich bedauere jeden Blogger sehr, der keine 200 Euro im Jahr für sein Hobby aufwenden kann! Wahrscheinlich werden wir demnächst ein episches Blog-Sterben miterleben müssen.

Vermischtes

Es ärgert mich doch immer wieder ein klein wenig, wenn man mir dringend rät, doch etwas mehr politische Veranstaltungen anzubieten. Und selbstverständlich dabei ganz genau weiß, wie man dies am besten machen könnte — andere machen könnten, versteht sich dabei von ganz alleine. Und sobald ich dann solche Veranstaltungen anbiete und dabei auch noch auf die Notwenigkeit hinweise, dass diese besucht werden sollten, lässt sich kaum ein Mensch blicken — die üblichen Verdächtigen halt. Ich muss es wohl nicht erwähnen, dass gerade jene, die mehr solche Veranstaltungen fordern, an solchen Veranstaltungen dann nicht teilnehmen!

Es wäre wohl besser, wenn ich künftig nur noch in frenetischen Jubel ausbreche, diese Menschen über den Klee lobe, lauter solche geforderten Veranstaltungen avisiere und hinterher eine KI über die nicht vorhanden Veranstaltungen Presseberichte schreiben lasse. Was man wohl so in einer Gesellschaft des Selbstbetrugs macht — warum denke ich nun bloß an Linkedin?

Ach so, aktuell werde ich mit Angeboten nur so überhäuft, von Profis, die mich gerade deswegen anschreiben, weil sie mich schon alleine wegen meines aussagekräftigen Linkedin-Profils als geeignet identifiziert haben. Das Problem dabei: ich habe schon lange keines mehr.

Gestern durfte ich ganz spontan eine Tour durch Franken machen, ganz Franken! Also inklusive Ober-, Unter- und Mittelfranken. Ich lernte dabei nebenbei, dass unsere beiden Bundesländer weiter an Franken nagen und erst 1972 den Landkreis Eichstätt von Mittelfranken abknabberten.

Der informierte Leser wird mich sicherlich fragen mögen, ob ich denn auch in Hessen gewesen bin, aber so weit denke ich schon lange nicht mehr. Zudem wäre es wohl an einem Tag zu viel des Guten gewesen.

Heute konnte ich ganz gemütlich meine Klausur fertig korrigieren. Ein sehr ernüchterndes Ergebnis. Wenn man allerdings die Teilnahme an den Vorlesungen mit einbezieht, könnte man auch gut meinen, dass meine Klausuren immer einfacher werden.

Ich selbst gehe weiterhin davon aus, dass es Studenten gibt, die benötigen keine Hochschulen, da sie mit ihrem Verstand und etwas natürlicher Neugierde ausgestattet, sich das notwendige Fachwissen auch so aneignen können. Allerdings bleibt die Bildung dabei auf der Strecke, der eigentliche Grund, warum ein Mensch studieren sollte.

Wahrscheinlich aber sind die heutigen Studenten voll und ganz damit zufrieden, wenn sie künftig Dosensuppen sortieren und in Regale einräumen, dass sie dies dann als Bachelor machen. Auch erspart es einem, sich dabei noch Gedanken über eine mögliche Überqualifizierung zu machen.


Bierkrüge

2.2.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Bierkrüge

Melania

Zumindest für mich völlig überraschend, ist das jüngste Meisterwerk von Brett Ratner („Rush Hour“) ein regelrechter Kassenschlager geworden. Republikaner und Konservative weltweit pilgern in diesen Dokumentarfilm wie ehemals Katholiken in die Kirche.

Zwar kann man davon ausgehen, dass man mit Geld alles kaufen kann, aber hierbei geht es tatsächlich um weit mehr, nämlich um Religion! Nachdem bereits die Liberalen weltweit so gut wie nicht mehr vorhanden sind, verändern sich auch die Konservativen: beide politische Richtungen dürften inzwischen schon längst den Boden der Politik verlassen haben und schweben immer mehr in religionsähnlichen Gefilden.

Gemäß des Hollywood Reporters kommt der Film vor allem bei Konservativen an, insbesondere bei Frauen. „The pic is galvanizing conservatives in the South and South-central part of the country, and specifically older females over the age of 55, who made up 72 percent of the opening-day audience. And a stunning 78 percent of all ticket buyers were 55 and older.

Eine Wählergruppe, die schon den Mullahs im Iran zum Sieg verholfen hat und auf die auch Donald Trump schon immer zählen konnte — dies hat definitiv nichts mit politischem Sachverstand zu tun, das ist Religion für gewöhnlich geistig schwach aufgestellte Bevölkerungsgruppen.

Nun bin ich einmal sehr gespannt darauf, welcher deutsche Politiker sich demnächst outen wird.

Übrigens erst an vierter Stelle der jüngste Film von Mr. Newberger’s AI Funnies „Epstein Island“.

Vermischtes

Der Brückenbau bei Bad Friedrichshall für den Schwarz-IT-Campus nimmt so langsam Formen an. Mitarbeiter können dann ganz bequem mit der Stadtbahn zum Campus gelangen. Ich weiß zwar weiterhin nicht, was man in einem IT-Campus machen wird, aber gut aussehen tut er auf alle Fälle bereits.

Ähnlich geht es mir bei der Kreissparkasse, denn diese soll sich zu einem regelrechten Kreissparkassenquartier weiterentwickeln. Auf alle Fälle aber muss es sich so richtig lohnen, das Geld anderer Leute zu verwalten. Und so schießen bei uns weiterhin die „Paläste der Scheinarbeit“ und die „Kathedralen der Bürokratie“ wie die Spargel aus dem Boden, zumindest so lange, bis KI und eine digitale Verwaltung allgegenwärtig sind.

Da bei uns immer weniger Bier getrunken wird, muss man sich schon heute Gedanken darüber machen, was man mit der ganzen dafür nötigen Infrastruktur anstellt. Zumindest für die unzähligen Bierkrüge scheint es Ideen zu geben.

Und so ganz nebenbei konnten wir noch eine Runde Siedler von Catan am Wochenende einbauen. Da es eine neue Mitspielerin gab, wählten wir ein weniger kriegerisches Setting.

Autofahrt

Gestern hatte ich eine ganz spontane Einladung in meine Alma Mater. Schon etwas länger wusste ich, dass wir uns in München treffen werden. Da meine eigene Zuckelkiste für den Stadtverkehr optimiert ist, bin ich froh darüber, dass ich mir Langstreckenautos in der Verwandtschaft oder von Freunden leihen kann.

Und so war es wieder einmal eine Freude, in ein Auto zu steigen, das für Strecke optimiert ist. Gefühlt war ich so schnell wie noch nie in München, so früh, dass wir vor den Toren der Stadt eine Kaffeepause einplanen mussten. Eines musste ich dabei aber feststellen, ich kann bekannte Strecken trotz Ausbaus und besserer Autos nicht mehr so schnell fahren wie noch als Mittzwanziger — das Alter fordert definitiv seinen Tribut, die Kurven werden gefühlt immer enger und das über 30 Minuten hinweg Halten der Maximalgeschwindigkeit fängt an, anzustrengen.

Sensationell der Verbrauch des von mir gefahrenen Autos, gut und gerne die Hälfte des von mir vor Jahren einmal gefahrenen Langstreckensprinters. Und die Technologie von den Bremsen angefangen, die die Bremsenergie einfach so wegzubeamen scheinen, einfach eine große Freude. Die Federung, vergleichbar mit einem King Size Bett. Ausstattung und Komfort mehr als genug.

Was mir eindeutig zeigte, dass der Zenit der Verbrennerautos längst überschritten ist, man kann solche Autos nicht mehr verbessern! — sie sind voll und ganz ausgereift. Wer nun als Partei Wahlkampf damit macht, dass es nun gelte, die Verbrennermotoren weiter zu optimieren anstatt auf eine bessere und inzwischen auch bewährte Technologie zu setzen, der ist völlig unseriös auf bloßem Stimmenfang.

Wenn es tatsächlich gelänge, das von mir gestern gefahrene Auto noch besser zu machen, müsste man mit einem Tanklaster hinterher eilen, der beständig den Sprit abpumpt.

Heute Morgen dann die übliche Fahrt mit dem meseno-Bus. Dieses Mal aber als Schneefahrt einschließlich ausreichend großer Schneeflocken, um in eine winterliche Stimmung zu verfallen. Zum Schluss war der Bus auch noch gut gefüllt, was möchte man mehr.

Allerdings lässt es sich nun nicht mehr verdrängen, er ist in ein Alter gekommen, wo man dringend über einen Ersatz nachdenken muss. Gerade aus der Werkstatt war er teilweise nur auf drei von vier Zylindern unterwegs — warum auch immer.